Abnehmen mit Sport

Bewegung bringt’s
Wer sich wenig bewegt, läuft schnell Gefahr, kontinuierlich in die Breite zu wachsen. Steuern Sie dem Breitenwachstum rechtzeitig entgegen.
Allianz Gesundheitswelt - Abnehmen Sport: Drei Personen die Sit Ups machen
In Kürze
  • Einfache Rechnung: Sie nehmen automatisch ab, wenn Sie dem Körper weniger Kalorien zuführen als er benötigt. Aber nur seine Fettreserven greift Ihr Körper dann an, wenn Sie sich auch mehr bewegen.
  • Muskelmasse und Fettverbrennung: Mit Muskelaufbau erhöhen Sie Ihren Grundumsatz. Zugleich sorgt Sport in Form von aerobem Training für eine optimale Fettverbrennung.
  • Individuell trainieren: Für ein moderates Aufbautraining reicht die Beratung im Fitnessstudio. Das ideale Belastungsprofil für ein Fettverbrennungs-Training lässt mit einer professionellen Leistungsdiagnostik bestimmen.
Wider das Breitenwachstum
Ein paar Fettpölsterchen an Po oder Hüften schaden nicht. Wer sich jedoch generell wenig bewegt, läuft schnell Gefahr, kon­ti­nu­ier­lich in die Breite zu wachsen. Faktoren wie ungesunde Ernährung und Stress- oder Frustessen beschleunigen die Kör­per­fett­zu­nahme. Erschwerend kommt hinzu, dass der tägliche Energiebedarf im Alter abnimmt. Die Devise lautet daher: Rechtzeitig dem Breitenwachstum gegensteuern – insbesondere mit mehr Bewegung.

Grundsätzlich ist Abnehmen einfache Mathematik: Führen Sie dem Körper weniger Kalorien zu, als er benötigt, so nehmen Sie automatisch ab. Das funktioniert mit kalorienreduzierter Kost auch ohne Sport. Jedoch bedient sich Ihr Körper bei Kalorienmangel nicht nur an vorhandenen Kohlenhydrat- und Fettreserven, sondern auch am Muskeleiweiß.

Muskeln brauchen Energie. Eine gute Abnehmstrategie ist daher, mit Krafttraining  zusätzlich Muskelmasse aufzubauen. Je höher der Muskelanteil an Ihrem Körpergewicht, desto mehr Energie verbrennen Sie – auch in Ruhephasen.

Sport und Bewegung trainieren auch Lungen und Herz. So pumpt ein fittes Herz mehr sauerstoffreiches Blut in die Muskeln. Und nur mit ausreichend Sauerstoff verbrennt der Körper effektiv Kohlenhydrate und Fette.

Hinzu kommt, dass die Kohlenhydrat-Reserven in Muskeln, Blut und Leber schneller verfügbar sind und bei Energiebedarf bevorzugt verbrannt werden. Bei zu geringer Anstrengung verbrennt Ihr Körper also wenig Fett. Bei zu intensiver Anstrengung schafft es ihr Kreislauf nicht, ausreichend Sauerstoff in die Muskeln zu liefern, um Fett zu verbrennen. Das heißt der Körper kann nur noch Zucker verbrennen, und diese teilweise unvollständig, also zu Milchsäure (Laktat) abbauen. Somit übersäuern und ermüden die Muskeln bei Überlastung schnell.

Eine optimale Fettverbrennung erreichen Sie daher nur beim sogenannten aeroben Training – sprich solange ausreichend Sauerstoff in die Muskulatur gelangt.

Fitte Menschen können bei aerobem Training etwa 70–80 % ihrer Energie aus der Fettverbrennung ziehen. Untrainierte dagegen nur 40–50 %.

Kalorien zählen: Ein Kilo Körperfett liefert ca. 7.000 kcal Energie. Verbraucht eine aerobe Trainingseinheit 525 kcal, stammen 350 kcal aus der Fettverbrennung. Dies entspricht 50 g Körperfett. Drei Trai­nings­ein­hei­ten pro Woche bauen so über 600 g Fett im Monat ab.

Gut beraten
Anfänger und Wiedereinsteiger sollten sich im Fitnessstudio bezüglich eines moderaten Aufbautrainings beraten lassen. Das ideale Belastungsprofil für ein Fettverbrennungs-Training lässt jedoch sich nur mit einer professionellen Leistungsdiagnostik am Fahrradergometer bestimmen.
Faustformel für Trainingspuls

Der Deutsche Turnerbund empfiehlt folgende Faustformel, um den richtigen Trainingspuls (THF) für die Fettverbrennung zu ermitteln:

THF = RHF + [(220 - Lebensalter - RHF) × (Trainingsintensität 0,6 bis 0,7)]

Hinweis: THF: Trainingsherzfrequenz; RHF: Ruheherzfrequenz

Beispiel: Mann, 55 Jahre, 70 Ruhepuls, Trainingsintensität 0,6 bis 0,7.

THF = 70 + [(220 - 55 - 70) × 0,6 bis 0,7] = 127 bis 137

Traininigspuls kontrollieren
Ihren Trainingspuls können Sie mit einer Puls-Uhr kontrollieren, die entweder am Handgelenk oder mittels Brustgurt den Puls misst. Zudem verfügen Fitnessstudios über Ausdauergeräte, die ihren Puls mit Handflächensensoren erfassen und in einem Display anzeigen.
Zuerst Herz und Kreislauf stählen
Sind Sie völlig untrainiert? Pausieren Sie schon seit vielen Wochen oder Monaten? Dann sollten Sie in den ersten Wochen nur ein Herz-Kreislauf-Training machen, und zwar mit einer Trainingsintensität von 0,5 (vgl. „Faustformel für Trainingsherzfrequenz“).
Pausen zählen nicht
Gerade männliche Fitnessstudiogänger tendieren dazu, fast nur Kraft zu trainieren und die Muskeln mit hohen Gewichten zu überlasten. Das kann dazu führen, dass die Betroffenen mehrminütige Pausen zwischen den einzelnen Übungen machen und pro Stunde effektiv nur zwanzig bis dreißig Minuten trainieren.
Mittlerer Kalorienverbrauch bei verschiedenen Sportarten

Werte für 30 Minuten Aktivität, mittleres Tempo:

  • Laufen
    Frau, 60 kg: 270 - 300 kcal 
    Mann, 80 kg: 360 - 400 kcal
  • Schwimmen
    Frau, 60 kg: 220 - 260 kcal
    Mann, 80 kg: 300 - 350 kcal
  • Langlaufen
    Frau, 60 kg: 240 - 270 kcal
    Mann, 80 kg: 320 - 360 kcal
  • Fußball spielen
    Frau, 60 kg: 220 - 250 kcal
    Mann, 80 kg: 300 - 340 kcal
  • Bergwandern
    Frau, 60 kg: 180 - 220 kcal
    Mann, 80 kg: 240 bis 290 kcal
  • Nordic Walking
    Frau, 60 kg: 160 - 180 kcal
    Mann, 80 kg: 210 - 240 kcal
  • Radfahren
    Frau, 60 kg: 170 - 190 kcal
    Mann, 80 kg: 220 - 240 kcal
  • Tanzen (Standard, Latein)
    Frau, 60 kg: 90 - 110 kcal
    Mann, 80 kg: 120 - 140 kcal
Tipp für besonders Fitte
Legen Sie bei Sportarten wie Laufen, Nordic Walking, Langlaufen, Radfahren etc. kurze Zwischensprints ein. Das erhöht auch die Fettverbrennung.
Falls Sie schon länger keinen Sport betrieben haben und älter als 35 Jahre sind, oder gar chronische Beschwerden haben, sollten Sie vorab Ihren Arzt konsultieren. Er klärt ab, welche Trainingsintensität und Übungen für Sie geeignet sind. Dies gilt insbesondere bei Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen sowie bei Rücken- und Gelenkbeschwerden. Bei akuten fieberhaften Erkrankungen, Infektionen und nach Operationen versteht sich eine Trainingspause von selbst.
Bild: Blaj Gabriel/Shutterstock; Mein Fitnesstraining - fitnessRAUM GmbH