Arztbesuch im Ausland

Allianz Gesundheitswelt - Arztbesuch im Ausland: Ein Holzschild, auf welchem auf der linken seite ein rotes pluszeichen und ein weißer Pfeil und auf der rechten Seite die Aufschrift Medical Center platziert sind.

Wer auf große Reise geht, sollte sich entsprechend vorbereiten – das gilt auch für die Reise­apotheke, besonders wenn man chronisch krank ist oder einer Risiko­gruppe angehört. Wer auf Reisen ernsthaft erkrankt, steht plötzlich vor ungewohnten Problemen. Wo erhalte ich eine medizinische Behandlung in ausreichender Qualität? Wie überwinde ich Sprach­barrieren? Ihre Allianz Gesund­heits­welt gibt Tipps.

Sofern Sie an einer chronischen Erkrankung leiden, schwanger, immun­geschwächt oder gebrechlich sind, sollten Sie dies bei Ihrer Reise­planung berück­sichtigen. Konsul­tieren Sie Ihre:n behandelnde:n Arzt oder Ärztin, ob Ihr favorisiertes Reiseziel in Ihrem Gesund­heits­zustand vertretbar ist.

Ebenso sollte ihr Impfschutz auf Stand sein. In manchen Ländern besteht Impfpflicht für bestimmte Erkrankungen (siehe Auswärtiges Amt), wobei der Impf­nachweis bei der Einreise oder bereits mit dem Visums­antrag vorgelegt werden muss. Zudem empfiehlt die Ständige Impf­kommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts länder­spezifische Impfungen. Weitere Details finden Sie auf unserer Seite zur Reisevorbereitung.

Falls Sie dauerhaft oder länger­fristig auf Medikamente angewiesen sind, sollten Sie zudem ein Attest mit sich führen – idealer­weise in der Landes­sprache des Reiseziels und in Englisch. So ersparen Sie sich auch unnötigen Ärger bei Grenz- und Flughafen­kontrollen, wenn sie Betäubungs­mittel, Spritzen oder Ähnliches mit sich führen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Reiseapotheke.

Außerdem sollten Sie vor Reise­antritt eine geeignete Arztpraxis im Reiseland suchen, die Sie ohne Sprach­barriere konsul­tieren können. Gesetz­liche und private Kranken­versicherungen verfügen innerhalb der EU über ein eigenes Netzwerk deutsch­sprachiger Arztpraxen. Fragen Sie einfach bei Ihrem Sach­bearbeiter, Ihrer Sachbearbeiterin oder der reise­medizinischen Beratung Ihres Versicherers nach. Letztere kann Ihnen in der Regel auch deutsch­sprachige Ärzte und Ärztinnen an Ihren Fernreise­zielen nennen.

Ein genereller Hinweis: Je nach Reiseland sollten Sie auch beim Essen und Trinken eine gewisse Vorsicht walten lassen.

Falls Sie auf Reisen erkranken und noch keine Arztpraxis recher­chiert haben, hilft Ihnen am schnellsten Ihr Reise­kranken­versicherer. Listen deutsch­sprachiger Ärztinnen und Ärzte erhalten Sie außerdem vom deutschen Konsulat vor Ort, von Ihrem Reise­veranstalter oder direkt in Ihrem Hotel.

Sofern kein Notfall vorliegt und Sie die Wahl zwischen mehreren Arztpraxen oder Kliniken haben, lohnt sich ein prüfender Blick, bevor Sie sich in Behandlung begeben. Folgende Indizien lassen auf ein Mindestmaß an Qualität in der medizinischen Behandlung schließen:

  • Die Praxis oder Klinik legt sichtbar Wert auf Hygiene.
  • Das medizinische Personal nimmt Rücksicht auf etwaige Sprach­probleme.
  • Sie werden nach Allergien, Vor­erkrankungen und Ihrer aktuellen Medikation gefragt.
  • Der Arzt bzw. die Ärztin klärt Sie über die Risiken der empfohlenen Behandlung auf.

Bevor Sie sich in eine medizinische Behandlung im Ausland begeben, sollten Sie sich – sofern möglich – telefonisch mit Ihrem Reise­kranken­versicherer beraten. Führen Sie daher immer die Service-Rufnummer Ihrer Reise- bzw. Auslands­kranken­versicherung mit.

Gerade bei Fernreisen schlagen Zeit­ver­schiebung, Klima­veränderung und ungewohntes Essen aufs Wohl­befinden. Typische Reise­beschwerden wie Verdauungs­probleme und Jetlag legen sich aber nach wenigen Tagen. Plötz­liche Kopf­schmerzen, Gelenk­schmerzen, Zahn­schmerzen oder leichtes Fieber lassen sich mit einer gut ausgestatteten Reise­apotheke behandeln.

Offen­sichtliche Notfälle wie Knochen­brüche, stark blutende Wunden, Schlaganfall, Herzinfarkt, Quallen­attacken, Schlangen­biss, aller­gischer Schock oder Blut im Urin müssen selbst­verständlich sofort versorgt werden.

Zudem sollten Sie insbesondere in folgenden Fällen einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen, da hier Selbsthilfe meist nicht genügt:

  • verschmutzte Wunden – insbesondere Schürf­wunden sowie Kratz- und Bisswunden von Tieren und Menschen
  • Sonnenbrand oder Verbrennungen mit Blasen­bildung
  • starker (Brech-)Durchfall über zwei Tage
  • Blut im Erbrochenen (blutrote bis schwarze Färbung)
  • schwarzer Stuhl (Magen- oder Darmblutung!)
  • Säuglinge bis drei Monate sollten ab 38 °C Körper­temperatur in die Kinderarztpraxis
  • Kinder bis zwei Jahre, bei denen ein Fieber ab 39 °C über einen Tag anhält
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei denen ein Fieber ab 39 °C über drei Tage anhält
  • Fieber ab 40 °C

Im Zweifels­fall sollten Sie einen Arztbesuch nicht unnötig hinaus­zögern, erst recht, wenn sich die Beschwerden merklich verschlechtern.

Lassen Sie sich von uns beraten

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. Wir unter­stützen Sie gerne in allen Themen rund um die richtige Vorsorge und den für Sie geeigneten Versicherungs­schutz. Sprechen Sie uns noch heute an.

Bilder: Arztbesuch - sharpshutter/Shutterstock; Ausland-Notrufservice - GettyImages