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Abseits der ausgetretenen Pfade

Abenteuer Urlaub

Für immer mehr Menschen sind Backpacker-Urlaub oder Wüsten-Expeditionen das ideale Kontrastprogramm zur Rundumbetreuung in Ferienclubs oder auf Kreuzfahrten.

In Kürze
Abenteuer auf Reisen
Wann ein Urlaub zum Abenteuerurlaub wird, ist individuell, denn jeder hat seine eigene Komfortgrenze. Generell bedeutet Abenteuerurlaub Ferien abseits typischer Touristenziele.
Mut zum Risiko
Ein Abenteuerurlauber sucht außergewöhnliche Erfahrungen und ist dabei bereit, Grenzen zu überschreiten und Risiken einzugehen. Gefährlich wird es, wenn man sich dabei überschätzt.
Sicher vorbereitet
Je größer das geplante Abenteuer, desto aufwendiger die Vorbereitung. Dazu gehört es, sich umfassend über die über die Gegebenheiten im Zielland und mögliche Risiken zu informieren, aber auch die medizinische Vorsorge.
Exotik statt All-Inclusive
Exotische Natur, Regionen fernab vom Massentourismus und dazu ein wenig Nervenkitzel – für immer mehr Men­schen sind Backpacker-Urlaub oder Wüsten-Expeditionen das ideale Kon­trast­pro­gramm zur Rund­um­be­treu­ung in Ferienclubs oder auf Kreuzfahrten. Allerdings bedenkt dabei nicht jeder, was eine in entlegenen Weltgegenden oft rudimentäre Infrastruktur wirklich bedeutet – und auch andere Risiken werden gerne unterschätzt.
Alleine und in der Gruppe unterwegs

Wann ein Urlaub zum Abenteuerurlaub wird, ist höchst individuell, denn jeder Reisende hat seine eigene Komfortgrenze. Reicht dem einen der Strandurlaub in der Karibik zum Abenteuer, braucht der andere die Strapazen einer Dschungeltour. Zudem haben technische und wirtschaftliche Entwicklung die Herausforderungen relativiert: Als Reisepionier Thomas Cook 1872 seine erste Weltreise veranstaltete, war das 222 Tage dauernde Unternehmen eine logistische und finanzielle Herausforderung für Abenteuerlustige mit tiefem Geldbeutel und der nötigen Freizeit.

Heute dagegen sind einst exotische Regionen relativ problemlos erreichbar und touristisch erschlossen. Doch was für das Ferienresort am Strand gilt, muss auf dessen Umgebung noch lange nicht zutreffen. Und in Zeiten, in denen fehlendes WLAN im Hotel schon als Katastrophe empfunden wird, hat für westliche Reisende in manchen Ländern eine Fahrt in Bus und Bahn oder auch nur der Besuch einer Toilette Abenteuerqualität, Spinnen und anderes Getier inklusive. Weniger angenehm ist es, wenn nach einem Unfall oder bei einer ernsthaften Erkrankung das nächste Krankenhaus Hunderte Kilometer über Dschungelpfade entfernt ist.

Generell bedeutet Abenteuerurlaub Ferien abseits typischer Touristenziele, um andere Weltgegenden möglichst ungefiltert wahrzunehmen. Dabei muss man nicht unbedingt auf den Spuren der großen Entdecker wandeln – ein Outdoor-Survival-Camp kann ebenso dazu gehören wie ein Surfurlaub in einem anspruchsvollen Revier oder ein Windjammer-Törn. Entscheidend ist die Herausforderung auch an sich selbst.

Gruppenreisen ermöglichen es, tiefer in Kultur und Gesellschaft eines Landes einzutauchen, ohne auf sich allein gestellt zu sein. Organisiert wie eine Pauschal­reise, ist man bei mäßigem Komfort ähnlich wie ein Backpacker unterwegs.

Nicht selbst überschätzen

Ein Abenteuerurlauber sucht außergewöhnliche Erlebnisse und Erfahrungen. Dabei will er sich normalerweise keinen unkontrollierbaren Gefahren aussetzen. Auf der Suche nach etwas Einmaligem ist er aber durchaus bereit, Grenzen zu überschreiten und Risiken einzugehen. Gefährlich wird es, wenn man sich dabei überschätzt.

Reisen ohne Risiken gibt es nicht, doch zwischen einer Pauschalreise und einem Abenteuerurlaub liegen buchstäblich Welten. Ortsveränderung, neue Eindrücke und der Abstand vom daheim Gewohnten gehören immer dazu, und bereits diese Abwechslung macht einen wesentlichen Reiz des Reisens aus. Dazu kommen beim Abenteuerreisenden meist ein tiefes Interesse an Landschaft und Kultur des Reiseziels, aber auch der Mythos eines Landes, einer Region oder einer Landmarke wie dem Uluru oder Herausforderungen wie die klimatischen Extreme der Sahara.

Ob Trekking, Bergsteigen oder Rafting – manche Risiken lassen sich kalkulieren, und man kann ihnen durch die richtige Ausrüstung und Vorbereitung vorbeugen. Viele Touristen gehen nicht ohne Grund davon aus, dass ein Reiseanbieter bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat: Zumindest deutsche Anbieter sind etwa verpflichtet, sich über die Situation am Reiseziel auf dem Laufenden zu halten und Kunden rechtzeitig auf Gefahren hinzuweisen, ohne diese zu verharmlosen. Wer auf eigene Faust loszieht, muss sich hier selbst kümmern.

Eine Gefahr dabei: Weil man sich die schönste Zeit des Jahres nicht von irgendwelchen Hiobsbotschaften verderben lassen will, werden schlechte Nachrichten aus dem Urlaubsland gerne ignoriert.

Achten Sie darauf, wer haftet: Auch wenn man bei einem deutschen Veranstalter bucht, sind für Zusatzpakete wie Paragliding oder den Ausritt in die Berge oft örtliche Veranstalter zuständig – und die sind bei Unfall oder Ausfall die Ansprechpartner. 

Planen, Vorbereiten, Prüfen

Ein Trip durch die Sahara ist ein unvergessliches Erlebnis – doch die größte Wüste der Welt ist auch eines der für Menschen lebensfeindlichsten Gebiete. Wer auf eigene Faust dort hin will, sollte wissen, was er tut, über die richtige Ausrüstung und Ortskenntnis verfügen, um nicht als Fall in der Statistik zu enden. Ansonsten braucht er erfahrene Führer oder Begleiter. Sprich: Am Anfang jedes Abenteuers steht neben der Vorbereitung die Selbstdiagnose, ob man sich darauf einlassen will, und ob Erfahrung und Kondition ausreichen.

Neulinge sollten deshalb nicht gleich auf ihrer ersten Tour die größten Risiken eingehen, zumal selbst scheinbar harmlose Unternehmungen fernab der Zivilisation lebensgefährlich sein können. Sich über mögliche Risiken zu informieren, ist das eine. Je nach Vorhaben ist es empfehlenswert, sich etwa in Kursen darauf vorzubereiten. Auch der Reiseveranstalter kann bei der Vorbereitung helfen.

Wichtig ist eine umfassende Information über die Gegebenheiten im Zielland. Dabei sollten sich Urlauber nicht auf die offiziellen Reisewarnungen verlassen, denn diese spricht das Auswärtige Amt nur in besonderen Fällen aus. Wesentlich umfangreicher sind die allgemeinen Reise- und Sicherheitshinweise, die sogar für einzelne Strecken und Regionen detaillierte, aktuelle Informationen liefern.

Damit der Traumurlaub in der Ferne nicht zum Horrortrip wird, sollten Sie Gefahren durch Tier- und Pflanzenwelt ebenso kennen wie Sitten und Gebräuche – und sich richtig vorbereiten.

Impfschutz ergänzen

In vielen Ländern besteht Impfpflicht für bestimmte Erkrankungen. Dabei muss der Impfnachweis bei der Einreise oder bereits mit dem Visumsantrag vorgelegt werden. Darüber hinaus empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts länderspezifische Impfungen. Denken Sie daran, dass es bis zum ausreichenden Impfschutz bei manchen Impfungen mehrere Wochen dauert. Holen Sie fehlende Pflichtimpfungen also rechtzeitig nach.

Konsultieren Sie vor Reisen in Malaria-Risikogebiete einen Reisemediziner, der eine geeignete Malariavorbeugung bzw. die für das Reiseland geeignete Stand-by-Medikation individuell auf Gesundheitszustand, Reiseziel und Reisedauer abstimmt. Taucher sollten hier den Arzt auf ihr Hobby hinweisen: Ein gängiger Wirkstoff zur Malaria-Vorbeugung verursacht als häufige Nebenwirkungen Schwindelgefühle und Antriebslosigkeit, die unter Wasser lebensgefährlich sind.

Bei weit entfernten Reisezielen ist Thromboseprophylaxe für den langen Hin- und Rückflug ebenfalls ein Thema.

Wichtig: Die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung fühlt sich selten für Ver­si­cher­te verantwortlich, die auf Fernreisen akut erkranken. Eine Reise­kran­ken­ver­si­che­rung ist daher unverzichtbar.

Versicherungsschutz erweitern

Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz ist bei Auslandsreisen unverzichtbar. Darüber hinaus sollten Abenteuerreisende ihren Versicherungsschutz in anderer Hinsicht überprüfen: Ähnlich wie bei Risikosportarten decken auch Haftpflicht- oder Unfallversicherungen nicht alles ab, was einem auf so einer Tour zustoßen kann.

Gerade bei aufwendigen und deshalb auch teuren Reisen lohnt sich zudem eine Reiserücktrittsversicherung, falls man aufgrund unvorhergesehener Umstände die Reise nicht antreten kann.

Bild: Olga Danylenko/Shutterstock