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Jenseits von Jugendwahn und Schönheitschirurgie

Frauengesundheit: Fit ab 50

Das Alter ist heute kein Tabu mehr und für viele Frauen beginnt mit 50 plus ein neuer Lebensabschnitt. Achten Sie auf Ihren Körper, um geistig und körperlich fit zu bleiben.

In Kürze
Chancen ergreifen
Jenseits der 50 sehen viele Frauen die Möglichkeit, ihre Rolle in Familie, Arbeitswelt und sozialem Umfeld neu zu überdenken. Sie wollen gesund und fit bleiben und ihr Leben selbstbewusst meistern.
Beschwerden gegensteuern
Die Wechseljahre sorgen oft für mancherlei Beschwerden. Mit der richtigen Lebensweise und viel Bewegung können Sie vorbeugen und sich das Leben in den Wechseljahren erleichtern. Nur selten ist eine Hormonersatztherapie erforderlich.
Sexualität im Alter
Frauen genießen ein erfülltes Sexualleben nach den Wechseljahren genauso wie in jüngeren Jahren. Das intensive, rein körperliche Verlangen, das im Alter abnimmt, wird durch die besondere Verbundenheit mit dem Partner ausgeglichen.
Frauen über 50 müssen dafür sorgen, dass Sie körperlich und geistig in Schwung bleiben.
Neue Chancen
Frauen über 50 müssen dafür sorgen, dass Sie körperlich und geistig in Schwung bleiben.
Auch für Frauen ist das Alter heute nichts mehr, wofür man sich verstecken müsste. Die Medien und die Werbung haben die weibliche Generation 50 plus entdeckt: Immer mehr Frauen dieser Generation schmücken die Titelseiten von Magazinen, arbeiten als Models für Modedesigner oder werben für Kosmetikprodukte. Entwickelt sich hier eine neue Generation von Frauen? Ja, nämlich eine, die sich jenseits von Jugendwahn und Schönheitschirurgie attraktiv fühlt und ihr Leben selbstbewusst meistert. Allerdings müssen Sie dafür sorgen, dass Sie auch in Schwung bleiben – körperlich und geistig. 
Hormone auf Talfahrt

Für viele Frauen beginnt mit „50 plus“ ein neuer Lebensabschnitt. Jetzt besteht die Chance und manchmal auch die Notwendigkeit, die eigene Rolle in Familie, Job und sozialem Umfeld neu zu definieren.

Gleichzeitig sind die Wechseljahre (noch) in vollem Gang und die hormonellen Turbulenzen machen vielen Frauen zu schaffen. Außerdem steigt mit dem Alter das Risiko für bestimmte Krankheiten. Knochen, Gelenke, Herz und Kreislauf brauchen einfach mehr Aufmerksamkeit als in jungen Jahren.

Der gesellschaftliche Druck, auch im Alter jung auszusehen und schön zu sein, macht die Wechseljahre für viele Frauen zum ernsthaften Problem.

Jugend und Attraktivität gelten gemeinhin als Anzeichen dafür, dass eine Frau noch Frau ist. Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr stoppt der Körper die monatliche Regelblutung (Menopause). In den westlichen Ländern liegt die letzte Menstruation derzeit bei durchschnittlich 51 Jahren. Aufgrund der besseren Ernährung und Gesundheitsversorgung treten Frauen aber immer später in diese Phase ein.

Die Wechseljahre erstrecken sich über die Zeit vor und nach der Menopause und dauern unterschiedlich lange an. Die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron versiegt relativ plötzlich und das richtet im weiblichen Körper Chaos an: Hitzewallungen, Schweißausbrüche (vor allem nachts), Stimmungsschwankungen und unregelmäßige Blutungen gehören zu den häufigsten Beschwerden. Die Schleimhäute trocknen aus, auch in der Scheide. Dies kann den Geschlechtsverkehr unangenehm oder sogar schmerzhaft werden lassen.

Auch die Knochen werden verstärkt entkalkt – eine Langzeitfolge des Hormonmangels. Das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und -abbau gerät aus den Fugen. Der Abbau überwiegt mit zunehmendem Alter und führt zu Osteoporose. Ein gutes Maß an körperlicher Bewegung kann diesen Prozess verlangsamen.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten

Ärzte und Frauen gehen heute mit dem Thema Hormonersatz in den Wechseljahren deutlich vorsichtiger um als in der Vergangenheit. Der Grund: Studien weisen darauf hin, dass Hormonpräparate zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden die Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bestimmter Krebsarten steigen lässt.

Nur Frauen mit sehr ausgeprägten Beschwerden sollten Hormone einnehmen, und zwar unter Einhaltung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen: für einen begrenzten Zeitraum, unter ärztlicher Kontrolle und mit häufigen Selbstuntersuchungen der Brust. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe pflanzlicher, homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel, die Sie aber nur nach ärztlicher Beratung einnehmen sollten.

Tipps und Tricks

Es gibt einige Punkte, die Sie aufgreifen können, um sich das Leben in den Wechseljahren zu erleichtern. Besprechen Sie Ihre Strategien immer auch mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt.

  • Testen Sie grundsätzlich, welche Getränke und Speisen Ihnen gut bekommen. Probleme können beispielsweise durch Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol, fette oder stark gewürzte Speisen entstehen.
  • Tragen Sie mehrere Lagen von dünnen Kleidungsstücken übereinander; dann können Sie die Bekleidung jederzeit an die gefühlte Temperatur anpassen.
  • Sorgen Sie für kühle Temperaturen im Schlafzimmer.
  • Versuchen Sie, Ihr persönliches Normalgewicht zu erreichen und/oder zu halten.
  • Körperliche Bewegung unter freiem Himmel hebt die Stimmung und das Selbstwertgefühl. Schlafstörungen nehmen ab und die Knochen werden gestärkt.
  • Mit Kalzium und Vitamin D stärken Sie den Knochenstoffwechsel; beides ist in Fisch und Milchprodukten enthalten. Kalzium kann sehr gut durch bestimmte Mineralwasser (Kalzium mindestens 200 mg/l) ergänzt werden.
  • Erlernen Sie Entspannungsübungen, um körperliche und seelische Belastungen besser verarbeiten zu können. Dazu gehören beispielsweise Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga.
  • Hormonfreie oder östrogenhaltige Gels und Cremes können die Feuchtigkeit der Scheidenschleimhaut verbessern.
Sexualität ist keine Frage des Alters

„Die Falten graben sich ins Gesicht ein, aber nicht ins Herz oder ins Geschlecht“, wusste schon die deutschfranzösische Lyrikerin und Journalistin Claire Goll. In der Partnerschaft spielt neben Zuneigung und Vertrauen auch Sexualität eine wichtige Rolle. Trotzdem wird Sexualität im Alter auch heute noch tabuisiert und Sexualität automatisch mit dem Jungsein in Verbindung gebracht.

So sind Männer häufig der (falschen) Auffassung, dass bei Frauen jenseits der Wechseljahre Schluss mit der sexuellen Lust ist. Frauen sind prinzipiell jedoch genauso erregbar und orgasmusfähig wie in jüngeren Jahren. Die Intensität des rein körperlichen Verlangens nimmt zwar im Alter ab, nicht aber der Wunsch nach Zärtlichkeit, Sexualität und Befriedigung. Die Erregung verläuft bei Frauen jetzt langsamer und es dauert länger, bis die Scheide feucht wird.

Untersuchungen zeigen aber, dass Frauen nach den Wechseljahren sogar einen „zweiten Frühling“ erleben und ihre Partnerschaft in sexueller Hinsicht als besonders glücklich beschreiben. Das Liebesspiel ist vielleicht nicht mehr so häufig und wild wie früher, was aber häufig durch eine besondere Verbundenheit zwischen den Partnern ausgeglichen wird.

Leben Sie Ihre Wünsche aus, denn ein erfülltes Sexualleben hält die Lebensgeister wach und ist auch für die Gesundheit förderlich.

Bilder: Titelbild - goodluz/Adobe Stock; Broschüre Frauengesundheit: Fit ab 50  - Jacob Lund/Adobe Stock