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Verfiftungen und Infektionen vermeiden

Wasserqualität

Steigende Temperaturen locken nicht nur Badegäste an Ufer und Strände, sondern stimulieren auch das Wachstum von Algen und Mikroorganismen in Gewässern. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie gesund bleiben.

In Kürze
Blaualgen
Cyanobakterien (Blaualgen) kommen weltweit in Salz- und Süßwasser vor. Sie produzieren übelriechende, reizende und giftige Stoffe, die Cyanotoxine.
Düngemittel
Durch landwirtschaftliche Düngemittel können sich Algen, Bakterien und andere Mikroorganismen rasant vermehren. Auch können Krankheitserreger mit Fäkalien und ungeklärten Abwässern in Badegewässer gelangen.
Vorsicht Krankheitserreger
Baden Sie nicht in Gewässern baden, die mit Krankheitserregern belastet sind, besonders, wenn Ihre Immunabwehr geschwächt ist.
Ob an Stränden, Flüssen oder Seen: das Gesundheitsrisiko beim Schwimmen sinkt Jahr um Jahr
Gute Wasserqualität
Ob an Stränden, Flüssen oder Seen: das Gesundheitsrisiko beim Schwimmen sinkt Jahr um Jahr
Ob an Stränden, Flüssen oder Seen – das Gesundheitsrisiko beim Schwimmen sinkt Jahr um Jahr: Aktuell erfüllen 94 % Prozent aller Badegewässer in der EU die Mindeststandards für die Wasserqualität. 78 % der Badegewässer zwischen Nordkap und Gibraltar haben der Europäischen Umweltagentur zufolge sogar eine hervorragende Wasserqualität. Dennoch können sich punktuell – etwa durch Algenblüte – Gefahren ergeben.
Steigende Temeperaturen fördern Wachstum
Steigende Temperaturen locken nicht nur Badegäste an Ufer und Strände, sondern stimulieren auch das Wachstum von Algen und Mikroorganismen in Gewässern. Badeanstalten betreiben einen hohen Aufwand, damit das Wasser weitgehend frei von Krankheitserregern ist. In natürlichen Gewässern müssen Sie auf behördliche Warnhinweise und Ihr Gespür vertrauen. Eine Reihe von Verhaltenstipps hilft zudem, Vergiftungen und Infektionen zu vermeiden.
Blaualgen

Cyanobakterien (Blaualgen) kommen weltweit in Salz- und Süßwasser vor. Problematisch werden Sie für den Menschen, wenn Sie in Trinkwasservorkommen, Badegewässern oder Fischgründen wuchern. Sie produzieren übelriechende, reizende und giftige Stoffe, die Cyanotoxine.

Die Folgen für Badende sind:

  • Geruchsbelästigung bei Algenblüten
  • Haut- und Schleimhautreizungen
  • Allergische Reaktionen auf Blaualgen-Bestandteile
  • Vergiftungserscheinungen bei Verschlucken von Blaualgen mit Wasser oder Sand

Oberflächlich provozieren die Blaualgen Hautausschläge und Entzündungen an Augen und in den Ohren. Verschluckte Cyanobakterien können zudem Übelkeit, Durchfall und Halsentzündungen verursachen. In schweren Fällen lösen sie Magen-Darm-Entzündungen, Atemwegserkrankungen und Leberschäden aus.

Für kleine Kinder besteht sogar Lebensgefahr, wenn diese zu viel belastetes Wasser oder Sand verschlucken.

Risiko am Ufer: Cyanobakterien konzentrieren sich durch Wind und Wellen im Uferbereich. Wichtig: Auch vertrocknete Blaualgenreste an Sandstränden können gesundheitsschädlich sein.

Für ungetrübten Badespaß

Für ungetrübten Badespaß hat das Umweltbundesamt fünf Tipps veröffentlicht:

  • In Deutschland überwachen die Behörden ausgewiesene Badestellen alle 14 Tage. Informieren Sie sich vor dem Baden und beachten Sie Badeverbote.
  • Einfache Faustregel: Wer knietief im Wasser steht und die Füße wegen einer grün-blauen Trübung nicht mehr erkennen kann, sollte das Baden lieber sein lassen.
  • Kinder schlucken beim Toben mehr Wasser als Erwachsene – und im flachen Wasser treiben oft die meisten Cyanobakterien. Eltern sollten daher besonders Acht geben.
  • Duschen Sie nach dem Baden gründlich. Reinigen Sie auch Badeanzug und -hose, um Algenreste wegzuspülen. So vermeiden Sie auch spätere Hautreizungen.

Wer nach dem Baden gesundheitliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen und das Gesundheitsamt informieren.

Vorsicht vor verseuchtem Wasser

Starke Regenfälle, Abwässer und landwirtschaftliche Düngemittel erhöhen rapide den Nährstoffgehalt in Gewässern. Algen, Bakterien und andere Mikroorganismen vermehren sich rasant. Die Folge sind Algenblüten. Das Wasser wird trübe und stinkt. Außerdem können mit Fäkalien und ungeklärten Abwässern Krankheitserreger in Badegewässer gelangen.

Da Badende im Durchschnitt 50 Milliliter Wasser schlucken, führt der Sprung ins verseuchte Nass nicht selten zu Durchfall und Atemwegserkrankungen mit Fieber. Hier lohnt es also ebenfalls, sich vorab über die Gewässerqualität zu informieren, zumal Behörden gezielt nach Fäkalkeimen fahnden.

Erreger in Gewässern

Auch ohne Zutun von Mensch oder Naturgewalten tummeln sich Erreger in Gewässern, die in der Regel nicht Gegenstand von Gewässeruntersuchungen sind. Die Belastung ist in „ungedüngten“ Gewässern meist niedrig und die Ansteckungsgefahr dementsprechend gering. Möglich sind Ohr- und Wundinfektionen, Magen-Darm-Erkrankungen und Hornhautentzündungen (Keratitis).

Die harmlose, aber unangenehme Bade-Dermatitis rührt von den Larven des Saugwurms Trichobilharzia ocellata her, die den Menschen irrtümlich befallen. Sie bohren sich in die Haut, sterben ab und verursachen die juckenden Hautquaddeln.

Da Erreger über die Schleimhäute und Hautverletzungen eindringen, können Sie in natürlichen Gewässern eine Infektion niemals hundertprozentig verhindern. Sofern Sie gesund sind und möglichst wenig Wasser schlucken, wird Ihr Immunsystem in der Regel gut mit den Eindringlingen fertig.

Abbau des Fettschutzes

In Badeanstalten wird das Wasser in den Becken stetig aufbereitet und desinfiziert. Die Keimzahl ist daher in der Regel gering. Bei plötzlicher Verschmutzung – beispielsweise durch inkontinente Kinder – kann es dennoch kurzfristig von Erregern wimmeln. Durchschreit- und Planschbecken, Böden in Umkleiden, Duschen und Toiletten lassen sich bei hohen Besucherzahlen daher nicht konstant keimarm halten.

Chlor im Wasser reduziert zwar die Keimzahl, beschleunigt jedoch auch Abbau des natürlichen Fettschutzes im Gehörgang, was wiederum eine Mittelohrinfektion und -entzündung (Otitis) begünstigt.

Tipp: Wenn Sie zu Mittelohrentzündungen neigen, dann spülen Sie nach dem Schwimmen die Ohren mit Trinkwasser aus.

Andere Länder, andere Standards: In südlichen Ländern können Sie sich nicht auf Hygienestandards verlassen. Hotel-Pools sind u. U. stark gechlort oder keimbelastet. Achten Sie auf Abwasser-Einleitungen in der Nähe von Stränden.

Bild: Monkey Business/Adobe Stock