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Unabhängigkeit im Urlaub

Mobil unterwegs

Wer Ziele in nah und fern erkunden will, kann mit Wohnmobil oder Caravan auf Tour gehen und so Komfort und Flexibilität verbinden. Wir erläutern, worauf Sie achten müssen und geben Tipps für die Reise.

In Kürze
Camping in Corona-Zeiten
Urlaub in Corona-Zeiten? Informieren Sie sich vorab beim ADAC. Dort finden Sie aktuelle Details zum Thema  „Corona und Camping"
Zahlen
Etwa halbe Million Wohnmobile rollen über Deutschlands Straßen, schätzt der Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD), Caravans sind rund 590.000 gemeldet.
Leihen statt kaufen
Ein eigenes Wohnmobil ist für Wenignutzer weder wirtschaftlich noch sinnvoll. Besser: Sie erfüllen sich Ihren Wohnmobiltraum mit einem Leihfahrzeug.
Das Reisen mit dem Wohnmobil erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit.
Komfort und Flexibilität
Das Reisen mit dem Wohnmobil erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit.

Das Reisen mit dem Wohnmobil erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Hauptgrund ist die Kombination aus Komfort und Flexibilität: Einfach dorthin fahren zu können, wo es einem gefällt – unabhängig von Buchungsterminen und Ferienunterkünften. Erfahren Sie mehr über die mobilen Möglichkeiten.

Corona-Pandemie: Bitte beachten Sie aufgrund der aktuellen Situation die individuellen Regelungen für Ihr Reiseziel. Eine gute Übersicht der derzeitigen Vorgaben lesen Sie zum Beispiel auf den Webseiten des ADAC

Das rollende Eigenheim

Eingefleischte Mobilisten singen ein hohes Lied auf ihr rollendes Ferienheim. Die Vorteile liegen auf der Hand: Buchen ist unnötig. Route, Ziele und Aufenthaltsdauer lassen sich frei gestalten. Sie können ohne Aufwand übernachten und wieder aufbrechen. Dank eingebautem Bett, Küche und Sanitärbereich sind Sie autark. Sofern Sie ausreichend Gas und Frischwasser geladen haben, kommen Sie zudem einige Tage ohne Strom- und Wasseranschluss aus.

Bei der Entscheidung Wohnwagen oder Wohnmobil gehen die Meinungen jedoch auseinander.

Welche mobile Unterkunft ist besser?

Noch sind die Caravan-Halter in Deutschland in der Überzahl. Jedoch werden jährlich deutlich mehr Wohnmobile zugelassen, sodass der Vorsprung langsam aber stetig schmilzt.

Die Frage, welche mobile Unterkunft besser ist, kann jeder nur für sich selbst entscheiden. Folgende Faktoren sollten Sie dazu für sich selbst berücksichtigen und gewichten:

  • Wirtschaftlichkeit: Hier hat der Caravan klar die Nase vorn. Die Anschaffungs- und Wartungskosten sind deutlich geringer als bei Wohnmobilen, schließlich sind Wohnwagen nicht motorisiert. Ebenso ist der Wertverfall geringer. Da Caravans im Endeffekt Anhänger sind, fällt auch nur eine geringe Kfz-Steuer an. Der eigene Pkw als Zugmaschine fällt bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung kaum ins Gewicht. Schließlich nutzen die wenigsten Wohnmobilhalter ihr Gefährt außerhalb der Urlaubszeit als Pkw-Ersatz.
  • Flexibilität: Punkt fürs Wohnmobil. In Europa gibt es ein stetig wachsendes Netz von Reisestellplätzen, auf denen Sie mit Ihrem Wohnmobil übernachten können. Mit Wohnwagen dürfen Sie nur auf entsprechend ausgewiesenen Stellplätzen übernachten, ansonsten sind Sie auf Camping- und private Stellplätze angewiesen.
  • Mobilität: Vorteil Caravan. Sie können den Wohnwagen am Campingplatz abkuppeln und mit dem Pkw den Urlaubsort erkunden. Letzteres geht mit Wohnmobil auch, kostet aber mehr Sprit und schmale Wege bleiben womöglich unpassierbar.
  • Familientauglichkeit: Hier ist das Wohnmobil im Vorteil. Statt bei der Hin- und Rückreise eingepfercht im Auto zu sitzen, haben Sie viel Platz für die ganze Familie.
  • Fahrsicherheit: Hauchdünner Vorsprung fürs Wohnmobil. Sowohl das Wohnmobil als auch ein Pkw mit Wohnwagen sind anspruchsvoll zu fahren: langer Bremsweg, träge Beschleunigung, große Angriffsfläche bei Seitenwind. Jedoch kommen beim Caravan noch die Schlingergefahr und der höhere Schwierigkeitsgrad beim Rückwärtsrangieren hinzu.
  • Winterfestigkeit: Wärmevorteil mit Caravan. Sofern Sie auch in kältere Gefilde reisen, müssen Sie im Wohnmobil mehr heizen. Schuld sind die Kältebrücken an den großen Windschutzscheiben und den häufig schlecht isolierten Fahrertüren. Isoliermatten fürs Fahrerhaus sind daher unverzichtbar.

Aktuelle Zahlen: Etwa halbe Million Wohnmobile rollen über Deutschlands Straßen, schätzt der Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD). Caravans sind rund 590.000 gemeldet – nicht eingerechnet etwa 290.000 abgemeldete Wohnwagen von Dauercampern.

Wer darf was fahren? 
  • Mit einer normalen Fahrerlaubnis der Klasse B oder BE dürfen Sie maximal Wohnmobile bis 3,5 t Gesamtgewicht bewegen. Ein Anhänger darf ebenfalls bis zu 3,5 t wiegen. Somit ist ein Gespann mit insgesamt 7 t möglich.
  • Wer noch einen alten Führerschein der Klasse 3 besitzt, darf sogar Kraftfahrzeuge bis 7,5 t und Gespanne bis 12 t Gesamtgewicht steuern – ohne Altersbeschränkung. Auf umgeschriebenen Führerscheinen entspricht dies den Kürzeln C1 und C1E.
  • Sofern Sie noch unter 50 Jahre alt sind, dürfen Sie mit der alten Klasse 3 zudem dreiachsige Gespanne bis 18,5 t bewegen. Diese besondere Berechtigung erlischt aber mit dem 50. Lebensjahr, es sei denn Sie stellen auf EU-Führerschein um und beantragen explizit eine Fahrerlaubnis CE79. Diese wird ab dem 50. Lebensjahr nach ärztlicher Untersuchung und einem Sehtest um fünf Jahre verlängert.
  • Achtung: Eine alte Fahrerlaubnis der Klasse 2 erlischt automatisch mit dem 50. Geburtstag. Sie können diese aber auf die EU-Klassen C und CE umschreiben lassen und unter den üblichen Bedingungen verlängern.
  • Mit einem alten, grau- oder rosafarbenem Führerschein kann es Ihnen passieren, dass dieser bei einer Polizeikontrolle im Ausland nicht anerkannt wird. Im europäischen Ausland fahren Sie daher am besten mit einem EU-Führerschein. In einigen Ländern außerhalb Europas empfiehlt der ADAC zusätzlich zum EU-Führerschein einen internationalen Führerschein, um Missverständnisse mit der Verkehrspolizei auszuschließen. Dieser kostet zirka 15 Euro und kann bei der Führerscheinstelle beantragt werden.
Tipps für das Web

Am falschen Platz abgestellt, können Wohnmobile und Caravans massiven Ärger mit Behörden produzieren. Damit Sie innerhalb und außerhalb Deutschlands immer ein passendes Plätzchen finden, nutzen Sie am besten spezialisierte Suchportale für Mobilisten, die auch GPS-Koordinaten liefern. Die hier vorgestellten Portale stellen eine redaktionelle Auswahl der vorhandenen Anbieter dar:

PINCAMP, das ADAC Campingportal
Die ADAC-Datenbank enthält über 5.500 bewertete Campingplätze aus ganz Europa. Die Suchmaske ist komfortabel gestaltet und liefert unter anderem detaillierte Informationen zu Lage, Betriebszeiten, Preisen, Ausstattung.

camping.info
Das Pendant zu stellplatz.info liefert Ihnen Infos und Bewertungen zu rund 25.000 Campingplätzen in ganz Europa.

Campercontact
Hier finden Sie über 18.000 Wohnmobil-Stellplätze in 38 Ländern. Auch hier können Sie sich durch die Europakarte klicken und mehrere Dutzend Suchfiltern verwenden. Campercontact gibt es auch als App für Android- und iOS-Geräte (z. B. iPhone), und zwar kostenfrei – siehe unten Weiterführende Informationen.

Mobilisten.de
Einfach den Ort ins „Suche“-Feld eingeben und die Volltext-Suchmaschine gibt die nächstgelegenen Wohnmobil-Stellplätze aus. Die Informationen enthalten Adresse und Zusatzdaten wie Gebühren oder Verfügbarkeit von Frischwasser. Mit Nutzerbewertungen.

promobil
Das Onlineportal der Zeitschrift „promobil“ bietet eine kartengestützte Onlinesuche für über 5.900 Stellplätze in Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Belgien und Portugal. Die Suchfilter sind etwas knapper gehalten als bei stellplatz.info, dafür übersichtlicher. Zudem bietet promobil die GPS-Daten von über 5.000 Wohnmobil-Stellplätzen als kostenpflichtigen Download für diverse Navigationsgeräte an.

Zudem bietet promobil auch eine Stellplatz-App für Android- und iOS-Geräte (z. B. iPad) an, und zwar als kostenfreie und als kostenpflichtige Variante – siehe unten Weiterführende Informationen.

stellplatz.info
Sofern Sie auch Stellplätze außerhalb Deutschlands suchen, dann werden Sie bei stellplatz.info fündig. Insgesamt sind dort über 5.300 Stellplätze verzeichnet. Neben einer Volltextsuche bietet das Portal eine direkte Suche über die Europakarte. Einfach reinklicken. Des Weiteren können Sie Ihre Suchergebnisse nach über 66 Kriterien vorfiltern: unter anderem Kosten, Reisemobillänge, Wohnwagen erlaubt, Frischwasseranschluss und Entfernung zum nächsten Strand. Mit Nutzerbewertungen.

BORDATLAS (kostenpflichtig)
Den BORDATLAS mit detaillierten Informationen zu über 6.100 Stellplätzen in Deutschland und Europa gibt es als Buch oder kostenpflichtiges Online-Abo. Dank einer extra auf Mobilgeräte zugeschnittenen WebApp funktioniert die Datenbank auf Windows-Phone-, Android- und iOS-Geräten. Jedoch muss wie bei allen Online-Angeboten eine Internetverbindung bestehen.

Deutsche Regeln:  In Deutschland dürfen Sie mit Wohnwagen oder Wohnmobil einmal übernachten, wo es nicht verboten ist. Dabei gilt: Sie wollen wieder fahrtüchtig werden, bleiben maximal zehn Stunden und campieren nicht. Also Caravan nicht abkoppeln, keine Stühle aufbauen oder grillen.

Bilder: Mobil reisen - visuall2/Shutterstock; Allianz MeinWohnmobil - Stefano Neri/Fotolia