Wichtig: Tauglichkeitsuntersuchung

Fit fürs Tauchen?

Hier erfahren Sie, warum Sie körperlich und geistig fit sein sollten, wenn ein Tauchurlaub geplant ist. Ihre Allianz gibt Ihnen Tipps, wie Sie sich mit Tauglichkeitsuntersuchungen vorbereiten können und mit welchen Erkrankungen Sie besser auf Tauchen verzichten. 

In Kürze
Alle drei Jahre
Ausreichende körperliche und geistige Fitness sind die Grundvoraussetzungen, um einen Tauchgang zu überleben. Sporttaucher sollten daher mindestens alle drei Jahre ihre Tauchtauglichkeit untersuchen lassen.
Jährlich
Für Tauchschüler und Sporttaucher unter 18 und ab 40 Jahren fordern Tauchmediziner jährlich eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung.
Untersuchungskosten
Eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung muss von zertifizierten Ärzten durchgeführt werden und kostet in der Regel zwischen 85 und 110 Euro.
Tauchen macht Spaß, wenn die Risiken vorher abgeklärt wurden.
Tauchtauglichkeit testen
Tauchen macht Spaß, wenn die Risiken vorher abgeklärt wurden.
Sporttauchen boomt. Viele nutzen im Urlaub die Möglichkeit, einen inter­na­tio­nal gültigen Tauch­schein zu erwerben. Um Tauch­unfällen vorzu­beugen, fordern seriöse Tauch­schulen ein aktuelles Tauch­taug­lich­keits­attest. Die Ge­sell­schaft für Tauch- und Über­druck­medizin empfiehlt auch erfahrenen Sport­tauchern, je nach Alter regelmäßig ihre Tauch­taug­lich­keit untersuchen zu lassen.
Risiko eines Tauchunfalls vermeiden
  • Alle Erkrankungen, die das Risiko eines Tauchunfalls erhöhen, schränken die Tauchtauglichkeit selbstverständlich ein oder machen das Tauchen unmöglich.
  • Absolutes Tauchverbot gilt unter anderem bei den meisten Herz-Kreislauf- und Lungenkrankheiten, bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, bei Epilepsie sowie bei diversen Urogenitalerkrankungen und HNO-Leiden.
  • Ungeeignet fürs Tauchen sind zudem Personen mit bedeutsamen Lernstörungen, mit psychischen Erkrankungen, Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, Verhaltensauffälligkeiten wie hohem Risikoverhalten, Neigung zu Angst- und Panikreaktionen oder schweren Depressionen.
  • Kinder und Jugendliche mit Asthma dürfen generell nicht tauchen. Ebenso gilt ein insulinabhängiger Diabetes bei Kindern als absolutes Ausschlusskriterium, wobei es bei älteren Jugendlichen Ausnahmen geben kann.
  • Bei Erwachsenen ist nur Belastungs- und Kälte-induziertes Asthma ein Hindernis. Weitere Ausschlusskriterien sind Allergien auf bestimmte Kunststoffe und Gummi sowie schwere Insektengiftallergien.
  • Im Rahmen einer Tauchtauglichkeitsuntersuchung führt der Tauchmediziner eine umfassende Anamnese durch. Diese sollten Sie im eigenen Interesse vollumfänglich und wahrheitsgetreu beantworten.
  • Schwanger? Nicht tauchen! Schwangere sind grundsätzlich nicht tauchtauglich. Mikrogasblasen können in den Blutkreislauf des Fetus gelangen und diesen schädigen.
Einschränkung der Tauchtauglichkeit?

Untergewichtige Taucher sollten bei der Wahl der Tauchausrüstung berücksichtigen, dass sie mangels natürlicher „Isolierung“ schneller auskühlen.

Stark übergewichtige Taucher tragen ein erhöhtes Risiko, einen Dekompressionsunfall zu erleiden. Ab einem BMI von 30 raten Tauchmediziner daher von dekompressionspflichtigen Tauchgängen und Wiederholungstauchgängen ab.

Individuelle Maßnahmen abklären

Dies kommt auf den Einzelfall an. Über- oder Unterzucker während des Tauchgangs ist lebensgefährlich. Dennoch können selbst insulinpflichtige Diabetiker, die ansonsten gesund sind, bei entsprechenden medizinischen Vorkehrungen tauchtauglich sein.

Betroffene müssen jedoch die individuellen Maßnahmen (z. B. Blutzuckerwert bei Tauchbeginn, maximale Tiefe, Glucagon-Spritze für den Notfall) mit ihrem behandelnden Arzt abklären – und Tauchpartner aufklären.

Tauchmedizinische Empfehlungen
Kinder dürfen frühestens ab dem achten Lebensjahr an das Sporttauchen herangeführt werden. Je nach Alter existieren tauchmedizinische Empfehlungen bezüglich der maximalen Tauchtiefe, Dauer des Tauchgangs und Aufstiegsgeschwindigkeit. Außerdem ist eine jährliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung unverzichtbar, da bei Kindern und Jugendlichen strengere gesundheitliche Anforderungen gelten als bei Erwachsenen.
Was schränkt die Tauchtauglichkeit ein?

Grundsätzlich gilt: Wer sich krank, unwohl oder unsicher fühlt, sollte nicht tauchen. Des Weiteren sollten Sie auch unter folgenden Umständen nicht tauchen:

  •  bei Schwangerschaft
  • unter Alkohol- und Drogeneinfluss
  • bei einer Perforation des Trommelfells (Riss, Loch, Paukenröhrchen), Mittelohrentzündung und/oder Nebenhöhlenentzündung
  • mit erhöhter Körpertemperatur oder Fieber
  • nach einem Tauchunfall
  • nach Einnahme von Medikamenten, die die Funktion des Nervensystems beeinflussen
  • während und nach der Behandlung mit bestimmten Krebs- oder Malariamedikamenten
  • nach einer Operation
  • über ein bis zwei Jahre nach einer Organtransplantation

Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ob und wann Sie wieder tauchtauglich sind!

Regelmäßiges Tauglichkeitsattest: Die GTÜM empfiehlt Tauchern unter 18 und ab dem 40. Lebensjahr, jährlich die Tauchtauglichkeit nachprüfen zu lassen – ansonsten alle drei Jahre.

Ablauf

Zuerst müssen Sie einen medizinischen Fragebogen ausfüllen, der den Empfehlungen der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) und der Österreichischen Gesellschaft für Tauch- und Hyperbarmedizin (ÖGTH) entspricht. Anschließend folgen Lungenfunktionsuntersuchung, Ruhe-EKG sowie weitere körperliche Untersuchungen, unter anderem der Ohren. Abhängig vom Gesundheitszustand (z. B. Übergewicht, Bluthochdruck) und ab 40 Jahren sind zusätzliche Untersuchungen wie ein Belastungs-EKG und eine Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit notwendig.

Hinweis: In Deutschland dürfen alle Ärzte ein Tauchtauglichkeitsattest ausstellen, die sich an die die Standards für die Tauchtauglichkeit der GTÜM und ÖGTH halten. GÜTM-zertifizierte Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie online in der Taucherarzt-Liste.

Kosten der Untersuchung: Eine Untersuchung der Tauch­taug­lich­keit kostet etwa 85 bis 110 Euro. Ein Leis­tungs­an­spruch besteht weder bei gesetzlich noch bei privat Kranken­ver­si­cherten.

Bilder: Tauchen - Richard Carey/Fotolia; Versichert im Ausland - contrastwerkstatt/Fotolia