So helfen Sie im Notfall

Infografik: Leben retten!

Auch wenn Sie keinen medizinischen Beruf ausüben, können Sie Leben retten. Als Laie stehen Ihnen vier Wege offen: Erste Hilfe, Blutspende, Knochenmarkspende und Organspende. Hier die wichtigsten Fakten.
Infografik Erste Hilfe Teil 1
Infografik Erste Hilfe Teil 2
Infografik Erste Hilfe Teil 3
Infografik Erste Hilfe Teil 4
Infografik Erste Hilfe Teil 5
Wussten Sie schon …?
  • Notfälle im Jahr

    Jährlich ereignen sich schätzungsweise 25 Millionen Notfälle in Deutschland. Darunter fällt alles, was Ihnen als Ersthelfer begegnen kann: Verkehrsunfall, Herzstillstand, Schlaganfall, Vergiftungen, anaphylaktischer Schock (z. B. nach Insektenstich), Sportverletzungen, Sturz, Verbrennungen und weiteres.

    (Quelle: Arbeiter-Samariter-Bund)

  • Notfälle in Ihrer Nähe

    60 % der Notfälle ereignen sich zu Hause. Von Ihren Fähigkeiten als Ersthelfer hängen daher meist Leib und Leben Ihrer Familie, Freunde oder Nachbarn ab.

    (Quelle: Arbeiter-Samariter-Bund)

  • Fakten zum Erste-Hilfe-Kurs

    In Deutschland müssen Sie als Privatperson nur zu Ihrer Führerscheinprüfung einen Erste-Hilfe-Kurs vorweisen. Der Grundkurs dauert 6 Stunden und 45 Minuten beziehungsweise neun Unterrichtseinheiten à 45 Minuten – plus Pausen.

    Zur Auffrischung sind Sie nicht verpflichtet. Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz empfehlen aber, mindestens alle zwei Jahre die Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen.

    (Quelle: DRK)

  • Notfall: plötzlicher Herzstillstand

    In Deutschland erleiden jährlich etwa 40.000 bis 64.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Nur 10 bis 20 % überleben.

    Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie & Intensivmedizin (DGAI) und des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten (BDA) kann eine optimale Reanimation durch Ersthelfer die Überlebensrate verdoppeln bis verdreifachen:

    • 50 % Überlebenschance bei sofortiger Herzdruckmassage
    • -10 % pro Minute ohne Hilfe
    • nahe 0 % nach 5 Minuten ohne Hilfe

    Noch ist Deutschland Schlusslicht bei Wiederbelebungen durch Laien vor Eintreffen des Rettungsdienstes:

    • Norwegen 73 %
    • Niederlande 65 %
    • Deutschland 17 %

    (Quellen: ABS, BDA, DGAI)

  • Erste Hilfe bei Herzstillstand

    Wenn eine Person bewusstlos zusammenbricht, sind drei Dinge wichtig:

    Prüfen

    • Sprechen Sie die Person an: „Hören Sie mich?“
    • Schütteln Sie an den Schultern: Keine Reaktion?
    • Achten Sie auf die Atmung: Keine Atmung oder keine normale Atmung (Schnappatmung)?

    Rufen

    • Rufen Sie 112 an.
    • Oder veranlassen Sie eine andere Person zum Notruf.

    Drücken

    Drücken Sie fest und schnell. Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage:

    • Machen Sie den Brustkorb frei.
    • Legen Sie den Ballen Ihrer Hand auf die Mitte der Brust, den Ballen Ihrer anderen Hand darüber.
    • Verschränken Sie die Finger. Halten Sie die Arme gerade und gehen Sie senkrecht mit den Schultern über den Druckpunkt, so können Sie viel Kraft ausüben.
    • Drücken Sie das Brustbein 5–6 cm nach unten.
    • Drücken Sie 100 bis 120 Mal pro Minute.
    • Hören Sie nicht auf, bis Hilfe eintrifft.

    Erste Hilfe bei Herzstillstand: Kurzanleitung Herzdruckmassage

    Hinweis: Dieses Vorgehen ist für Laienhelfer empfohlen, die die begleitende Mund-zu-Mund-Beatmung nicht beherrschen.

  • Notfall: Schlaganfall

    Rund 270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Für 200.000 ist es der erste.

    (Quelle: schlaganfall-hilfe.de)

  • Schlaganfall erkennen mit FAST

    Betroffene nehmen die Symptome eines Schlaganfalls meist erst spät wahr. Mit der FAST-Methode können Sie als Angehöriger oder Ersthelfer die meisten Schlaganfälle sekundenschnell erkennen und helfen:

    1. Face: Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Ist ihr Gesicht einseitig verzerrt oder erschlafft?
    2. Arms: Bitten Sie die betroffene Person, die Arme nach vorne zu strecken, die Handflächen nach oben zu drehen und einige Zeit zu halten. Hat sie Probleme beide Arme zu heben, zu drehen oder driftet einer der Arme ab?
    3. Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt ihre Stimme verwaschen?
    4. Time: Falls Sie mindestens eine der Fragen mit „Ja“ beantworten können, wählen Sie unverzüglich den Notruf und schildern Sie die Symptome.

    (Quelle: schlaganfall-hilfe.de)

  • Nummer für den Notfall: 112

    Die Telefonnummer 112 ist schnellste Verbindung zum Rettungsdienst – europaweit, ohne Vorwahl, gebührenfrei. Merken Sie sich die fünf „W“ für einen Notruf:

    1. Wo ist der Notfall?
    2. Wer ruft an?
    3. Was ist geschehen? (Verkehrsunfall, Brand, Sturz etc.)
    4. Wie viele Betroffene? (Schätzung reicht)
    5. Warten Sie auf Fragen der Rettungsstelle.
  • Blutspenden gelegentlich knapp

    Schätzungsweise 80 % der Bundesbürger benötigen einmal im Leben eine Blutspende. 33 % der Bevölkerung könnten spenden, aber nur 3 % spenden.

    Generell herrscht kein Mangel an Blutspenden, jedoch gibt es gelegentlich regionale Engpässe – insbesondere in Ferienzeiten.

    In Deutschland werden täglich rund 15.000 Blutspenden benötigt. Und zwar bei:

    • Krebserkrankungen – 19 %
    • Herzerkrankungen – 16 %
    • Magen- und Darmkrankheiten – 16 %
    • Verletzungen aus Straßen-, Sport-, Berufs- und Haushaltsunfällen – 12 %
    • Leber- und Nierenkrankheiten – 6 %
    • Blutarmut und Blutkrankheiten – 5 %
    • Komplikationen bei Geburten – 4 %
    • Knochen- und Gelenkrankheiten – 4 %
    • weiteren Einsatzgebieten – 18 %

    (Quelle: DRK)

  • Blutstammzell- und Knochenmarkspender gesucht!

    Für viele Menschen mit Blut- oder Lymphdrüsenkrebs ist eine Blutstammzellspende oder Knochenmark-Transplantation die einzige Heilungschance. Schwere Blutbildungsstörungen, Immundefekte bei Kindern und seltene Stoffwechselerkrankungen lassen sich ebenfalls damit behandeln. Jedoch müssen die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger weitgehend identisch sein, damit die Behandlung erfolgreich verläuft.

    Registrierte Spender weltweit: 27 Millionen

    Chance, als registrierter Spender gebraucht zu werden:

    • im ersten Jahr: 1 %
    • in zehn Jahren: 5 %

    Chance einen passenden Spender zu finden:

    • Familie: 30 %
    • Fremde: 1 : 20.000 bis 1 : mehrere Millionen

    Jeder siebte Leukämie-Patient findet bisher keinen Spender.

    Spender werden
    [https://gesundheitswelt.allianz.de/links/spender-werden/]

    (Quellen: Deutsche Knochenmarkspenderdatei, Stiftung Knochenmark- & Stammzellspende Deutschland)

  • Spenderorgane immer knapp

    Im Jahr 2018 wurden 3.264 Organe von verstorbenen Spendern in Deutschland transplantiert – nicht genug: Alle 8 Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch, weil kein Spenderorgan verfügbar ist.

    Am 31.12.2018 standen weiterhin 9.697 Menschen auf der Warteliste für Spenderorgane. Die Betroffenen warteten und warten noch auf:

    • Niere: 7.526
    • Leber: 851
    • Herz: 719
    • Lunge: 314
    • Pankreas: 287

    Organspendeausweis herunterladen oder bestellen

    (Quelle: BZgA, Deutsche Stiftung Organspende)

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