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Gesund durch neun spannende Monate

Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist zwar eine Ausnahmesituation für den weiblichen Körper, aber keine Krankheit. Mit den richtigen Vorsorgemaßnahmen lassen sich Risiken für Mutter und Kind vermeiden.

In Kürze
Kraftakt Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft verlangt dem weiblichen Körper viel ab, ist jedoch keine Krankheit. Erfahren Sie, wie Sie gut durch diese aufregenden Monate kommen.
Ernährung und Medikamente
Nährstoffreiches Essen mit wertvollen Inhaltsstoffen ist in der Schwangerschaft besonders wichtig, bestimmte Nahrungsmittel sollten allerdings gemieden werden. Vor Medikamenteneinnahme Arzt oder Apotheker fragen.
Fit mit Babybauch
Regelmäßiger maßvoller Sport ist ein gutes Mittel gegen Schwangerschaftsbeschwerden und schafft Kondition für die bevorstehende Geburt.
Wildfleisch ist mager und reich an Vitaminen und Spurenelementen.
Ein Baby ist unterwegs
Wildfleisch ist mager und reich an Vitaminen und Spurenelementen.
Eine Schwangerschaft bedeutet beinahe neun Monate Ausnahmezustand und ist die aufregendste Sache der Welt! Ist das Baby gesund? Darf ich weiter Sport treiben? Wie ernähre ich mich richtig? Wie oft muss ich zum Frauenarzt? Hier finden Sie Antworten auf alle wichtigen Fragen, damit Sie gut durch die Wartezeit kommen. 
Kraftakt für Körper und Seele

Mit den Gefühlen und dem Befinden geht es ziemlich turbulent zu. Es gibt Hochs und Tiefs, weil der Körper einer werdenden Mutter in den normalerweise 40 Wochen alle Kraft- und Energiereserven mobilisiert. Sich in die eigenen vier Wände zurückziehen? Schonen? Für zwei essen? Diese Maximen gelten schon lange nicht mehr. Geht es Mutter und Kind gut, können Sie fast allen bisherigen Vorlieben auch weiter nachgehen. Eine Schwangerschaft ist zwar eine Ausnahmesituation für den weiblichen Körper, jedoch keine Krankheit.

Vorsicht geboten ist allerdings bei so genannten Risikoschwangerschaften. Hier kann es während der Schwangerschaft oder Geburt zu Komplikationen  kommen bzw. das Risiko für Fehlentwicklungen des Babys ist erhöht. Allerdings sollten Sie bei diesem Wort nicht gleich erschrecken. Vielmehr geht es darum, mögliche Risiken durch besonders intensive Vorsorge und Überwachung zu minimieren.

Mutter und Kind gut überwacht

Die Vorsorgeuntersuchungen werden bei normalem Schwangerschaftsverlauf alle vier Wochen, ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen durchgeführt. Bei Risikoschwangerschaften können auch häufigere Kontrollen notwendig werden. Wird der errechnete Geburtstermin überschritten, sind engmaschige Kontrollen (alle zwei Tage) nötig. Bluttests zu Beginn der Schwangerschaft (z. B. HIV, Röteln etc.) zeigen, ob Krankheiten vorliegen, welche die Schwangerschaft gefährden können.

Zu den regelmäßigen Untersuchungen bei jedem Frauenarztbesuch zählen: Gewichtskontrolle, Urinuntersuchung, Blutdruckmessung und die Bestimmung von Hämoglobin. Bei den Vorsorgeuntersuchungen werden auch die Lage des Kindes, die kindlichen Herztöne und das Wachstum der Gebärmutter kontrolliert sowie ggf. eine vaginale Untersuchung durchgeführt. Drei Basis-Ultraschalluntersuchungen werden allen schwangeren Frauen angeboten, in der Praxis sind es jedoch manchmal mehr. Das Baby wird genau vermessen, um mögliche Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Mutterpass

Zu Beginn der Schwangerschaft stellt derr Frauenarzt jeder Frau einen Mutterpass aus. Sie sollten in immer bei sich haben und zu den Vorsorge-Checks mitbringen. Er bietet einen schnellen und präzisen Überblick über alle wichtigen Daten und Ergebnisse der Untersuchungen.

Kopfschmerzen, Schnupfen & Co.

Die meisten Wirkstoffe, die eine Schwangere zu sich nimmt, gelangen über die Plazenta in den Kreislauf des ungeborenen Kindes und entfalten auch dort ihre Wirkung. Besonders kritisch ist der Zeitraum zwischen der dritten und achten Schwangerschaftswoche, da hier die einzelnen Organe des Kindes entstehen. Werden lebenswichtige Organe wie Herz oder Niere nicht richtig ausgebildet, kommt es häufig zu einer Fehlgeburt. 

Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft können bestimmte Medikamente das Wachstum und die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. So führen manche Antibiotika zu einer Veränderung des Hörnerves und damit zu Schwerhörigkeit. Daher sollten Sie vor jeder Medikamenteneinnahme mit einem Arzt oder Apotheker sprechen. Das gilt auch für frei verkäufliche Medikamente wie etwa Schmerz- oder Abführmittel sowie Vitaminpräparate.

Trotzdem sollten Frauen Medikamente, die sie aufgrund von Vorerkrankungen oder akuten Erkrankungen nehmen müssen, nicht einfach absetzen. So schadet beispielsweise eine schlecht eingestellte Asthmaerkrankung dem Baby mehr als die Asthmamedikamente.

Nährstoffe für Mutter und Kind

In der Schwangerschaft steigt der Kalorienbedarf nur um etwa 10 Prozent. „Für zwei“ muss also keine Schwangere essen. Der Bedarf an Vitaminen und Mineralien erhöht sich jedoch stark. Deshalb sollten Sie auf eine besonders wertvolle Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, frischem Obst, Gemüse und fettarmen Milchprodukten achten. Fettarmes Fleisch und (fettreicher) Meeresfisch sollten regelmäßig verzehrt werden. Es gilt also: Doppelt so gut, nicht doppelt so viel!

Bei ovo-lakto-vegetarischer Ernährung, bei der auch Milch und Eier verzehrt werden, kann der Bedarf an den meisten Nährstoffen gedeckt werden. Hierfür eignen sich insbesondere Getreideprodukte (bevorzugt Vollkorn), Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Milch/Milchprodukte, Eier, Nüsse/Samen und Pflanzenöle. Nach ärztlicher Beratung kann allerdings eine zusätzliche Aufnahme von Eisen empfohlen werden. Eine rein vegane Ernährung erfordert immer eine spezielle medizinische Beratung, wie einer Unterversorgung mit Protein, Eisen, Kalzium, Jod, Zink, Vitamin B12 und Vitamin D vorgebeugt werden kann.

Verstopfung und Sodbrennen sind häufige Probleme in der Schwangerschaft. Ballaststoffreiche Kost, z. B. Vollkornbrot, viel Obst und Gemüse, sowie eine ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern pro Tag regen die Darmaktivität an. Fünf bis sechs kleine Portionen statt zwei oder drei üppiger Mahlzeiten helfen bei Sodbrennen.

  • Das Kind wiegt bei der Geburt ca. 3.500 g
  • Die Gebärmutter wiegt ca. 1.300 g
  • Die Plazenta (Mutterkuchen) wiegt ca. 650 g
  • Das Fruchtwasser wiegt ca. 1.000 g
  • Die zusätzliche Blutmenge beträgt ca. 1.250 g 
  • Fettdepots unter der Haut machen ca. 1.700 g aus 
  • Flüssigkeitsansammlungen ergeben ca. 2.000 g 

Insgesamt ergibt dies eine Gewichtszunahme von rund 11.400 Gramm

9 bis 14 Kilo mehr als zuvor sind völlig normal.

Gefährliche Keime

Bestimmte Lebensmittel können Keime enthalten, die Ihr Baby gefährden. Achten Sie daher auf „gefährliche“ Lebensmitttel:

  • Meiden Sie größere Mengen Vitamin A. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Schädigung des Embryos kommen. Vitamin A findet man vor allem in Leber und Leberpastete sowie ACE-Drinks.
  • Rohes bzw. nicht ausreichend gegartes Schweine- oder Rindfleisch kann Toxoplasmen oder Listerien enthalten, die das Baby ebenfalls schädigen können. Das gilt auch für Rohschinken (z. B. Parma- oder Lachsschinken), Rohwurst (z. B. Salami, Katen-, Mett-, Zervelat-, Teewurst) und rohen Fisch (z. B. Räucherlachs, Forellenfilets, marinierter Hering).
  • Verzichten Sie auch auf Rohmilch und Rohmilchkäse, da diese Produkte ebenfalls Toxoplasmen und Listerien enthalten können.
  • Auch rohe Eier und nicht ausreichend gegartes Geflügel stellen eine mögliche Gefahrenquelle dar, weil sie Salmonellen enthalten können.
  • Verzichten Sie auf große Mengen Kaffee oder Tee, da diese Aufputschmittel sind.
  • Auf Alkohol und Nikotin sollten Sie in der Schwangerschaft grundsätzlich verzichten. 
Fit für den Endspurt

Sport in der Schwangerschaft war lange Zeit ein Tabu. Heute weiß man, dass regelmäßige Bewegung nicht nur ein gutes Mittel gegen Schwangerschaftsbeschwerden wie Wasseransammlungen oder Verstopfung ist. Sie schafft auch die notwendige Kondition für die bevorstehende Geburt. Die Übungen sind auch gut für Ihr Baby. Es erhält einen Sauerstoffschub, der den Stoffwechsel ankurbelt. Außerdem wirken die schaukelnden Bewegungen außerordentlich beruhigend. Wenn Sie eine Sportart in der Schwangerschaft neu beginnen wollen, sollten Sie aber zunächst Ihren Arzt konsultieren.

  • Treiben Sie regelmäßig Sport – aber maßvoll. Ideal sind Ausdauersportarten wie Radfahren oder Schwimmen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Puls nicht über 140 bis 145 Schläge pro Minute steigt.
  • Gönnen Sie Ihrem Körper nach jeder Belastung eine Erholungsphase, damit er sich vollständig regenerieren kann.
  • Seien Sie Ihr eigener Trainer und achten Sie auf Ihren Körper. Finden Sie heraus, wie viel Bewegung Ihnen und Ihrem Baby gut tut, und zwingen Sie sich nicht zu Topleistungen.
  • Achten Sie auf Ihre Gelenke, denn Sehnen und Bänder sind in der Schwangerschaft dehnbarer und die Verletzungsgefahr steigt.
  • Trinken Sie reichlich. Sie kommen während der Schwangerschaft leichter ins Schwitzen.
Noch Fragen zur Schwangerschaft?
Hebammen sind die Fachfrauen rund um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Eine Hebamme kann Sie während der Schwangerschaft besuchen, Fragen beantworten, Beschwerden lindern oder Ihnen einfach zuhören. Auch nach der Geburt kann eine Hebamme Hausbesuche machen und Ihnen bei den alltäglichen Anlaufschwierigkeiten helfen. Sie steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Babypflege, Stillen, Flaschennahrung, Wochenbettdepressionen und viele andere Themen geht. 

Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt eine Hebamme empfehlen. Auch der Deutsche Hebammenverband e. V. und manche Gesundheitsämter haben Hebammenlisten. Infos bekommen Sie auch über das Gesundheitstelefon der Allianz.

Fachausdrücke einfach erklärt
  • Abort

    Fehlgeburt, vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch Abgang des Fötus ohne Lebenszeichen.
  • Amniozentese

    Fruchtwasseruntersuchung vor der Geburt zur Feststellung genetischer Fehlanlagen des Fötus.
  • Chromosomenanomalie

    Abweichung der Gen-Anordnung auf den Chromosomen bzw. der Chromosomenanzahl. Chromosomen sind die Träger der Erbsubstanz.
  • Chorionzottenbiopsie

    Diagnosemethode ab der 10. Schwangerschaftswoche: Entnahme von Proben des Mutterkuchens (Plazenta) zur Feststellung genetischer Fehlanlagen des Fötus.
  • Frühgeburt

    Lebend geborenes Kind vor Beendigung der 37. Schwangerschaftswoche.
  • Kardiotokogramm (CTG)

    Gleichzeitige Aufzeichnung von fötaler Herzschlagfrequenz und Wehentätigkeit in der Spätschwangerschaft sowie während der Geburt; Methode zur Überwachung des Fötus.
  • Rhesusunverträglichkeit

    Unverträglichkeitsreaktionen zwischen kindlichem und mütterlichem Blut, die im schlimmsten Fall zum Tod des Kindes führen können.
Familiengesundheit: Services und Ratgeber für Schwangere und Familien
Gesundheitsservices, Ratgeber und Informationen für Schwangere sowie Familien mit Babys, Kindern und Jugendlichen
Bilder: Titelbild - Antonioguillem/Adobe Stock; Komplikationen - fotostudiocolor24