Tipps für ein sicheres Vergnügen

Sicher im Wasser

Leichtsinn und Selbstüberschätzung können im Wasser fatale Folgen haben. Hier bekommen Sie Tipps für ein sicheres Badevergnügen am Meer und an Binnengewässern.

In Kürze
Gefahrenquelle Binnengewässer
Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht.
Ab wann Schwimmen lernen?
Idealerweise lernen Kinder zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr schwimmen. Schwimmvereine und die DLRG bieten entsprechende Kurse für die Kleinen an.
Vorsicht Krankheitserreger
Baden Sie nicht in Gewässern baden, die mit Krankheitserregern belastet sind, besonders, wenn Ihre Immunabwehr geschwächt ist.
Das Wasser bietet Erholung und Abkühlung. Es drohen aber auch Gefahren.
Sicheres Vergnügen
Das Wasser bietet Erholung und Abkühlung. Es drohen aber auch Gefahren.
An heißen Tagen zieht es die Menschen massenhaft in Freibäder, an Seen, Weiher und Flüsse. Das Wasser bietet Erholung und Abkühlung – es drohen aber auch Gefahren. Gerade Leichtsinn und Selbstüberschätzung können im Wasser fatale Folgen haben. Hier finden Sie Tipps für ein sicheres Vergnügen am Meer und an Binnengewässern.
Verantwortung übernehmen

Auch wenn in Deutschland Mitglieder der Wasserwacht und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern wachen: Die Rettungsschwimmer können nicht überall sein. In vielen Urlaubsländern sind zudem Badeaufsicht und Wasserrettung wesentlich lückenhafter als hierzulande.

Deshalb ist es unvermeidlich, dass Sie für sich und Ihre Familie Verantwortung übernehmen und nicht unvorbereitet ins Wasser springen. Gerade natürliche Gewässer sind besonders gefährlich. Die aktuelle Statistik der DLRG zeigt: 2019 ertranken 362 Menschen in Deutschland. Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht.

Kurse für Kinder

Eigentlich unverzichtbar ist die Schwimmfertigkeit. Trotz der hohen Dichte an Hallen- und Freibädern können jedoch viele Kinder und Erwachsene in Deutschland nicht schwimmen. Nach Schätzungen des Schwimmverbands NRW zählen im bevölkerungsreichsten Bundesland rund 30 Prozent der Kinder bis 14 Jahren zu den Nichtschwimmern – und der Anteil wächst.

Idealerweise lernen Kinder zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr schwimmen. Schwimmvereine und die DLRG bieten entsprechende Kurse für die Kleinen an. Aber selbst Erwachsene können in entsprechenden Kursen noch schwimmen lernen.

Gefahren

Offene Gewässer bergen zuweilen unangenehme Überraschungen: Krankheitserreger, spitze Felsen, Müll, Scherben oder andere scharfkantige Gegenstände. Hinzu kommen Kälte, Wind und Wetter sowie starke Strömungen in Flüssen und im Meer. Außerdem sind Sie in größeren Gewässern selten allein: So gehen Gefahren auch von Booten und ungeübten Wassersportlern aus, z. B. von Windsurfern.

Zusätzlich zu den folgenden Sicherheitsregeln haben wir für Sie auch zwei Checklisten mit den wichtigsten Sicherheitsregeln zum Download bereitgestellt. Beachten Sie auch die Notfallmaßnahmen bei Badeunfällen.

Unterschiede
  • Allgemein

    • Baden Sie niemals unter Einfluss von Alkohol oder Medikamenten, die Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigen!
    • Schwimmen Sie nicht mit vollem Magen. Üppiges Essen macht träge, und Sie überschätzen womöglich ihre Leistungsfähigkeit.
    • Baden Sie nicht in Gewässern baden, die mit Krankheitserregern belastet sind, besonders, wenn Ihre Immunabwehr geschwächt ist.
    • Falls Sie oder Ihr Nachwuchs an einer ansteckenden Krankheit leiden, insbesondere Durchfall, sollten Sie aus Rücksicht öffentliche Bäder meiden.
    • Schwimmen Sie nur, wenn Sie sich gesund und fit fühlen.
    • Gehen Sie nicht mit offenen Wunden ins Wasser: Infektionsgefahr.
    • Wie Sie sich als Badeurlauber und Schwimmer am Meer und in fernen Gefilden verhalten, lesen Sie in der Checkliste Gefahren vermeiden am Meer und in tropischen Gewässern.
  • Am Wasser

    • Informieren Sie sich vor dem Baden in einem unbekannten Gewässer über mögliche Gefahren wie Strömungen, Wassertiefe oder Schiffsverkehr.
    • Schwimmen Sie nur an bewachten Badestellen und nur zu den offiziell bekannt gegebenen Zeiten.
    • Beachten Sie Sicherheitsregeln, Warnschilder und Badeverbote vor Ort.
    • Meiden Sie bewachsene, sumpfige Uferzonen und wasserpflanzenreiche Gewässer.
    • Badesandalen schützen vor Scherben und spitzen Gegenständen im Uferbereich, aber nicht vor gestrandeten Quallen.
    • Springen Sie nicht aufgeheizt in kaltes Wasser, der Kälteschock kann unfreiwillige Atemzüge unter Wasser oder Verkrampfungen provozieren.
    • Sofern Sie nicht auf den Grund sehen oder die Tiefe abschätzen können, springen Sie nicht in offene Gewässer. Schlimmstenfalls drohen schwere Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen.
  • Im Wasser

    • Meiden Sie Zonen, in denen sich Boote und Wassersportler bewegen.
    • Gehen Sie an einsamen Stränden und Gewässern nie alleine schwimmen.
    • Rechnen Sie eine großzügige Kraftreserve für die Rückkehr ans Ufer ein.
    • Verlassen Sie sofort das Wasser, wenn Sie frieren, erschöpft sind oder erste Anzeichen eines Muskelkrampfes verspüren.
    • Schlammiger Boden und brusttiefes Wasser sind unter Umständen lebensgefährlich: Wer hier festsitzt und hektisch versucht freizukommen, kann tiefer absinken
  • Mit Kindern

    • Lassen Sie Kinder nicht in unbekannten Gewässern schwimmen oder planschen.
    • Behalten Sie kleine Kinder immer im Auge und in Griffweite! Das gilt besonders bei fließenden Gewässern.
    • Versuchen Sie, vorausschauend Gefahrenpunkte auszumachen.
    • Bevor Kinder ins Wasser springen, sollen sie sich abkühlen.
    • Lassen Sie Kinder nur ins Wasser springen, wenn es tief genug ist und keine andere Personen in die Quere kommen können.
    • Holen Sie Ihre Kinder aus dem Wasser, wenn diese frieren. Blaue Lippen sind ein deutliches Zeichen von Unterkühlung.
    • Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere können leicht abtreiben, lassen Sie Ihre Kinder also nicht aus dem Auge. Achtung: Diese sind keine Schwimmhilfen und daher gefährlich für Nichtschwimmer und schlechte Schwimmer.
  • Besondere Gefahren

    • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlassen Sie das Wasser, bevor das Gewitter losbricht.
    • Abwässer und Düngemittel können Gewässer mit Krankheitserregern belasten oder zu giftigen Algenblüten führen. Meiden Sie generell Gewässer, in die augenscheinlich Abwässer eingeleitet werden.
    • An abschüssigen Böschungen und steilen Uferzonen kann man unfreiwillig in tiefes Wasser rutschen. Dies gilt besonders für Kinder und ungeübte Schwimmer. Außerdem ist es schwer, wieder aus dem Wasser zu kommen.
    • Bei Baggerseen sind hohe Abbruchkanten gefährlich: Hier kann der weiche Sand in großen Mengen abrutschen und dabei einen Schwimmer verschütten.
    • Nach starken Regenfällen sind Gewässer – auch fließende – stärker mit Mikroorganismen belastet.
    • Hochwasser verwandelt ruhige Flussläufe in reißende Ströme: Hohe Verletzungs- und Ertrinkungsgefahr!
    • An Buhnen, Schleusen, Wehren und Brückenpfeilern entstehen gefährliche Strömungen. Direkt unterhalb von Flussstufen und Wasserfällen bilden sich Wasserwalzen, die auch geübten Wassersportlern und Schwimmern zum Verhängnis werden können.
Bild: fotofrank/Adobe Stock