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Gesundheitsschäden vorbeugen

Nutzen und Risiken des Golfsports

Golf trainiert Kraft, Geschick und Konzentrationsstärke. Aufgrund des komplexen Bewegungsablaufs laufen aber gerade Einsteiger Gefahr, sich beim Golfschwung zu verletzen.

In Kürze
Golfer-Schulter
Die schmerzhaft entzündete Golfer-Schulter entsteht durch jahrelange Überlastung. Betroffen: die lange Bizepssehne, die Rotatorenmanschette und das Schultereckgelenk.
Golfer-Elbogen
Der Golfer-Ellbogen ist eine Entzündung der Sehnenansätze der Vorderarmmuskeln am Ellbogen. Diese kann verschiedene Ursachen haben: z. B. eine falsche Schlagtechnik.
Schäden vermeiden
Eine gute Grundkondition und Beweglichkeit, eine starke Bauch- und Rückenmuskulatur sowie ausreichendes Aufwärmen und Dehnen der Muskeln vor dem Training hilft, Schäden zu vermeiden.
Golf ist Bewegung an der frischen Luft und erfordert komplexe Bewegungsabläufe.
Training für Kraft, Geschick und Konzentration
Golf ist Bewegung an der frischen Luft und erfordert komplexe Bewegungsabläufe.
Einst elitärer Zeitvertreib, ist Golf längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Golfspieler schätzen die Bewegung an der frischen Luft sowie die Anforderungen an Kraft, Geschick und Konzentrationsstärke. Jedoch laufen aufgrund des komplexen Bewegungsablaufs gerade Einsteiger Gefahr, sich beim Golfschwung zu verletzen.
Bewegung an der frischen Luft

Während eines rund vierstündigen Golfspiels über 18 Löcher legen Sie je nach Platz bis zu zehn Kilometer zurück. Währenddessen verbrennt der Körper 1.000 bis 1.500 Kilokalorien – abhängig von Geschlecht, Körpergewicht, Fitness und Außentemperatur. Hinzu kommt der komplizierte Bewegungsablauf beim Schlagen, der Konzentration und ein hohes Maß Körperkoordination erfordert.

Die moderate Bewegung im Freien wirkt sich nicht nur positiv auf Herz, Kreislauf und Ihren Fettstoffwechsel aus. Auf dem Golfplatz können Sie auch soziale Kontakte pflegen, ausspannen und sich Ihrer sportlichen Fortschritte erfreuen. Deshalb nehmen selbst Sportmuffel Golf nicht als Anstrengung, sondern als Vergnügen wahr.

Erst zum Arzt
Lassen Sie sich von einem Sportmediziner durchchecken, wenn sie länger keinen Sport mehr getrieben haben, eine eine Herzkrankheit, Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkbeschwerden oder Übergewicht haben, rauchen oder schwanger sind.

 

Beschwerden vorbeugen

Im Vergleich zu anderen Sportarten gilt Golf als verletzungsarm. Laut dem Landesinstitut für Sportmedizin Berlin klagen etwa 40 % der Freizeitgolfer zumindest zeitweise unter Beschwerden des Bewegungsapparates. Hierbei ist vorwiegend die Lendenwirbelsäule betroffen, dicht gefolgt von Hand- und Ellenbogengelenken.

Am häufigsten lädieren sich über 50-jährige Amateurgolfer mit gutem Handicap, die mehrmals pro Woche spielen. Mit zunehmendem Alter ermüden nämlich die Muskeln früher, wodurch sich bei hohem Trainingsaufwand Muskel- und Gelenkverletzungen häufen.

Einsteiger fallen dafür meist ihrer defizitären Schwungtechnik und mangelnden Fitness zum Opfer. Sie zerren sich beispielsweise Schulter-, Oberarm- oder untere Rückenmuskeln. Übereifrige oder unkonzentrierte Kinder tendieren währenddessen dazu, sich und Umstehende mit Schläger oder Ball zu verletzen.

Allgemeine Verletzungsursachen 

  • Bestehende Rückenbeschwerden: Aufwärmen und eine gute Schwungtechnik nötig, ansonsten verschlechtern sich die Rückenbeschwerden.
  • Unaufgewärmte oder ermüdete Muskeln: Dies erhöht grundsätzlich die Verletzungsgefahr beim Sport.
Fehler können Schäden verursachen

Der komplexe Bewegungsablauf bietet bei Ungeübten und Einsteigern reichlich Raum für Fehler (falsche Gewichtsverlagerung, Haltungsfehler, Überdrehen etc.). Die resultierenden Überlastungen können Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln verletzen und auf Dauer verschleißen.

  • Ist der Rücken gebeugt statt der Hüfte, so wird die Lendenwirbelsäule bei der Körperdrehung während des Rückschwungs übermäßig belastet.
  • Ein zu breiter Stand, sprich über Schulterbreite, erschwert die Rumpfrotation und erhöht damit die Belastungen im Rückenbereich.
  • Bei fehlender Gewichtsverlagerung zu Beginn des Rückschwungswird die Wirbelsäule zusätzlich belastet.
  • Ein zu lockerer Griff oder fehlender Interlocking-Griff erhöht das Risiko eines Bodenschlags beim anschließenden Abwärtsschwung, und somit das Verletzungsrisiko für Ellbogen und Handgelenke.
  • Ebenso kann ein zu starker oder verkrampfter Griff – meist bei überstrecktem Ellbogen – auf Dauer zu Beschwerden an Ellbogen und Handgelenken führen. Bestes Beispiel: der Golfer-Ellbogen.
  • Ein übertriebener Rückschwung verdreht die Wirbelsäule im Übermaß und überbelastet bei Rechtshändern das rechte Handgelenk. Verliert der Betroffene dabei sein Gleichgewicht erhöht sich zudem das Risiko eines Bodenschlags beim anschließenden Abschwung. Ist der linke Arm bei Rechtshändern zu gestreckt, dann leidet auch die linke Schulter. Bei Linkshändern verhält es sich entsprechend umgekehrt.
  • Eine plötzliche und zu kraftvolle Oberkörperdrehung beim Abschwung kann Zerrungen in der Brust- und Bauchmuskulatur verursachen.
  • Ein zu abrupte Gewichtsverlagerung und Hüftdrehung beim Abschwung kann das Hüft-, Knie- und Sprunggelenk auf der linken/rechten Seite bei Rechts/Linkshändern verletzen.
  • Bei einem Bodenschlag belastet die abrupte Verzögerung die Sehnenansätze der Ellbogen und die Handgelenkknochen extrem. Unter Umständen kann eine Sehne reißen oder das Handgelenk brechen.
  • Ein zu kraftvoller ausgeführter Golfschwung überlastet beim Durchschwung die Schulter.
Golfer-Schulter und Golfer-Ellbogen

Die schmerzhaft entzündete Golfer-Schulter erwerben sich Profigolfer meist durch jahrelange Überlastung. Betroffen sind die lange Bizepssehne, die Rotatorenmanschette und das Schultereckgelenk.

Der Golfer-Ellbogen (Epicondylitis) ist eine Entzündung der Sehnenansätze der Vorderarmmuskeln am Ellbogen. Diese kann verschiedene Ursachen haben: unter anderem eine monotone, sich stetig wiederholende Belastung der Unterarmmuskeln (z. B. beim Golf, an der PC-Tastatur) oder eine falsche Schlagtechnik beim Golf.

Beweglichkeit, gute Muskulatur und Kondition

Idealerweise bringen Sie bereits eine Grundkondition und Beweglichkeit von anderen sportlichen Aktivitäten mit. Außerdem sollten Sie Ihre Bauch- und Rückenmuskulatur für den Golfsport trainieren, was die Gefahr von Rückenschmerzen verringert.

Unverzichtbar ist jedoch, dass Sie sich vor dem Spiel mindestens zehn Minuten aufwärmen und Ihre Muskeln dehnen. Damit beugen Sie Verletzungen vor und schwingen von Anfang an geschmeidig. Als Einsteiger sollten Sie sich zudem einen Golftrainer leisten, der Ihre technischen Defizite beim Schwung ausbügelt. Kurzum: Auch nach Erreichen der Platzreife können Sie noch etwas lernen. Besonders Ihr Rücken wird es Ihnen danken.

Bild: Batman57/Adobe Stock