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Unfallrisiko vermeiden

Fit zu Pferd

Wie die meisten Sportarten wirkt sich auch Reiten positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Der Reitsport birgt aber auch das Risiko von Unfällen beim Reiten oder im Umgang mit dem Pferd.  

In Kürze
Nutzen und Risiken

Bewegung mit dem Pferd macht fit und gesund und ist Balsam für Körper und Seele. Wie jeder andere Sport bringt jedoch auch der Reitsport das Risiko von sportarttypischen Unfällen und Verletzungen mit sich.

 

Gesundheitliche Vorteile
Reiten erfordert Konzentration, Balance und Kraft. Die rhythmischen Bewegungen des Pferdes trainieren die Körperwahrnehmung sowie die Muskulatur in Rücken, Bauch und Becken. Ein hoher Spaßfaktor und Stressabbau kommen hinzu.
Wann besser nicht reiten?
Bei bestimmten Krankheiten, nach chirurgischen EIngriffen sowie bei akuten Infektionskrankheiten und Fieber ist Reiten nicht zu empfehlen. Im Zweifelsfall vorher den Arzt konsultieren.
Reitsport hat viele gesundheitliche Vorteile, bringt jedoch auch das Risiko von Unfällen mit sich.
Glück auf dem Rücken der Pferde
Reitsport hat viele gesundheitliche Vorteile, bringt jedoch auch das Risiko von Unfällen mit sich.
Schätzungsweise eine Million Menschen schwingen sich in Deutschland regelmäßig auf einen Pferderücken. Ob Freizeitreiter oder Reitsportler, sie alle verbindet die Faszination für Pferde. Wie die meisten Sportarten wirkt sich auch Reiten positiv auf Gesundheit und Psyche aus. Unfälle mit Pferden sind jedoch folgenschwerer als in anderen Sportarten – und manche sollten besser aufs Reiten verzichten.
Für Körper und Geist

Bereits gemächliches Reiten erfordert Konzentration, Balance und Kraft, um sich stabil im Sattel zu halten. Die rhythmischen Bewegungen des Pferdes übertragen sich auf den Reiter und trainieren damit die Körperwahrnehmung sowie die Muskulatur in Rücken, Bauch und Becken. Sofern Ross und Reiter harmonieren, kommen noch ein hoher Spaßfaktor und Stressabbau hinzu.

Zudem propagiert die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) Reiten als Gesundheitssport. So gibt es spezielle Gesundheitssportangebote mit Pferd, die nach den Qualitätskriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zertifiziert wurden. Hierbei handelt es sich um präventive Haltungs- und Bewegungstrainings für alle Altersgruppen. Hauptzielgruppen der Gesundheitsvorsorge mit dem Pferde sind Personen mit:

  • schwacher Muskulatur des Stütz- und Bewegungsapparates – insbesondere Rücken- und Bauchmuskulatur.
  • erhöhter Stressanfälligkeit.
  • starker oder einseitiger Belastung des Bewegungsapparates.
  • altersentsprechenden Beschwerden bzw. Fehlbelastungen des Bewegungsapparates.
  • inaktivem Lebensstil.

Bei Kursen rund um „Gesundheitssport mit dem Pferd“ üben die Teilnehmer insbesondere die korrekte Reithaltung und den mitschwingenden Sitz. In Trockenübungen, unter anderem mit Gymnastikball und Balimo-Stuhl, wird zudem der Bewegungsapparat fürs Reiten mobilisiert und gekräftigt. Schließlich können sich Reiter nur dann alle gesundheitlichen Vorteilen erschließen, wenn auch die Reittechnik stimmt.

Erst versichern

Wer reitet oder ein Pferd besitzt, trägt auch Risiken. Ein Sturz vom Pferd, ein Huftritt, ein Unfall mit einem Pkw kann Schäden verursachen, die nur durch spezielle Versicherungen gedeckt sind.

Wichtiger Schutz: Tierhalterhaftpflicht

Physiotherapie mit dem Pferd

Die positiven Effekte des Reitens werden auch in der Physiotherapie genutzt, um die Folgen bestimmter Erkrankungen des zentralen Nervensystems und des Bewegungsapparats zu lindern. Der Fachbegriff hierfür lautet Hippotherapie.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • zerebrale Bewegungsstörungen unterschiedlicher Ursache, Art und Ausprägung mit erhöhtem Muskeltonus (Spastik/Dystonie), Störung der Gleichgewichtsfunktionen (Ataxie) und/oder unwillkürlichen Bewegungen (Chores/Athetose)
  • Lähmungen (Paresen) aufgrund eines geschädigten Rückenmarks
  • Muskelschwächen im Rahmen neuromuskulärer Erkrankungen (z. B. Muskeldystrophien)

Darüber hinaus gibt es weitere Anwendungsgebiete für das Reiten, unter anderem in der Förderung von Kindern mit Behinderung und in der Sozialarbeit.

Körperliche Voraussetzungen beachten

Eigenständiges Reiten erfordert ein Mindestmaß an Mobilität, Reaktionsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und körperlicher Robustheit.

Das Aussitzen im Trab belastet die Bandscheiben mit einem Mehrfachen des Körpergewichts. Bei einer akuten Bandscheibenerkrankung sollten Sie daher besser eine Reitpause einlegen und erst wieder aufsatteln, wenn Ihr Arzt grünes Licht gibt.

Grundsätzlich: Auch wenn Reiten viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt, sollten Sie unbedingt vorab einen Arzt konsultieren, falls Sie oder Ihr Kind an einer der folgenden Erkrankungen leiden:

  • Herzerkrankung oder -fehler
  • Krebserkrankung
  • obstruktiver Lungenerkrankung
  • allergisches Asthma, insbesondere Allergie gegen Pferdehaar
  • Epilepsien
  • Gleichgewichtsstörung
  • Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose)
  • Typ-1-Diabetes
  • Down-Syndrom

Nach chirurgischen Eingriffen sowie bei akuten Infektionskrankheiten und Fieber sollten Sie grundsätzlich ihren Körper schonen und sich auskurieren – wie bei anderen Sportarten auch.

Zudem gibt es eine Reihe schwerer Erkrankungen, bei denen die Betroffenen besser nicht reiten. Hierzu gehören unter anderem: fortgeschrittene Arthrosen der Wirbelsäule, Hüfte- und Kniegelenke; Osteoporose; Bluterkrankheit; Glasknochenkrankheit. Beraten Sie sich im Zweifel daher mit Ihrem behandelnden Arzt.

Reiten mit Behinderung

Eine Körperbehinderung wie Querschnittlähmung oder Blindheit hält Pferdebegeisterte nicht vom Reiten ab. Zudem ist Reiten eine Disziplin bei den Special Olympics.

Special Olympics: Reiten

Bilder: Titelbild - Anastasija Popova/Shutterstock; Sicher im Sattel - Shestakoff/Shutterstock