Frühlings­gefühle – was steckt hinter der Hochstimmung?

Allianz Gesundheitswelt - Frühlingsgefühle: Frau steht in der Natur und lacht

Der Frühling ist da. Die Tage werden länger, es grünt und blüht, und alles drängt nach draußen. Wir zeigen Ihnen, was die Frühlingsgefühle auslöst und was sie bewirken.

Der entscheidende Regulator für Frühlings­gefühle ist die Sonne bzw. die zunehmende Tageslicht­dauer. Der Körper stellt im Frühling vom Winter- auf Sommerbetrieb um und kurbelt die Produktion des „Glücks­hormons“ Serotonin an. Damit einher geht oft auch die Lust aufs Flirten, viele Menschen verspüren mehr Lust auf soziale Kontakte oder Romantik. Generell gilt: Halten Sie sich im Freien auf, genießen Sie die Sonne und tanken Sie so viel Licht wie möglich. Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung und mit leichter Ernährung werden Sie nicht träge. 

Die Tage werden länger, es grünt und blüht, und alles drängt nach draußen: Der Frühling ist da, und mit ihm die Frühlings­gefühle. Die saisonale Hoch­stimmung hat allerdings weniger mit steigenden Temperaturen zu tun als mit der zunehmenden Tageslänge. Auch manche Gerüche lösen nun jahres­zeitlich bedingte Glücks­gefühle aus.

Der entscheidende Regulator für Frühlings­gefühle ist aber die Sonne: Wenn sie länger und intensiver scheint, stellt der Körper vom Winter- auf Sommerbetrieb um. Er produziert geringere Mengen des Schlaf­hormons Melatonin, das den Wach-Schlaf-Rhythmus bestimmt. Dafür kurbelt er die Produktion der Hormone Dopamin und Noradrenalin und des „Glücks­hormons“ Serotonin an.

Dadurch sinkt das Schlaf­bedürfnis, zugleich fühlen sich die Menschen frischer und aktiver – und nehmen diesen Taten­drang positiv wahr. Die körper­lichen Reaktionen unterstützen das Gefühl, dass die dunkle Jahreszeit vorbei ist und es jetzt wieder aufwärts geht. Da die Natur ebenfalls einladender wird, steigt die Motivation, etwas im Freien zu unternehmen. Jedoch kann die hormonelle Umstellung den Körper auch so anstrengen, dass er mit Frühjahrs­müdigkeit reagiert.

„Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land“ – so beschreibt Eduard Mörike in seinem Gedicht „Er ist’s“ den Einzug des Frühlings. Doch es sind nicht Blütendüfte, die einen in dieser Jahreszeit in Stimmung bringen: Die wenigen Pflanzen, die jetzt schon blühen, duften zumeist nur schwach. Es sind die leicht modrigen Erd- und Waldgerüche der erwachenden Natur, die den Frühling signalisieren. Die Aktivitäten von Mikro­organismen im Boden tragen dazu ebenso bei wie die Gehölze, die jetzt überall in Saft gehen.

Der Begriff „Frühlings­gefühle“ steht auch für das wieder gesteigerte Interesse am anderen Geschlecht. Entgegen land­läufiger Meinung hat der Frühling jedoch keinen direkten Einfluss auf das Sexual­leben. Zwar schwankt der Spiegel des Sexual­hormons Testosteron bei Männern saisonal und ist im Frühjahr und Sommer höher als im Herbst und Winter. Bei Frauen schwankt der Hormon­spiegel dagegen mit dem Monats­zyklus. Insgesamt zeigten Studien keinen unmittel­baren Zusammen­hang zwischen sexuellen Aktivitäten und Hormon­spiegel.

Die mit dem Frühling verbundene Lust am Flirt und die Neigung zum Verlieben sind eher psycho­logische Folge von Sehen und Gesehen­werden: Männer und Frauen schälen sich aus den dicken Winter­sachen, figur­betontere und luftigere Kleidung sendet auch erotische Signale. Helle und kräftige Farben bei der Kleidung unter­streichen diesen Effekt. Viele Menschen verspüren mehr Lust auf soziale Kontakte oder Romantik. Außerdem macht die frühlings­bedingte Aufbruchs­stimmung allgemein unternehmungs­lustiger und optimistischer – gute Voraus­setzung, ein ins Auge gefasstes Gegenüber auch anzusprechen.

Breitengrad entscheidet: Näher am Äquator sind die Unter­schiede zwischen Sommer und Winter und der Länge von Tag und Nacht geringer. Frühlings­gefühle sind also im hohen Norden und tiefen Süden am stärksten ausgeprägt.

In den vergangenen Jahr­zehnten und Jahr­hunderten haben viele dem Frühling zuge­schriebene Effekte spürbar nach­gelassen. Ein Grund dafür ist der technische Fortschritt: Seit der Mensch die dunkle Winterzeit mit künst­lichem Licht aufhellt, erscheint ihm die zum Frühjahr hin zunehmende Tagesdauer weniger auffällig. Taghelle Beleuchtung zu Hause, am Arbeits­platz und auf der Straße verwischen die Unter­schiede im Alltag. Wer in den dunklen Monaten im Freien oder auf der Sonnen­bank zusätzlich Licht tankt, nimmt dann die Frühlings­sonne nicht mehr so intensiv als Kontrast wahr.

Die Unab­hängig­keit vom Tageslicht ist auch einer von mehreren Gründen dafür, dass die sprich­wört­lichen Frühlings­gefühle im zwischen­mensch­lichen Bereich weniger als früher von biolo­gischen Rhythmen bestimmt werden. Noch bis in die 1970er Jahre wurden in Deutschland die meisten Kinder im Frühjahr gezeugt, wenn das soziale Leben im Freien wieder aufblühte. Die Möglichkeit, vor dem Winter in die Ferne zu entfliehen wirkt sich ebenso aus wie gesell­schaft­liche Veränderungen. Bei letzteren spielen der Effekt moderner Verhütungs­methoden auf die Geburten­planung hinein, aber auch Verschie­bungen im Jahres­rhythmus: Heute haben die Menschen im Winter mehr Zeit, sich zu entspannen – und wenn es draußen ungemütlich ist, kuschelt man lieber drinnen. Deshalb ist inzwischen der Dezember der eigentliche Wonne­monat. Insgesamt verteilen sich Geburten und damit auch Zeugungs­termine heute gleich­mäßiger über das Jahr als früher.

Natürlich können Sie der Natur ihren Lauf lassen und den Frühling auf sich zukommen lassen. Doch Sie können ihren Körper auf einfache Weise auf Touren bringen und so auch aufkommender Frühjahrs­müdigkeit begegnen:

  • Halten Sie sich im Freien auf, genießen Sie die Sonne und tanken Sie so viel Licht wie möglich.
  • Bewegen Sie sich mehr, um die Winter­schwere abzuschütteln. Schon ein Spazier­gang hilft dabei; besser ist es, regelmäßig Sport zu treiben.
  • Auch Garten­arbeit bringt den Kreislauf in Schwung und belohnt mit Glücks­gefühlen.
  • Ernähren Sie sich leichter – schweres Essen macht träge.

Beginn und Dauer des Frühlings lassen sich nach unter­schied­lichen Kriterien festlegen. Am gängigsten ist dabei der astrono­mische Frühling. Hier bestimmt die Stellung der Erde zur Sonne Anfang und Ende des Frühlings. Frühlings­beginn auf der Nord­halb­kugel ist die Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium), die um den 21. März eintritt. Die Sommer­sonnenwende am 21. Juni markiert das Ende des astrono­mischen Frühlings.

Der meteoro­logische Frühling beginnt einige Wochen früher am 1. März. Die der UN unter­geordnete World Meteoro­logical Organi­zation (WMO) hat jeder Jahreszeit drei Monate zugeordnet, um lang­fristige Klima­statistiken und -vergleiche zu erleichtern. Damit sind März, April und Mai die Spanne des meteoro­logischen Frühlings.

Variabler ist der phäno­logische Frühling, der sich am Entwicklungs­stadium von Pflanzen orientiert und in Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling unterteilt ist. Sein Beginn und Ende hängen nicht nur von Längen- und Breitengrad, sondern auch von der Höhenlage und dem Mikroklima ab – im Gebirge kommt der phäno­logische Frühling später als in der Ebene, auf dem Land später als in Ballungs­räumen. Startschuss für den Vorfrühling ist das erste Blühen ausge­wählter Pflanzen. In Mittel­europa liegt der Beginn des Vollfrühlings zwischen Ende Februar in Portugal und Ende Mai in Finnland.

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Bilder: Frühlingsgefühle - drubig-photo/AdobeStock; Frühjahrsmüdigkeit - Edler von Rabenstein/AdobeStock