Warnung: Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte wechseln Sie zu einem moderneren Browser wie Chrome, Firefox oder Microsoft Edge.

Nutzen und Risiken

Säureblocker

Sodbrennen und Magenbeschwerden entwickeln sich in Deutschland mehr und mehr zu Volkskrankheiten. Viele Betroffene greifen regelmäßig zu Magensäureblockern. Diese hemmen effektiv die Bildung von Magensäure. Sie haben aber auch Nebenwirkungen. Um eine optimale Therapie zu erreichen, sollten Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. 

In Kürze
Kurz erklärt
Magensäureblocker hemmen effektiv die Bildung von Magensäure und helfen daher sehr gut gegen Erkrankungen, die durch Magensäure verursacht werden. Während eine kurzfristige Einnahme meist unproblematisch ist, können bei einer Langzeitnutzung die Risiken den Nutzen übersteigen.
Sinnvoller Einsatz

    Säureblocker werden erfolgreich eingesetzt gegen verschiedene Formen der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Effektiv sind sie auch in der Behandlung von Geschwüren am Magen oder am Zwölffingerdarm. Risikopersonen bekommen Säureblocker häufig vorbeugend verschrieben – diese Praxis ist jedoch umstritten.

Langzeiteinnahme vermeiden

    Bei Magen-Darm-Beschwerden, die nicht durch Säure verursacht werden, sollten Säureblocker nicht verwendet werden. Ebenfalls ist es nicht sinnvoll, Atemwegsbeschwerden damit zu behandeln, wenn kein Reflux vorhanden ist. Eine langfristige Einnahme sollte stets kritisch bewertet werden.

Richtig absetzen

    Säureblocker dürfen keinesfalls ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt werden. Setzt man Säureblocker nach längerer Behandlung abrupt ab, kann es zu einem sogenannten „Reboundeffekt“ kommen, einer kurzfristig überschießenden Säureproduktion.

Viele Menschen greifen regelmäßig zu Magensäureblockern.
Sorgfältig abwägen
Viele Menschen greifen regelmäßig zu Magensäureblockern.
Magensäureblocker, auch als Protonenpumpeninhibitoren (PPI) bezeichnet, hemmen sehr effektiv die Bildung von Magensäure und helfen daher sehr gut gegen Erkrankungen, die durch Magensäure verursacht werden. In Deutschland gibt es eine Reihe von Wirkstoffen aus dieser Gruppe auf dem Markt: Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Lansoprazol und Rabeprazol. Während Säureblocker bei der kurzfristigen Einnahme meist unproblematisch sind, wird die Langzeitnutzung über mehrere Monate und Jahre kritisch diskutiert. Bei einer langfristigen Einnahme sollten Arzt und Patient immer wieder besprechen, ob die Einnahme noch notwendig ist oder ob die Risiken bereits überwiegen.
Typische Anzeichen
  • Wenn der Schließmuskel an der unteren Speiseröhre den Magen unvollständig schließt, gelangt eine Anteil der Magensäure zurück in die Speiseröhre.
  • Betroffene leiden unter Sodbrennen und oft auch an Schmerzen hinter dem Brustbein.
  • Diagnostiziert wird die Refluxkrankheit in der Regel mithilfe einer Magenspiegelung.
Standard bei Refluxkrankheit
  • Säureblocker werden erfolgreich eingesetzt gegen verschiedene Formen der gastroösophagealen Refluxkrankheit
  • Säureblocker sind ebenfalls effektiv in der Behandlung von Geschwüren am Magen oder am Zwölffingerdarm (Duodenum). So wäre die erfolgreiche Bekämpfung des Bakteriums Helicobacter pylori im Verdauungstrakt ohne Säureblocker nicht möglich. Dieses Bakterium gilt als eine der Hauptursachen für die Geschwüre.
  • Werden Medikamente aus der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), z. B. Voltaren, genommen, können empfindliche Personen Geschwüre an Magen oder Zwölffingerdarm entwickeln. Diese Geschwüre können mit Säureblockern erfolgreich behandelt werden. 
  • Ärzte verschreiben entsprechenden Risikopersonen daher Säureblocker häufig vorbeugend, um Geschwüre gar nicht erst entstehen zu lassen. Risikopersonen sind z. B. über 65 Jahre alt, hatten bereits früher Geschwüre am Magen oder Zwölffingerdarm, leiden an einer schweren Allgemeinerkrankung oder einer Infektion mit Helicobacter pylori oder nehmen Kortison und/oder Gerinnungshemmer.
Nicht bei Reizmagen
  • Bei Magen-Darm-Beschwerden, die nicht durch Säure verursacht werden, wie z. B. Reizmagen oder Reizdarm, helfen Säureblocker im Allgemeinen nicht. 
  • Fachleute sehen es ebenfalls kritisch, wenn Medikamente zur Vorbeugung von Geschwüren gegeben werden, obwohl Patienten kein bekanntes Risiko dafür haben.
  • Bei einer langfristigen Einnahme können die Risiken der Säureblocker ihren Nutzen deutlich übersteigen. 
  • Ebenfalls ist es nicht sinnvoll, Atemwegsbeschwerden wie Asthma oder chronischen Husten mit Säureblockern zu behandeln, wenn kein Reflux nachgewiesen werden konnte.
Langzeiteinnahme
  • Säureblocker sind im Allgemeinen gut verträglich. Eine kurzfristige Einnahme ist meist problemlos. Werden sie jedoch monate- oder sogar jahrelang genommen, kann es zu Problemen kommen.
  • Durch den deutlich verminderten Säuregehalt werden Bakterien im Magen nicht mehr effektiv abgetötet. Dadurch steigt das Risiko für bestimmte Darminfektionen wie durch Salmonellen oder Clostridium difficile.
  • Nachgewiesen werden konnte auch, dass eine langfristige Einnahme von Säureblockern das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche erhöht. Besonders betroffen sind hier die Hüfte, die Handknochen und die Wirbelsäule. 
  • Eine Langzeitbehandlung führt außerdem oft zu einem Mangel an Magnesium und Vitamin B12. Magnesiummangel kann u. a. Probleme an Skelett- und Herzmuskulatur hervorrufen. Ein nicht erkannter Vitamin-B12-Mangel verursacht Blutarmut (Anämie) und Nervenschäden.
Individuell bewerten

Das sollten Sie bei der Einnahme beachten:

  • Wenn Sie bereits seit längerem Säureblocker nehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die Behandlung noch sinnvoll ist. Setzen Sie bitte keinesfalls die Medikamente ohne ärztliche Rücksprache ab. 
  • Auch wenn die Langzeitbehandlung mit Risiken verbunden ist, muss der Nutzen und das Risiko in jedem Fall einzeln betrachtet und abgewogen werden. 
  • Setzt man Säureblocker nach längerer Behandlung abrupt ab, kann es zu einem sogenannten „Reboundeffekt“ kommen, einer kurzfristig überschießenden Säureproduktion. Dieser Effekt ist von begrenzter Dauer, wird aber manchmal als unangenehm empfunden.
  • Er lässt sich weitgehend vermeiden, wenn die Medikamente ausgeschlichen werden, die Dosis also langsam reduziert wird.

Fazit zur Therapie mit Säureblockern:

  • Säureblocker sind wirksame, meist gut verträgliche Medikamente. 
  • Da eine langfristige Therapie aber das Risiko für Nebenwirkungen erhöht, sollten Patienten immer wieder mit ihrem Arzt besprechen, ob die Behandlung noch sinnvoll ist. 
  • Auch sollte der Arzt regelmäßig überprüfen, ob Nebenwirkungen wie Osteoporose, Magnesium- oder Vitamin-B12-Mangel aufgetreten sind, da diese behandelt werden müssen.

Tipp: Alle Säureblocker gibt es inzwischen auch als Generika. Diese sind qualitativ genauso hochwertig und wirksam wie das „Original“ – dabei aber günstiger. Beim Wirkstoff Pantoprazol beträgt der Preisabschlag zum Original beispielsweise mehr als 80 Prozent.

Titelbild: Prostock-studio/AdobeStock, Nutzen und Risiken: Syda Productions/AdobeStock