Frauengesundheit: Vorsorge ab 50
- Krankheiten rechtzeitig erkennen: Durch Vorsorgeuntersuchen lassen sich altersbedingte Krankheiten bei Frauen frühzeitig feststellen. Dadurch sind die Heilungschancen höher und die Therapie ist meist weniger belastend.
- Gefahr Herzinfarkt: Mit dem Alter steigt auch bei Frauen die Gefahr für einen Herzinfarkt. Rauchen und Diabetes erhöhen bei Frauen das Infarktrisiko mehr als bei Männern. Oft gibt es bei Frauen untypische Warnzeichen, die möglicherweise nicht rechtzeitig erkannt werden.
- Krebs bei Frauen: Im Laufe ihres Lebens erkrankt etwa jede zehnte Frau in Deutschland an Brustkrebs, die meisten Frauen nach ihrem 60. Lebensjahr. Auch Eierstock- und Gebärmutterkrebs betrifft überwiegend ältere Frauen.
Ärztliche Vorsorge: Krankheiten rechtzeitig erkennen
Welche Vorsorgeuntersuchungen ab 50?
Um diese Vorsorgeuntersuchungen sollten Sie sich ab 50 regelmäßig kümmern:
Schlagen Frauenherzen anders?
Die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die mit zunehmendem Alter und der Anzahl der Risikofaktoren ansteigt. Dazu gehören Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Rauchen, Diabetes und Übergewicht.
Bei Frauen wirken sich die Gefäßrisikofaktoren allerdings anders aus als bei Männern. So setzt das Rauchen den weiblichen Gefäßen offenbar stärker zu als den männlichen. Zuckerkranke Frauen haben ein zwei- bis dreimal höheres Herzinfarktrisiko als zuckerkranke Männer.
Frühwarnzeichen, mit denen sich ein Herzinfarkt ankündigt, sind nicht nur Brustenge und brennende Schmerzen mit Ausstrahlung in die Arme. Diese Beschwerden bringt fast jeder mit einem Herzinfarkt in Verbindung. Auch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen können auf einen (drohenden) Infarkt hinweisen. Bei Frauen sind diese Anzeichen häufiger anzutreffen als bei Männern.
Bei solchen Beschwerden heißt es: Sofort den Notruf wählen! Je schneller das verschlossene Gefäß wieder eröffnet wird, desto größer ist die Chance, dass das Herz nicht zu stark geschädigt wird.
Was tun bei schwacher Blase?
Es gibt verschiedene Arten der Inkontinenz. Bei der Belastungs- bzw. Stressinkontinenz geht der Harn bei Erhöhung des Drucks im Bauchraum durch körperliche Anstrengung, Husten, Niesen oder Lachen ungewollt ab. Der Grund ist, dass im Alter die Beckenorgane (z. B. Blase, Gebärmutter, Enddarm) nach unten sinken. Dadurch arbeitet das Verschlusssystem der Blase weniger effizient und kann den Harnverlust bei Zusatzbelastungen nicht mehr verhindern.
Bei der Dranginkontinenz besteht ein dauernder Harndrang. Entweder sind die Blasenmuskeln überaktiv oder die Sensoren in der Blase signalisieren fälschlicherweise, dass die Blase gefüllt ist. Starkes Übergewicht und chronische Verstopfung erhöhen das Risiko für Inkontinenz. Beide Faktoren können Sie durch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung positiv beeinflussen.
Vorbeugend wirkt auch ein gut trainierter Beckenboden. Denn dieser umgibt Blasenausgang und Harnröhre wie eine Manschette. Starke Beckenbodenmuskeln verhindern so das Absinken der Beckenorgane und unterstützen den Blasenschluss. Lassen Sie sich physiotherapeutische Übungen zur Kräftigung des Beckenbodens zeigen.
Krebserkrankungen bei Frauen früh erkennen
Brustkrebs
Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen. Dazu gehören eine frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre, Kinderlosigkeit bzw. eine erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr, keine Stillzeiten sowie Übergewicht, regelmäßiger Alkoholkonsum und wenig Bewegung. Selten spielt eine erbliche Veranlagung eine Rolle. Neue Studien zeigen, dass auch eine längere Hormonersatztherapie in den Wechseljahren das Brustkrebsrisiko erhöht.
Brustkrebs lässt sich zumeist Brust erhaltend operieren, bestrahlen oder mit Medikamenten bekämpfen. Welche Therapie am besten ist, hängt von der Größe, Ausbreitung sowie von feingeweblichen und biologischen Merkmalen des Tumors ab. Die Behandlung ist deshalb individuell verschieden. Dank Früherkennung und besserer Behandlungsmöglichkeiten hat die Sterblichkeit bei Brustkrebs in den letzten Jahren abgenommen.
Brustkrebs-Warnsignale
Achten Sie auf diese Symptome:
- Veränderungen der Brustwarzen
- Knoten in der Brust
- Änderungen der Brustgröße
- Schwellungen in der Achselhöhle
- Hautauffälligkeiten
Brustkrebsvorsorge:
- jährliche Tastuntersuchung für Frauen ab 30 Jahren
- Mammografie alle zwei Jahre für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren
- jährliche Tastuntersuchung für Frauen ab 70 Jahren
Jede auffällige Veränderung besprechen Sie idealerweise mit Ihrem Frauenarzt. Auch bei Schmerzen ist der Arztbesuch ratsam.
Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs
Das Hauptsymptom ist eine Blutung aus der Gebärmutter (ähnlich einer Perioden- oder Schmierblutung). Daher gilt: Jede noch so geringe Blutung nach den Wechseljahren muss von einem Frauenarzt abgeklärt werden! Die Gebärmutter wird durch Tasten und gegebenenfalls Ultraschall untersucht. In manchen Fällen ist zur Diagnostik eine Ausschabung nötig. Gebärmutterkrebs wird operiert. Dabei werden Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter entfernt. Die Operation wird oft mit einer Strahlentherapie kombiniert, um einen Rückfall zu verhindern. Gebärmutterkrebs entwickelt sich in der Regel sehr langsam. Die Frühdiagnose erhöht die Heilungschancen deutlich.
Das Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, ist bei übergewichtigen Frauen dreimal höher als bei normalgewichtigen.
Eierstockkrebs
Die Heilungschancen stehen hier schlecht. Umso wichtiger ist eine jährliche Untersuchung zur Krebsfrüherkennung.
Bei der Entstehung dieser Krebsart wirken sich die monatliche Eireifung und der Eisprung offenbar negativ aus. Schwangerschaften und die Pille unterdrücken den Eisprung. Sie senken deshalb das Risiko für Eierstockkrebs. Selten ist eine Genveränderung die Ursache.
Eierstockkrebs wird in der Regel operiert und mittels Chemotherapie behandelt. Die Therapiewahl hängt vom Stadium der Krebserkrankung ab.