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Die Macht der Musik

Musik wirkt

Musik beeinflusst unser Verhalten auf verschiedenen Ebenen. Musiktherapie hilft bei seelischen, geistigen und selbst körperlichen Erkrankungen. Zu laute Musik verursacht Stress und schadet der Gesundheit.

In Kürze
Für Seele, Körper und Geist
Musik berührt unser Innerstes und kann jede Facette unseres Gefühlsspektrums anregen. Dementsprechend kann Musik unser Verhalten auf verschiedenen Ebenen beeinflussen.
Musik als Therapie
Musiktherapie ist bei einer Reihe von seelischen, geistigen und selbst körperlichen Erkrankungen wie Tinnitus Teil von Behandlungskonzepten. Musik kann sogar Patienten nach einer Hirnerkrankung oder -verletzung helfen.
Gesundheitsschäden durch Musik?
Musik kann Stress verursachen und gesundheitsschädlich sein, insbesondere wenn sie zu laut ist und nervt.
Musik wirkt auf Körper, Seele und Geist.
Balsam für Körper, Seele und Geist
Musik wirkt auf Körper, Seele und Geist.
Musik bewegt, entspannt oder nervt. Sie kann Balsam sein für Seele, Körper und Geist – und sie kann auch schaden. Erfahren Sie mehr über die Macht der Musik auf Menschen.
Ursprung

Vermutlich sangen schon die Vorfahren des Homo sapiens und schlugen mit Stöcken auf Steinen, um den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken oder Raubtiere auf Abstand zu halten. Inspiriert wurden unsere Urahnen offensichtlich von Vögeln und anderen lautstarken Tieren. Ob der Mensch erst sang oder sprach, ist eines der großen Rätsel der Menschheitsgeschichte.

Dass Musik uralte Instinkte bedient, lässt sich an Babys beobachten. Schon im Alter von neun bis zwölf Monaten besitzen die Kleinen ein Gefühl für Rhythmik und interessieren sich besonders für harmonische Dur-Dreiklänge. Zudem weckt Musik in Babys Emotionen: Fröhliche Kindermusik hebt die Laune, eine traurige Arie lässt unter Umständen Tränen kullern. Singen und sprechen lernen Babys in der Regel parallel.

Wirkung auf die Gesundheit

Wie Musik wirkt, erleben wir im Alltag. Musik entspannt uns oder putscht uns auf, verführt uns zum Tanzen. Sie rührt Gefühle an und weckt Erinnerungen. Eltern setzen Kinderlieder ein, um ihren Nachwuchs spielerisch etwas beizubringen oder ihn zu beruhigen.

Auch Ärzte, Psychologen und Pädagogen nutzen die Wirkung von Rhythmen und Melodien auf das menschliche Gehirn. Beispielsweise spornt Musik Sportler zu Höchstleistungen an, Werbepsychologen hauchen mithilfe von Musik Produkten emotionale Tiefe ein.

Heilpädagogen nutzen Musik unter anderem, um Frühchen oder entwicklungsverzögerte Kinder zu fördern. Zudem wird Musik in der Medizin immer häufiger eingesetzt, um die seelische, geistige oder körperliche Gesundheit eines Patienten zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen.

Gesundheit und Lebensqualität verbessern

Musik kann nicht nur die Stimmung aufhellen, sondern auch die Gesundheit und Lebensqualität von Jung und Alt verbessern. Seit der Jahrtausendwende erwiesen sich Musik-gestützte Therapien insbesondere hilfreich bei Tinnitus oder in der neurologischen Rehabilitation von Schlaganfall- und Komapatienten. Diese Erfolge belegen zudem eindrucksvoll, dass Musik höhere Hirnfunktionen positiv beeinflussen kann.

In folgenden Gebieten wird Musiktherapie eingesetzt oder erprobt:

  • subjektiver Tinnitus: individuell angepasste Musik hemmt die überaktiven Nervenzellen im Hörzentrum
  • Neurologische Rehabilitation nach Hirnverletzungen oder -erkrankungen: Musiktherapie hilft die Motorik, Sprache und kognitiven Fähigkeiten der Patienten wiederherzustellen
  • Neonatologie: Musik kann u. a. Stress bei Frühchen mindern und die Gewichtszunahme fördern
  • Demenz: Musik kann positiv auf ängstliche, aufgewühlte oder depressive Patienten wirken
  • Krebs: Musik hilft, Schmerzen und Ängste zu lindern
  • Autismus, Kommunikationsstörungen: hier kann Musik den Betroffenen u. a. helfen, ihre Gefühle auszudrücken
  • chronische Schmerzen
  • Essstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
  • Psychosomatische Medizin
  • Heilpädagogik
  • Altenpflege
  • Psychiatrie

Hinweis: Im Regelfall werden Musik bzw. musiktherapeutische Elemente als Teil eines übergreifenden Behandlungskonzepts z. B. bei einer Psychotherapie oder bei Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt. Ob eine entsprechende Maßnahme im Einzelfall erstattungsfähig ist, müssen Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung abklären.

Einfluss auf den Appetit

Ob Musik beim Essen den Appetit anregt oder hemmt, hängt überwiegend vom persönlichen Musikgeschmack ab. Wer seiner Lieblingsmusik lauscht, dem schmeckt sein Essen nachweisbar besser. Was auch dazu verleiten kann, etwas mehr zu essen. Als unangenehm empfundene Musik kann dagegen den Appetit zügeln.

Forscher der Universität von Arkansas fanden 2014 zudem heraus, dass Berieselung mit Jazz dazu verführt, etwas mehr zu essen – auch wenn man kein Jazz-Fan ist. Mit Hip-Hop im Hintergrund schmeckte den meisten Versuchspersonen ihr Essen weniger gut – insbesondere wenn es sich um Süßes handelte. Bei Klassik und Rock spielte dagegen nur der persönliche Musikgeschmack eine Rolle.

Nicht zu laut!

Über Musikgeschmack lässt sich streiten. Sehr laute Musik schadet jedoch jedem, genauso wie gewöhnlicher Lärm. Schmerzhafte Lautstärken verrichten ihr Zerstörungswerk sofort. Noch erträglich laute Musik kann die Hörsinneszellen schon nach kurzfristiger Einwirkung überlasten. Und einmal abgestorbene Hörsinneszellen sind für immer verloren und das Gehör nachhaltig geschädigt.

Aber auch moderat laute Musik kann der Gesundheit schaden. Wer sich täglich stundenlang über Zimmerlautstärke beschallt, zeigt schnell Stresssymptome und schadet langfristig seiner Herz-Kreislauf-Gesundheit. Leise Musik kann zudem den Schlaf stören.

Musik senkt Blutdruck
Beruhigende Musik kann den Blutdruck senken. Glücklicherweise scheint dissonante Musik den Blutdruck aber nicht zu heben.

Bilder: Musik wirkt - Antonioguillem/Adobe Stock; Wunder Hören - lunamarina/Adobe Stock; Tanzen macht glücklich - JackF/Adobe Stock; Tinnitus - Image Point Fr/Shutterstock