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Von der Stirne heiß …

Schwitzen

Schwitzen kühlt den Körper. Doch Schweißbildung kann auch krankhafte Ursachen haben. Wer unter übermäßiger Schweißproduktion (Hyperhidrose) leidet, kann sich dagegen behandeln lassen.

In Kürze
Unterschiedliche Ursachen
Thermoregulatorisches Schwitzen reguliert die Körpertemperatur. Wenn Emotionen zu erhöhter Schweißbildung führen, spricht man dagegen von emotionalem Schwitzen.
Störungen
Die Schweißproduktion kann auf verschiedene Weise gestört sein. Manche Menschen schwitzen nur wenig oder gar nicht, andere dagegen viel stärker als normal.
Hyperhidrose behandeln
Übermäßige Schweißproduktion kann das Leben der Betroffenen massiv beeinträchtigen. Neben konservativen Methoden existieren auch tiefgreifendere Behandlungsmöglichkeiten.
Geruchsbremse
Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie selbst erhöhter Schweißbildung gegensteuern. Dabei ist es hilfreich zu wissen, dass Schweiß an sich fast geruchlos ist.
Schwitzen kühlt den Körper. Doch Schweißbildung kann auch krankhafte Ursachen haben.
Selten krankheitsbedingt
Schwitzen kühlt den Körper. Doch Schweißbildung kann auch krankhafte Ursachen haben.
Durch Schwitzen regulieren wir unsere Körpertemperatur: Die Flüssigkeit verdunstet und verschafft damit Kühlung. Auch Krankheiten können zu vermehrter Schweißproduktion führen. Wer unter übermäßiger Schweißbildung leidet, kann sich dagegen behandeln lassen.
Zu heiß – oder zu aufregend?

Die normale, gesunde Schweißbildung kann zwei Ursachen haben:

Thermoregulatorisches Schwitzen reguliert die Körpertemperatur. Erhöht sich die Körperkerntemperatur, wird das von Körperrezeptoren erkannt. Sie melden die Temperaturinformation an eine Region des Zwischenhirns, den Hypothalamus. Er hält die Körpertemperatur konstant bei 37 °C (Ausnahme: Bei Fieber ist die Solltemperatur höher). Ist der Körper zu warm, sorgt der Hypothalamus dafür, dass wir Wärme verlieren, indem wir schwitzen. Die angesteuerten Schweißdrüsen finden sich auf dem gesamten Körper, an Handflächen und Fußsohlen jedoch nur in geringer Zahl. Außer dem Menschen können nur wenige Tiere ihre Körpertemperatur durch Schweißbildung regulieren.

Wenn Emotionen zu erhöhter Schweißbildung führen, spricht man von emotionalem Schwitzen. Auslöser sind beispielsweise Nervosität, Befangenheit und Angst. Die Steuerung erfolgt in anderen Hirnregionen als bei der Wärmeregulation und betrifft vorwiegend Drüsen an den Handflächen, Fußsohlen, im Gesicht und unter den Achseln. Der Sinn des emotionalen Schwitzens ist es, ein körperliches Feedback bei den genannten Gefühlen zu geben.

Beide Formen, das thermoregulatorische und das emotionale Schwitzen, beeinflussen sich gegenseitig, deswegen ist die Trennung nicht ganz scharf.

Unterschiedliche Ursachen

Die Schweißproduktion kann auf verschiedene Weise gestört sein. Dabei ist es nicht immer ganz einfach, die Grenze zu ziehen, weil jede Person anders schwitzt:

  • Bei Anhidrose schwitzen die Patienten überhaupt nicht.
  • Bei Hypohidrose schwitzen die Betroffenen weniger, als es normal wäre.
  • Von Hyperhidrose Betroffene schwitzen stärker als normal. Abhängig von der Ursache spricht man von primärer Hyperhidrose, wenn sich keine Erkrankung oder äußere Ursache finden lässt. Einer sekundären Hyperhidrose liegt eine Erkrankung zugrunde, etwa eine Infektion, ein Tumor oder eine hormonelle Störung.
  • Unangenehm riechender Schweiß wird als Bromhidrose bezeichnet.

 

Höhere Lebensqualität

Auch wenn es zunächst nicht sehr dramatisch klingt, kann Hyperhidrose für Betroffene problematisch werden: Vermehrte Schweißproduktion bedeutet stärkeren Körpergeruch, was in sozialen Situationen sehr unangenehm sein kann. Besonders unter den Achseln siedeln sich gern Bakterien an und sorgen für unangenehmen Geruch. Das kann so weit gehen, dass persönliche Beziehungen beeinträchtigt werden. So ist es ganz natürlich, dass Betroffene den Wunsch nach Besserung haben.

Zunächst wird der Arzt klären, ob eine Krankheit die Ursache für die vermehrte Schweißproduktion ist (sekundäre Hyperhidrose). In einem solchen Fall wird immer die verursachende Erkrankung behandelt.

Lässt sich keine verursachende Erkrankung finden, liegt eine primäre Hyperhidrose vor. Der Arzt wird zuerst mit Methoden behandeln, die die Schweißdrüsen erhalten. Zu diesen konservativen Methoden zählen:

  • Antitranspirantien enthalten Aluminiumsalze, die die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verschließen oder verengen.
  • Leitungswasser-Iontophorese wird überwiegend bei Schweißfüßen und -Händen eingesetzt: Der betroffene Körperteil wird entweder in ein Wasserbad getaucht oder mit feuchten Elektroden versehen und einem Gleichstrom ausgesetzt. Diese Methode ist bei etwa 80 % der Patienten wirksam.
  • Botulinumtoxin A wird in die Haut gespritzt und blockiert die Signalübertragung von den Nerven zu den Schweißdrüsen. Die Wirkung lässt nach etwa sechs Monaten nach.

Wirkt keine der erhaltenden Therapien, kommen andere Methoden in Betracht, bei denen die Schweißdrüsen entfernt oder zerstört werden:

  • Mit verschiedenen chirurgischen Methoden können die Drüsen unter den Achseln entfernt werden. Jede der Techniken hat ihre Vor- und Nachteile, deswegen wird Ihr Arzt mit Ihnen abwägen, welche Methode in Ihrem Fall die günstigste ist.
  • Eine weitere Möglichkeit ist es, die Schweißdrüsen veröden zu lassen. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die jedoch eines gemeinsam haben: Die Drüsen werden so stark geschädigt, dass sie kein Sekret mehr produzieren.
  • Wer im Gesicht, unter den Achselhöhlen oder an den Händen stark schwitzt, kann sich bestimmte Nerven im Brustkorb durchtrennen lassen.

Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung kann die Verödung von Schweißdrüsen erstattungsfähig sein.

Gegenmaßnahmen

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie selbst erhöhter Schweißbildung gegensteuern. Dabei ist es hilfreich zu wissen, dass Schweiß an sich fast geruchlos ist. Der unangenehme Geruch tritt erst auf, wenn Bakterien ihn in seine Bestandteile zersetzen.

  • Meiden Sie Kleidung aus Kunstfasern.
  • Kleiden Sie sich luftig und nach dem Zwiebelschalenprinzip. Dann können Sie die Kleidung besser an Ihre Temperaturbedürfnisse anpassen.
  • Schwitzen Sie stark an den Füßen, sind Lederschuhe mit durchgehender Ledersohle empfehlenswert. Wenn es möglich ist, sollten Sie Sandalen oder gar keine Schuhe tragen.
  • Verzichten Sie auf fette, schwere und scharfe Speisen, auf Kaffee, Alkohol und Nikotin: Sie alle regen das Schwitzen an.
  • Zwingen Sie sich nicht, wenig zu trinken: Die Menge des Schweißes ist unabhängig von der Flüssigkeitsaufnahme.
  • Wenn Sie stark unter den Achseln schwitzen, sollten Sie sich die Achselhaare rasieren. So verringern Sie Bakterienwachstum und damit Geruchsbildung.
  • Duschen Sie jeden Tag, am besten mehrmals. Benutzen Sie dabei desodorierende Reinigungsmittel.
  • Ihr Deo sollte antibakteriell wirken.
  • Besonders, wenn die Schweißausbrüche durch die Wechseljahre verursacht werden, können Entspannungstechniken helfen.
Bild: deeepblue/Shutterstock