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Balance auf dem Band

Slacklinen

Slacklining trainiert Koordination, Konzentration und Tiefenmuskulatur. Meistern auch Sie die Slackline mit unseren Einsteiger-Tipps.

In Kürze
Tanz auf dem Band
Slacklining ist eine gute Ergänzung für andere Sportarten, die eine gute Balance erfordern. Der wackelige Seiltanz begeistert nicht nur Junge und Junggebliebene, sondern wird auch in der Physiotherapie eingesetzt.
Gefahr durch Stürze
Aufgrund des erhöhten Sturzrisikos sollten nur erfahrene Slackliner über hohe und lang gespannte Slacklines balancieren. Hängt die Slackline knapp über dem Boden, ist das Sturzrisiko gering.
Ausrüstung
Die Grundausrüstung besteht aus einem Flachband und einem Spannsystem mit Rückstoßsicherung. Ansonsten benötigen Sie nur bequeme Kleidung sowie zwei stabile Fixpunkte für Ihre Slackline. 
Das Training auf der Slackline trainiert Koordination, Konzentration und Tiefenmuskulatur.
Gutes Training
Das Training auf der Slackline trainiert Koordination, Konzentration und Tiefenmuskulatur.
Slacklinen boomt: Kinder und Junggebliebene lieben den „Tanz“ auf dem schwingenden Band. Zudem trainiert die Wackelpartie Koordination, Konzentration und Tiefenmuskulatur. Meistern auch Sie die Slackline mit unseren Einsteiger-Tipps.
Ursprung

Beim Slacklinen balancieren Sie über ein mehrere Meter langes Flachband, das zwischen zwei Fixpunkten nicht zu straff gespannt ist. Als Fixpunkte dienen kräftige Bäume, große Felsbrocken oder spezielle Bodenanker. Alle Teile einer Slackline-Konstruktion müssen hierbei enormen Zugkräften standhalten, weshalb nur Profis sogenannte Long- und Highlines spannen sollten.

Wie viele andere Trendsportarten kommt auch Slacklinen aus den Vereinigten Staaten. Im Jahre 1983 balancierten zwei junge Kletterer im Yosemite-Tal erstmals über ein schlaff gespanntes Band zwischen zwei Bäumen und waren von der Herausforderung begeistert: Das Slacklining war geboren.

Wirkung auf die Gesundheit

Wer für seinen Sport eine überdurchschnittliche Körperbeherrschung und Balance benötigt, sollte Slacklinen in sein Training integrieren. Dies betrifft insbesondere Klettern, Snowboarden, Wakeboarden, Wellenreiten, Voltigieren, Tanzen, Turnen und Kampfsport.

Auch Physiotherapeuten nutzen die Slackline. Zum einen gibt die Wackelpartie einen zusätzlichen Trainingsreiz für eine schwache Tiefen- und Haltemuskulatur, zum Beispiel um die Gelenkstabilität nach einer Knieoperation wiederherzustellen. Zum anderen verbessert Slacklinen die Balance und die Muskelkoordination, was wiederum das Sturz- und Verletzungsrisiko zu verringern hilft.

Zudem kann die Slackline dabei helfen, Kinder für Bewegung zu begeistern. Praktischer Nebeneffekt: Auf der Slackline trainieren die Kleinen automatisch ihr Konzentrationsvermögen.

Achtung Sturzgefahr!

Sofern Sie ohne fremde Hilfe auf einem Bein balancieren können, können Sie auch einen Ausflug auf eine niedrig hängende Slackline wagen.

Wer einen eingeschränkten Gleichgewichtssinn hat, an einer schweren orthopädischen Erkrankung leidet oder gebrechlich ist, sollte besser auf dem Boden bleiben.

Ausgenommen natürlich, Sie steigen im Rahmen einer Physiotherapie auf das schwingende Flachband.

Sturzrisiko
Hängt die Slackline knapp über dem Boden, ist das Sturzrisiko gering. Je länger und höher das Band gespannt ist, desto größer ist das Risiko unkontrollierter Stürze und Verletzungen.

Band und Spannsystem

Die Grundausrüstung besteht aus einem Flachband (25 bis 50 Millimeter breit, 10 bis 20 Meter lang) und einem Spannsystem mit Rückstoßsicherung. Bei Einsteigersets wird meist eine Ratsche zum Spannen verwendet.

Alle Ausrüstungsteile sollten das GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit des TÜV oder der LGA tragen und Belastungen bis 15 Kilonewton standhalten. Entsprechende Komplettsets kosten zwischen 50 und 100 Euro.

Ansonsten benötigen Sie nur bequeme Kleidung sowie zwei stabile Fixpunkte für Ihre Slackline. Meist sind Bäume verfügbar, die aber mindestens 30 cm Durchmesser haben sollten, um den enormen Zugkräften standzuhalten.

Bäume schonen
Slacklines können durch Druck und Scheuern den Baum schädigen. Verwenden Sie daher Slackline-Baumschoner oder alte Teppichreste als Schutz.

Vielfältige sportliche Herausforderungen

Slacklines bieten ein breites Spektrum an sportlichen Herausforderungen.

Für Einsteiger:

  • Low- oder Trickline: Die ursprünglichste Variante des Slacklinens, bei der das Seil in der Regel zwischen zwei Bäumen knapp über dem Boden gespannt ist.
  • Waterline: Ist das Band über ausreichend tiefem Wasser gespannt, liegt das Verletzungsrisiko bei Stürzen nahe null.

Für Fortgeschrittene (Sturz- und Verletzungsgefahr!):

  • Longline: Hier sind teilweise über 100 Meter am Stück zu überwinden.
  • Rodeo- oder Freestyle-Line: Das Band ist extra schlaff aufgehängt und entsprechend wackelig.
  • Jumpline: Wem das Balancieren zu einfach ist, der baut spektakuläre Sprünge ein.
  • Night- oder Darkline: Slackliner mit trainiertem Gleichgewichtssinn und Körpergefühl tänzeln auch ohne Sicht übers Band.
  • Highline: Die Slackline wird nicht bodennah, sondern in größerer Höhe gespannt. Selbst Extremsportler sichern sich hier mit einem Extraseil ab.
Auf und über die Slackline

Folgende Tipps helfen Ihnen auf und über die Slackline:

  • Die ideale Einsteigerhöhe liegt knapp unter Kniehöhe. So erfordert der Aufstieg wenig Kraft und der kontrollierte Abstieg fällt leicht.
  • Die Spannlänge sollte zwischen den Aufhängepunkten (Fixpunkten) fünf bis sieben Meter betragen.
  • Barfuß oder Schuhe? Barfuß fühlen Sie die Slackline besser. Schuhe schützen dafür vor Abschürfungen. Der Fuß sollte jedoch fest im Schuh sitzen.
  • Der angenehmste Aufstiegspunkt, der sogenannte Sweet Spot, liegt jeweils etwa ein Fünftel der Spannlänge von einem Fixpunkt entfernt.
  • Lassen Sie beim Aufstieg anfangs Hilfestellung geben. Mit einer Schulter als Stütze können Sie sicher über die Slackline schreiten und sich an das Wackeln gewöhnen.
  • Der richtige Aufstieg: Setzen Sie Ihr starkes Bein auf das Band und drücken Sie sich mit Kraft nach oben.
  • Die ideale Grundhaltung: leicht gebeugte Knie, Unterarme zeigen nach oben.
  • as Balancieren fällt leichter, wenn Sie sich einen Fixpunkt konzentrieren, z. B. den Aufhängepunkt der Slackline.
  • Am besten halten Sie die Balance, wenn Sie mit den Armen ausgleichen und nur mit einem Bein auf dem Band stehen.
  • Hilfe, es schwingt: Sie können die seitliche Slackline-Schwingung dämpfen, indem Sie das freie Bein gegen das Band drücken. Alternativ können Sie die Slackline in eine stabile Auf-und-Ab-Schwingung versetzen: Einfach das Standbein etwas beugen und durchdrücken.
  • Gehen? Konzentrieren Sie sich immer auf Ihren Fixpunkt und setzen Sie einen Fuß vor den anderen. Nicht auf die Slackline schauen, sondern mit den Sohlen erspüren.
  • Üben Sie das kontrollierte Absteigen mit Ihrem Helfer. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie sich die Slackline dabei verhält. Ansonsten gilt: Sobald Sie merken, dass Sie sich nicht mehr auf der Slackline halten können – einfach absteigen.

Achtung, Verletzungsgefahr!
Auf einer Slackline sollte nur eine Person balancieren. Bei Über­las­tung können Band und Be­fes­ti­gung reißen und he­rum­flie­gen­de Teile um­ste­hen­de Personen schwer verletzen.

Bilder: Slacklinen - Eugenio Marongiu/Shutterstock; Stehpaddeln - Kzenon/Shutterstock