Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen

Wetterfühligkeit

Jeder Zweite leidet unter Wetterkapriolen. So lindern Sie Wetterfühligkeit.

In Kürze
Unspezifische Beschwerden
Wetterfühlige Menschen reagieren auf Wetteränderungen oder bestimmte Witterungsverhältnisse mit unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit und Spannungskopfschmerzen.
Mehr als wetterfühlig
Verschlimmern Wettereinflüsse die Symptome einer bestehenden Erkrankung, so sprechen Mediziner von Wetterempfindlichkeit.
Wirksame Gegenmittel
Wetterfühligkeit lässt sich durch gesunde Ernährung, Ausdauertraining, Saunagänge und viel Bewegung an der frischen Luft lindern.
Jeder Zweite ist wetterfühlig. Die Symptome lassen sich einfach bekämpfen.
Wenn der Wind sich dreht
Jeder Zweite ist wetterfühlig. Die Symptome lassen sich einfach bekämpfen.
Etwa jeder zweite Deutsche ist nach eigenem Bekunden wetterfühlig. Wetterkapriolen verursachen bei den Betroffenen Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen. Erfahren Sie, was hinter diesem Phänomen steckt, und wie Sie Ihre Wetterfühligkeit lindern können.
Keine Einbildung

Das Wetter beeinflusst maßgeblich unsere Psyche und unseren Körper. Nebel, dunkle Wolken und Regen schlagen vielen auf die Stimmung. Sonne und warme Temperaturen heben dagegen die Laune.

Haut, Muskeln und Blutgefäße arbeiten unentwegt, um die Kerntemperatur auf rund 37 °C zu halten. Verkürzt gesagt: Bei gefühlter Hitze werden Extremitäten und Haut stärker durchblutet und die Haut schwitzt, um den Körper abzukühlen. Bei gefühlter Kälte werden Haut und Extremitäten weniger durchblutet und die Muskeln zittern, um den Körper zu wärmen.

Wetterfühligkeit betrifft Frauen häufiger als Männer. Die Betroffenen nehmen die Körperreaktionen auf plötzliche Temperatur-, Druck- oder Feuchtigkeitsänderungen verstärkt wahr. Der empfundene körperliche Stress führt zu unspezifischen Symptomen wie Schlafproblemen, Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Niedergeschlagenheit oder Spannungskopfschmerzen. Dementsprechend gilt Wetterfühligkeit als Befindlichkeitsstörung, nicht als Krankheit.

Daneben gibt es noch die Wetterempfindlichkeit, die von Nichtmedizinern häufig mit Wetterfühligkeit verwechselt wird.

Viele sind betroffen

Etwa jeder Zehnte gilt als wetterempfindlich. Die Betroffenen leiden hier bereits an einer Grundkrankheit, die sich durch Wetterwechsel oder bestimmte Witterungen verschlechtert:

  • Asthma: Wetterbedingte Reize wie Kälte, Nebel, Pollenflug, Ozon oder Luftschadstoffansammlungen bei Inversionswetterlagen können Asthma-Anfälle auslösen.
  • Bluthochdruck: Bei Kälte verengt der Körper die Blutgefäße in der Haut und den Extremitäten, der Blutdruck steigt. Im Winter steigt bei Patienten mit Bluthochdruck das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls um 20 bis 50 Prozent.
  • Chronische Bronchitis: Luftschadstoffansammlungen bei Nebel und Inversionswetterlagen können den Husten und Auswurf verstärken.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die Wärmeregulation der Patienten ist weniger effizient. Starke Temperaturschwankungen sowie extreme Kälte und Hitze verursachen enormen körperlichen Stress. Unter anderem steigt bei Kälte das Risiko eines Herzinfarkts, und bei Hitze steigt das Risiko für Schwindel, Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen.
  • Heuschnupfen: Trockenes mildes Wetter und Wind begünstigen Pollenflug. Ozon reizt die Atemwege zusätzlich. Regen und Feuchtigkeit entlasten dagegen.
  • Migräne: Plötzliche Wetteränderungen wie ein starker Anstieg der Luftfeuchtigkeit, ein Druck- oder Temperaturabfall können bei Migräne-Patienten einen Anfall auslösen. Ebenso kann grelles Sonnenlicht eine Migräneattacke auslösen.
  • Rheumatische Arthritis und Gelenkentzündungen: Ein plötzlicher Kälteeinbruch und feuchtes Wetter kann die Gelenkschmerzen deutlich verstärken.
  • Narben: Eine Narbe, ein verheilter Knochenbruch oder Amputationsstumpf können bei Wetteränderungen schmerzen.
Beschwerden vorbeugen

Die Ursachen der Wetterfühligkeit sind vielfältig und individuell verschieden. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei, Ihren Körper abzuhärten und Ihre Wetterfühligkeit zu lindern:

  • Meiden Sie Alkohol und Zigaretten. Alkohol und Nikotin wirken unter anderem auf Ihre Blutgefäße und beeinträchtigen so die Thermoregulation.
  • Achten Sie auf eine bewusste Ernährung. Deutliches Übergewicht oder Untergewicht fördern unspezifische Beschwerden – und somit auch wetterbedingte Symptome.
  • Bewegen Sie sich täglich und bei jeder Witterung an der frischen Luft. So gewöhnen Sie sich an die Körperreaktionen auf Witterungswechsel.
  • Gehen Sie regelmäßig in die Sauna. So trainieren Sie Ihre Blutgefäße und härten Ihren Körper gegen plötzliche Temperaturwechsel ab. Falls Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht saunieren dürfen, können Sie ihre Gefäße mit kalt-warmen Wechselduschen trainieren. Fragen Sie vor dem Saunabesuch gegebenenfalls Ihren Arzt.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport. Dreimal pro Woche mindestens eine halbe Stunde Ausdauertraining hält unter anderem Ihr Herz-Kreislauf-System fit und fördert Ihr allgemeines Wohlbefinden.

Falls vermeintlich wetterbedingte Beschwerden Sie stark ein­schrän­ken oder belasten, sollten Sie Ih­ren Hausarzt konsultieren. Dieser kann abklären, ob sich eine un­er­kann­te Erkrankung hinter den Beschwerden verbirgt.

Bilder: Wetterfühligkeit - Image Point Fr/Shutterstock; Heuschnupfen - hjschneider/Shutterstock