Unterschiede in der Technik

Schwimmstile

 Die Entscheidung für oder gegen einen Stil hängt davon ab, ob Sie lieber eine Zeit lang geruhsam im Wasser paddeln, Kondition aufbauen oder vernachlässigte Muskelgruppen mit Schwimmen als Ausgleichssport trainieren wollen.

In Kürze
Schwimmlehrer
Ohne den kontrollierenden Blick eines Schwimmlehrers kann man ich leicht falsche Bewegungsabläufe antrainieren, die sich nur mühsam korrigieren lassen und langfristig Gelenk- oder Rückenprobleme verursachen können.
Brustschwimmen
Schwimmkurse vermitteln meist Brustschwimmen als erste Technik. Hauptvorteil: Brustschwimmen ist nicht so anstrengend wie andere Stile, man kann sich länger über Wasser halten, ohne zu ermüden.
Ausdauersport
Streben Sie beim Schwimmen als Ausdauersport nicht möglichst schnelle Bahnzeiten an. Wählen Sie Ihr Wohlfühltempo, das Sie länger durchhalten, und machen Sie Strecke.
Jede Schwimmtechnik hat ihre Vorzüge und Grenzen.
Im Überblick
Jede Schwimmtechnik hat ihre Vorzüge und Grenzen.
Wenn Sie im Wasser schnell und effektiv vorwärtskommen wollen, sollten Sie die Grundlagen wenigstens eines gängigen Schwimmstils beherrschen. Jede Technik hat dabei ihre Vorzüge und Grenzen, doch eins ist allen gemeinsam: Mehr Spaß und Sicherheit im Wasser.
Wahl des Schwimmstils
Bei der Wahl des Schwimmstils spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Kraulen oder der Schmetterlingsschlag produzieren den rasantesten Vortrieb, sind aber für untrainierte Schwimmer nicht lange durchzuhalten. Die Entscheidung für oder gegen einen Stil hängt auch davon ab, ob Sie lieber eine Zeit lang geruhsam im Wasser paddeln, Kondition aufbauen oder vernachlässigte Muskelgruppen mit Schwimmen als Ausgleichssport trainieren wollen.
Unterschiede
  • Brustschwimmen

    Schwimmkurse vermitteln trotz der komplexen Bewegungsabläufe meist Brustschwimmen als erste Technik. Hauptvorteil: Brustschwimmen ist nicht so anstrengend wie andere Stile, die ein schnelleres Vorwärtskommen ermöglichen. Mit der Brusttechnik können Sie sich dafür länger über Wasser halten, ohne zu ermüden.

    • Sowohl der Armzug als auch der charakteristische Grätschbeinschlag nach dem Vorbild eines Frosches werden in einer Ebene parallel zur Wasseroberfläche durchgeführt.
    • Dabei wechseln sich Arm- und Beinbewegung ab, das Atemholen erfolgt am Ende des Armzuges.
    • Ein guter Beinschlag („Peitschenschlag“) erzeugt beim Brustschwimmen den Hauptvortrieb, erfordert neben guter Koordination aber auch sehr bewegliche Hüft- und Fußgelenke.
    • Eingeschränkte Beinbeweglichkeit verhindert einen sauberen Beinschlag, was mit der Zeit Knieprobleme verursacht. Außerdem kann eine falsche Technik den unteren Rücken strapazieren, was den rückenschonenden Effekt des Schwimmens konterkariert.
  • Kraul/Freistil

    Wettkampfsschwimmer wählen bei Freistil-Wettbewerben den Kraul – denn diese Technik ermöglicht das höchste Tempo: Die gleichzeitigen Arm- und Beinbewegungen erzeugen kontinuierlich Vortrieb. Zugleich ist der Wasserwiderstand gering, da der Körper in der Horizontalen bleibt und die Arme außerhalb des Wassers nach vorne schwingen.

    Obwohl die Arm- und Beinbewegungen an sich nicht schwierig sind, erfordern sie hohe Koordination:

    • Der Armzug beginnt mit nach vorn gestrecktem Arm.
    • Während des Durchziehens bis zur Hüfte beugen Sie den Ellbogen leicht, um den Arm mit weitausholender Bewegung wieder schnell nach vorne zu bringen.
    • Rechter und linker Arm bewegen sich dabei wechselseitig.
    • Ebenso kontinuierlich ist der wechselseitige Abwärtsschlag mit gestrecktem Bein.
    • Pro Armzug erfolgen je nach Kondition und Kraft zwei bis sechs Beinschläge.
    • Wichtig: Stimmen Sie Ihre Atemtechnik auf den Schwimmrhythmus ab. Heben Sie dabei den Kopf nicht aus dem Wasser, sondern drehen ihn zum Einatmen bei jedem zweiten oder dritten Armzug zur Seite. Atmen Sie unter Wasser aus.
  • Rückenschwimmen

    Unter gesundheitlichen Aspekten ist Rückenschwimmen sehr empfehlenswert. Es stärkt die bei Schreibtischarbeitern häufig unterforderten Rückenmuskeln, besonders die großen Rückenmuskeln (Musculus latissimus dorsi) und Trapezmuskeln. Außerdem trainiert es die Beweglichkeit im Schulterbereich.

    Zusatzvorteil gerade für vorsichtige Schwimmanfänger: Mund und Nase bleiben immer über der Wasseroberfläche.

    • Der Standardstil ähnelt im Bewegungsablauf dem Kraulen.
    • Bei der Alternative „Altdeutsch-Rücken“ bewegen Sie Arme und Beine wie ein Brustschwimmer, aber nicht gleichzeitig, sondern abwechselnd nacheinander.
    • Wichtig: Wie beim Brustschwimmen besteht auch beim Altdeutsch-Rücken die Gefahr, durch fehlerhafte Technik Knie und Rücken zu überlasten.
  • Schmetterlingsschwimmen

    Das früher als Delfinstil bekannte Schmetterlingsschwimmen ermöglicht ein hohes Tempo, ist aber sehr anstrengend und schwierig zu erlernen. Selbst trainierte Schwimmer halten die aus dem Kraulen abgeleitete Technik nur über kurze Distanzen durch.

    • Beim Schmetterlingsstil schlagen sowohl die Arme als auch Beine parallel, wobei Arm- und Beinschläge nacheinander erfolgen.
    • Zusätzlich führt der Schwimmer eine Wellenbewegung des Körpers aus der Hüfte heraus aus.
    • Dadurch ist Schmetterlingsschwimmen wenig rückenschonend. Es eignet sich aber gut zum Aufbau von Kraft und Ausdauer.
Schonendes Training

Egal ob Sie selbst einen neuen Stil lernen wollen, Ihre Kenntnisse auffrischen oder eine Schwimmausbildung für Ihre Kinder suchen: Die Wasserwacht bietet flächendeckend Kurse und Trainingsmöglichkeiten unter Aufsicht von Schwimmlehrern an.

Auch im WWW können Sie vielfältige Materialien zur Vorbereitung und Begleitung des Schwimmtrainings finden. Ob Animationen, Grafiken oder Trainingsanleitungen – verlassen Sie sich nicht allein auf diese Tipps. Ohne den kontrollierenden Blick eines Schwimmlehrers können Sie sich leicht falsche Bewegungsabläufe antrainieren, die sich nur mühsam korrigieren lassen und langfristig Gelenk- oder Rückenprobleme verursachen können.

Langsam wirksam: Streben Sie beim Schwimmen als Ausdauersport nicht möglichst schnelle Bahnzeiten an. Wählen Sie Ihr Wohlfühltempo, das Sie länger durchhalten, und machen Sie Strecke. Kraul- und Rücken­schwimmen sind am besten für schonendes Konditionstraining.

Bild: mr.markin/Adobe Stock