Vitamin C

Was das Vitamin bewirkt und worin es reichlich steckt
Allianz Gesundheitswelt - Vitamin C: Ein lächelnder Mann sitzt an einem Tisch mit Obstschale und Wasserglas und schaut aus dem Fenster.

Ihr Körper kann Vitamin C weder selbst herstellen noch in größeren Mengen speichern und ist deshalb auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen. Wie hoch Ihr Tagesbedarf ist, hängt von Alter, Geschlecht und Lebensstil ab. Mit den passenden Lebensmitteln lässt er sich meist leicht decken. Ein Mangel ist in Deutschland selten, eine Überdosierung durch Präparate dagegen möglich.

Vitamin C, chemisch Ascorbinsäure, ist unter anderem an Immunabwehr, Bindegewebsaufbau und Eisenaufnahme beteiligt. Die wichtigsten Aufgaben des wasserlöslichen Vitamins im Überblick:

  • Kollagenbildung: Es wird für Bindegewebe, Knochen, Knorpel und Zahnfleisch benötigt und unterstützt die Wundheilung.
  • Zellschutz: Als Antioxidans kann es Zellen vor freien Radikalen schützen.
  • Immunsystem: Es trägt zu einer normalen Funktion der Abwehrzellen bei.
  • Hormone und Botenstoffe: Vitamin C ist an der Bildung bestimmter Hormone und Botenstoffe beteiligt.
  • Eisenaufnahme: Es verbessert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Für die Eisenaufnahme heißt das: Kombinieren Sie beispielsweise Haferflocken oder Hülsenfrüchte mit Paprika, Beeren oder einem Glas Orangensaft.

Erwachsene Frauen sollten täglich 95 mg Vitamin C aufnehmen, Männer 110 mg. Bei Kindern steigt der Bedarf mit dem Alter von 20 mg auf 85 mg ab 13 Jahren.

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Personengruppe
Empfohlene Zufuhr pro Tag
Säuglinge und Kinder unter 4 Jahren  20 mg
Kinder 4 bis unter 7 Jahre 30 mg
Kinder 7 bis unter 10 Jahre 45 mg
Kinder 10 bis unter 13 Jahre 65 mg
Jugendliche 13 bis unter 15 Jahre 85 mg
Jugendliche 15 bis unter 19 Jahre 90 mg (weiblich), 105 mg (männlich)
Erwachsene Frauen 95 mg
Erwachsene Männer 110 mg
Schwangere ab dem 4. Monat 105 mg
Stillende 125 mg
Raucherinnen 135 mg
Raucher 155 mg

Rauchen erhöht den Verbrauch von Vitamin C. Auch Dauerstress, Leistungssport und übermäßiger Alkoholkonsum können den Bedarf steigern. Ein Rauchstopp lohnt sich ohnehin, denn die Folgen des Rauchens reichen weit über den Vitaminhaushalt hinaus.

Eine halbe rote Paprika (75 g) und ein kleines Glas Orangensaft (125 ml) liefern zusammen bereits mehr als 155 mg. Ähnlich viel bringen 150 g gegarter Rosenkohl, ein Apfel und zwei mittelgroße Tomaten.

Besonders viel Vitamin C steckt in Hagebutten, Sanddorn, schwarzen Johannisbeeren, Petersilie und Paprika. Im Alltag tragen außerdem Zitrusfrüchte, Kohlgemüse und Kartoffeln viel zur Versorgung bei. Kartoffeln enthalten zwar vergleichsweise wenig Vitamin C, landen aber häufig auf dem Teller.

Viele der besten Quellen wachsen in Deutschland. Exotische Früchte brauchen Sie für eine gute Versorgung nicht. Die Werte schwanken je nach Sorte, Ernte und Lagerung.

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Lebensmittel
Vitamin C pro 100 g
Saison in Deutschland
Hagebutten 1.250 mg Spätherbst bis in den Winter
Sanddornbeeren (Kultursorten) 150 bis 300 mg August bis Oktober
Schwarze Johannisbeeren 209 mg Ende Juni bis August
Rosenkohl 146 mg Oktober bis Februar
Rote Paprika, roh 140 mg überwiegend Importware
Kiwi 75 mg Importware
Brokkoli, gedämpft 74 mg Juni bis Oktober
Orange 51 mg Importware
Zitrone 50 mg Importware
Kartoffeln, geschält und gedämpft 16 mg Ernte Juni bis Oktober

Im Winter sind außerdem Grünkohl und Sauerkraut wertvolle heimische Lieferanten. Sauerkraut oder anderes Sauergemüse können Sie sogar selbst herstellen. Orangen, Zitronen und Grapefruits zählen zu den bekanntesten Zitrusfrüchten, liefern aber weniger Vitamin C als Paprika, Rosenkohl oder Johannisbeeren.

Vitamin C reagiert empfindlich auf Licht, Sauerstoff, Wärme und Wasser. Wie viel davon auf Ihrem Teller ankommt, hängt deshalb stark von Lagerung und Zubereitung ab:

  • Obst und Gemüse frisch kaufen und kühl und dunkel lagern
  • Erst waschen, dann schneiden, und nicht im Wasser liegen lassen
  • Gemüse dünsten oder dämpfen statt kochen Speisen nicht lange warm halten
  • Einen Teil roh essen, beispielsweise Paprika als Rohkost
  • Tiefkühlgemüse als Alternative nutzen und gefroren weiterverarbeiten

Wie stark Garen wirkt, zeigt das Beispiel Paprika: Roh enthält sie etwa 140 mg Vitamin C pro 100 g, gedünstet nur noch rund 110 mg.

Erste Symptome eines Vitamin-C-Mangels können Müdigkeit, Abgeschlagenheit und entzündetes Zahnfleisch sein. In Deutschland ist ein Mangel allerdings selten. Bei ausgeprägtem Mangel, der Krankheit Skorbut, können diese Beschwerden auftreten:

  • schlechtere Wundheilung
  • häufigere Infekte
  • Gelenkschmerzen
  • Neigung zu Blutungen, beispielsweise Zahnfleischbluten

Gefährdet sind vor allem Menschen, die sich sehr einseitig ernähren, rauchen oder häufig Passivrauch ausgesetzt sind. Auch übermäßiger Alkoholkonsum und Erkrankungen, welche die Nährstoffaufnahme im Darm stören, können die Versorgung beeinträchtigen.

Skorbut kann entstehen, wenn über viele Wochen weniger als etwa 10 mg Vitamin C pro Tag aufgenommen werden. Früher war die Krankheit auf langen Seereisen gefürchtet. 1753 veröffentlichte der Arzt James Lind eine Abhandlung über Skorbut, in der er Zitrussaft gegen die Krankheit empfahl.

Bemerken Sie Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit oder Zahnfleischbluten, lassen Sie die Ursache ärztlich abklären. Erste Fragen können Sie über die Medizinische Unterstützung der Allianz vertraulich an Ärztinnen und Ärzte richten.

Ja, hochdosierte Präparate können Nebenwirkungen auslösen. Über Lebensmittel ist eine Überdosierung dagegen praktisch ausgeschlossen.

Bis zu 1.000 mg täglich zusätzlich zur Nahrung gelten als unbedenklich. Eine verbindliche Obergrenze gibt es mangels Daten bisher nicht. Ab etwa 3 bis 4 g pro Tag können Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall auftreten. Oberhalb von 1 g pro Tag nimmt der Darm zudem weniger als die Hälfte auf, der Rest wird ausgeschieden.

Ein weiteres mögliches Risiko sind Nierensteine. Bei hohen Dosen kann der Körper mehr Oxalat über den Urin ausscheiden, das an der Bildung von Nierensteinen beteiligt sein kann. Ob Vitamin C tatsächlich zur Entstehung von Nierensteinen beiträgt, ist nicht abschließend geklärt. In einer schwedischen Beobachtungsstudie hatten Männer, die regelmäßig Vitamin-C-Präparate einnahmen, allerdings etwa doppelt so häufig Nierensteine wie Männer ohne Nahrungsergänzung. Vorsicht gilt bei Nierenerkrankungen, einer Neigung zu Nierensteinen und bei Störungen des Eisenstoffwechsels wie der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose).

Bei abwechslungsreicher Ernährung brauchen gesunde Menschen in der Regel keine Vitamin-C-Präparate. Möchten Sie dennoch eines einnehmen, helfen diese Punkte:

  • Dosis prüfen: Für Nahrungsergänzungsmittel wird eine Höchstmenge von 250 mg pro Tagesdosis empfohlen. Der Wert liegt bewusst unter den 1.000 mg, weil Vitamin C zusätzlich aus angereicherten Lebensmitteln oder mehreren Präparaten stammen kann.
  • Angereicherte Lebensmittel mitzählen: Auch angereicherte Getränke und Lebensmittel können zusätzlich Vitamin C liefern.
  • Ärztlich beraten lassen: vor allem bei Nierenerkrankungen, Nierensteinen oder Eisenstoffwechselstörungen sowie bei Einnahme von Medikamenten, beispielsweise während einer Chemo- oder Strahlentherapie.

Ob Nahrungsergänzungsmittel für Sie überhaupt sinnvoll sind, hängt von Ihrer Ernährung und Ihrer Gesundheit ab.

Hilft Vitamin C gegen Erkältungen?

Vorbeugend schützt Vitamin C die meisten Menschen nicht vor Erkältungen. Wer regelmäßig mindestens 200 mg täglich einnimmt, kann aber etwas kürzer erkältet sein, Erwachsene im Schnitt etwa 8 Prozent, Kinder etwa 14 Prozent. Bei extremer körperlicher Belastung wie Marathonläufen halbierte sich das Erkältungsrisiko nahezu. Erst nach Beginn der Erkältung eingenommen, zeigte sich dagegen kein einheitlicher Effekt. Wer Erkältungen vorbeugen möchte, sollte sich daher nicht allein auf Vitamin C verlassen.

Ist liposomales Vitamin C besser als normales Vitamin C?

Ein Vorteil für die Gesundheit ist bisher nicht belegt. Bei liposomalem Vitamin C ist der Wirkstoff in winzige Fettbläschen verpackt. In einer kleinen, vom Anbieter des getesteten Produkts mitfinanzierten Studie mit 27 Personen stieg der Vitamin-C-Spiegel im Blut damit etwas stärker an als mit herkömmlichem Vitamin C. Ob das gesunden Menschen einen spürbaren Nutzen bringt, wurde nicht untersucht. Wer sich abwechslungsreich ernährt, hat nach heutigem Wissen keinen Grund, zu den meist teureren liposomalen Präparaten zu greifen.

Wie lange speichert der Körper Vitamin C?

Der Körper speichert nur kleine Mengen Vitamin C, insgesamt etwa 300 mg bis 2 g. Fehlt Nachschub über längere Zeit fast vollständig, können nach etwa einem Monat erste Mangelanzeichen auftreten.

Ist natürliches Vitamin C besser als künstliches?

Nach heutigem Wissen nicht. Synthetisch hergestellte Ascorbinsäure ist chemisch identisch mit dem Vitamin C aus Obst und Gemüse und wird vom Körper genauso gut aufgenommen. Obst und Gemüse liefern allerdings zusätzlich viele weitere Nährstoffe.

Quellen
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Infografik „Vitamin C: Je mehr, desto besser?“, Stand 24.03.2026.
  • Gesundheitsportal Österreich: Vitamin C.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin C, 2015.
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Worin ist am meisten Vitamin C enthalten?, Stand 22.12.2021.
  • National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Vitamin C, Fact Sheet for Health Professionals.
  • Hemilä H, Chalker E: Vitamin C for preventing and treating the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2013.
  • Purpura M, Jäger R et al.: Liposomal delivery enhances absorption of vitamin C into plasma and leukocytes: a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. European Journal of Nutrition 2024;63(8):3037–3046.
  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Vitamin C, 2026.
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Der Saisonkalender.Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Sanddorn, die Zitrone des Nordens, Stand 06.09.2023.
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Wie lassen sich Hagebutten zubereiten?, Stand 22.10.2025.
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Kartoffeln: Auf dem Acker.Smithsonian Libraries: James Lind, A treatise of the scurvy, 1753.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Vitamin C in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (mit D-A-CH-Referenzwerten für Kinder), 2021.
  • Thomas LDK, Elinder CG, Tiselius HG, Wolk A, Åkesson A: Ascorbic acid supplements and kidney stone incidence among men: a prospective study. JAMA Internal Medicine 2013;173(5):386–388.
  • European Food Safety Authority (EFSA): Opinion of the Scientific Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies related to the Tolerable Upper Intake Level of Vitamin C (L-Ascorbic acid, its calcium, potassium and sodium salts).
  • EFSA Journal 2004;59:1–21.Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Rein ins Gefrierfach!, Stand 25.09.2024.
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Rein ins Gefrierfach!, Stand 25.09.2024.

Bild: Photographee.eu/Shutterstock