Richtig vorbeugen

Trockene Augen

Trockene oder stark tränende Augen sind häufig durch trockene Raumluft und Bildschirmarbeit verursacht. Das Sicca-Syndrom betrifft jeden fünften Patienten, der einen Augenarzt aufsucht.

In Kürze
Häufige Beschwerden
Jeder fünfte Augenpatient leidet dan trockenen Augen. Ursachen sind meist trockene Raumluft und die Belastung durch Bildschirmarbeit. Auch manche Medikamente sind Auslöser.
Ernste Symptome
Hinter trockenen Augen können auch ernsthafte Erkrankungen stecken wie Diabetes, Schild­drü­sen­er­kran­kun­gen, rheu­ma­ti­sche Erkrankungen oder ent­zünd­liche Ge­fäß­er­kran­kun­gen (Vaskulitis).
Richtig vorbeugen
Einfache Maßnahmen wie besseres Raumklima, häufigere Bildschirmpausen oder der Umstieg von Kontaktlinsen auf Brille während der Arbeit verringern das Risiko trockener Auge.
Chronische Schäden möglich
Dauerhaft trockene Augen sollten schnell behandelt werden, ansonsten steigt das Risiko für Entzündungen, Infektionen und Hornhautschäden.
Trockene oder stark tränende Augen sind häufig durch trockene Raumluft und Bildschirmarbeit verursacht.
Gegen Augenbeschwerden
Trockene oder stark tränende Augen sind häufig durch trockene Raumluft und Bildschirmarbeit verursacht.
Winter bedeutet Stress für die Augen: Ständige Temperaturwechsel, trockene Raumluft und kalte Zugluft. Wer zudem am Computer arbeitet, leidet schnell an trockenen Augen. Mit einigen einfachen Methoden können Sie solchen Beschwerden vorbeugen.
Tränenfilm unter Stress

Laut dem Bundesverband der Augenärzte e. V. (BVA) leidet jeder fünfte Patient, der einen Augenarzt konsultiert, an trockenen Augen – auch Sicca-Syndrom genannt. Typische Symptome hierfür sind juckende, brennende, lichtempfindliche und gerötete Augen, häufig in Verbindung mit einem Fremdkörpergefühl.

  • Bei trockenen Augen schafft es der Körper nicht, die Bindehaut und Hornhaut ausreichend mit Tränenflüssigkeit zu benetzen. Je „schlechter“ der Tränenfilm, umso empfindlicher reagieren die Augen auf Umweltfaktoren wie kalte Zugluft, trockene Luft, Tabakrauch, Ozon und Tonerstäube aus Druckern oder auf Bildschirmarbeit.
  • Gerade die Kombination von trockener Raumluft und stundenlanger Bildschirmarbeit kann selbst den stärksten Tränenfilm aufreißen. Während der Bildschirmarbeit verringert sich die Lidschlagfrequenz von 10–15 auf 1–2 Blinzler pro Minute. Dadurch trocknet der Tränenfilm schneller aus, als er erneuert wird. Das führt meist zum Beschwerdebild der trockenen Augen oder zu stark tränenden Augen.
  • Des Weiteren begünstigen bestimmte Medikamente trockene Augen – beispielsweise stören weibliche Hormone durch z. B. Anti-Baby-Pille oder Östrogentherapie die Tränenfilmproduktion. Weitere potenzielle Auslöser für trockene Augen sind: Acetylsalicylsäure (Schmerzmittel, Blutverdünner), Antihistaminika (gegen Allergien), Anticholinergika (gegen Koliken, chronische Bronchitis), Mittel gegen Bluthochdruck (Beta-Rezeptorenblocker, Reserpin, Thiazid-Diuretika), Ergotamin (gegen Migräne), Isotretinoin (gegen Hautkrankheiten), Trihexyphenidyl (Parkinsonmittel), tri- und tetrazyklische Antidepressiva sowie Neuroleptika.
  • Zudem sind Menschen höheren Alters anfälliger für trockene Augen.

Achtung: Hinter trockenen Augen können auch ernsthafte Erkrankungen stecken wie Diabetes, Schild­drü­sen­er­kran­kun­gen, rheu­ma­ti­sche Erkrankungen oder ent­zünd­liche Ge­fäß­er­kran­kun­gen (Vaskulitis).

Einfache Maßnahmen

Gerade im Winter sind Ihre Augen im Dauerstress – sei es durch trockene Heizungsluft, stundenlange Bildschirmarbeit oder frostigen Fahrtwind beim Alpinsport. So verhindern Sie trockene Augen:

  • Sorgen Sie in Büro und Wohnung für ein ausgewogenes Raumklima. Pflanzen und regelmäßiges Stoßlüften helfen nicht nur die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, sondern reinigen insbesondere Büroluft von Ozon und Tonerstäuben.
  • Meiden Sie Zugluft: Setzen Sie sich beispielsweise im Büro um, falls die Klimaanlage in Ihr Gesicht bläst. Richten Sie nicht das Autogebläse auf Kopfhöhe. Bedenken Sie, dass schon ein leichter stetiger Luftstrom ihre Augen mit der Zeit austrocknen kann.
  • Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit. Stehen Sie zumindest zweimal pro Stunde kurz auf, lenken Sie Ihren Blick weg vom Monitor und blinzeln Sie bewusst.
  • Sofern Sie auf eine Sehhilfe angewiesen sind, sollten Sie bei der Bildschirmarbeit eine Brille statt Kontaktlinsen tragen. Dadurch wird Ihre Hornhaut besser mit Sauerstoff und Tränenflüssigkeit versorgt.
  • Gähnen Sie intensiv. Dadurch spannen sich unter anderem die Muskeln der Augenpartie kurzzeitig stark an, drücken auf die Tränendrüsen und befeuchten dadurch Ihre Augen. Sie können ein Gähnen selbst provozieren, indem Sie Ihren Unterkiefer fallen lassen und kräftig durch den Mund einatmen.
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Setzen Sie sich nicht Tabakrauch aus.
Risiko dauerhafter Schäden
  • Bei dauerhaft trockenen Augen steigt das Risiko für Bindehaut- und Hornhautentzündungen, Augeninfektionen und Hornhautschäden. Suchen Sie daher rechtzeitig einen Augenarzt auf. Dieser geht den möglichen Ursachen auf den Grund.
  • Meist helfen Tränenersatzmittel dabei, trockene Augen feucht und damit gesund zu halten. Die „künstlichen Tränen“ sind in kleine Plastikfläschchen verpackt, enthalten keine Konservierungsstoffe und sind daher in der Regel auch für Kontaktlinsenträger geeignet.
Bilder: Trockene Augen - Serg Zastavkin/Shutterstock; Skibrille: ARochau - Fotolia; HAutpflege - sint/Shutterstock