Die Last mit den Pfunden

BMI und THQ: Welches Gewicht ist „gesund“?

Body Mass Index (BMI) und Taille-Hüfte-Quotient (THQ) helfen bei der individuellen Bewertung und Berechnung.

In Kürze
Idealgewicht?
Viele haben ein individuelles Wohlfühlgewicht – doch Gesundheitsrisiken durch zu viele oder zu wenig Pfunde auf den Rippen lassen sich durchaus abschätzen.
BMI und THQ
Body Mass Index und Taille-Hüfte-Quotient zeigen schnell und einfach, ob man normal., unter oder übergewichtig ist: Wir erläutern die Formeln und was die Ergebnisse aussagen.
Gesund abnehmen
Bei deutlichem Übergewicht senken schon 5 % weniger Körperfett den Blutdruck und verbessern Zuckerstoffwechsel und Blutfettwerte.
Ob das Körpergewicht in einem gesunden Rahmen liegt, hängt von individuellen Faktoren wie Alter und Fettverteiliung ab.
Zu dünn? Zu dick? Es kommt darauf an.
Ob das Körpergewicht in einem gesunden Rahmen liegt, hängt von individuellen Faktoren wie Alter und Fettverteiliung ab.
Empfinden Sie sich als zu dick? Oder fragen Sie sich, ob Ihr Kind zu dünn ist? Ob das Körpergewicht in einem gesunden Rahmen liegt, hängt von individuellen Faktoren wie Alter und Fettverteilung ab. Auf dieser Seite finden Sie nützliche Informationen rund um das Thema Gewicht – insbesondere zu seiner individuellen Bewertung und Berechnung. Aus den Ergebnissen können Sie ablesen, ob Ihr Gewicht gesund für Sie ist oder ob bzw. wie wir Sie bei einer gesünderen Lebensweise unterstützen können.
Messmethoden

Ärzte und Ernährungswissenschaftler empfehlen zwei Berechnungsmethoden zur Ermittlung eines gesunden Körpergewichts. Der sogenannte Körpermassenindex (BMI, engl. Body Mass Index) lässt sich schnell und einfach ermitteln.

Mit Hilfe eines Maßbandes können Sie außerdem den sogenannten Taille-Hüfte-Quotienten (THQ, engl. Waist-Hip-Ratio, WHR) für eine exaktere Einschätzung ermitteln. Letzterer gibt zusätzlich Aufschluss darüber, wie das Fett im Körper verteilt ist. Sofern Sie deutlich übergewichtig sind und Ihr Taillenumfang die unten angegebenen Grenzwerte sprengt, können Sie sich die THQ-Berechnung jedoch sparen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Trainingszustand. Muskeln sind deutlich dichter und damit schwerer als Fett, weshalb muskelbepackte Athleten einen BMI wie ein stark übergewichtiger Sportmuffel haben können. Dieser Umstand gilt mit als ein weiteres Argument für den Taille-Hüfte-Quotienten.

Tipp: Wiegen Sie sich immer frühmorgens zur gleichen Zeit bei nüchternem Magen und frisch geleerter Blase. So haben Sie verlässliche Vergleichswerte zu Gewicht und BMI – auch über Monate hinweg.

Der Körpermassenindex (BMI, engl. Body Mass Index) berechnet sich nach folgender Formel:

BMI = (Körpergewicht in Kilogramm) ÷ (Körpergröße in Meter)2

Beispiel: Ein 1,85 Meter großer Mann wiegt 82 Kilogramm. Sein BMI beträgt demnach

82 kg ÷ (1,85 m)2 = 23,959 kg/m2

BMI-Gewichtsklassifikation

Die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifiziert die BMI-Werte für Erwachsene nach folgendem Schema – unabhängig von Alter und Geschlecht:

  • extremes Untergewicht: BMI unter 16,00
  • ausgeprägtes Untergewicht: BMI 16,00 bis 16,99
  • leichtes Untergewicht: BMI 17,00 bis 18,49
  • Untergewicht: BMI unter 18,50
  • Normalgewicht: BMI 18,50 bis 24,99
  • Übergewicht: BMI ab 25,00
  • Prä-Adipositas: BMI 25,00 bis 29,99
  • Starkes Übergewicht/Fettsucht (Adipositas): BMI ab 30,00
  • Adipositas, Klasse I: BMI 30,00 bis 34,99
  • Adipositas, Klasse II: BMI 35,00 bis 39,99
  • Adipositas, Klasse III: BMI ab 40,00

Sofern Sie auf einen BMI von 18,50 bis 24,99 kommen, sind Sie im grünen Bereich.

Liegt Ihr BMI zwischen 25,00 und 29,99, sollten Sie zusätzlich ihren Taille-Hüfte-Quotienten (siehe unten) überprüfen. Dieser Wert berücksichtigt auch geschlechtsspezifische Unterschiede.

Bei BMI-Werten über 30,00 empfiehlt es sich grundsätzlich, einen Arzt zu konsultieren und eine Gewichtsabnahme anzustreben.

Aber auch deutliches Untergewicht birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Liegt der BMI unter 17,50, sollten Sie entsprechend der Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Ihrem Arzt abklären, ob Sie Ihre Ernährung eventuell umstellen sollten.

BMI bei Kindern

Für Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche gibt es eigene BMI-Tabellen. Der Berufsverband der Kinder- & Jugendärzte e. V. bietet einen BMI-Rechner für Kinder von 0 bis 18 Jahren.

BMI-Informationen der BZGA
BMI-Rechner für Kinder
Unterschiedlich für Frauen und Männer
Bei durchschnittlich großen Menschen kann bereits der Taillen- bzw. Bauchumfang Aufschluss über eine bestehende Fettleibigkeit geben. In Ihren Leitlinien klassifiziert die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin (DGS) die THQ-Werte (und den Taillenumfang) von erwachsenen Frauen und Männern folgendermaßen:
  • Normalgewicht
    THQ unter 0,85
    Taillenumfang unter 80 cm
  • Übergewicht
    THQ über 0,85
    Taillenumfang 80 bis 87,9 cm
  • Fettsucht (Adipositas)
    THQ ab 0,85
    Taillenumfang über 88 cm
  • Normalgewicht
    THQ unter 1,0
    Taillenumfang unter 94 cm
  • Übergewicht
    THQ über 1,0
    Taillenumfang 94 bis 101,9 cm
  • Fettsucht (Adipositas)
    THQ ab 1,0
    Taillenumfang über 102 cm
Kinder sind die Ausnahme

Für Kinder und Jugendliche existieren eigene BMI-Tabellen. Die BMI-Empfehlungen der WHO sind ansonsten unabhängig von Alter und Geschlecht.

Daneben kursieren insbesondere im Internet noch BMI-Empfehlungen des amerikanischen National Research Council (NRC) aus dem Jahre 1989. Diese mittlerweile veraltete Tabelle orientiert sich daran, welche BMI-Werte in den entsprechenden Altersgruppen zum damaligen wissenschaftlichen Kenntnisstand die geringste Sterblichkeitsrate versprachen.

Zu wenig ist ebenso schlecht wie zu viel

Starkes Übergewicht bzw. Adipositas erschwert nicht nur den Alltag. Das überflüssige Fettgewebe erhöht deutlich das Risiko für eine Reihe ernsthafter Erkrankungen. Zu nennen sind hier unter anderem Diabetes mellitus, Gallensteinleiden, Insulinresistenz, Fettleber, Schlaf-Apnoe-Syndrom, Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie), Kniegelenksarthrose, Gicht, Refluxkrankheit, Krebs, Unfruchtbarkeit, Rückenschmerzen, Hüftgelenksarthrose und Erkrankungen des ungeborenen Kindes (Fetopathie) bei Schwangeren.

Ausgeprägtes Untergewicht stellt ebenfalls ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. So sind sehr dünne Menschen anfälliger für Kreislaufbeschwerden sowie Osteoporose und leiden häufig unter verminderter Fruchtbarkeit. Bei untergewichtigen Kindern drohen zudem Wachstumsstörungen und Entwicklungsverzögerungen. Geht das Untergewicht mit einer Unter- oder Mangelernährung einher, sind Vitaminmangel-Erkrankungen programmiert. Mögliche Folgen sind unter anderem Haarausfall, Zahnverlust, Anfälligkeit für Infektionen, Leber- und Nierenschäden.

Außen dünn, innen dick: Sportmuffel können normalgewichtig sein und dennoch Fett in der Bauchhöhle herumschleppen. Sie sind damit ähnlich gefährdet wie Fettleibige. Regelmäßige Bewegung hilft, das versteckte Fett abzubauen.

Um einzuschätzen, ob Ihr Gewicht Ihnen gut tut, können Sie zwei Berechnungsmethoden verwenden und dann anhand der Vergleichsdaten auf dieser Seite auf einen Blick eine Einschätzung ablesen:

  • BMI: (Körpergewicht in Kilogramm) ÷ (Körpergröße in Meter)2
  • THQ: Taillenumfang ÷ Hüftumfang

Übrigens: Die Allianz Private Krankenversicherung unterstützt Sie auf Ihrem Weg zu einem gesunden Gewicht mit zahlreichen Tipps und Serviceangeboten.

Bilder: BMI - www.BillionPhotos.com/Shutterstock; THQ - Allianz; Gesund abnehmen - nd3000/Shutterstock