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Radeln mit Rückenwind

Pedelecs

Das müssen Sie bei der Anschaffung und beim Fahren beachten.

In Kürze
Leichter radeln
Auch auf hügeligen Strecken kommen Sie dank des Zusatzmotors mühelos voran – und das bei einem echten Pedelec führerscheinfrei.
Pedelec-Technik
Motorposition, Akku-Technik und Motorsteuerung entscheiden daüber, wie ein Pedelec zu Ihrem Fahrstil und Ihren Vorlieben passt.
Wichtig: Die Probefahrt
Testen Sie vor einem Kauf mehrere Pedelec-Varianten: So finden Sie heraus, ob Sie mit dem jeweiligen Modell in Alltagssituationen zurechtkommen.
Ein Pedelec unterstützt beim Treten
Müheloser vorankommen
Ein Pedelec unterstützt beim Treten
Bereits in den dreißiger Jahren entwickelte Philips ein Fahrrad mit Elektromotor. Erst heute jedoch ist die Technik so weit ausgereift, dass sie alltagstauglich ist. Immer mehr Käufer entscheiden sich mittlerweile für ein Pedelec statt für ein herkömmliches Fahrrad. Doch bei der Anschaffung sind ebenso wie beim Fahren einige Punkte zu beachten.
Mehr Schub beim Treten

Auch auf hügeligen Strecken kommen Sie dank des Zusatzmotors mühelos voran – und das bei einem echten Pedelec führerscheinfrei.

Ziehen Sie häufig einen Kinderanhänger oder transportieren Sie schwere Einkäufe im Fahrradkorb? Oder wollen Sie als ungleich fittes Paar eine Radtour machen? Vielleicht wollen Sie auch nicht verschwitzt im Büro ankommen. Der unterstützende Motor am Fahrrad ist die Antwort auf viele Probleme – und macht Sie auch weniger abhängig vom Auto.

Alten Menschen oder Menschen mit Behinderung kann das Elektrofahrrad ebenfalls die Mobilität erhalten, denn es gibt auch dreirädrige Modelle.

Pedelec, S-Pedelec und E-Bike: Die Unterschiede

Bei einem E-Bike arbeitet der Antrieb unabhängig von der Tretkraft, ähnlich wie bei einem Mofa. Bei einem Pedelec unterstützt der Elektromotor den Fahrer nur dann, wenn er selbst in die Pedale tritt.

Nach diesem Prinzip funktioniert der Großteil der in Deutschland verkauften elektrisch motorisierten Räder. Sie sind Fahrrädern rechtlich gleichgestellt, wenn der Motor nicht stärker als 250 Watt ist und die Motorunterstützung auf eine Geschwindigkeit von 25 km/h begrenzt ist.

Unterstützt Sie der Elektromotor auch über 25 km/h, spricht man von einem S-Pedelec, das rechtlich als Kleinkraftrad gilt. Dementsprechend benötigen Sie für ein S-Pedelec Betriebserlaubnis, Fahrerlaubnis, Kennzeichen und einen Helm der Norm ECE 22-05. Außerdem dürfen Sie damit nur auf Radwegen fahren, wen diese für Mofas freigegeben sind.

So funktioniert es
  • Motorposition

    Prinzipiell kann der Motor an der Radnabe vorn oder hinten oder in der Nähe des Tretlagers sitzen. Jede Position hat Vorteile und Nachteile:

    Motor in der  Radnabe vorne – Vorderrad wird direkt angetrieben

    Vorteile

    • Kraft wirkt direkt 
    • kompakte Bauweise
    • Rücktrittbremse möglich
    • jede Schaltung möglich
    • Akku kann sich bei Bergabfahrten ein wenig aufladen
    • leicht nachrüstbar

    Nachteile

    • Gabel muss geeignet sein
    • Nabe muss für das Gewicht geeignet sein
    • bei glatter Fahrbahn ist Schlupf möglich

    Motor in der Radnabe hinten – Hinterrad wird direkt angetrieben

    Vorteile

    • Kraft wirkt direkt
    • kompakte Bauweise
    • Akku kann sich bei Bergabfahrten ein wenig aufladen

    Nachteile

    • Hinterbau des Rades ist schwerfällig
    • keine Rücktrittbremse möglich
    • eingeschränkte Auswahl bei der Schaltung

    Motor nahe des Tretlagers – Motor greift über Zahnrad in den Kettenstrang

    Vorteile

    • stabiler Geradeauslauf
    • direkte Kraftübertragung

    Nachteile

    • an der Tretkurbel nur ein Kettenblatt vorne möglich
    • etwas geringere Wendigkeit wegen etwas größeren Radstands
    • Akku lässt sich während der Fahrt nicht aufladen
  • Reichweite und Akku

    Hersteller geben nicht selten Reichweiten von weit über 100 km an. Diese Herstellerangaben werden unter optimalen Bedingungen ermittelt, die im täglichen Gebrauch nicht zu erreichen sind. Weil viele Faktoren die Reichweite beeinflussen, lassen sich keine pauschale Angaben machen. Im Allgemeinen reicht ein Akku mit 300 Wh (Wattstunden) für kürzere Strecken von 20 bis 40 km aus. Wollen Sie eine längere Tour oder sportlicher fahren, sollten 400 Wh ausreichen.

    Ein wenig erhöhen lässt sich die Reichweite von Pedelecs mit der sogenannten Rekuperation (Energierückgewinnung) über einen speziellen Nabenmotor. Hier fungiert der Motor als Generator und lädt den Akku bei Bremsvorgängen oder Talfahrten auf. Der Effekt ist jedoch gering – verglichen mit den Mehrkosten für die aufwendigere Technik. Ohne großen technischen Aufwand, dafür aber mit zusätzlichem Gewicht, können Sie die Reichweite erhöhen, indem Sie mehrere geladene Akkus mit auf die Reise nehmen.

    Als aktueller Stand der Technik gelten Lithium-Ionen-Akkus. Technisch veraltet sind Akkus auf Nickel-Basis. Sie unterliegen dem Memory-Effekt, der bei häufiger Teilentladung des Akkus auftritt und die Ladekapazität mit der Zeit verringert. Außerdem sind Akkus auf Nickel-Basis anfälliger für Überladung und speichern bei gleichem Gewicht weniger Energie als Lithium-Ionen-Akkus.

  • Motorsteuerung

    Das wichtigste am Pedelec ist die Motorsteuerung. Sie entscheidet darüber, ob der Motor sanft anspringt und den Fahrer gleichmäßig unterstützt oder plötzlich und ruckartig eingreift. Kernstück der Steuerung ist der Kraftsensor. Er misst die Kraft, die der Fahrer einsetzt, und bestimmt damit die Motorunterstützung. Einfache Modelle haben nur einen Bewegungssensor, der lediglich feststellt, ob die Pedale bewegt werden. Die Motorsteuerung bestimmt auch darüber, ob das Pedelec sich eher gemütlich oder sportlich verhält.
Erst fahren, dann kaufen

Machen Sie in jedem Falle eine Probefahrt mit mehreren Pedelecs, die in Frage kommen. Nur so können Sie herausfinden, welches der Modelle am besten zu Ihnen und Ihrer Fahrweise passt. Vielleicht überlässt Ihr Fahrradhändler Ihnen ein Rad sogar über das Wochenende für einen ausgiebigen Test.

  • Unterstützt Sie der Motor beim Anfahren auf angenehme Weise?
    Fahren Sie an einem Berg an. Dafür schalten Sie in einen niedrigen Gang und wählen die kleinste Unterstützungsstufe. Machen Sie mehrere Versuche und erhöhen sie dabei die Unterstützung.
  • Stört Sie das Motorengeräusch?
    Fahren Sie in einem mittleren Gang, aber nicht zu schnell. Fragen Sie sich, ob Sie das Geräusch bei längeren Fahrten stört.
  • Unterstützt Sie der Motor gleichmäßig?
    Wählen Sie eine Strecke mit mittlerer Steigung und einem mittleren Gang. Unterstützt Sie der Motor gleichmäßig und ist das Motorgeräusch gleichmäßig? Wenn nicht, kann es helfen, die Motorunterstützung herunterzuschalten.
  • Unterstützt Sie der Motor ausreichend?
    Wählen Sie eine wirklich steile Strecke und stellen Sie die höchste Unterstützung ein. Bewältigen Sie die Strecke bei entsprechend gewähltem Gang?
  • Können Sie am Berg bequem schalten?
    Wählen Sie eine Strecke mit zunehmender Steigung. Schalten Sie in einen leichteren Gang und prüfen Sie, ob der Schaltvorgang flüssig abläuft.
  • Fahren Sie sicher mit dem Rad?
    Machen Sie sich mit den Fahreigenschaften des Pedelecs vertraut: Simulieren Sie auf einem freien Platz plötzliche Ausweich- und Bremsmanöver. Versuchen Sie sich an einem kurzen Slalom. Wichtig für den Straßenverkehr ist einhändiges Abbiegen. Achten Sie darauf, ob Sie mit dem Gewicht, dem Schwerpunkt sowie mit dem Fahrverhalten beim Beschleunigen und Bremsen zurechtkommen.
Bilder: Pedelcs - Patrizia Tilly/Fotolia, Elektrisch unterwegs - eyetronic/Fotolia