Stimmungstief zum Fest

Was tun gegen den Feiertagsblues?

Wechseln Sie einfach die Perspektive und sehen Sie die Feiertage als wertvolle Zeit, in der Sie endlich ungestört und aktiv ausspannen können.

In Kürze
Problem Stillstand
Weihnachten kommen wir zwangsweise zur Ruhe. Viele trifft diese abrupte Entschleunigung ihres Alltags unvorbereitet, und sie wissen nichts mit sich anzufangen.
Depression erkennen
Wenn Sie sich anhaltend niedergeschlagen, antriebslos, traurig und ängstlich fühlen, kann das auf eine Winterdepression Depression hindeuten.
Kein Feiertagsstress
Wichtig ist, dass Sie den Feiertagsblues nicht durch Feiertagsstress ersetzen, indem Sie sich und Ihrer Familie gemeinsame Aktivitäten aufzwingen.
Viele Menschen fallen zwischen den Jahren ins Stimmungstief
Vorsichtsregeln beachten
Viele Menschen fallen zwischen den Jahren ins Stimmungstief
Graut es Ihnen alle Jahre wieder vor Weihnachten? Verfallen Sie nach der Bescherung in den Feiertagsblues? Dann teilen Sie dasselbe Los wie hunderttausende andere Erwachsene in Deutschland – unabhängig vom Familienstand. Ihre Allianz erklärt Ihnen, warum viele Menschen an den Weihnachtsfeiertagen in ein Stimmungstief fallen und wie Sie dies vermeiden können.
Zwangsweise zur Ruhe kommen

Wir rennen das ganze Jahr im Hamsterrad und bekommen gefühlt rund um die Uhr Input von außen – von Freunden, Kollegen, Vorgesetzten. Am 24. Dezember ab 14 Uhr scheint die Zeit für die meisten stehen zu bleiben: Supermärkte schließen, es trudeln keine wichtigen E-Mails ein, Freunde ziehen sich über die Feiertage in ihre Familie zurück.

Spätestens nach der Bescherung kommen wir zwangsweise zur Ruhe, das Hamsterrad steht für mindestens zwei Tage still. Viele trifft diese abrupte Entschleunigung ihres Alltags unvorbereitet, und sie wissen nichts mit sich anzufangen.

In dieser Situation werden wir nachdenklich, ziehen Bilanz in unserem Leben, hadern über unerfüllte Vorsätze, gehen mit uns selbst ins Gericht. Allzu leicht drehen sich die negativen Gedanken im Kreis, und man verbringt die Feiertage überwiegend mit Grübeln – bis sich endlich das Hamsterrad wieder dreht.

Im Hamsterrad des Alltags

Dank der fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung aller Lebensbereiche, laufen wir alle mehr oder weniger in einem Hamsterrad. Schon Kinder und Jugendliche haben einen vollen Terminplan. Nach Schule und Hausaufgaben gehen sie in den Sport- oder Musikunterricht. Fast alle Jugendlichen sind in sozialen Medien aktiv und für ihren digitalen Freundeskreis rund um die Uhr erreichbar.

Als Erwachsene schätzen wir die Freiheiten, die der globalisierte Alltag mit sich bringt. Wir können rund um die Uhr einkaufen, Bankgeschäfte erledigen, Medien konsumieren. Dafür sind wir per Smartphone jederzeit erreichbar, leider häufig auch für unseren Chef. Vor der Verbreitung von Handy und Internet mussten wir nur spazieren gehen, um unseren Alltag zu entschleunigen. Mittlerweile sind viele Menschen regelrecht abhängig von der ständigen Erreichbarkeit, dem steten Input, dem schnellen Lebensrhythmus.

Funkstille kann für Einsamkeit sorgen

Neben der Globalisierung und Digitalisierung kommt noch die Individualisierung hinzu. In unserer modernen Gesellschaft mit ihren hervorragenden Sozialsystemen sind wir nicht mehr abhängig vom Familienverbund. Haushalte mit Großfamilien, in denen drei Generationen unter einem Dach leben, sind eine Seltenheit. Wir können uns weitestgehend ohne familiäre Zwänge selbst verwirklichen und zahlreiche soziale Kontakte pflegen.

Durch die Weihnachtsfeiertage sind wir aber gezwungen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Zudem schalten unsere nicht-familiären Kontakte auf Funkstille. Diesen Stillstand und die Einsamkeit empfinden viele als unangenehm.

Reflektieren statt hadern
  • Bereiten Sie sich auf die Weihnachtsfeiertage vor. Überlegen Sie frühzeitig, wie Sie diese Ruhephase für sich nutzen können. Welches Buch wollten Sie schon immer lesen? Welche Winter- oder Indoor-Sportart wollten Sie einmal ausprobieren? Was wollten Sie schon immer gemeinsam mit Ihrer Familie unternehmen?
  • Wechseln Sie einfach die Perspektive und sehen Sie die Feiertage als wertvolle Zeit, in der Sie endlich ungestört und aktiv ausspannen können. Sei es allein, zu zweit oder mit Kindern. Wichtig ist nur, dass Sie den Feiertagsblues nicht durch Feiertagsstress ersetzen und wieder losrennen, indem Sie etwa Ihrer Familie gemeinsame Aktivitäten aufzwingen.
  • Dieser Perspektivwechsel schließt Phasen des Nachdenkens natürlich nicht aus. Reflektieren Sie über das vergangene Jahr. Hadern Sie aber nicht über unerfüllte Vorsätze des vergangenen Jahres. Schöpfen Sie aus Ihrer Erfahrung und überlegen Sie, welche Ziele realistisch sind und als Vorsätze fürs neue Jahr taugen.
Trübe Tage, trübe Stimmung
  • Fühlen Sie sich anhaltend niedergeschlagen, antriebslos, traurig und ängstlich, kann das auf eine Winterdepression oder eine typische, saisonal-unabhängige Depression hindeuten.
  • Falls Sie mehr als zwei Wochen niedergeschlagen sind, sollten Sie daher Ihren Hausarzt konsultieren. Dieser kann Sie medikamentös oder mit einer Lichttherapie unterstützen, oder Sie gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen.
Urlaub zum Entschleunigen

Gegen einen Urlaub über Weihnachten ist nichts einzuwenden, solange Sie sich damit einen Wunsch erfüllen und tatsächlich entschleunigen. Es ist jedoch ungesund, falls Sie damit nur der Ruhe und der Konfrontation mit sich selbst entfliehen. Nutzen Sie die Zeit für sich!

In unserer schnelllebigen Welt ist es wichtig, sich die Fähigkeit der Selbstreflexion zu bewahren. Und das „Fest der Besinnung“ eignet sich hervorragend dafür, weil es uns zum Innehalten zwingt.

Bild: Peter Maszlen/Fotolia