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Vorbereitung auf den Familienurlaub

So bleiben Kinder auf Reisen gesund

Kinder sind auf Reisen durch schlechte Hygienestandards oder extreme Temperaturen stärker gefährdet als Erwachsene. Bereiten Sie den Urlaub mit der Familie daher gut vor, damit die Reise ein stressfreies  Erlebnis für Eltern und Kinder wird.

In Kürze
Gut vorbereiten
Kinder reagieren empfindlich auf ungewohnte Tagesabläufe, fremde Nahrungsmittel oder extreme Temperaturen. Beachten Sie dies bei der Auswahl Ihres Reisziels.
Vorsichtig sein
Durchfallerkrankungen oder extreme Sonneneinstrahlung können für Kinder schnell bedrohlich werden. Achten Sie  bei schlechten hygienischen Bedingungen im Reiseland auf abgepackte Getränke und geeignete Nahrungsmittel. 
Impfschutz prüfen
Neben den Standard-Schutzimpfungen sind für manche Reiseländer zusätzliche Impfungen erforderlich. Doch nicht jede Impfung ist in jedem Alter möglich.
Ingwer schmeckt und hilft
Gelungener Urlaub mit der Familie
Ingwer schmeckt und hilft
Sonne, Strand, Palmen und ein gutes Buch - so stellen sich viele Erwachsene ihren Traumurlaub vor. Auf Reisen zu gehen,  ist auch für Kinder ein besonderes Erlebnis. Allerdings unterscheiden sich die Vorstellungen der Kinder häufig von denjenen der Eltern. Und für Kinder lauern Gefahren, denen mit guter Vorbereitung aus dem Wege gegangen werden muss.
Mit Säuglingen besser zu Hause bleiben
Versuchen Sie (wenn möglich) in den ersten vier Lebensmonaten Ihres Kindes nicht zu verreisen. Während dieser Phase sind die Schlaf- und Essenszeiten der Säuglinge noch sehr unregelmäßig und werden durch Reisen obendrein gestört. Kleine Kinder fühlen sich bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C besonders wohl, hohe Temperaturen vertragen sie schlechter, der Körper trocknet dann rascher aus. Urlaub am Meer, auf Bauernhöfen oder in Mittelgebirgen ist ideal.

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern:

  • Zarte Kinderhaut verbrennt leicht in der Sonne. Achten Sie auf  Sonnenschutz durch entsprechende Kleidung und Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. 20–30). Besonders mittags zwischen 11.30 und 15.00 Uhr sollten Kinder im Schatten oder im Haus spielen. Und vergessen Sie die Kopfbedeckung nicht.
  • Kinder benötigen mehr Flüssigkeit als Erwachsene. Bieten Sie Ihrem Kind daher immer wieder etwas zu trinken an. In südlichen Ländern sollte nur abgepacktes oder abgekochtes Wasser getrunken werden. Verzichten Sie auf Eiswürfel. 
  • Durchfallerkrankungen sind für Kinder besonders gefährlich. Vermeiden Sie daher Früchte und Gemüsesorten, die nicht geschält bzw. gekocht werden können. 
  • Wenn Ihr Kind häufig erbricht oder Durchfall hat, das Trinken verweigert oder apathisch wirkt, sollten Sie unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das gilt auch, wenn die Rückreise unmittelbar bevorsteht. 

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ) rät grundsätzlich davon ab, mit Kindern unter fünf Jahren in tropische Gebiete zu reisen. Die intensive Sonneneinstrahlung und teilweise lebensgefährliche Krankheiten stellen ein Risiko dar. Mitunter reagieren viele Kinder sehr sensibel auf veränderte Tagesabläufe oder ungewohnte Nahrungsmittel. 

Abenteuer- und Trekkingreisen sind für kleine Kinder nicht empfehlenswert. Auch Reisen mit langen Flugzeiten (z. B. Interkontinentalreisen) und kurzen Erholungszeiten im Reiseland unter fremden Lebensbedingungen bedeuten für Kinder eine größere Umstellung und mehr Stress als für Erwachsene.

Schutzmaßnahmen treffen

Wenn Sie trotzdem weit verreisen wollen, sollten Sie bedenken, dass Kinder durch Infektionskrankheiten stärker gefährdet sind als Erwachsene. Daher sollten Sie unbedingt rechtzeitig mit Ihrem Arzt über geeignete Schutzmaßnahmen für Ihr Kind sprechen. Planen Sie Impfungen so, dass bei der Abreise ein ausreichender Impfschutz besteht. Das Impfprogramm soll möglichst zehn bis 14 Tage vor Reiseantritt abgeschlossen sein, das heißt, beginnen Sie sechs bis acht Wochen zuvor oder besser noch früher.

Grundsätzlich benötigen Kinder die von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Hepatitis B, Keuchhusten, Haemophilus influenza b, Windpocken, Masern, Mumps, Röteln, Meningokokken und Pneumokokken. Je nach Reiseland können weitere Impfungen notwendig sein. Prinzipiell sollte ein Kind den gleichen Impfschutz haben wie ein Erwachsener. Aber nicht alle Impfungen dürfen in jedem Alter verabreicht werden.

Folgende Altersbeschränkungen gelten nach Angaben der  Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft (DTG) für die folgenden Impfstoffe:

  • Cholera (Schluckimpfung): Mindestalter 2 Jahre
  • FSME: Mindestalter 1 Jahr
  • Gelbfieber: Mindestalter 6 Monate (gemäß WHO: 9 Monate, daher genaue Risikoabwägung)
  • Hepatitis A: Mindestalter 2 Jahre
  • Grippe: Mindestalter 6 Monate
  • Japanische Enzephalitis: Mindestalter 2 Monate
  • Typhus (Injektion): Mindestalter 2 Jahre
  • Typhus (Schluckimpfung): Mindestalter 5 Jahre
Expositionsprophylaxe und Medikamente

Trotz vieler Bekämpfungskampagnen ist die Malaria noch immer gefährlich und weitverbreitet. Schätzungsweise zwei Millionen Menschenleben fordert sie pro Jahr. Die Übertragung erfolgt durch den Stich der Anophelesmücke. Diese tummelt sich in Malariagebieten ab der Dämmerung vor allem in der Nähe von ruhigen, stehenden Gewässern.

Reisen Sie mit Kindern optimalerweise nicht in Malaria-Risikogebiete, vor allem nicht in Regionen, für die bekannt ist, dass die Erreger dort gegen herkömmliche Malariamittel resistent sind (Resistenzregionen).

Wenn Sie dennoch verreisen, besteht die Malariavorbeugung bei Kindern vor allem in einer konsequenten Expositionsprophylaxe. Das heißt, dass die Kinder möglichst erst gar nicht gestochen werden sollten. Spannen Sie ein Moskitonetz (Maschengröße 1,2 x 1,2 Millimeter) über das Bett und Spielflächen. Die medikamentöse Malariaprophylaxe richtet sich nach Alter und Gewicht. Klären Sie unbedingt vor Reiseantritt, welche Wirkstoffe für Ihr Kind zugelassen sind, und besorgen Sie die Medikamente schon frühzeitig. Auch voll gestillte Säuglinge benötigen eine eigene Malariaprophylaxe. Selbst wenn die Mutter Medikamente einnimmt, gelangt nicht genügend Wirkstoff über die Milch zum Kind.

Nach einer Reise in ein Malariagebiet gilt: Jedes unklare Fieber ist grundsätzlich malariaverdächtig bis zum Beweis des Gegenteils. Suchen Sie daher bei Fieber sofort einen Arzt auf. Eine Malaria tropica kann gerade bei Kindern einen ernsten Verlauf nehmen. Wird sie aber frühzeitig erkannt, bestehen gute Chancen auf eine komplette Heilung.

Bilder: Titelbild - swetta/gettyimages; Reisen mit Kindern - ArrowStudio, LLC/Shutterstock; Broschüre Kindergesundheit - Chris Whitehead/gettyimages