Musik beeinflusst unser Verhalten seit jeher auf verschiedenen Ebenen und berührt unser Innerstes, indem sie jede Facette unseres Gefühlsspektrums anregen kann. Sie wird die Musiktherapie zum Beispiel auch bei einer Reihe von seelischen, geistigen und selbst körperlichen Erkrankungen eingesetzt. Gleichzeitig kannMusik jedoch auch Stress verursachen und gesundheitsschädlich sein, etwa, wenn sie zu laut ist oder als störend empfunden wird. Erfahren Sie mehr über die Macht der Musik auf Menschen.
Musik wirkt: Die Macht der Melodien
Seit wann macht der Mensch Musik?
Vermutlich sangen schon die Vorfahren des Homo sapiens und schlugen mit Stöcken auf Steinen, um den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken oder Raubtiere auf Abstand zu halten. Inspiriert wurden unsere Urahnen offensichtlich von Vögeln und anderen lautstarken Tieren. Ob der Mensch erst sang oder sprach, ist eines der großen Rätsel der Menschheitsgeschichte.
Dass Musik uralte Instinkte bedient, lässt sich an Babys beobachten. Schon im Alter von neun bis zwölf Monaten besitzen die Kleinen ein Gefühl für Rhythmik und interessieren sich besonders für harmonische Dur-Dreiklänge. Zudem weckt Musik in Babys Emotionen: Fröhliche Kindermusik hebt die Laune, eine traurige Arie lässt unter Umständen Tränen kullern. Singen und sprechen lernen Babys in der Regel parallel.
Musik, ein nützlicher Verbündeter
Wie Musik wirkt, erleben wir im Alltag. Musik entspannt uns oder putscht uns auf, verführt uns zum Tanzen. Sie rührt Gefühle an und weckt Erinnerungen. Eltern setzen Kinderlieder ein, um ihren Nachwuchs spielerisch etwas beizubringen oder ihn zu beruhigen.
Auch Ärzte, Psychologen und Pädagogen nutzen die Wirkung von Rhythmen und Melodien auf das menschliche Gehirn. Beispielsweise spornt Musik Sportler zu Höchstleistungen an, Werbepsychologen hauchen mithilfe von Musik Produkten emotionale Tiefe ein.
Heilpädagogen nutzen Musik unter anderem, um Frühchen oder entwicklungsverzögerte Kinder zu fördern. Zudem wird Musik in der Medizin immer häufiger eingesetzt, um die seelische, geistige oder körperliche Gesundheit eines Patienten zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen.
Musik als Medizin?
Musik kann nicht nur die Stimmung aufhellen, sondern auch die Gesundheit und Lebensqualität von Jung und Alt verbessern. Seit der Jahrtausendwende erwiesen sich Musik-gestützte Therapien insbesondere hilfreich bei Tinnitus oder in der neurologischen Rehabilitation von Schlaganfall- und Komapatienten. Diese Erfolge belegen zudem eindrucksvoll, dass Musik höhere Hirnfunktionen positiv beeinflussen kann.
In folgenden Gebieten wird Musiktherapie eingesetzt oder erprobt:
Hinweis: Im Regelfall werden Musik bzw. musiktherapeutische Elemente als Teil eines übergreifenden Behandlungskonzepts z. B. bei einer Psychotherapie oder bei Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt. Ob eine entsprechende Maßnahme im Einzelfall erstattungsfähig ist, müssen Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung abklären.
Wie beeinflusst Musik das Essverhalten?
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Musik unser Essverhalten durchaus beeinflussen kann. Bereits 2014 zeigte eine Studie der University of Arkansas (USA), dass Menschen bei ruhiger Musik und angenehm gedämmtem Licht langsamer essen, Speisen intensiver wahrnehmen und so tendenziell weniger konsumieren.
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diese Effekte und zeigen darüber hinaus, dass auch die Art der Musik, ihr Tempo und die Lautstärke eine wesentliche Rolle spielen: So führt beispielsweise schnellere oder lautere Musik dazu, dass wir eher schneller und oft mehr essen, während ruhige, sanfte Musik dabei helfen kann, bewusster und genussvoller zu speisen. Auch der kulturelle Hintergrund und der persönliche Musikgeschmack spielen eine Rolle.
Wenn Musik schadet
Über Musikgeschmack lässt sich streiten. Sehr laute Musik schadet jedoch jedem, genauso wie gewöhnlicher Lärm. Schmerzhafte Lautstärken verrichten ihr Zerstörungswerk sofort. Noch erträglich laute Musik kann die Hörsinneszellen schon nach kurzfristiger Einwirkung überlasten. Und einmal abgestorbene Hörsinneszellen sind für immer verloren und das Gehör nachhaltig geschädigt.
Aber auch moderat laute Musik kann der Gesundheit schaden. Wer sich täglich stundenlang über Zimmerlautstärke beschallt, zeigt schnell Stresssymptome und schadet langfristig seiner Herz-Kreislauf-Gesundheit. Leise Musik kann zudem den Schlaf stören.
Beruhigende Musik kann dagegen den Blutdruck senken. Glücklicherweise scheint dissonante Musik den Blutdruck aber nicht zu heben.
Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. Wir unterstützen Sie gerne in allen Themen rund um die richtige Vorsorge und den für Sie geeigneten Versicherungsschutz. Sprechen Sie uns noch heute an.