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Ursachen und Therapien

Prüfungsangst

Prüfungsangst entsteht aus besorgten Gedanken und großer Aufregung. Es gibt zwar kein Patentrezept dagegen aber Ihre Allianz Gesundheitswelt hat doch einige hilfreiche Tipps für Betroffene parat.

In Kürze
Verhaltensprogramm
Biologisch betrachtet ist Angst ein Verhaltensprogramm, das den Körper automatisch auf eine Fluchtsituationen vorbereiten soll.
Entspannen
Entspannen hilft. Prüfungssituationen verursachen Stress. Entgegenwirken kann man mit Sport oder Entspannungstechniken.
Sich besser verstehen
Wer die Ursachen erforscht, verstehen vielleicht besser, warum beispielsweise Prüfungssituationen so viel Angst einflößen.
Viele Menschen fühlen sich in Prüfungssituationen nicht wohl.
Eine Herausforderung
Viele Menschen fühlen sich in Prüfungssituationen nicht wohl.
Viele Menschen fühlen sich in Prüfungssituationen nicht wohl, werden nervös oder unsicher. Mäßiger Respekt vor einer Prüfung spornt uns zu guter Vorbereitung an. Wird aus Respekt aber ausgewachsene Angst, können die Gedanken in der Prüfung selbst versiegen.
Handicap in bestimmten Situationen

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Bewerbungsgespräch, einer Prüfung oder halten eine Präsentation. Plötzlich stellt jemand eine Frage, auf die Sie nicht sofort antworten können – und auf einen Schlag ist der Kopf leer.

Menschen mit Prüfungsangst sind nicht dümmer oder weniger fleißig, aber sie haben ein Handicap: Finden Sie sich in Situationen wieder, in denen sie beurteilt werden, oder bereiten sie sich auf eine solche Situation vor, empfinden sie Angst. Die psychischen Symptome sind dabei vielfältig, es steht jedoch meist eine unangenehme Erregung im Vordergrund. Auch körperliche Erscheinungen sind möglich: Sie reichen von hektischen oder trägen Bewegungen über Hautverfärbungen bis hin zu Herzklopfen und Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt. Welche Anzeichen genau auftreten, hängt dabei stark vom Naturell des Betroffenen ab.

Körper und Psyche

Biologisch betrachtet ist Angst ein Verhaltensprogramm, das den Körper automatisch auf eine Fluchtsituationen vorbereiten soll: Das Herz-Kreislaufsystem wird aktiviert, die Muskelspannung steigt, Wahrnehmung und Bewusstsein werden geschärft. Prüfungsangst stellt sich ein, weil die Psyche die seelische Gesundheit in Gefahr sieht, nur befindet sich der Betroffene nicht in einer Gefahren- sondern einer Prüfungssituation. Jetzt ist ein waches Bewusstsein zwar von Vorteil, aber ebenso hohe Konzentration und mäßige Aufregung. Sind Sie aber wegen Ihrer Angst zu aufgeregt, können Sie nicht mehr klar denken und sogar einen Blackout erleben.

Prüfungsangst tritt meist im Zusammenhang mit einer Leistungsüberprüfung auf. Wer scheitert, dessen Selbstwertgefühl ist empfindlich getroffen. Deswegen steht oft nicht nur das Wissen auf dem Prüfstand sondern die ganze Person wird infrage gestellt: Bin ich noch ausreichend leistungsfähig? Kontrolliere ich mich noch selbst?

Aktiv vorgehen

Zwei Hauptfaktoren beeinflussen die Prüfungsangst: Besorgte Gedanken richten sich in erster Linie auf die Gründe, die einen Misserfolg wahrscheinlich erscheinen lassen. Und große Aufregung macht sich körperlich und geistig bemerkbar. Es gibt zwar kein Patentrezept dagegen aber doch einige hilfreiche Tipps. Grundsätzlich gilt: Gehen Sie aktiv mit der Situation und Ihren Gefühlen um.

  • Bereiten Sie sich gut vor: Dafür müssen Sie natürlich so gut wie möglich das nötige Wissen verinnerlichen, aber auch andere Dinge zählen zur Vorbereitung. So können Sie einen Vortag einüben, sich über den Prüfer erkundigen und einen Lernplan aufstellen. Auf Vorstellungsgespräche kann man sich gut mit Fragenkatalogen vorbereiten.
  • Weichen Sie nicht von Ihren Arbeitsgewohnheiten ab: Lernen Sie nicht bis spät in die Nacht, wenn Sie das nicht normalerweise auch tun. Ändern sie nicht Ihre Essgewohnheiten und nehmen Sie keine aufputschenden Genussmittel oder Medikamente zu sich.
  • Entspannung vor der Prüfung: Lernen in der letzten Sekunde verbessert nicht das Prüfungsergebnis. Entspannen Sie sich besser.
  • Entkräften Sie ihre irrationalen Ängste mit rationalen Argumenten: Sie sind gut vorbereitet, der Prüfer möchte Ihnen nichts Böses, und auch wenn Sie durchfallen ist ihre Existenz nicht bedroht.
  • Malen Sie sich keine Katastrophen aus: Wenn Sie immer wieder gedanklich in Katastrophensituationen abdriften, sollten Sie diese Gedanken ganz bewusst unterbrechen.
  • Entspannen Sie sich: Prüfungssituationen verursachen Stress. Wirken Sie dem mit gezielter Entspannung entgegen. Sport ist hilfreich oder auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Meditation.

Keine Horrorgeschichten: Suchen Sie sich vor einer Prüfungssituation Menschen, die Ihnen Mut machen, und vermeiden Sie Horrorgeschichten über Prüfungserlebnisse.

Angst besser verstehen

Wenn Sie die Ursache erforschen, verstehen Sie vielleicht besser, warum Prüfungssituationen Ihnen so viel Angst einflößen. Dabei dürfen Sie sich jedoch nicht in Schuldzuweisungen verlieren, sondern müssen sich mit dem Problem selbst auseinandersetzen. Prüfungsangst wird beispielsweise gefördert, wenn Ihnen Ihre Eltern vermittelt haben, Sie seien nur dann etwas wert, wenn Sie Leistung zeigen: So wurden in Ihrem Kopf Leistung und persönlicher Wert miteinander verknüpft. Also können heutige Situationen, in denen Sie etwas leisten sollen, für Ihr Selbstwertgefühl bedrohlich sein. Andere begünstigende Faktoren sind strenge Erziehung, körperliche Strafen und Verbote. Auch negative Erlebnisse in der Schule können die Entwicklung fördern, beispielsweise Rivalität und Konkurrenz zwischen den Schülern, autoritäres Lehrerverhalten und Tadel und Spott durch Lehrer.

Es gibt viele Möglichkeiten, Prüfungsangst zu therapieren. Für einen Ansatz der Verhaltenstherapie ist es wichtig zu durchschauen, dass ängstigende Gedanken oft tatsächlich Angst hervorrufen. So wird erkennbar, dass schlechte Vorbereitung und sorgenvolle Gedanken zwei Voraussetzungen sind, die die Entstehung der Angst begünstigen. Hat der Patient dies verstanden, erarbeitet er mit dem Therapeuten Möglichkeiten, die angsterzeugenden Gedanken in eine bessere Richtung zu lenken.

Bilder: Prüfungsangst - contrastwerkstatt/Fotolia; Abstand gewinnen - mangostock/Shutterstock