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Abnehmen nach Rezept

Diäten im Vergleich

So viele Diäten – aber welche funktioniert tatsächlich?

In Kürze
Qual der Wahl
Abnehmwillige können unter Dutzenden von Diäten wählen. Doch nicht jede ist für jeden geeignet, manche sind teuer – und einige sind sogar gesundheitsschädlich.
Wirksame Rezepte
Nur wenige Diäten funktionieren tatsächlich und helfen dabei, langfristig ein normales Gewicht zu halten. Wir stellen die bekanntesten Diäten und ihre Vor- und Nachteile vor.
Jo-Jo-Effekt
Auf schnellen Gewichtsverlust getrimmte Diäten begünstigen den Jo-Jo-Effekt: Die Betroffenen nehmen zwar ab, die Pfunde kehren jedoch danach zurück – meist mit Verstärkung.
Nicht jede Diät hält, was sie verspricht.
Angriff auf die Pfunde
Nicht jede Diät hält, was sie verspricht.
Jedes Frühjahr konkurrieren neue und altbekannte Diäten um die Gunst abnehmwilliger Verbraucher. Doch nur wenige Diäten funktionieren tatsächlich und helfen dabei, langfristig ein normales Gewicht zu halten. Hier finden Sie einen Überblick über die bekanntesten Diäten und für wen sie geeignet sind.
Vorteile und Nachteile
  • Brigitte-Diät

    Die Brigitte-Diät wurde von der gleichnamigen Frauenzeitschrift ersonnen und in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich an den Stand der Ernährungsforschung angepasst.

    Auf den Tisch kommt eine ausgewogene kalorien- und fettreduzierte Kost. Zur Auswahl stehen über 12.000 Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen, die Sie selbst nachkochen können. Pro Tag kommen Frauen mit der Diät auf 1.200 oder 1.400 kcal. Männern werden 300 kcal mehr zugestanden.

    Die Rezepte und Hilfsmittel wie Nährwerttabellen und Einkaufslisten sind für Nicht-Abonnenten der Zeitschrift kostenpflichtig. Für Smartphone-Besitzer gibt es zudem die „Brigitte Diät Coach App“, mit der Sie Rezepte, Einkaufslisten und Nährwerttabellen immer zur Hand haben.

    Vorteile:

    • verschiedene Diätprogramme
    • abwechslungsreiche und saisonbezogene Speisepläne
    • bei Anpassung an den täglichen Kalorienbedarf als Dauerernährung geeignet
    • entspricht den Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

    Nachteile:

    • anspruchsvoll bezüglich Einkauf der Zutaten und Zubereitung

    Kosten: verschiedene Abo-Modelle von 14,90 Euro pro Monat bis 99,90 Euro pro Jahr.

    Gut geeignet für Abnehmwillige mit Freude am Kochen.

  • Weight Watchers

    Die Weight-Watchers-Diät vermittelt einfache Regeln für eine bewusste Ernährung. Es gibt weder feste Diätpläne noch vorgegebene Rezepte, stattdessen erhalten alle Lebensmittel einen bestimmten Punktwert. Dieser errechnet sich unter anderem aus Faktoren wie Kalorien und dem glykämischen Index. Der glykämische Index ist hierbei ein Maß dafür, wie schnell die aufgenommenen Kohlenhydrate den Blutzucker ansteigen lassen.

    Wer an einem kostenpflichtigen Weight-Watchers-Programm teilnimmt, erhält Rezeptbücher, Punktetabellen, Online-Hilfsmittel und eine individuelle Beratung für eine Ernährungsumstellung. Ein Diätcoach ermittelt anhand von Alter, Geschlecht, Körpergewicht und Körpergröße, welche „Punktemenge“ ein Abnehmwilliger täglich zur Verfügung hat. Diese Punkte kann er dann prinzipiell beliebig in seine tägliche Ernährung „investieren“.

    Wöchentliche Treffen mit Gleichgesinnten und Diätcoaches sollen dabei helfen, den Abnehmerfolg zu kontrollieren und sich auch langfristig gesünder zu ernähren.

    Vorteile:

    • Punktesystem lenkt den Abnehmwilligen in Richtung energiereduzierter, ausgewogener Kost
    • praktikable Ernährungsregeln
    • körperliche Aktivitäten werden mit eingerechnet
    • wöchentliche Gruppensitzungen oder Online-Teilnahmen als Motivationshilfe

    Nachteile:

    • nichts für Menschen, die sich in großen Gruppen unwohl fühlen

    Kosten: 39,95 Euro pro Monat.

    Gut geeignet für Abnehmwillige, die Gleichgesinnte suchen.

  • „Ich nehme ab“

    Das kostenpflichtige „Ich nehme ab“-Programm der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) will Abnehmwillige in zwölf Schritten zu einer langfristigen Ernährungsumstellung führen. Hierbei gehen die Unterlagen auf psychologische Aspekte des Ernährungsverhaltens ein und propagieren mehr Bewegung.

    Die DGE-Diät reduziert vor allem Lebensmittel mit hohem Fettanteil und schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Vollkornprodukte und Kartoffeln werden dagegen empfohlen. Die DGE konnte zeigen, dass Frauen mit „Ich nehme ab“ durchschnittlich zwei bis drei Kilogramm im Jahr abnehmen, Männer sogar vier bis fünf Kilogramm.

    Vorteile:

    • von Ernährungsexperten geprüftes Programm
    • nutzt wissenschaftliche Erkenntnisse der Psychologie und Sportmedizin

    Nachteile:

    • keine Betreuung

    Kosten: einmalig 35 Euro

    Gut geeignet für Abnehmwillige mit Disziplin und Selbstmotivation.

  • Low-Carb-Diäten

    Hierzu zählen Programme wie die Atkins-, Logi-, Glyx-, Eiweiß- und South-Beach-Diät. Bei diesen Diäten ist der Anteil an Kohlenhydraten stark reduziert. Zudem haben die erlaubten Lebensmittel einen geringen glykämischen Index. Das heißt der Blutzuckerspiegel steigt nach einer Mahlzeit nur langsam, dafür ist der Betroffene aber auch länger satt.

    Vorteile:

    • Lebensmittel sättigen gut
    • Logi-Diät wird unter ärztlicher Aufsicht bei Übergewichtigen eingesetzt

    Nachteile:

    • eintönig und unausgewogen, daher nicht für eine dauerhafte Ernährungsumstellung geeignet
    • Atkins- und Eiweiß-Diät (Pierre Dunkan) haben einen sehr hohen Fleischanteil, was die Nieren belastet; der Obst- und Gemüseanteil ist gering, was zu einer Unterversorgung mit Ballaststoffen und Vitaminen führt
    • eine fleischreiche Ernährung erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    Ungeeignet für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen und Nierenerkrankungen.

  • Paläo-Diät

    Die Anhänger der Paläo-Diät (engl. paleo diet) gehen davon aus, dass sich der Mensch in der Altsteinzeit optimal an die damalige Ernährung angepasst hat. Somit sei die Jäger-Sammler-Kost die gesündere Ernährung.

    Die Paläo-Diät besteht dementsprechend vorwiegend aus Wild, Fisch, Schalentieren, Eiern, Pilzen, Wurzelgemüse, Beerenobst, Nüssen, Wildkräutern und Honig. Tabu sind dagegen Milch, Hülsenfrüchte und Getreide sowie industriell verarbeitete Lebensmittel wie raffinierter Zucker, alkoholische Getränke und Pflanzenöle. An Pflanzenölen scheiden sich die Geister – manche Paläo-Diät-Anhänger verzichten nur auf Öle aus nicht-steinzeitlichen Kulturpflanzen.

    Vorteile:

    • kohlenhydratarm
    • nur frische Zutaten
    • erleichtert das Abnehmen

    Nachteile:

    • Eine unausgewogene Paläo-Diät ist arm an essenziellen Fettsäuren.
    • Eine einseitige (z. B. stark fleischlastige) Paläo-Diät ist ebenso gesundheitsschädlich wie jede andere einseitige Ernährung.

    Hinweis: Es ist wissenschaftlich belegt, dass sich der Mensch durchaus seit der Altsteinzeit genetisch an die „moderne“ Ernährung angepasst hat. Bestes Beispiel ist die weitverbreitete Fähigkeit, Milchzucker zu verwerten.

  • Low-Fat-Diäten

    Low-Fat-Diäten zielen darauf ab, die mit Fetten aufgenommene Energiemenge unter 30 Prozent zu drücken. Am bekanntesten ist das sogenannte LowFett-30-Programm.

    LowFett 30 vermittelt in Präventionskursen, wie Sie sich fettarm ernähren und durch zusätzliche Bewegung gesund abnehmen können. Das Programm bietet zudem abwechslungsreiche Rezepte, Fettrechner und Entspannungsübungen. Außerdem predigt LowFett 30 keinen generellen Fettverzicht, sondern weckt das Bewusstsein für gesunde Fettsäuren in Pflanzenölen und Fischen.

    Vorteile:

    • Fettreduzierung spart viele Kalorien
    • LowFett 30 berücksichtigt Fette, die reich an Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren sind
    • verbessert die Cholesterin-Werte deutlich

    Nachteile:

    • nicht für eine dauerhafte Ernährungsumstellung geeignet
    • Fette sind Sattmacher, bei einer rapiden Fettreduktion ohne Diätkonzept besteht die Gefahr von Heißhungerattacken und übermäßigem Verzehr von Kohlenhydraten

    Kosten der LowFett-30-Diät: verschiedene Abo-Modelle von 39 Euro für drei Monate bis 99 Euro für eine Jahresmitgliedschaft.

    Gut geeignet für Abnehmwillige, die sich nicht scheuen, Fettgehalte in ihren Mahlzeiten zu berechnen.

  • Mittelmeer-Diät

    Die Mittelmeer-Diät ist ein Kunstbegriff und meint die traditionelle Küche im südeuropäischen Raum: Viel Gemüse, Fisch, Obst und Olivenöl – wenig Butter.

    Damit können Sie sich zwar gesund ernähren, aber ohne Kalorienreduktion und Bewegung nehmen Sie damit nicht ab.

  • Mono-Diäten

    Sogenannte Monodiäten geistern seit Jahrzehnten in vielen Varianten durch die Medien. Allen ist gemein, dass sie als „todsicheres“ Abspeckrezept eine einseitige Ernährung anpreisen. Hierzu zählen Wiedergänger wie die Kohlsuppen-, Eier- oder Ananas-Diät.

    Vorteile:

    • ein simples Rezept

    Nachteile:

    • eintöniges Essen
    • Heißhungerattacken
    • drohender Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen
    • vorprogrammierter Jo-Jo-Effekt
  • Haysche Trennkost

    Die Haysche Trennkostlehre ist 100 Jahre alt und gilt medizinisch und wissenschaftlich als unhaltbar.

    Ernährungsmediziner und die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung raten zudem von dieser Ernährungsform ab. Sie kann zu einem Mangel an Kalzium, Eisen und bestimmten B-Vitaminen führen.

  • KFZ-Diät

    Vor rund 20 Jahren erfand Prof. Dr. med. habil. Olaf Adam die KFZ-Diät an der Ludwig-Maximilian-Universität und entwickelt sie seitdem weiter.

    Die KFZ-Diät basiert auf der Annahme, dass die Trennung von Kohlenhydraten und Fetten innerhalb der Mahlzeiten langfristig zu einer gesunden Gewichtsreduktion führt. Morgens und mittags gibt es Low-Fat-Kost wie Getreideprodukte, Kartoffeln, Reis und Obst. Abends heißt es Low-Carb mit Fleisch, Fisch, Käse und fettreiche Milchprodukten. Für den Hunger zwischendurch sieht die KFZ-Diät Gemüse und fettarme Milchprodukte vor. Daher auch der Name: Kohlenhydrate, Fette, Zwischenmahlzeiten.

    Ein Gruppenkurs dauert zehn Doppelstunden. Dieser umfasst ein individuelles Diätprogramm, bei dem die Teilnehmer lernen, ihr Essverhalten zu steuern. Bewegungstherapie und Entspannungsübungen sind ebenfalls ein integraler Bestandteil des Programms.

    Vorteile:

    • vollwertige und abwechslungsreiche Kost
    • leicht verständliches Diätprinzip
    • als Dauerernährung geeignet
    • berücksichtigt Essverhalten und empfiehlt sportliche Aktivitäten
    • hohe Erfolgsquote bei Kursteilnehmern

    Nachteile:

    • ohne individuelle Betreuung erfordert diese Diät viel Selbstdisziplin und Geduld
    • nur in München verfügbar

    Kosten: Kurs zur Gewichtsreduktion 295 Euro, Nachbetreuung 90 Euro für sechs Termine.

    Geeignet für Abnehmwillige, die nahe München leben.

  • FDH (Friss die Hälfte)

    Bei FDH ist der Name Programm: „Einfach“ von heute auf morgen die Hälfte an Kalorien zu sich nehmen.

    Vorteile:

    • schnelle Gewichtsreduktion

    Nachteile:

    • Gefahr einer Mangelernährung mit Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen
    • bestehende ungesunde Ernährungsgewohnheiten werden nicht geändert
    • Jo-Jo-Effekt vorprogrammiert
  • Formula-Diäten

    Auf billigen Werbeplätzen im Privatfernsehen und der Regenbogenpresse buhlen zahlreiche Formula-Diäten um Kunden. Einfach bestimmte Eiweißshakes, Pulver und Riegel essen und die Pfunde purzeln wie von selbst.

    Vorteile:

    • Hungergefühle werden wirksam gedämpft
    • schnelle Gewichtsreduktion möglich

    Nachteile:

    • kostspielige Spezialkost
    • eintönig und damit demotivierend
    • Jo-Jo-Effekt vorprogrammiert
  • Metabolic Balance

    Hierbei handelt es sich um eine individualisierte Diät, die der Internist Dr. med. Wolf Funfack entwickelt hat. Anhand von 36 Blutwerten und persönlichen Daten wie Gewicht, Allergien etc. errechnet ein Computerprogramm individuelle Ernährungspläne.

    Die Metabolic Balance GmbH hat Lizenznehmer in über dreißig Ländern, die entsprechende Diätkurse anbieten und individualisierte Ernährungspläne verkaufen.

    Nach welchen Grundprinzipien die Diätpläne berechnet werden, ist Betriebsgeheimnis. Aufgrund der mangelnden Transparenz steht Metabolic Balance in der Kritik und wird von unabhängigen Ernährungsmedizinern nicht empfohlen.

  • HCG-Diät (Hollywood-Diät)

    Seit 60 Jahren geistert immer wieder die HCG- oder Hollywood-Diät durch die Medien. HCG ist die Abkürzung für das Schwangerschaftshormon Humanes Choriongonadotropin. Die Diät beginnt mit Völlerei und Hormonspritzen. Ab Tag drei heißt es für drei Wochen maximal 500 kcal am Tag plus HCG. Die radikale Kalorienreduktion lässt die Pfunde zwangsläufig purzeln.

    Ärzte, Ernährungsexperten und Verbraucherschützer warnen eindringlich vor der HCG-Diät. Eine mehrwöchige radikale Kalorienreduktion ist definitiv gesundheitsschädlich. Außerdem ist nicht erforscht, was das Hormon tatsächlich bei nicht-schwangeren Menschen im Hungerzustand anstellt.

    Da HCG nicht zur Gewichtsreduktion zugelassen ist, kommen Abnehmer nur über unseriöse Kanäle an Hormonpräparate. Dementsprechend können die HCG-Präparate gefälscht sein und sind entweder wirkungslos oder schädlich.

Alles vergebens?

Auf schnellen Gewichtsverlust getrimmte Diäten begünstigen den sogenannten Jo-Jo-Effekt: Die Betroffenen nehmen zwar mit einer Diät ab, die Pfunde kehren jedoch in den Wochen und Monaten danach zurück – meist mit Verstärkung. Mediziner führen den Jo-Jo-Effekt vorwiegend auf folgende Umstände zurück:

  • Der Körper gewöhnt sich schnell an die geringere Energiezufuhr und schraubt seinen Kalorienbedarf herab. Der Energiebedarf sinkt.
  • Baut der Körper beim Abnehmen Muskelmasse ab, so verbrennt der Körper weniger Kalorien.
  • Bei geringerem Körpergewicht benötigen Sie weniger Kraft und damit weniger Energie, um sich zu bewegen.

Wer nach einer erfolgreichen Gewichtsreduzierung wieder in sein altes Ernährungsverhalten zurückfällt, nimmt daher in der Regel mehr Kalorien auf als der Körper benötigt.

Nicht selten schaukeln daher mehrere Diätversuche das Körpergewicht weiter nach oben.

Bilder: Diäten im Vergleich/Weg mit dem Speck - Photographee.eu/Shutterstock; Gesund abnehmen - Subbotina Anna/Fotolia