Risiken minimieren

Frauen­gesundheit: Vorsorge ab 50

Mit steigendem Alter steigt auch die Wahrscheinlich­keit, bestimmte Krankheiten zu bekommen.  Durch regelmäßige Vorsorge­untersuchungen werden mögliche Probleme frühzeitig erkannt, bevor größere Schäden entstehen.

In Kürze
Krankheiten rechtzeitig erkennen
Durch Vorsorge­untersuchen lassen sich alters­bedingte Krank­heiten bei Frauen frühzeitig feststellen. Dadurch sind die Heilungs­chancen höher und die Therapie ist meist weniger belastend.
Gefahr Herzinfarkt

Mit dem Alter steigt auch bei Frauen die Gefahr für einen Herz­infarkt. Rauchen und Diabetes erhöhen bei Frauen das Infarkt­risiko mehr als bei Männern. Oft gibt es bei Frauen untypische Warn­zeichen, die möglicher­weise nicht rechtzeitig erkannt werden.

 

Krebs bei Frauen
Im Laufe ihres Lebens erkrankt etwa jede zehnte Frau in Deutschland an Brustkrebs, die meisten Frauen nach ihrem 60. Lebensjahr. Auch Eierstock- und Gebärmutter­krebs betrifft überwiegend ältere Frauen.
Krankheiten rechtzeitig erkennen
Sie selbst können einiges tun, um Ihren Körper gesund zu erhalten. Dazu gehören gesunde Ernährung, Bewegung oder geeignete Entspannungs­methoden. Trotzdem sollten Sie sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. Sinn der Vorsorge ist es, Krankheiten möglichst früh zu entdecken, bevor größere Schäden entstehen. Dann sind sie meist gut behandelbar. 
Keine Angst vor dem weißen Kittel
Im Gegen­satz zu den Männern kümmern sich Frauen um ihre Gesundheit. Fast die Hälfte aller Frauen geht regel­mäßig zur Krebs­vorsorge. Mit den Jahren scheuen aber viele Frauen den Gang zum Arzt. Der Grund: Angst vor der Diagnose Krebs. Doch je früher eine Krebs­erkrankung erkannt wird, desto höher sind die Heilungs­chancen und desto weniger belastend ist auch oft die Therapie.

Um diese Vorsorgeuntersuchungen sollten Sie sich ab 50 regelmäßig kümmern:

  • Monatliche Selbstuntersuchung der Brüste; bei Auffälligkeiten sollten Sie sich sofort in frauenärztliche Behandlung begeben.
  • Tastuntersuchung bei der Frauenärztin (jährlich) sowie – in Absprache mit Ihrem Frauenarzt – regelmäßige Mammographie der Brüste (alle zwei Jahre).
  • Jährliche Krebsfrüherkennung mit gynäkologischer Untersuchung der Geschlechtsorgane und Abstrich.
  • Darmkrebsvorsorge mittels Darmspiegelung ab 55: Wiederholung alle zehn Jahre, wenn die Befunde unauffällig sind, und frü[er, wenn Auffälligkeiten entdeckt wurden. Alternativ jährliche Darmkrebsvorsorge mittels Tastuntersuchung des Enddarms und Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl. Dieses Vorgehen bietet weniger Sicherheit als die Darmspiegelung und wird empfohlen, wenn eine Darmspiegelung abgelehnt wird.
  • „Haut-TÜV“: Die dermatologische Untersuchung dient der Früherkennung bösartiger Tumore der Haut.
  • Augenkontrolle: Denken Sie bei häufigen Kopfschmerzen auch einmal an Ihre Augen als mögliche Ursache. Gehen Sie zum Augenarzt oder zur Augenärztin und lassen Sie Ihre Sehschärfe und den Augeninnendruck kontrollieren.
  • Zahnkontrolle: jährliche zahnärztliche Kontrolle und professionelle Zahnreinigung
  • Allgemeiner Gesundheitscheck (ab dem 36. Lebensjahr alle zwei Jahre möglich): Ziel ist unter anderem die Früherkennung von Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes.
Im Alter geraten Frauen­herzen in Gefahr
Insgesamt sterben mehr Frauen als Männer an Herzkrankheiten, ergaben Auswertungen des Statistischen Bundesamts. Etwa 145.000 Frauen erleiden jährlich einen Herzinfarkt. Die Infarkthäufigkeit hat sich bei Frauen in den letzten 40 Jahren versechsfacht.

Die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die mit zunehmendem Alter und der Anzahl der Risikofaktoren ansteigt. Dazu gehören Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Rauchen, Diabetes und Übergewicht.

Bei Frauen wirken sich die Gefäßrisikofaktoren allerdings anders aus als bei Männern. So setzt das Rauchen den weiblichen Gefäßen offenbar stärker zu als den männlichen. Zuckerkranke Frauen haben ein zwei- bis dreimal höheres Herzinfarktrisiko als zuckerkranke Männer.

Frühwarnzeichen, mit denen sich ein Herzinfarkt ankündigt, sind nicht nur Brustenge und brennende Schmerzen mit Ausstrahlung in die Arme. Diese Beschwerden bringt fast jeder mit einem Herzinfarkt in Verbindung. Auch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen können auf einen (drohenden) Infarkt hinweisen. Bei Frauen sind diese Anzeichen häufiger anzutreffen als bei Männern.

Bei solchen Beschwerden heißt es: Sofort den Notruf wählen! Je schneller das verschlossene Gefäß wieder eröffnet wird, desto größer ist die Chance, dass das Herz nicht zu stark geschädigt wird. 

Ab 70 ist jede dritte Frau betroffen
Harn­inkontinenz wird mit zunehmenden Jahren fast schon zur Volks­krankheit: Ab dem 70. Lebens­jahr ist jede dritte Frau betroffen.

Es gibt verschiedene Arten der Inkontinenz. Bei der Belastungs- bzw. Stressinkontinenz geht der Harn bei Erhöhung des Drucks im Bauchraum durch körperliche Anstrengung, Husten, Niesen oder Lachen ungewollt ab. Der Grund ist, dass im Alter die Beckenorgane (z. B. Blase, Gebärmutter, Enddarm) nach unten sinken. Dadurch arbeitet das Verschlusssystem der Blase weniger effizient und kann den Harnverlust bei Zusatzbelastungen nicht mehr verhindern.

Bei der Dranginkontinenz besteht ein dauernder Harndrang. Entweder sind die Blasenmuskeln überaktiv oder die Sensoren in der Blase signalisieren fälschlicherweise, dass die Blase gefüllt ist. Starkes Übergewicht und chronische Verstopfung erhöhen das Risiko für Inkontinenz. Beide Faktoren können Sie durch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung positiv beeinflussen.

Vorbeugend wirkt auch ein gut trainierter Beckenboden. Denn dieser umgibt Blasenausgang und Harnröhre wie eine Manschette. Starke Beckenbodenmuskeln verhindern so das Absinken der Beckenorgane und unterstützen den Blasenschluss. Lassen Sie sich physiotherapeutische Übungen zur Kräftigung des Beckenbodens zeigen.

Brust, Gebär­mutter, Eierstöcke
Brustkrebs ist nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Dahinter rangieren Lungen- und Darmkrebs.

Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2020 (ohne nicht-melanotischen Hautkrebs, C44)

  • Brustdrüse: 30,5 %
  • Darm: 10,5 %
  • Lunge: 9,8 %
  • Malignes Melanom der Haut: 4,9 %
  • Gebärmutterkörper: 4,7 %
  • Bauchspeichelddrüse: 4,3 %
  • Non-Hodgkin-Lymphome: 3,6 %
  • Eierstöcke: 3,1 %
  • Leukämien: 2,4 %
  • Magen: 2,3 %

Quelle: krebsdaten.de / "Krebs in Deutschland für 2019/2020"

Jede zehnte Frau ist betroffen
Brustkrebs ist nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Dahinter rangieren Darm- und Lungenkrebs. Etwa jede zehnte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs (Mammakarzinom). Die meisten Frauen sind davon nach dem 60. Lebensjahr betroffen und entdecken die Brustveränderungen beim monatlichen Abtasten selbst.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen. Dazu gehören eine frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre, Kinderlosigkeit bzw. eine erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr, keine Stillzeiten sowie Übergewicht, regelmäßiger Alkoholkonsum und wenig Bewegung. Selten spielt eine erbliche Veranlagung eine Rolle. Neue Studien zeigen, dass auch eine längere Hormonersatztherapie in den Wechseljahren das Brustkrebsrisiko erhöht.

Brustkrebs lässt sich zumeist Brust erhaltend operieren, bestrahlen oder mit Medikamenten bekämpfen. Welche Therapie am besten ist, hängt von der Größe, Ausbreitung sowie von feingeweblichen und biologischen Merkmalen des Tumors ab. Die Behandlung ist deshalb individuell verschieden. Dank Früherkennung und besserer Behandlungsmöglichkeiten hat die Sterblichkeit bei Brustkrebs in den letzten Jahren abgenommen.

Früh er­kennen

Achten Sie auf diese Symptome:

  1. Veränderungen der Brustwarzen
  2. Knoten in der Brust
  3. Änderungen der Brustgröße
  4. Schwellungen in der Achselhöhle
  5. Hautauffälligkeiten

Brustkrebsvorsorge:

  • jährliche Tastuntersuchung für Frauen ab 30 Jahren
  • Mammografie alle zwei Jahre für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren
  • jährliche Tastuntersuchung für Frauen ab 70 Jahren

Jede auffällige Veränderung besprechen Sie idealerweise mit Ihrem Frauenarzt. Auch bei Schmerzen ist der Arztbesuch ratsam.

Gute Heilungs­chancen bei früher Diagnose
Während bei jungen Frauen der Gebärmutter­halskrebs häufiger vorkommt, ist es nach den Wechseljahren vor allem der Krebs der Gebärmutter­höhle (Endometrium­karzinom). Am häufigsten erkranken Frauen zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr.

Das Hauptsymptom ist eine Blutung aus der Gebärmutter (ähnlich einer Perioden- oder Schmierblutung). Daher gilt: Jede noch so geringe Blutung nach den Wechseljahren muss von einem Frauenarzt abgeklärt werden! Die Gebärmutter wird durch Tasten und gegebenenfalls Ultraschall untersucht. In manchen Fällen ist zur Diagnostik eine Ausschabung nötig. Gebärmutterkrebs wird operiert. Dabei werden Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter entfernt. Die Operation wird oft mit einer Strahlentherapie kombiniert, um einen Rückfall zu verhindern. Gebärmutterkrebs entwickelt sich in der Regel sehr langsam. Die Frühdiagnose erhöht die Heilungschancen deutlich.

Das Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, ist bei übergewichtigen Frauen dreimal höher als bei normalgewichtigen.

Lange Zeit keine Beschwerden
Eierstock­krebs (Ovarial­karzinom) betrifft hauptsächlich Frauen nach den Wechsel­jahren. Diese Krebsart verursacht lange Zeit keine Beschwerden und wird deshalb oft erst im fort­geschrittenen Stadium erkannt.

Die Heilungs­chancen stehen hier schlecht. Umso wichtiger ist eine jährliche Untersuchung zur Krebs­früherkennung.

Bei der Entstehung dieser Krebsart wirken sich die monatliche Eireifung und der Eisprung offenbar negativ aus. Schwanger­schaften und die Pille unterdrücken den Eisprung. Sie senken deshalb das Risiko für Eierstock­krebs. Selten ist eine Gen­veränderung die Ursache.

Eierstock­krebs wird in der Regel operiert und mittels Chemo­therapie behandelt. Die Therapie­wahl hängt vom Stadium der Krebs­erkrankung ab.

Wie gefällt Ihnen die Allianz Gesundheitswelt?
Wie gefällt Ihnen die Allianz Gesundheitswelt? Wenn Sie zufrieden mit unserem Gesundheitsportal sind, freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung! Sagen Sie uns außerdem, wenn Sie Themenwünsche oder andere Anregungen haben.
Bilder: Titelbild - Seventyfour/Adobe Stock; Vorsorge - Wellnhofer Designs/Adobe Stock; Geschlechtskrankheiten bei Frauen  - Amir Kaljikovic/Adobe Stock; Broschüre Frauengesundheit: Fit ab 50  - goodluz/Adobe Stock