Immer noch unvermeidlich

Was tun bei Schnupfen?

Gegen Schnupfen gibt es keine Impfung – aber die Beschwerden lassen sich mit einfachen Maßnahmen lindern. So gehen Sie mit Schnupfen am besten um und senken das Infektionsrisiko.

In Kürze
Viren oder Allergie?
Die Hauptursache für akuten Schnupfen (Rhinitis) sind Infekte mit Erkältungsviren. Bei chronischem Schnupfen steckt häufig eine Allergie oder Nasenspray-Missbrauch dahinter.
Anatomische Ursachen
Auch eine krumme Nasenscheidewand oder Polypen können Dauerschnupfen provozieren.
Schädliches Schnäuzen
Wer seine Nase falsch putzt, erhöht sein Risiko für eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Besser nicht trompeten, sondern hochziehen und sanft schnäuzen.
Wirksame Hausmittel
Die besten Hausmittel bei jeglicher Art von Schnupfen sind ausreichend Trinken und Nasenspülungen.
Gegen Schnupfen gibt es keine Impfung – aber die Beschwerden lassen sich lindern.
Manchmal ernster
Gegen Schnupfen gibt es keine Impfung – aber die Beschwerden lassen sich lindern.
Schnupfenbeschwerden kommen und gehen – und werden oft als harmlos abgetan. Doch Schnupfen kann auch Vorbote einer schwerwiegenden Erkrankung sein. Und bei kleinen Kindern steckt nicht selten etwas Überraschendes dahinter.
Meist harmlos

Unter Schnupfen (Rhinitis) verstehen Mediziner eine akute oder chronische Entzündung der Nasenschleimhaut. Hierbei schwillt die Nasenschleimhaut an und produziert verstärkt ein schleimartiges Sekret, das über den Rachenraum und aus der Nase abfließt.

In der Regel kündigt sich akuter Schnupfen mit einem Brennen oder Kitzeln in der Nase an, häufig begleitet von Niesreiz. Dann beginnt das Nasensekret zu fließen, und die Schleimhäute schwellen an. Je nach Ursache verändern sich Farbe und Zähigkeit des Nasensekrets.

Sind die Schleimhäute stark geschwollen, kann der Betroffene kaum bis gar nicht mehr durch die Nase atmen. Zudem kann der Geruchssinn vorübergehend beeinträchtigt sein.

Schnupfen ist meist ein Symptom einer Atemwegserkrankung, die harmlos (Erkältung) oder schwerwiegend verlaufen kann (Saisonale Influenza, Sinusitis, Lungenentzündung etc.).

Akut oder chronisch

Die häufigsten Schnupfen-Auslöser sind Krankheitserreger und Fremdstoffe, die über die Atemluft in die Nase gelangen und die Nasenschleimhaut reizen.

Plötzlich auftretender, akuter Schnupfen kann unter anderem folgende Ursachen haben:

  • Infektion mit Erkältungsviren – erkennbar am klaren bis weißlichen Nasensekret. Hierbei sind über 300 Arten von Erkältungsviren bekannt, unter anderem Rhino-, Korona-, Myxo-, Paramyxo-, Echo-, Coxsackie- und Parainfluenza-Viren
  • bakterielle Infektion der oberen Atemwege – häufig mit gelbem bis grünem zähflüssigen Nasensekret
  • akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Virusgrippe (Saisonale Influenza)
  • Reizstoffe wie Tabakrauch, Ruß und Staub

Hält ein Schnupfen länger als drei Monate an, spricht man von chronischem Schnupfen. Mögliche Ursachen sind:

  • anhaltende oder ständig wiederkehrende Infektion der Nasenschleimhäute
  • Allergie gegen Pollen, Hausstaub, Tierhaare oder Schimmelsporen
  • Missbrauch von Nasenspray
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • anatomische Veränderungen im Nasen-Rachenraum, z. B. krumme Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuschel, Polypen, Tumor
  • NARE-Syndrom (Nicht-allergische Rhinitis mit Eosinophilie-Syndrom, vasomotorische Rhinitis): Bei den Betroffenen reagiert die Nasenschleimhaut überempfindlich auf übliche Schupfenauslöser und andere Reize wie Temperaturschwankungen, Stress und hormonelle Veränderungen (z. B. bei Schwangerschaft).

Schnupfen oder Grippe? 

Eine saisonale Influenza erkennen Sie an diesen Symptomen:

  • plötzliches hohes Fieber, oft über 38,5 °C
  • trockener Reizhusten
  • heftige Muskel-, Glieder- oder Kopfschmerzen
  • allgemeine Mattigkeit
Stärker betroffen

Der häufig verächtlich verwendete Begriff „Männerschnupfen“ zielt auf Männer mittleren bis höheren Alters, die – so der gängige Vorwurf – sich bei Erkältungen deutlich wehleidiger als Frauen zeigen und ihre Erkrankung demonstrativ hochspielen.

Dies tut den Betroffenen jedoch Unrecht: Nach dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung sind Männer nicht wehleidiger, sondern sie erkranken häufiger und schwerer an Infekten als Frauen.

Der Grund: Das Immunsystem der Frauen wird durch den höheren Östrogenspiegel gestärkt, während der höhere Testosteronspiegel bei Männern insbesondere die Antikörper-Antwort ausbremst. Dementsprechend sind Männer anfälliger für Infektionskrankheiten. Auch Grippeimpfungen schlagen bei Männern nicht so gut an wie bei Frauen.

Risiken vermeiden

Wenn die Nase läuft oder stockt, ist die Versuchung groß, das Sekret in ein Papiertaschentuch zu schnäuzen. Hierbei sollten Sie unter keinen Umständen einen Druck in der Nase aufbauen.

Dies kann zum einen Nasenbluten auslösen. Zum anderen blasen Sie nicht nur Schleim aus der Nase, sondern befördern auch Schleim in die Stirnhöhlen. Gelangen dadurch Erreger in die Stirnhöhlen, so können diese sich auch dort festsetzen und damit eine Sinusitis auslösen.

Am besten Sie ziehen die Nase hoch und schnäuzen nur sanft ins Papiertaschentuch.

Einfach behandeln

Egal, welche Form von Schnupfen Sie haben, folgende Hausmittel helfen immer:

  • Ausreichend trinken, um die Nasenschleimhäute von innen feucht zu halten.
  • Nasenspülungen mit einer 0,9-prozentigen Salzwasserlösung aus abgekochtem, lauwarmem Wasser; Zubehör und Salz sind in jeder Apotheke erhältlich. Die Nasenspülung befreit die Nase von Sekret, Erregern, Reizstoffen etc. und befeuchtet die Schleimhäute.

Achten Sie auch auf ein gut gelüftetes Schlafzimmer mit ausreichend feuchter Luft (ca. 50 %), sodass die oberen Atemwege nicht zusätzlich gereizt werden.

Kritische Symptome

Ein harmloser Schnupfen kann durchaus mehrere Wochen anhalten, ohne weitere Beschwerden zu verursachen. In diesen Fällen sollten Sie spätestens einen Arzt aufsuchen:

  • Bei zusätzlichen Hals- und/oder Ohrenschmerzen.
  • Wenn Sie einen Druck oder Schmerz über Stirn und Wangen fühlen, der bei Bewegung oder beim Vorbeugen zunimmt.
  • Wenn Sie zusätzlich Kopf- oder Nackenschmerzen haben.
  • Generell sobald Sie sich matt oder fiebrig fühlen.
  • Bei chronischem Schnupfen.

Wichtig für Eltern: Kleine Kinder haben häufig Schnupfen. Da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, kann auch ein harmloser Infekt sich in Rachen, Mittelohr und Lungen ausbreiten und schwerwiegend verlaufen. Deshalb sollten Sie den Kinderarzt konsultieren, falls der verschnupften Nachwuchs matt wirkt, Fieber hat oder über Schmerzen klagt.

Einseitiger, eitriger Schnupfen: Läuft es bei einem Kleinkind nur aus einer Nase, dann hat es möglichweise einen Fremdkörper hineingeschoben. Suchen Sie daher gleich einen HNO- oder Kinderarzt auf!

Bild: Schnupfen - Marcos Mesa Sam Wordley/Shutterstock; Erkältungen vorbeugen - Photographee.eu/Shutterstock; Hausmittel - Studio Barcelona/Shutterstock