Tipps gegen Kopfschmerzen

Vorbeugen und handeln
Allianz Gesundheitswelt - Was hilft gegen Kopfschmerzen: eine Frau liegt schmerzverzerrt auf dem Sofa und hält sich Bauch und Kopf

Kopfschmerzen sind in Deutschland laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) weit verbreitet. Auch wenn die Beschwerden sehr belastend sein können, handelt es sich in den meisten Fällen um harmlose Kopfschmerzarten. Oft können schon einfache Hausmittel helfen. Basierend auf bestimmten Symptomen ist es jedoch ratsam, eine Ärztin zu konsultieren oder sogar einen Notarzt zu rufen.

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Mediziner:innen unterscheiden eine Vielzahl unterschiedlicher Arten, die sich in ihren Ursachen, Symptomen und Behandlungen unterscheiden.

Spannungskopfschmerzen: leicht bis mittelschwer, drückend bis ziehend. Die Schmerzen strahlen vom Nacken über den Hinterkopf bis zur Stirn aus. Sie können bei Bewegung und an der frischen Luft nachlassen, das ist jedoch nicht bei allen Betroffenen der Fall. Meist sind sie gut mit Schmerzmitteln behandelbar, ein übermäßiger Gebrauch kann jedoch zu medikamenteninduzierten Kopfschmerzen führen. Dauer: Minuten bis Tage. Chronische Spannungskopfschmerzen können auch mehr als 15 Tage im Monat auftreten.

Migränekopfschmerzen: stark bis quälend, pulsierend bis pochend, meist einseitig. Migräne geht oft mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher. Mittlerweile gibt es sehr wirksame Medikamente zur Akutbehandlung von Migräneattacken. Dauer: vier bis 72 Stunden. Weitere Details zu Charakteristika und Behandlung finden Sie auf unserer Migräne-Seite.

Clusterkopfschmerzen: unerträglich, stechend-bohrend, streng einseitig, anfallsartig bis zu achtmal pro Tag. Die Schmerzen konzentrieren sich hinter einem Auge, im Bereich zwischen Stirn und Schläfe. Konventionelle Schmerzmittel sind wirkungslos. Zur Akutbehandlung werden häufig Sauerstoff (über eine spezielle Gesichtsmaske) und Triptane (oder auch Tryptane: Migränemdikamente, die gezielt bestimmte Serotoninrezeptoren im Gehirn aktivieren) eingesetzt. Vorbeugende Medikamente gegen Clusterkopfschmerzen sind ebenfalls wirksam. Dauer: 15 Minuten bis drei Stunden. Weitere Informationen auf unserer Seite zum Cluster-Kopfschmerz.

Des Weiteren können Kopfschmerzen banale Ursachen haben, die Folge eines Unfalls oder einer anderen Erkrankung sein. Hier einige Beispiele:

  • Kältekopfschmerzen durch den Verzehr großer Mengen kalter Speisen oder Getränke.
  • Sexualkopfschmerzen vor oder während des Höhepunkts, meist bei Migränepatienten und -patientinnen.
  • Stirnschmerzen bei Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), nicht alle Stirnschmerzen werden von einer Entzündung der Nasennebenhöhlen verursacht.
  • Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen als unerwünschte Wirkung eines Medikaments oder infolge häufigen Schmerzmittelgebrauchs, eine häufige Ursache für chronische Kopfschmerzen.
  • Kopfschmerzen nach Verletzungen der Halswirbelsäule, zum Beispiel Schleudertrauma.
  • Kopfschmerzen bei Halswirbelsäulen-Erkrankungen, zum Beispiel Bandscheibenverschleiß.
  • Kopf- und Augenschmerzen bei grünem Star (Glaukom).
  • Vernichtungskopfschmerz bei einer speziellen Form der Hirnblutung (Subarachnoidalblutung): plötzlich eintretende extreme Kopfschmerzen, die häufig binnen einer Minute ihr Maximum erreichen, unter anderem gefolgt von akuten Bewusstseinsstörungen und Nackensteifigkeit. Notfall!
  • Notfall Hirnblutung: Plötzliche extreme Kopfschmerzen, gefolgt von akuten Bewusstseins­stö­run­gen und Nackensteifigkeit, können Zeichen einer Subarachnoidalblutung sein, einer speziellen Form der Hirnblutung. Es sollte umgehend ein Notarzt oder eine Notärztin alarmiert werden!

Viele Hausmittel können bei Kopfschmerzen Linderung verschaffen und sollten daher immer die erste Wahl sein. Bevor Sie zu Schmerztabletten greifen, sollten Sie daher diese natürlichen Alternativen versuchen, denn Medikamente können bei häufiger Einnahme ebenfalls Kopfschmerzen verursachen. 

Folgende sanfte Methoden eignen sich, Kopfschmerzen vorzubeugen oder zu lindern:

  • Trinken Sie ausreichend. Nicht selten verursacht Flüssigkeitsmangel Kopfschmerzen. Achten Sie daher bei trockener Zimmerluft, während des Sports oder bei Hitze auf Ihre Flüssigkeitszufuhr.
  • Meiden Sie Alkohol und Zigaretten. Alkohol und Nikotin können Migräne-Anfälle triggern.
  • Achten Sie auf eine bewusste Ernährung. Manche Menschen reagieren auf niedrigen Blutzucker mit Kopfschmerzen. Schränken Sie außerdem Lebensmittel ein, die Kopfschmerzen auslösen können. Hierzu zählen Schokolade, Rotwein, Käse und Glutamat.
  • Trinken Sie Kaffee oder Schwarztee. Koffein verengt die Blutgefäße, die bei Migräne und Kopfschmerzen oft erweitert sind. Davon profitieren vor allem Menschen, die selten Koffeinhaltiges trinken.

    Wichtig zu wissen: Wundermittel gegen Kopfschmerzen oder doch heimlicher Auslöser? Koffein kann in Bezug auf Kopfschmerzen verschiedene Wirkungen haben, die Zusammenhänge sind komplex. Während es bei manchen Menschen Kopfschmerzen lindert, kann es in anderen Fällen dazu beitragen, Kopfschmerzen auszulösen oder zu verstärken. Zwar hat Koffein grundsätzlich eine schmerzstillende Wirkung bei verschiedenen Kopfschmerzerkrankungen und wird oft in Kombination mit Schmerzmitteln eingesetzt. Dennoch sollte es nicht zu häufig eingenommen werden, gerade bei chronischen Kopfschmerzen. Hier besteht das Risiko von Kopfschmerzen aufgrund eines übermäßigen Konsums von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombinationspräparaten mit Koffein. Diese kann nur durch einen entsprechenden Entzug der Medikamente aufgelöst werden. Nicht nur, aber vor allem passionierte Kaffeetrinker:innen können auf den plötzlichen Entzug des Koffeins mit Kopfschmerzen reagieren.

  • Massieren Sie Pfefferminzöl in Stirn und Schläfen. Die ätherischen Öle wirken fast so gut wie Schmerztabletten. Nicht in Augen, Wunden oder auf Schleimhäute bringen. Achtung: Verursacht bei Babys und Kleinkindern Atemnot – daher ungeeignet für die Kleinen.
  • Legen Sie bei Spannungskopfschmerzen warme, feuchte Kompressen auf Schulter und Nacken.
  • Gegen Stirnkopfschmerzen können kalte Kompressen helfen. Eine Minute auflegen, mindestens drei Minuten pausieren und das ganze zweimal wiederholen.
  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft. Das kann Spannungskopfschmerzen vertreiben.
  • Trainieren Sie regelmäßig Ihre Ausdauer. Dreimal pro Woche eine halbe Stunde beim Sport schwitzen kann Spannungskopfschmerzen und Migräne vorbeugen.
  • Entspannen Sie sich. Viele Menschen reagieren auf Stress, Reizüberflutung und körperliche Anspannung mit Kopfschmerzen. Gönnen Sie sich Auszeiten, um zu entspannen und Stress abzubauen.
  • Schlafen Sie ausreichend. Schlafmangel begünstigt Spannungskopfschmerzen.
  • Betroffene mit Clusterkopfschmerzen sollten folgende Auslöser meiden: Alkohol, Nikotin, histaminreiche Kost wie gereifte Käse, Fischkonserven und Sauerkraut, blendendes Licht sowie Nitroglyzerin (Herzmedikament).

Wenn Hausmittel nicht wirken, bleibt nur der Griff zur Schmerztablette. Als Schmerzmittel der ersten Wahl gegen gelegentliche Spannungskopfschmerzen empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Tabletten mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder einer fixen Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein.

Kopfschmerztabletten – auch solche, die Sie ohne Rezept in der Apotheke bekommt – sollten Sie mit Rücksicht auf Ihre Gesundheit nicht häufiger als zehn Mal pro Monat nehmen. Denn zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert können die Mittel selbst Kopfschmerzen verursachen. Mediziner:innen sprechen dann von Schmerzmittelkopfschmerzen. Eine Kopfschmerztablette sollten Sie daher wirklich nur dann schlucken, wenn es nicht mehr anders geht. Wenn Sie häufiger mit Kopfschmerzen zu kämpfen haben, probieren Sie doch einmal eines der Hausmittel gegen den Brummschädel. Falls Ihnen die Hausmittel nicht helfen, besprechen Sie Ihre Beschwerden am besten mit einem Arzt oder einer Ärztin.

Hinweise zur Medikamenteneinnahme:

Alle Schmerzmedikamente können schwere Nebenwirkungen hervorrufen, vor allem, wenn sie sehr häufig oder in hoher Dosis eingenommen werden. Dosierung und Dauer der Medikamenteneinnahme sollten Sie deswegen immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin absprechen!

Bitte erkundigen Sie sich gegebenenfalls im Vorfeld bei Ihrer Krankenversicherung, ob eine Kostenübernahme für vorbeugende Medikamente oder Medikamente, die gegen andere Krankheiten entwickelt wurden, gewährleistet ist.

In folgenden Szenarien sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren:

  • Kopfschmerzen treten regelmäßig auf und bringen Sie dazu, an mehreren Tagen im Monat Schmerzmittel zu nehmen.
  • Häufigkeit und/oder Schwere der Schmerzen nimmt zu.
  • Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol wirken nicht – oder nicht mehr.

Für Erwachsene mit Kopfschmerzbeschwerden ist der Hausarzt oder die Hausärztin der oder die erste Ansprechpartner:in. Diese:r kann in der Regel bei unkomplizierten Verläufen helfen oder überweist Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten bzw. eine Spezialistin oder eine Klinik weiter.

Für Kinder und Jugendliche ist der Kinderarzt oder die Kinderärztin die erste Anlaufstelle.

Schlagartig auftretende, unerträglich starke Kopfschmerzen gelten als akuter Notfall

  • bei gleichzeitiger Nackensteifigkeit,
  • in Verbindung mit hohem Fieber,
  • bei gleichzeitigen Bewusstseinsstörungen oder anderen Ausfallerscheinungen (Lähmungen, Sehstörungen etc.)
  • bei zusätzlichen Krampfanfällen,
  • bei zusätzlicher Übelkeit und Erbrechen.

Patienten-Coaching: Mein KopfschmerzCoach

Sie wünschen sich eine individuelle Unterstützung beim Umgang mit Kopfschmerzen oder Migräne? Dann gehen Sie gemeinsam mit einem medizinischen Experten bzw. einer Expertin auf die Suche nach passenden Entspannungstechniken und Hilfestellungen, um Ihre Lebensqualität zu verbessern. Im Rahmen eines telefonischen Coachings erfahren Sie auch, wie Sie Folgeschäden durch die Erkrankung vermeiden können.

Kunden und Kundinnen mit einer Privaten Krankenvollversicherung der Allianz können das kostenfreie Behandlungsprogramm „Mein KopfschmerzCoach" nutzen. Dieses gilt als kostenfreie, unverbindliche Ergänzung zur ärztlichen Therapie.

Bilder: Kopfschmerzen - Adobe Stock; PME - Alliance/Shutterstock; Arztsuche - Gettyimages