Tipps bei Hitzeverletzungen 

Hautverbrennungen versorgen

Welche Verbrennungsgrade gibt es und wann muss man zum Arzt ?

In Kürze
Was sind Verbrennungen?
Dazu zählen alle Verletzungen durch Hitzeeinwirkung. Die Hitzequelle kann Feuer, elektrischer Strom, ein heißer Gegenstand, ionisierende Strahlung (z. B. UV-Licht), Reibung (z. B. zu enge Schuhe), eine heiße Flüssigkeit oder Dampf sein. In den beiden letzten Fällen spricht man auch von Verbrühungen.
Schneller Schaden am Gewebe
Erreicht die Temperatur im Gewebe 45 °C, so beginnen Körpereiweiße binnen Minuten zu zerfallen und Zellen abzusterben. Je heißer, umso schneller das Zerstörungswerk: ab 50 °C müssen nur Sekunden, ab 70 °C weniger als eine Sekunde vergehen, um das Gewebe zu schädigen.
Gefährlich: schwere Verbrennungen
Bei der Verbrennungskrankheit (Schockzustand nach großflächigen Verbrennungen) fließen Eiweiß- und Zellreste in den Blutkreislauf. Dies kann Nierenversagen verursachen und Gefäße verstopfen: Beides Gründe, warum schwere Verbrennungen unbehandelt zum Tode führen können.
Selbst behandeln 
Im Sommer ist ein Sonnenbrand mit die häufigste Form einer Hautverbrennung. Doch die Ursachen im Alltag sind vielfältig, ob heißes Backblech oder verschütteter Tee. Solange nur eine kleine Hautfläche betroffen ist und die Verletzung nicht tief geht, können Sie diese in der Regel selbst behandeln.
Vier Abstufungen
  • Verbrennung 1. Grades: Haut gerötet und geschwollen, Schmerzen. Hier ist nur die Oberhaut (Epidermis) betroffen, die Verletzung verheilt daher ohne Narben, z. B. bei einem normalen Sonnenbrand.
  • Verbrennung 2. Grades: Blasenbildung und starke Schmerzen. Die Hitze hat auch die Lederhaut (Dermis) verletzt, je nach Tiefe können Pigmentstörungen oder eine Narbe zurückbleiben.
  • Verbrennung 3. Grades: Wundgrund weißlich bis ledrig-braun, kein Schmerzempfinden. In diesem Fall ist die Unterhaut (Subcutis) zerstört, unter anderem sind auch die Schmerzrezeptoren betroffen. Jedoch verursachen die Wundränder mit Verbrennungen 2. Grades starke Schmerzen.
  • Verbrennung 4. Grades: Schwarzer Wundgrund, Verbrennungen können auch Weichteile (Muskeln, Sehnen) oder sogar Knochen betreffen.
Schwere der Verbrennung

Ob eine Brandverletzung ärztlich behandelt werden muss, hängt sowohl von der Schwere der Verbrennung bzw. Verbrühung als auch vom Alter des Betroffenen ab. In folgenden Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • Augen betroffen (Notfall!)
  • Schockanzeichen wie Blässe, Zittern und kalter Schweiß (Notfall!)
  • Verbrennungen 2. bis 4. Grades, die bei Erwachsenen 10 Prozent, bei Kindern 5 Prozent der Körperoberfläche betreffen (Notfall!)
  • Verbrennungen 3./4. Grades
  • Verbrennungen bzw. Verbrühungen bei Säuglingen und Kleinkindern
  • Verbrennungen ab 2. Grades der Gelenke, des Gesichts, der Genitalien
  • Großflächige, schmerzhafte Hitzeverletzungen
  • Schlecht heilende oder entzündete Brandwunden
  • Wundsekret in den Brandblasen nimmt grüne bis braune Farbe an (Infektion!)
Hitzeverletzungen behandeln 
  • Kleinere Verbrennungen sollten Sie innerhalb der ersten 30 Minuten mit lauwarmem Wasser (nicht kälter als 15 °C) für maximal 10 bis 20 Minuten kühlen. Brechen Sie vorher ab, falls es dem Betroffenen zu unangenehm wird oder dieser vor Kälte zittert.
  • Bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und generell bei großflächigen Hitzeverletzungen (über 15 Prozent Körperoberfläche) darf nicht gekühlt werden. Hier besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Unterkühlung (Hypothermie).
  • Verbrennungen und Verbrühungen 1. Grades müssen Sie nicht verbinden. Sie sollten Sie aber möglichst schonen, um sich unnötige Schmerzen zu ersparen.
  • Reißt oder platzt eine Brandblase auf, liegt die Lederhaut frei und es besteht Infektionsgefahr. Schützen Sie daher kleine Blasen mit einem Blasenpflaster. Bei größeren Blasen bietet sich eine sterile Wundauflage an, die Sie gepolstert verbinden.
  • Akute Verletzungen ab 3. Grades bedecken Sie mit einer sterilen Wundauflage, den Rest übernimmt der Arzt oder Notarzt.
  • Verhalten im Notfall: Für Notfallsituationen rund um Verbrennungen und Verbrühungen prägen Sie sich am besten die Empfehlungen des Deutschen Roten Kreuzes ein: DRK-Tipps
Infektionsrisiko vermeiden
  • Größere oder ungünstig gelegene (z. B. an Gelenken) Blasen müssen unter Umständen punktiert werden.
  • Aufgrund des Infektionsrisikos sollten Sie das Anstechen medizinisch geschultem Personal respektive Ihrem Hausarzt überlassen.
Ideal bei Wunden
  • Brandverletzungen heilen am besten, wenn die Wunde feucht gehalten wird.
  • Schneiden Sie daher niemals die Haut über einer Blase weg.
  • Ideal bei offenen Wunden sind Gelverbände und hydroaktive Wundauflagen, die nicht mit dem Gewebe verkleben.
  • Zudem gelten die allgemeinen Empfehlungen zur Wundheilung.
Dauer des Heilungsprozesses
  • Verbrennungen 1. Grades heilen meist binnen weniger Tage ab.
  • Kleine Brandwunden 2. bis 3. Grades benötigen ein bis zwei Wochen.
  • Bei schwerwiegenden Hitzeverletzungen, die einer medizinischen Behandlung bedürfen, kann sich der Heilungsprozess über Wochen bis Monate hinziehen.
  • Die Nachbehandlung großflächiger Verbrennungsnarben kann Monate oder sogar Jahre beanspruchen.
Bild: g215/Shutterstock