Baderegeln

Tipps für sicheres Baden
Allianz Gesundheitswelt - Baderegeln: Ein kleines Mädchen schwimmt in einem Badesee.

Sommerzeit ist Badezeit! Ob im Schwimmbad, am See oder im Meer: das kühle Nass lockt Groß und Klein. Damit der Badespaß ungetrübt bleibt, ist es wichtig, einige grundlegende Baderegeln zu beachten. Denn nur wer die Gefahren kennt, kann sie vermeiden und im Notfall richtig reagieren. Was sind die wichtigsten Baderegeln? Und wie können Sie bei einem Badeunfall wirksame Hilfe leisten? Erkennen Sie die Gefahren, meistern Sie Notfälle und leisten Sie im Ernstfall schnell und richtig Hilfe, damit dem unbescherten Badevergnügen nichts mehr im Wege steht.

Auch wer gut schwimmen kann, ist vor Gefahren im Wasser nicht automatisch sicher. Vor allem bei offenen Gewässern gilt es, aufmerksam zu bleiben und Risiken richtig einzuschätzen. Die folgenden Hinweise zeigen, worauf es besonders ankommt.

Seen, Flüsse und Kanäle sind oft naturbelassen und somit meist schwer berechenbar. Uferzonen können beispielsweise ausnehmend schlammig sein und das Risiko bergen, stecken zu bleiben. Sehr kaltes, tiefes Wasser und nur schwer erkennbare Strömungen sind ebenso potenzielle Gefahrenquellen, die Sie beim Sprung ins kühle Nass stets beachten sollten. Berücksichtigen Sie zudem, dass nur wenige Gewässerstellen von Rettungsschwimmer:innen bewacht werden.

Wer sicher schwimmt, fühlt sich im Wasser wohler und kann Risiken besser einschätzen. Deshalb sollten Kinder bereits möglichst früh das Schwimmen lernen, idealerweise zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr. Aber auch Erwachsene profitieren von einem Schwimmkurs, zum Beispiel bei der DLRG oder im Verein.

Schwimm- und Baderegeln bilden die beste Grundlage, um Badeunfälle zu vermeiden. Sie gelten für alle Altersgruppen und Schwimmniveaus, im Schwimmbad genauso wie am See oder im Meer.

Ob Kreislaufschwäche, Medikamenteneinnahme oder ein üppiges Mittagessen: Wer gesundheitlich nicht voll belastbar ist, sollte besser auf das Baden verzichten. Offene Wunden können beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Infektionen darstellen. Vermeiden Sie daher unnötige Gefahren.

Sicheres Baden beginnt nicht erst im Wasser, sondern bereits am Ufer. Strömungen, unübersichtliche Uferbereiche oder fehlende Warnhinweise können zur Gefahr werden, bevor Sie überhaupt im Wasser sind. Wer sich vorab informiert und Hinweisschilder berücksichtigt, schwimmt sicherer.

Jedes Gewässer ist anders. Strömung, Tiefe, Temperatur oder der Untergrund können stark variieren. Wer zum ersten Mal an einem Ort badet, sollte sich vorher genau informieren, etwa bei den zuständigen Behörden.

Rettungsschwimmer:innen können im Ernstfall Leben retten. Schwimmen Sie daher bevorzugt an bewachten Badestellen zu den offiziell bekannt gegebenen Zeiten.

Ob Sicherheitsregeln, Badeverbote oder die potenzielle Gefahr durch Schiffsverkehr und Strömungen: Warnhinweise können lebenswichtig sein. Sie sollten daher immer beachtet und befolgt werden.

Wer im schlammigen Boden bewachsener Uferzonen festsitzt und hektisch versucht freizukommen, sinkt häufig nur noch tiefer ein. Auch Wasserpflanzen können ein Risiko darstellen, wenn sie sich um die Beine wickeln und ein Vorankommen behindern. Bleiben Sie demnach in freiem, übersichtlichen Terrain, um sicher zu baden.

Scherben, Muscheln oder spitze Steine können schmerzhafte Verletzungen verursachen. Badeschuhe schützen Ihre Füße – auch vor heißem Sand beim Gang zum Wasser.

Achtung vorm schnellen Sprung ins kalte Nass! Dieser kann den Kreislauf überfordern, einen Kälteschock verursachen und zu unfreiwilligen Atemzügen unter Wasser oder Verkrampfungen führen. Kühlen Sie sich stattdessen lieber langsam ab, und gehen Sie dann kontrolliert ins Wasser.

Wenn Sie nicht auf den Grund sehen oder die Wassertiefe nicht abschätzen können, sollten Sie keinesfalls in offene Gewässer springen. Verborgene Hindernisse wie große Steine oder Baumstämme können unter anderem schwere Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen verursachen. Umso wichtiger ist es, vorab die Gegebenheiten sorgfältig zu prüfen.

Auch im Wasser gilt: Aufmerksamkeit, Rücksicht und Vorsicht helfen, Badeunfälle zu vermeiden. Strömungen, Selbstüberschätzung oder unachtsame Wassersportler:innen können schnell zur Gefahr werden – besonders, wenn Sie alleine unterwegs sind. Mit dem richtigen Verhalten im Wasser beugen Sie Badeunfällen vor: Brechen Sie das Schwimmen, wenn nötig, ab und teilen Sie Ihre Kraftreserven richtig ein.

Paddelboote, SUPs, Jetskis und andere Wassersportler:innen können im offenen Gewässer ein erhebliches Risiko darstellen. Halten Sie deshalb immer ausreichend Abstand. Auch, wenn das Wasser verlockend ruhig erscheint.

Ein Sprung ins Wasser ohne Begleitung kann gefährlich werden, besonders an abgelegenen Stellen. Gehen Sie daher idealerweise nur mit anderen ins Wasser.

Selbst geübte Schwimmer:innen unterschätzen oft die Entfernung. Erschöpfung und Müdigkeit sind die Folge. Planen Sie deshalb immer ausreichend Energiereserven für den Weg zurück zum Ufer ein.

Sobald Sie frösteln, Muskelkrämpfe spüren oder außer Atem sind, sollten Sie aus dem Wasser. So vermeiden Sie Kreislaufprobleme oder Überlastung.

Für Kinder gelten beim Baden eigene Regeln. Besonders, wenn sie noch kein Schwimmabzeichen wie das Seepferdchen oder den Freischwimmer haben. Der Grund: Ihre körperlichen Fähigkeiten, ihr Gefahrenbewusstsein und ihre Reaktionsgeschwindigkeit unterscheiden sich deutlich von denen Erwachsener. Umso wichtiger ist es, dass sie früh lernen, sich richtig zu verhalten – und dass Erwachsene aufmerksam bleiben.

Kinder sollten beim Baden immer unter Aufsicht stehen, auch bei niedrigem Wasserstand. Das bedeutet sowohl Sicht- als auch Griffweite, damit Sie im Notfall einschreiten können. Besonders in der Nähe fließender Gewässer ist Vorsicht geboten.

Versuchen Sie, bereits vor dem Schwimmen etwaige Gefahrenpunkte auszumachen, wie zum Beispiel Wasserpflanzen, rutschige Steine und Strömungen. Indem Sie die Gegebenheiten bereits vorab im Blick haben, zeigen Sie auch Ihrem Kind, worauf es beim Badengehen achten muss.

Ein nasser Schwamm auf Armen, Beinen und Brust hilft, den Körper langsam an das kalte Wasser zu gewöhnen. Auch eine kühle Dusche beugt einem unerwünschten Kälteschock vor und sorgt für sicheres Badevergnügen.

Zittern, blaue Lippen und bleiche Haut sind deutliche Anzeichen für eine angehende Unterkühlung. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind sofort aus dem Wasser holen und es behutsam aufwärmen.

Aufblasbare Gegenstände bieten häufig keinen Schutz vor Badeunfällen. Meist sind sie sehr leicht und treiben bereits bei wenig Wind schnell ab. Einen effektiven Schutz bieten hingegen geprüfte Schwimmhilfen wie Schwimmreifen, Schwimmwesten oder Schwimmflügel. Behalten Sie Ihr Kind in jedem Fall immer im Blick.

Wer die wesentlichen Baderegeln kennt und aufmerksam bleibt, schützt sich und andere am besten. Trotzdem lassen sich Unfälle nicht immer vermeiden. Im Notfall ist es daher besonders wichtig, ruhig zu bleiben und besonnen zu agieren. Ob Sie nun selbst in eine Gefahrensituation geraten oder anderen beistehen müssen: Sie sollten wissen, was zu tun ist.

Welche 10 Baderegeln gibt es bei der DLRG?

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat zehn grundlegende Baderegeln formuliert, die deutschlandweit als Standard gültig sind. Sie gelten sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Folgende Baderegeln gilt es zu beachten:

  1. Gehen Sie nur zum Baden, wenn Sie sich wohlfühlen.
  2. Kühlen Sie sich ab, bevor Sie ins Wasser gehen.
  3. Gehen Sie niemals mit ganz leerem oder ganz vollem Magen baden.
  4. Gehen Sie nur so weit ins Wasser, wie Sie schwimmen können.
  5. Springen Sie nur dort ins Wasser, wo es tief genug und frei ist.
  6. Nie unter Alkoholeinfluss oder nach Medikamenteneinnahme ins Wasser gehen.
  7. Meiden Sie unbekannte Gewässer mit möglichen Gefahrenstellen.
  8. Verlassen Sie das Wasser sofort, wenn Sie frieren.
  9. Rufen Sie niemals aus Spaß um Hilfe.
  10. Halten Sie das Wasser und seine Umgebung sauber.

Welche Baderegeln gelten für Schwimmabzeichen?

Je nach Schwimmabzeichen gelten unterschiedliche Anforderungen, sowohl technisch als auch im Hinblick auf das Verhalten im Wasser.

Beim Seepferdchen-Abzeichen lernen Kinder unter anderem, wie sie sich sicher im Schwimmbad bewegen. Sie erfahren, warum Toben am Beckenrand gefährlich ist und welche Baderegeln sie grundsätzlich beachten müssen. Die wichtigsten Baderegeln für Seepferdchen-Kinder: nur mit Aufsicht ins Wasser gehen, nicht schubsen, nicht ins unbekannte Wasser springen.

Für das Freischwimmer-Abzeichen (Deutsches Jugendschwimmabzeichen Bronze) gelten darüber hinaus erweiterte Baderegeln:

  • Schwimmen nur mit guter Selbsteinschätzung
  • Respekt gegenüber anderen Badegästen
  • Richtiges Verhalten bei Strömung oder Erschöpfung
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