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Entscheidend für den Therapieerfolg

Wie Sie Arzneimittel richtig einnehmen

Der Erfolg einer Arzneimitteltherapie hängt ganz entscheidend von der richtigen Einnahme der Medikamente ab. Werden Therapieempfehlungen missachtet, kann das schlimme Folgen haben.

In Kürze
Korrekte Anwendung 
Werden Medikamente nicht wie verordnet eingenommen, ist der Therapieerfolg in Gefahr oder es können Komplikationen auftreten. Halten Sie daher die ärztlichen Empfehlungen unbedingt ein.
Richtiger Einnahmezeitpunkt
Die Wirkung eines Arzneimittels wird auch von der zeitlichen Nähe zu den Mahlzeiten beeinflusst. Den empfohlenen Einnahmezeitpunkt daher stets beachten.
Behandlung auf eigene Faust?
Selbstmedikation kommt bei leichten und vorübergehenden Beschwerden in Frage. Auf keinen Fall sollten verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen werden, die ursprünglich für jemand anderen bestimmt waren.
Viele Medikamente können nur richtig wirken, wenn sie korrekt und regelmäßig eingenommen werden.
Beachten Sie die ärztlichen Anweisungen
Viele Medikamente können nur richtig wirken, wenn sie korrekt und regelmäßig eingenommen werden.
Viele Arzneimittel können ihre Wirkung nur bei korrekter Anwendung voll entfalten. Halten Sie sich daher genau an die Therapieempfehlungen des Arztes und wenden Sie die verordneten Arzneimittel gewissenhaft an.
Vermeiden Sie Komplikationen

Werden Medikamente nicht wie empfohlen eingenommen, kann es passieren, dass die Therapie erfolglos bleibt oder es können Komplikationen im Krankheitsverlauf eintreten. Diese können eine Notfallbehandlung und einen Klinikaufenthalt notwendig machen und im Extremfall sogar tödlich enden. Beachten Sie daher sorgfältig die Anweisungen Ihres Arztes und wenden Sie die verordneten Arzneimittel genau wie empfohlen an.

Wenn eine medikamentöse Behandlung nicht wie gewünscht anschlägt, kann das z. B. daran liegen, dass der Patient bewusst die Therapieempfehlungen missachtet hat. Etwa weil sie zu kompliziert oder zu aufwendig sind oder die im Beipackzettel genannten Nebenwirkungen abschreckend wirken. Auch unbewusste oder versehentliche Einnahmefehler bei Medikamenten gefährden den Therapieerfolg. Solche Fehler treten oft bei Patienten auf, die über längere Zeit oder dauerhaft Medikamente einnehmen müssen oder viele verschiedene Präparate verordnet bekommen (Multimedikation). Auch bei älteren, verwirrten Patienten kommt es häufig zu Einnahmefehlern.

Vor allem, wenn ein Medikament erstmalig verordnet wurde, gilt: Nehmen Sie ein paar Tage hintereinander die Arznei exakt wie vom Arzt verordnet ein. Ihr Körper braucht Zeit, sich umzustellen, sich an die Therapie zu gewöhnen. Bei leichten Nebenwirkungen können Sie abwarten. Wenn Sie nach ein paar Tagen immer noch das Gefühl haben, „etwas stimmt nicht“, berichten Sie Ihrem Arzt davon. Er wird die Dosierung anpassen, vielleicht sogar das Medikament wechseln. In jedem Fall geben Sie ihm damit die Chance, schnellstmöglich die für Sie optimale Behandlung zu finden. Treten nach der Anwendung ernsthafte Nebenwirkungen auf, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt und versuchen Sie nicht in Eigenregie, z. B. durch Halbieren von Tabletten, die Nebenwirkungen zu verringern.

Im Zweifel Arzt oder Apotheker fragen

Halten Sie sich an die vom Arzt verordnete Dosierung eines Medikaments. Bei der Einnahme rezeptfreier Arzneimittel berät Sie der Apotheker. Außerdem finden sich Dosierempfehlungen in der Packungsbeilage. Sollten Sie einmal die Einnahme einer Dosis vergessen, darf meist nicht zum nächsten Einnahmezeitpunkt die doppelte Menge eingenommen werden. Was Sie in einem solchen Fall tun sollen, erfragen Sie sicherheitshalber bei Ihrem Arzt oder Apotheker. Nachfragen zur richtigen Dosierung sind auch noch möglich, wenn Sie das betreffende Medikament schon vor längerer Zeit erhalten haben!

Wenn Sie verschiedene Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie dies, soweit das medizinisch vertretbar ist, möglichst über den Tag verteilt tun. Sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber.

Mahlzeiten beeinflussen die Wirkung

Für viele Medikamente wird ein bestimmter Einnahmezeitpunkt empfohlen, vor allem hinsichtlich der Nahrungsaufnahme. Denn Mahlzeiten können die Wirkungen und Nebenwirkungen eines Arzneimittels beeinflussen. 

  • Nüchtern: Der Magen muss hierzu leer sein. Die Einnahme sollte frühestens vier Stunden nach der letzten Mahlzeit erfolgen. 
  • Vor dem Essen: Einnahme 15 bis 30 Minuten vor der Mahlzeit 
  • Nach dem Essen: Einnahme 30 bis 60 Minuten nach der Mahlzeit 
  • Zum Essen: Einnahme während oder unmittelbar nach der Mahlzeit 
  • Unabhängig von Mahlzeiten: Einnahme zu einem beliebig gewählten Zeitpunkt, nach Möglichkeit aber jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit und unter gleichen Bedingungen (z. B. nach dem Frühstück). 

In der Regel berücksichtigen Einnahmeempfehlungen auch die natürlichen Tagesschwankungen von Blutdruck, Hormonproduktion etc. So sind blutdrucksenkende Mittel oft morgens einzunehmen, weil der Blutdruck im Allgemeinen tagsüber höher ist als nachts.

Am besten nicht nur ein Schluck
Viele Medikamente sind „mit reichlich Flüssigkeit“ einzunehmen, damit diese schnell durch den Magen gespült werden. Denn die meisten Arzneien werden erst im Darm verwertet und dorthin gelangen sie am schnellsten bei gleichzeitiger Einnahme von viel Flüssigkeit (schnellere Magenentleerung). Ein einzelner großer Schluck ist noch keine ausreichende Flüssigkeit. Trinken Sie mindestens 150 ml und am besten stilles Wasser, z. B. Leitungswasser.
Packungsbeilage beachten

Tabletten dürfen nur geteilt werden, wenn es in der Packungsbeilage steht. Das Teilen erfolgt entlang der Bruchkerbe. Nicht geteilt werden dürfen z. B. Kapseln, Dragees und – bis auf wenige Ausnahmen – Tabletten ohne Bruchkerbe sowie Tabletten mit einem dünnen Überzug (Filmtabletten). 

Für Sie als Patient ist es oft schwer zu erkennen, ob es sich bei den Tabletten um teilbare oder nicht teilbare handelt. Und es ist schwierig, Tabletten in gleichmäßig große Stücke zu zerteilen. Um mit jeder Medikamenteneinnahme eine stets gleichbleibend hohe Wirkstoffmenge zu garantieren, bieten die Hersteller von Arzneimitteln unterschiedliche Wirkstärken an. Grundsätzlich sollten Sie Tabletten also nicht teilen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wo das sinnvoll und medizinisch notwendig ist (z. B. Beendigung einer Cortisontherapie, Marcumar-Einstellung).

Behandlung auf eigene Faust

Selbstmedikation ist die Anwendung von Arzneimitteln auf „eigene Faust“, ohne ärztliche Beratung. Dabei handelt es sich um rezeptfreie Präparate, die einfach über den Ladentisch in der Apotheke gekauf und daher auch OTC-Präparate (aus dem Englischen: over the counter) genannt werden.

Bei leichten und vorübergehenden Beschwerden und Erkrankungen wie Schnupfen, Schmerzen oder Magenverstimmung ist eine Selbstmedikation in der Regel unproblematisch. Es gibt aber Grenzen der Selbstbehandlung: So ist bei unklaren Symptomen, häufig wiederkehrenden oder sich verschlimmernden Beschwerden ein Arztbesuch angeraten. Vorsicht geboten ist auch, wenn Sie neben vom Arzt verordneten Arzneimitteln noch OTC-Präparate einnehmen wollen. Es kann zu Wechselwirkungen kommen. Daher sollten Sie Ihren Arzt bzw. Apotheker stets über alle Präparate informieren, die Sie anwenden. Auch jene, die Sie nicht regelmäßig einnehmen. 

Manchmal werden ältere, ärztlich verordnete Arzneimittel, die noch zu Hause in der Schublade liegen, aber längst nicht mehr gebraucht werden, nach eigenem Ermessen im Sinne der Selbstbehandlung angewendet. Schlaftabletten der Oma, Rheumatabletten vom Gatten oder ähnliches. Oder es werden im Sinne der „Nachbarschaftshilfe“ gegenseitig verschreibungspflichtige Medikamente angeboten. Tun Sie das nicht. Was dem Einen hilft, kann dem Anderen schaden.

Bilder: Titelbild - Benjamin Nolte/noltemedia; Wirkungen und Nebenwirkungen - Goffkein/Adobe Stock; Broschüre Arzneimittel - Andrey Shell/Adobe Stock