Pedelecs und
E-Bikes
Inhalt
- Was ist ein Pedelec?
- E-Bike, Pedelec oder S-Pedelec: Was ist der Unterschied?
- Welche Vorteile haben Pedelecs gegenüber anderen E-Bikes oder Zweirädern?
- Modelle: Welches Pedelec passt zu Ihnen?
- Probefahrt: Auf was sollten Sie beim Testen mehrerer Modelle achten?
- Was ist das Besondere an der Pedelec-Technik?
Was ist ein Pedelec?
E-Bike, Pedelec oder S-Pedelec: Was ist der Unterschied?
Ein E-Bike im engeren Sinne fährt auch ohne Treten, wie ein Mofa oder Roller. Je nach Leistung sind ein Führerschein, Versicherung, Helm und eine Betriebserlaubnis nötig. Zudem darf nicht auf Radwegen gefahren werden.
Ein Pedelec hingegen unterstützt ausschließlich beim Treten, und das bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Es gilt rechtlich als Fahrrad. Daher brauchen Sie weder Führerschein noch Versicherung. Radwege dürfen Sie mit einem Pedelec nutzen. Das Tragen eines Helms ist nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert.
Ein S-Pedelec unterstützt ebenfalls nur dann, wenn Sie aktiv in Ihre Pedale treten. Mit einer möglichen Geschwindigkeit von bis 45 km/h dürfen Sie mit einem S-Pedelec lediglich auf der Straße oder auf freigegebenen Radwegen fahren. Da es als Kleinkraftrad gilt, brauchen Sie:
- einen Führerschein der Klasse AM (ab 16 Jahren)
- eine Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen und
- einen Helm nach aktueller ECE-Norm (R22-06)
Welche Vorteile haben Pedelecs gegenüber anderen E-Bikes oder Zweirädern?
Modelle: Welches Pedelec passt zu Ihnen?
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Anwendungsbereiche
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Stadt und Alltag
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Pendeln zur Arbeit (10 bis 30 km täglich)
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Freizeit und Touren
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Sport und Berge
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Familie und Kinderanhänger
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Senioren, Seniorinnen und Menschen mit Behinderung
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| Typ | City-Pedelec | Trekking-Pedelec | Trekking- oder SUV-Pedelec | E-MTB (Elektro-Mountainbike) | Lastenrad oder Tiefeinsteiger mit starkem Motor | Tiefeinsteiger oder Dreirad-Pedelec |
| Merkmale | Tiefer Einstieg, bequemer Sattel, aufrechte Sitzposition | Leistungsstarker Akku (mind. 500 Wh), Schutzbleche, Licht, Gepäckträger | Komfortabel, mit Federung, größerer Akku (600–750 Wh), Navi-/Fitnessfunktionen optional | Starke Motorunterstützung, breite Reifen, vollgefedert (Fully) oder Hardtail | Hoher Komfort, stabiler Rahmen, gute Bremsen | Einfache Handhabung, sicherer Stand, gegebenenfalls Rücktrittbremse |
| Ideal für | Einkäufe, Pendeln, kurze Strecken | Weitere Strecken. Tipp: Achten Sie auf einen zuverlässigen Mittelmotor (z. B. Bosch, Shimano) | Lange Strecken: Zweitakku oder Range-Extender möglich | Ambitionierte Fahrer:innen: hohe Drehmomente, sportliche Geometrie | Familienausflüge. Tipp: Achten Sie auf das zulässige Gesamtgewicht und eine sichere Anhängerkupplung | Sicherheit beim Fahren. Optional: Rückwärtsgang, Gehhilfenhalterung, ergonomische Griffe |
Probefahrt: Auf was sollten Sie beim Testen mehrerer Modelle achten?
Unterstützt Sie der Motor beim Anfahren auf angenehme Weise?
Stört Sie das Motorengeräusch?
Unterstützt Sie der Motor gleichmäßig?
Unterstützt Sie der Motor ausreichend?
Können Sie am Berg bequem schalten?
Fahren Sie sicher mit dem Rad?
Was ist das Besondere an der Pedelec-Technik?
Motorposition
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Typ
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Vorteile
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Nachteile
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Motor nahe des Tretlagers (Motor greift über Zahnrad in den Kettenstrang. Dieser Motor ist mittlerweile Standard bei hochwertigen Pedelecs) |
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Motor in der Radnabe vorne (Vorderrad wird direkt angetrieben) |
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Motor in der Radnabe hinten (Hinterrad wird direkt angetrieben) |
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Akku und Reichweite
Hersteller geben nicht selten Reichweiten von über 200 km an. Diese Herstellerangaben werden unter optimalen Bedingungen ermittelt, die im täglichen Gebrauch nicht zu erreichen sind. Weil viele Faktoren die Reichweite beeinflussen, lassen sich keine pauschalen Angaben machen. Im Allgemeinen reicht ein Akku mit 250 bis 400 Wh (Wattstunden) für kürzere Strecken von 30 bis 70 km aus. Wollen Sie eine längere Tour oder sportlicher fahren, sollten 500 bis 625 Wh ausreichen.
Ein wenig erhöhen lässt sich die Reichweite von Pedelecs mit der sogenannten Rekuperation (Energierückgewinnung) über einen speziellen Nabenmotor. Hier fungiert der Motor als Generator und lädt den Akku bei Bremsvorgängen oder Talfahrten auf. Der Effekt ist jedoch gering, verglichen mit den Mehrkosten für die aufwendigere Technik. Ohne großen technischen Aufwand, dafür aber mit zusätzlichem Gewicht, können Sie die Reichweite erhöhen, indem Sie mehrere geladene Akkus mit auf die Reise nehmen.
Als aktueller Stand der Technik gelten Lithium-Ionen-Akkus. Technisch veraltet sind Akkus auf Nickel-Basis. Sie unterliegen dem Memory-Effekt, der bei häufiger Teilentladung des Akkus auftritt und die Ladekapazität mit der Zeit verringert. Außerdem sind Akkus auf Nickel-Basis anfälliger für Überladung und speichern bei gleichem Gewicht weniger Energie als Lithium-Ionen-Akkus.