Geschichte, Wirkung, Wissenswertes

Infografik: Alkohol 

Seit Menschengedenken berauscht sich der Mensch mit Alkohol – anfangs mit vergorenen Früchten, später gezielt mit Getränken. Doch Alkohol ist ein Zellgift: Zu viel davon schadet Ihrer Gesundheit, und manchmal reißen Alkoholisierte ihre Familie, Freunde oder Verkehrsteilnehmer ins Verderben. Erfahren Sie mehr über das beliebteste Rauschmittel der Menschheit.
Infografik Alkohol Teil 1
Infografik Alkohol Teil 2
Infografik Alkohol Teil 3
Infografik Alkohol Teil 4
Infografik Alkohol Teil 5
Infografik Alkohol Teil 6
Wussten Sie schon ...?
  • Spitzenreiter Europa

    Unter den Top 20 der Alkoholverbraucher befinden sich 17 europäische Länder. Absoluter Spitzenreiter ist Litauen: umgerechnet 18,2 Liter reiner Alkohol pro Kopf und Jahr kommen auf alle über 15-jährigen Litauer.

    Land/Alkoholkonsum pro Kopf und Jahr:

    • Litauen: 18,2 l
    • Russland: 13,9 l
    • Belgien: 13,2 l
    • Frankreich: 11,7 l
    • Deutschland: 11,4 l *
    • USA: 9,3 l
    • Thailand: 7,2 l
    • Türkei: 1,9 l
    • Ägypten: 0,4 l

    *entspricht 228 Litern Bier (5 Vol-%) oder 103,6 Litern Wein (11 Vol-%)

    (Quelle: World Health Statistics 2017)

  • Alkoholkonsum in Deutschland

    Rund 70 % der Deutschen trinken mindestens einmal im Monat Alkohol.

    (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))

  • Wie wirkt Alkohol?

    Ethanol dämpft die Informationsübertragung zwischen Nervenzellen und bewirkt im Gehirn den Ausstoß von Glückshormonen (Endorphinen).

    Je höher der Blutalkoholspiegel, desto auffälliger und schädlicher die Wirkung.

    Der Blutalkoholspiegel und seine Auswirkungen

    • 0–0,3 ‰ Person ist entspannt und gut gelaunt

    Relative Fahruntüchtigkeit ab 0,3 ‰

    • 0,3–0,8 ‰ Konzentration, Urteilsfähigkeit und Reaktionsvermögen lassen nach. Die Sehleistung nimmt leicht ab, erhöhte Risikobereitschaft
    • 0,8–1,0 ‰ ausgeprägte Konzentrationsschwäche, Tunnelblick und verminderte Sehfähigkeit, Reaktionszeit 30–50 % verlängert, Gleichgewichtsstörungen, Enthemmung, Selbstüberschätzung

    Absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,1 ‰

    • 1,0–2,0 ‰ Verschlechterung der Sehfähigkeit und des räumlichen Sehens, Reaktionsfähigkeit erheblich gestört, Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Sprech- und Orientierungsstörungen, gesteigerte Enthemmung, Verlust der Kritikfähigkeit, erhöhte Aggressionsbereitschaft 
    • 2,0–3,0 ‰ starke Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen, Erbrechen, Verwirrtheit, kaum noch Reaktionsvermögen, Muskelerschlaffung, Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen
    • 3,0–4,0 ‰ Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust, schwache Atmung, Unterkühlung, Reflexlosigkeit
    • ab 4,0 ‰ Lähmungen, unkontrollierte Ausscheidungen, Koma mit Reflexlosigkeit, Atemstillstand und Tod

    (Quelle: www.kenn-dein-limit.de)

  • Kater! Warum?

    Alkohol entwässert den Körper, was am Morgen danach Kopfschmerzen verursacht. Die vom Alkohol gereizte Magenschleimhaut sorgt für Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Fuselöle und Abbauprodukte wie Acetaldehyd befeuern die Beschwerden zusätzlich.
  • Tipps gegen den Kater

    Grillpartys, Geburtstagsfeiern und Volkfeste – es gibt zahlreiche Anlässe, bei denen traditionell Alkohol fließt. So beugen Sie einem Kater vor oder lindern typische Kater-Beschwerden.
  • Erster Rausch

    Deutsche Jugendliche haben im Schnitt mit 16,4 Jahren ihren ersten Alkoholrausch.

    (Quellen: Statista 2017, Alkoholatlas Deutschland 2017)

  • Komasaufen

    Nicht selten trinken Minderjährige zu schnell und zu viel. Im Jahr 2015 wurden fast 15.000 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

    (Quelle: Alkoholatlas Deutschland 2017)

  • Risikoarmer Alkoholkonsum

    Bis zum 20. Lebensjahr gibt es keinen risikoarmen Alkoholkonsum, da Alkohol auch bei jungen Erwachsenen noch die Entwicklung stören kann. Ab 21 sollten Männer maximal 24 g und Frauen maximal 12 g Alkohol pro Tag trinken – bei zwei alkoholfreien Wochentagen. 12 g entsprechen 0,3 Liter Bier (5 Vol.-%) oder rund einem Achtelliter Wein (11 Vol.-%).

    (Quelle: www.kenn-dein-limit.de)

  • Alkoholismus schadet nicht nur den Betroffenen

    Eine Alkoholsucht schadet nicht nur dem Körper, sondern verändert auch die Persönlichkeit. Betroffene werden u. a. unzuverlässig, reizbar, aggressiv oder depressiv. Tätlichkeiten sowie Unfälle gefährden Leib und Leben von Angehörigen und Dritten.

    (Quelle: www.kenn-dein-limit.de)

  • Langfristige Folgen

    Erhöhter Alkoholgenuss kann nicht nur in eine Alkoholsucht führen, sondern schadet Ihrer Gesundheit. So ist Alkohol an der Entstehung von über 200 Krankheiten beteiligt.

    Gesundheitliche Auswirkungen erhöhten Alkoholgenusses:

    • Nervenzellen sterben, Denkleistung/Konzentration leidet, Demenz
    • schwächt das Immunsystem
    • erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • erhöht das Krebsrisiko, insbesondere in Leber, Mundhöhle, Rachen/Speiseröhre, Enddarm und Brustdrüse (Frau)
    • schädigt Magen (Gastritis), Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und Leber (Hepatitis, Leberzirrhose)
    • verringert Potenz und sexuelle Erlebnisfähigkeit

    (Quellen: www.kenn-dein-limit.de, Alkoholatlas Deutschland 2017)

  • Embryo trinkt mit

    Am 10. bis 14. Tag nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle in der Gebärmutter ein und wird über den mütterlichen Blutkreislauf versorgt. Ab da sollten werdende Mütter auf Alkohol verzichten, da schon kleine Mengen Alkohol die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes gefährden.

    (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))

  • Alkoholfrei stillen

    Alkohol gelangt über den Blutkreislauf in die Muttermilch. Deshalb sollten stillende Mütter grundsätzlich keinen Alkohol trinken.

    (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))

  • Fetales Alkoholsyndrom

    Das fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist die schwerste Form alkoholbedingter Schädigungen in der Schwangerschaft. In Deutschland werden etwa über 2.000 Kinder pro Jahr damit geboren. Sie leiden unter anderem an Nierenschäden, Herzfehler, verformtem Gesichtsschädel, Verhaltensstörungen, Lernstörungen und verminderter Intelligenz.

    (Quelle: www.kenn-dein-limit.de)

  • Naturprodukt Alkohol

    Alkohol (Ethanol) entsteht in der Natur, wenn Mikroorganismen wie Hefen den Zucker aus Früchten und anderen Pflanzenteilen vergären. Deshalb befindet sich Alkohol in vielen Lebensmitteln, die Hefen enthalten oder mithilfe von Mikroorganismen hergestellt werden:

    • Brot bis 0,3 %
    • Apfelsaft bis 0,4 %
    • Sauerkraut ca. 0,5 %
    • Traubensaft bis 0,6 %
    • reife Banane bis 1 %
    • reifer Kefir bis 1 %

    (Quelle: chemie.de)

  • Promille-Rechner

    Mit der sogenannten Widmark-Formel lässt sich die maximale Blutalkoholkonzentration (BAK) am leichtesten berechnen:

    Alkoholmenge [g] ÷ (Körpergewicht [kg] × Wasseranteil) = BAK [‰]

    Wasseranteil: Frau ≈ 0,6 Mann ≈ 0,7

  • Alkohol abbauen

    MBis zu 90 % des getrunkenen Alkohols gelangt über die Schleimhäute schnell ins Blut. Etwa 90 % davon baut die Leber ab. Dabei schaffen

    • Frauen ca. 0,1 Promille/Stunde,
    • Männer 0,1–0,2 Promille/Stunde.

    Ausnahme: Jedem zweiten Asiaten fehlt ein wichtiges Enzym (Aldehyd-Dehydrogenase 2),  weshalb Asiaten Alkohol nur sehr langsam abbauen können.

    (Quelle: kein-dein-limit.info)

  • Urzeit-Rausch

    Schon die ersten Menschen berauschten sich höchstwahrscheinlich an vergorenen Früchten. Die ältesten Zeugnisse menschlicher Alkohol-Herstellung sind rund 9.000 Jahre alt und stammen aus China: Dort wurde ein Gemisch aus Wasser, Reis, Honig und Früchten zu einer Art Wein vergoren.

    (Quelle: National Geographic 2017)

  • Hochprozentiges aus Menschenhand

    Selbst die robustesten Hefen und Bakterien sterben bei etwa 15 Prozent Alkoholgehalt ab. Für Hochprozentiges muss der Mensch nachhelfen. Etwa 900 n. Chr. gelang es dem persischen Arzt Abu Bakr Mohammad ibn Zakariya ar-Razi, Weingeist aus Wein zu destillieren.

    (Quelle: Alchemie: Lexikon einer hermetischen Wissenschaft (C.H. Beck, 1998))

  • Tausendsassa Ethanol

    Alkohol ist mehr als nur eine gesundheitsschädliche Droge. Die Chemikalie dient vielen Zwecken als Lösungsmittel in Chemielaboren, Geruchsstoffträger in Parfüms, Bestandteil von Reinigungs- und Frostschutzmitteln, Kraftstoff (E85) für Ottomotoren, Hautdesinfektionsmittel (70 % Ethanol) sowie Lösungsmittel in zahlreichen flüssigen Arzneimitteln.

    (Quelle: chemie.de)

  • Heilendes Gift

    Ärzte setzen Ethanol für medizinische Zwecke ein. Beispielsweise wird 95%iges Ethanol in kleine Leber- oder Schilddrüsentumoregespritzt, um Krebszellen abzutöten. Bei einer Methanol-Vergiftung erhalten Patienten eine Ethanol-Lösung zum Trinken oder in die Vene gespritzt, um das Methanol aus dem Körper zu schwemmen.

    (Quelle: chemie.de)

Bild: petereleven/Shutterstock