Frauengesundheit: Zyklus und Verhütung
In Kürze
- Den Zyklus kennen: Der weibliche Zyklus beeinflusst das Leben einer Frau fast 40 Jahre lang. Jeden Monat aufs Neue sorgen Hormone dafür, dass ein Ei reift und sich der Körper auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Frauen sollten die Vorgänge in ihrem Körper kennen.
- Sichere Verhütung: Es gibt eine Vielzahl mehr oder weniger sicherer Verhütungsmethoden. Welche die richtige ist, hängt von den Lebensumständen und der Lebensphase ab sowie von der Einstellung zum eigenen Körper.
- Das prämenstruelle Syndrom: In den Tagen vor den Tagen leiden viele Frauen durch die hormonellen Schwankungen unter körperlichen oder psychischen Beschwerden. Oft helfen Hausmittel oder Bewegung. Eine medikamentöse Behandlung sollte stets mit dem Arzt besprochen werden.
Für Familienplanung und Gesundheit: Den Zyklus kennen
Verhütungsmethoden im Vergleich
Hormonell
Es gibt eine Reihe hormoneller Verhütungsmittel: mit Östrogen, ohne Östrogen, höher dosiert, niedriger dosiert, als Pille, Stäbchen, Ring, Pflaster, Hormonspirale oder Dreimonatsspritze.
Östrogen und Gestagen unterdrücken den Eisprung. Das Gestagen verhindert zusätzlich die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Außerdem verändert es die Konsistenz des Schleimpfropfs im Muttermund, sodass kaum Spermien in die Gebärmutter gelangen.
Hormonelle Verhütungsmittel sind sehr sicher – vorausgesetzt, man wendet sie richtig an. Wie jedes Medikament haben auch sie Nebenwirkungen. Östrogene erhöhen beispielsweise das Risiko für Thrombose, Lungenembolie, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Dies gilt insbesondere, wenn Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen vorliegen. Deshalb sind hormonelle Verhütungsmittel rezeptpflichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welches Präparat für Sie geeignet ist.
Mechanisch
Mechanische Verhütungsmittel sollen verhindern, dass Samenzellen in die Gebärmutter eindringen bzw. Eizellen sich einnisten. Die bekanntesten Barrieremethoden sind Spirale, Diaphragma, Portiokappe, Verhütungsschwamm und Kondom. Es gibt auch Frauenkondome, die von der Frau vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Die mechanischen Verhütungsmethoden sind insgesamt nicht so sicher wie hormonelle Mittel.
Der Vorteil ist, dass man die meisten Mittel nur dann anwendet, wenn man sie wirklich benötigt. Umgekehrt fühlen sich viele Paare in der Spontaneität beeinträchtigt und empfinden den Aufwand bei Vorbereitung und Anwendung als Lustbremse. Um zuverlässig zu verhüten, bedürfen sie alle eines gewissen Geschicks und Erfahrung in der Anwendung.
Nebenwirkungen sind meist auf allergische Reaktionen oder mechanische Folgen des Fremdkörpers zurückzuführen. Häufig sind Allergien auf latexhaltige Kondome. Inzwischen gibt es aber die Möglichkeit, auf Kondome aus Polyurethan auszuweichen. Spiralen hingegen können in der Gebärmutter verrutschen oder Unterleibsentzündungen verursachen, sechs bis sieben Prozent der Spiralenträgerinnen stoßen sie sogar aus. Verletzungen beim Einsetzen sind möglich.
Chemisch
Bei manchen Anwendern entsteht eine allergische Reaktion auf das enthaltene Spermizid. Chemische Verhütungsmittel sind nur in Kombination mit mechanischen Methoden ausreichend sicher.
Natürlich
Natürliche Verhütungsmethoden machen sich die Tatsache zunutze, dass Frauen nur an einigen Tagen im Monat empfängnisbereit sind. Sie basieren auf der Messung der Körpertemperatur, der Überprüfung des Zervixschleims oder der des Hormonspiegels im Morgenurin. Werden diese Methoden miteinander kombiniert, bieten sie eine höhere Sicherheit. Alle Methoden berechnen die fruchtbaren Tage. Die Methoden der natürlichen Familienplanung werden erst nach längerem Üben und bei guter Körperkenntnis sicher. Sie setzen eine gute Beobachtungsgabe, einen regelmäßigen Lebenswandel und Monatszyklus sowie den Verzicht auf Geschlechtsverkehr an den fruchtbaren Tagen voraus. Insgesamt sind sie aber den hormonellen Verhütungsmethoden in puncto Effektivität der Empfängnisverhütung unterlegen.
Die mit Abstand unsicherste Verhütungsmethode ist die Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs vor dem Samenerguss (Coitus interruptus). Denn schon zuvor können Spermien und Samenflüssigkeit austreten und zur Befruchtung führen.
Sterilisation
Dies ist die radikalste und sicherste aller Verhütungsmethoden und in der Regel nicht rückgängig zu machen. Hier werden die Eileiter verschlossen bzw. zusätzlich durchtrennt und es gelangen keine Eizellen mehr in die Gebärmutter.
Dieser Schritt ist für kinderlose Frauen – insbesondere in jüngeren Jahren – nicht empfehlenswert. Hinsichtlich aktueller und auch zukünftiger Familienplanung (möglicherweise auch mit anderen Partnern) sollten Sie zuvor alle Aspekte gut abgewogen und die Konsequenzen überlegt haben. Jede Frau sollte sich dazu eingehend beraten lassen.
Der Zahlenwert, der sogenannte Pearl-Index, gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger geworden sind, obwohl sie mit der jeweiligen Methode verhütet haben. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist die Verhütungsmethode.
Berechnungs-Formel für den Pearl-Index:
Anzahl Schwangerschaften × 1.200 ÷ Anzahl Frauen × Anwendungsmonate
Quelle: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Empfängnisverhütung