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Ursachen und Hilfe

Kopfschmerzen bei Kindern

Kopfschmerzen treten bei Kindern immer häufiger auf. Lesen Sie hier alles rund um das Thema Kinder-Kopfschmerz und passende Hausmittel dafür.

In Kürze
Meist harmlos
Kopfschmerzen bei Kindern sind meistens harmlos und lassen sich oft mit einfachen Mitteln vertreiben. In Mamas oder Papas schützendem Arm werden große Auas sofort kleiner.
Wie behandeln?
Medikamente sind in den meisten Fällen überflüssig. Einfache Hausmittel wie ein Glas Wasser oder ein kühles Tuch auf der Stirn genügen oftmals, um den Kopfschmerz zu vertreiben.
Fachlichen Rat einholen
Tabletten sollte man Kindern nur nach Rücksprache mit dem Arzt geben. Wenn die Kopfschmerzen immer wieder kommen, immer stärker werden und mit sanften Mitteln nicht weggehen, sollte ein Arzt das Kind untersuchen.
Bei Kopfschmerzen können Sie vorbeugen und handeln.
Wenn Kinder unter Kopfschmerzen leiden
Bei Kopfschmerzen können Sie vorbeugen und handeln.
Kopfschmerzen bei Kindern zu erkennen und einzuordnen, ist oft Detektivarbeit. Die Frage „Wo tut es Dir weh?“ ist für kleine Kinder schwer zu beantworten. Je jünger sie sind, desto weniger können sie beschreiben, was sie quält. Mögliche Warnsignale für Kopfschmerzen sind, wenn das Kind aufhört zu spielen, sich zurückzieht und ungewöhnlich blass ist.
Kopfschmerzen bei Kindern immer häufiger

Ab und zu einen Brummschädel zu haben, ist auch für Kinder ganz normal. In Kinderarzt­praxen zählt Kopfweh zu den meistgenannten Beschwerden. Experten beobachten, dass Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahrzehnten zunehmen.

Warum sich die Fälle häufen ist unklar. Viele Kinder wachsen heute mit Reizüberflutung, Leistungsdruck und vollen Terminkalendern auf. Es gibt aber keinen Beweis, dass es diese veränderten Lebensumstände sind, die Kopfweh auslösen. Grund für die steigenden Zahlen kann auch sein, dass Eltern und Ärzte die Beschwerden bei Kindern heute ernster nehmen als früher. Sicher scheint, dass Schulprobleme, wie Stress oder Mobbing, Kopfschmerzen auslösen und verstärken können.

Unterschiede erkennen

Hinter einem Brummschädel können ganz unterschiedliche Kopfschmerzerkrankungen stecken. Man kann sie daran unterscheiden, wie sich der Schmerz anfühlt. Kinder leiden am häufigsten unter sogenannten Spannungskopfschmerzen.

Auch Migräne ist keine reine Erwachsenenkrankheit, allerdings erleben Kinder die Beschwerden oft anders als die Großen.

Experten schätzen, dass vier bis fünf Prozent der Jungen und Mädchen vor der Pubertät unter Migräne leiden. Eine Besonderheit bei Kindern: Migräne und Spannungskopfschmerzen können gleichzeitig auftreten.


Spannungskopfschmerzen 

  • Kopfschmerzen: Leicht bis mittelschwer
  • Beeinträchtigung: Kaum beeinträchtigend
  • Schmerzcharakter: Drücken, Ziehen im gesamten Kopf ( wie in zu engem Helm) 
  • Begleitsymptome:  keine 
  • Dauer (ohne Behandlung):  Minuten bis Stunden 
  • Bewegung:  Besser durch Sport, Bewegung und frische Luft 


Migräne

  • Kopfschmerzen: Stark bis sehr stark
  • Beeinträchtigung: Stark beeinträchtigend (Kind hört auf zu spielen, ist blass, zieht sich zurück)
  • Schmerzcharakter:  Pochend-pulsierend, ein- oder beidseitig
  • Begleitsymptome: Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Bauchweh
  • Den Kopfschmerzen kann eine Aura-Phase vorausgehen: Flimmersehen, Lichtblitze vor den Augen, Gefühlsstörungen in Händen und Armen, Sprachstörungen, phantastische Bilder
  • Dauer (ohne Behandlung): Stunden bis Tage (evtl. kürzer)
  • Bewegung: Anstrengung verschlimmert die Kopfschmerzen
Weitere Informationen zum Thema

Viel Wissenswertes rund um Kopfschmerzen finden Sie auch auf unserer Seite Hilfe bei Migräne und  in der Broschüre „Migräne“ der Allianz Private Krankenversicherung

  • Auslöser und Symptome von Migräne
  • Diagnose und Therapiemöglichkeiten
  • Migräneanfälle vorbeugen
Schnelle Hilfe mit einfachen Mitteln

Die gute Nachricht: Kopfschmerzen bei Kindern sind meistens harmlos und lassen sich oft mit einfachen Mitteln vertreiben.

Häufig verschwinden die Kopfschmerzen schon, wenn das Kind Zuwendung und Ruhe bekommt. Auch Ablenkung hilft. Leichte Kopfschmerzen sind schnell vergessen, wenn sich das Kind mit etwas Positivem beschäftigt.

Leichten Migräneattacken kann man ebenfalls ohne Medikamente begegnen. Oft genügt es, das Kind in einem ruhigen, abgedunkelten Raum hinzulegen. Schlaf hilft hervorragend. Auch kalte Tücher und Pfefferminzöl können die Attacke beenden. Aber Vorsicht: Pfefferminzöl ist erst für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Babys und Kleinkinder können von ätherischen Ölen schwere Atemprobleme bekommen. Das ätherische Öl darf nicht in die Augen kommen.

Das sollten Sie beachten

Kopfschmerzgeplagten Kindern sollte man nie auf eigene Faust Medikamente geben. Denn erstens muss sicher ausgeschlossen sein, dass nicht etwas anderes, ernsteres hinter den Schmerzen steckt. Zweitens können Kinder arzneimittelbedingte Dauerkopfschmerzen entwickeln, wenn sie zu viele Schmerzmittel bekommen. Drittens sind Kopfschmerztabletten und Migränemittel für Erwachsene nicht automatisch auch für Kinder geeignet.

Für Kinder geeignete Schmerzmittel sind Ibuprofen und Paracetamol, in einer dem Alter und Gewicht angepassten Dosis. Gegen Migräne kann der Arzt Kindern ab zwölf Jahren auch spezielle Medikamente verschreiben.

Besprechen Sie den Einsatz von Medikamenten immer mit dem behandelnden Arzt und geben Sie Kindern unter zwölf Jahren nie Acetylsalicylsäure (kurz ASS). Die Substanz kann das sogenannte Reye-Syndrom auslösen. Das ist eine gefährliche, potenziell tödliche akute Erkrankung, die bei Kindern beobachtete wurde, die wegen eines fieberhaften Infekts ASS bekommen haben.

Hinweise zur Medikamenteneinnahme:
Alle Schmerzmedikamente können schwere Nebenwirkungen hervorrufen, vor allem, wenn sie sehr häufig oder in hoher Dosis eingenommen werden. Dosierung und Dauer der Medikamenteneinnahme sollten Sie deswegen immer mit Ihrem Arzt absprechen!

Anzeichen für andere Erkrankungen

Wenn die Kopfschmerzen immer wieder kommen, immer stärker werden und mit sanften Mitteln nicht weggehen, sollte ein Arzt das Kind untersuchen. Das gilt auch, wenn bei dem Kind früher schon Kopfschmerzen oder Migräne festgestellt wurden, die Beschwerden sich jetzt aber verändert haben oder die Behandlung nicht mehr anschlägt. Den Verdacht auf Migräne bei Ihrem Kind sollte ebenfalls immer ein Arzt bestätigen.

Kopfschmerzen können Symptom einer anderen Erkrankung sein. Sie sollten umgehend einen Arzt konsultieren, wenn

  • der Schmerz sehr plötzlich kommt und sehr heftig ist.
  • das Kind hohes Fieber hat.
  • das Kind den Nacken nicht beugen kann.
  • das Kind benommen ist.
  • das Kind zum ersten Mal einen Krampfanfall hat.
  • das Kind ungewohnt stark erbricht.
  • Sehstörungen, Sprachstörungen, eine Schwäche in den Armen und Beinen oder eine Gangunsicherheit auftreten.
Weitere Informationen zum Thema

Ob zu Hause oder unterwegs auf Reisen, in unserer Broschüre Kindergesundheit hält die Allianz viele praktische Tipps für Eltern parat.

Ob Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen oder Halsschmerzen – Lesen Sie hier, was sie bei den Wehwehchen Ihrer Kinder selbst tun können und welche Hausmittel wirklich helfen. Welche Vorsichtsmaßnahmen sind bei Reisen mit kleinen Kindern angebracht? Welche Impfung ist ab welchem Alter möglich – besonders bei Fernreisen?

Alle Antworten samt Notrufnummern finden Sie hier.

Broschüre Kindergesundheit (PDF, 1,1 MB)

Ein Film klärt auf

Wie Spannungskopf­schmerzen  und Migräne entstehen und wie Kinder am besten damit fertig werden, zeigt der Animationsfilm „Migräne? Hab ich im Griff!“ des Deutschen Kinderschmerz­zentrums in Datteln.

Darin werden die komplizierten medizinischen Zusammen­hänge der Beschwerden kindgerecht und leicht verständlich aufbereitet.

Video „Migräne? Hab ich im Griff!“ des Deutschen Kinderschmerz­zentrums in Datteln
Bilder: Titelbild - Slonov/GettyImages