Warnung: Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte wechseln Sie zu einem moderneren Browser wie Chrome, Firefox oder Microsoft Edge.

Risiken, Warnzeichen und Hilfe

Schlaganfall

Je schneller Betroffene bei einem Schlaganfall medizinisch versorgt werden, umso größer die Chance für eine vollständige Genesung. So erkennen Sie die Warnzeichen und reagieren richtig.

In Kürze
Sofort gefährlich
Bei einem Schlaganfall erhalten Teile des Gehirns nicht genug Sauerstoff. Dies führt unmittelbar zu Ausfallserscheinungen wie Lähmungen, Sprach-, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen.
Eindeutige Warnsignale
Als Angehöriger oder Ersthelfer können Sie einen Schlaganfall mithilfe der FAST-Methode schnell erkennen.
Schnell handeln!
Falls Sie bei einer Person Schlaganfall-Warnzeichen bemerken, rufen Sie sofort Hilfe über den Notruf 112. Mit jeder verstreichenden Minute sterben Hirnzellen, bis der Patient die richtige Behandlung erhält.
Keine Frage des Alters
Die Hälfte aller Schlaganfall-Patienten ist über 75 Jahre alt. Aber auch Kinder und Neugeborene können einen Schlaganfall erleiden.
Bei einem Schlaganfall gilt: Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser.
Sofort reagieren
Bei einem Schlaganfall gilt: Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser.
Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Je schneller Betroffene optimal medizinisch versorgt werden, umso größer die Chance für eine vollständige Genesung. So erkennen Sie die Warnzeichen und reagieren richtig.
Volkskrankheit

Ein Schlaganfall (Apoplexia cerebri) bezeichnet eine plötzlich auftretende verminderte bis blockierte Durchblutung in einem Teil des Gehirns.

Infolge des Sauerstoffmangels kommt es je nach betroffenem Hirnbereich zu Ausfallserscheinungen wie Sprachstörungen oder Lähmungen. Zudem sterben Nervenzellen ab, bis die Durchblutung wieder funktioniert.

Rund 270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Nach Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache hierzulande.

Eindeutige Warnsignale

Meist tritt ein Schlaganfall unvermittelt auf. FAST gilt weltweit als zuverlässige Methode, um auch als medizinischer Laie einen Schlaganfall sekundenschnell zu erkennen:

  • Face (Gesicht): Bitten Sie betroffene Person zu lächeln. Ist ihr Gesicht einseitig verzerrt oder erschlafft?
  • Arms (Arme): Bitten Sie die betroffene Person, die Arme nach vorne zu strecken, die Handflächen nach oben zu drehen und einige Zeit zu halten. Hat sie Probleme, beide Arme zu heben und zu drehen, oder driftet einer der Arme ab?
  • Speech (Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt ihre Stimme verwaschen?
  • Time (Zeit): Falls Sie mindestens eine der obigen Fragen mit „Ja“ beantworten können, wählen Sie unverzüglich den Notruf und schildern Sie die Symptome.
Video: Schnelle Hilfe nach einem SChlaganfall kann Leben retten
Schlaganfall: Beste Hilfe für Betroffene
Video: Schnelle Hilfe nach einem SChlaganfall kann Leben retten

Schnelle Hilfe nach einem Schlaganfall kann Leben retten. Der medizinische Fortschritt ermöglicht dabei beste Hilfe. Allianz-Expertin Dr. med. Silke Wolfenstetter erläutert im Video, was bei einem Schlaganfall passiert, was seine Gefahren und Folgen sind, und wie sich durch einen Schlaganfall eingeschränkte Fähigkeiten wieder erlernen lassen.

Den Film sehen Sie auf dem Youtube-Kanal der Allianz Deutschland.

Nicht zögern, sofort handeln!

Bei einem Menschen mit akutem Schlaganfall sterben mit jeder verstreichenden Minute Hirnzellen ab, sinkt die Chance auf vollständige Genesung und Überleben. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe empfiehlt:

  • Wählen Sie bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort den Notruf 112!
  • Weisen Sie auf die vorliegenden Schlaganfall-Symptome hin und äußern Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall.
  • Geben Sie dem Betroffenen nichts zu essen oder zu trinken. Der Schluckreflex kann gestört sein, es droht Erstickungsgefahr.
  • Entfernen oder öffnen Sie einengende Kleidungsstücke.
  • Achten Sie auf freie Atemwege – ggf. Zahnprothesen entfernen
  • Falls der Patient bewusstlos ist, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.
  • Überwachen Sie Atmung und Puls – setzen diese aus, muss sofort mit Herz-Druck-Massage begonnen werden!
  • Sprechen Sie umstehende Menschen direkt an und bitten Sie um Hilfe.
  • Notieren Sie sich den Zeitpunkt, an dem die Symptome begannen, und die beobachteten Symptome. Dies ist wichtig für den Notarzt.
Typische Warnzeichen

Bei drei von zehn Patienten kündigt sich ein bevorstehender Schlaganfall durch plötzlich auftretende Ausfallserscheinungen an, die einzeln vorkommen können und nur Minuten bis Stunden anhalten. Typische Warnzeichen dieser sogenannten transitorischen ischämischen Attacke (TIA) sind:

  • sehr kurzzeitige Schwäche, Taubheit oder Lähmung in einer Körperhälfte (Gesicht, Arm, Bein)
  • vorübergehende Sprachstörung (Verständnis oder Aussprache)
  • kurzfristige Sehstörungen (Doppelbilder, eingeschränktes Gesichtsfeld, Erblinden auf einem Auge)
  • plötzlicher Drehschwindel, Gleichgewichtsstörungen (unsicherer Gang, Stürze)
  • Bewusstseinsstörungen und Desorientierung (Zeit, Ort, Personen erkennen)
  • plötzlich auftretende, extrem starke Kopfschmerzen

Im Volksmund wird die TIA verharmlosend „Schlägle“ genannt. Auch ein „Schlägle“ ist ein Notfall! Selbst wenn die Anzeichen binnen Minuten verschwinden, handelt es sich um einen Notfall, der sofort abgeklärt und behandelt werden muss!

Häufige Auslöser

Rund acht von zehn Schlaganfällen sind Folge einer Durchblutungsstörung, ischämischer Infarkt genannt. Hierbei werden einzelne oder mehrere Blutgefäße im Gehirn durch Gefäßablagerungen (Atherosklerose) oder Blutgerinnsel teils bis vollständig verstopft.

Falls die Gefäßverengung gering ist und die Ausfallserscheinungen binnen 24 Stunden verschwinden, spricht der Arzt von einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA).

Zwei von zehn Schlaganfällen entstehen aufgrund einer Hirnblutung, hämorrhagischer Infarkt genannt. Blutet ein Gefäß direkt im Gehirn (intrazerebral), so fehlt zum einen Blut im versorgten Hirnbereich, zum anderen quetscht das austretende Blut das umgebende Hirngewebe. Beides tötet Hirnzellen ab und kann lebenswichtige Funktionen wie die Atmung beeinträchtigen. Blutet ein Gefäß zwischen den Hirnhäuten oder unter der Schädeldecke, so erhöht sich ausschließlich der Druck auf das Hirngewebe, was aber ebenfalls die Durchblutung beeinträchtigt, Nervenzellen abtötet und schnell lebensbedrohlich sein kann.

Auch Kinder sind betroffen

Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe ist die Hälfte der Schlaganfall-Patienten über 75 Jahre alt. Nur etwa 15 % sind jünger als 45 Jahre, wobei sogar Neugeborene einen Schlaganfall erleiden können. Im Jahr erleiden etwa 300 Kinder einen Schlaganfall. Meist fällt dieser als plötzliche Bewegungs- oder Sprachstörung auf. Jedoch gilt ein Schlaganfall bei den ganz Kleinen als schwer diagnostizierbar, weshalb eine hohe Dunkelziffer vermutet wird.

Neben dem Alter beeinflussen erbliche Faktoren das individuelle Schlaganfallrisiko – unter anderem häufige Schlaganfälle bei Verwandten und erblich bedingte Störungen der Blutgerinnung.

Weitere wichtige, häufig durch Lebenswandel beeinflussbare Risikofaktoren sind:

  • Rauchen und Alkoholkonsum
  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen – vorwiegend Vorhofflimmern, überstandener Herzinfarkt oder Herzklappenfehler
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht

Wer bereits eine transitorische ischämische Attacke (TIA) oder einen Schlaganfall erlitten hat, trägt ebenfalls ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko und bedarf fachärztlicher Betreuung. Nach einer TIA erleiden rund 20 % der Betroffenen einen Schlaganfall. Das Schlaganfall-Risiko nach einer TIA beträgt dabei 12 % innerhalb eines Monats,bis 20 % innerhalb eines Jahres und ca. 40 % innerhalb von fünf Jahren.

Häufige Auslöser

Sie können Ihr persönliches Schlaganfallrisiko selbst senken, indem Sie durch Ihre Lebensführung die beeinflussbaren Risikofaktoren ausschalten:

  • Bewegen Sie sich mehr! Regelmäßige und ausreichende Bewegung senkt den Blutdruck und verringert unter anderem das Risiko für Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die WHO empfiehlt hierzu 10.000 Schritte pro Tag.
  • Eine ausgewogene, vollwertige Ernährung hilft dabei, Übergewicht vorzubeugen, und wirkt sich positiv auf die Blutfettwerte aus.
  • Versuchen Sie bei deutlichem Übergewicht abzunehmen – idealerweise mit Bewegung.
  • Verzichten Sie auf Rauchen und reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.

Haben Patienten bereits eine TIA oder einen Schlaganfall erlitten, erhalten diese Medikamente, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Bei Patienten mit verengter Halsschlagader (Carotisstenose), kann eine Operation sinnvoll sein, um das Risiko eines drohenden Schlaganfalls zu verringern.

Schnelle Versorgung entscheidend

Die optimale Behandlung erhalten Patienten, die rasch in eine spezialisierte Schlaganfall-Einrichtung – Stroke Unit genannt – eingeliefert werden. Alles weitere hängt von individuellen Faktoren wie Alter, Krankengeschichte und Schweregrad des Schlaganfalls ab.

Hierzulande stirbt jeder fünfte Schlaganfall-Patient in den ersten vier Wochen. Zwei Drittel der Überlebenden tragen bleibende körperliche Einschränkungen davon und sind auf fremde Hilfe angewiesen.

Wie gut die Betroffenen genesen, hängt ab vom Alter, dem Krankheitsverlauf und der individuellen Fähigkeit, Einschränkungen zu kompensieren und verlorene Fähigkeiten (z. B. Sprechen) wieder zu erlernen. Hierzu benötigen Schlaganfall-Patienten jedoch Rehabilitationsmaßnahmen.

Bei Babys und Kindern manifestieren sich die Folgeschäden eines Schlaganfalls häufig erst nach Monaten bis Jahren. Jedoch haben die Kleinen die besten Heilungschancen: nur bei 10 % bleibt ein größeres Handicap bestehen.

Bild: Antonio Guillem/Shutterstock