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Frühzeitig erkennen und behandeln

Augenerkrankungen

Mit zunehmendem Lebensalter verschlechtert sich in der Regel die Sehkraft und das Risiko für altersbedingte Augenerkrankungen steigt. Aber auch chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose sind Risikofaktoren. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt können drohende Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

In Kürze
Altersweitsichtigkeit

    Mit steigendem Alter verlieren auch Normalsichtige meist einen Teil ihrer Sehkraft. Die meisten Menschen bemerken zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, dass Objekte im Nahbereich unscharf werden.

Augenerkrankungen im Alter
Die häufigsten Alterserkrankungen des Auges sind die altersbedingte Makuladegeneration, der Grüne Star und der Graue Star. Die ersten beiden Erkrankungen können ohne Behandlung bis zur Erblindung führen.
Risikofaktoren
Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose haben ein besonders hohes Risiko für Augenkrankheiten. Wer unter einer dieser Krankheiten leidet, sollte regelmäßig zur Augenvorsorge gehen.
Eine Sehverschlechterung fällt oft beim Autofahren auf.
Vorsorge ernst nehmen
Eine Sehverschlechterung fällt oft beim Autofahren auf.
Viele Augenprobleme machen lange Zeit keine Beschwerden. Gerade gefährliche Augenerkrankungen wie das Glaukom verursachen zunächst keinerlei erkennbare Symptome, sie tun nicht weh und der schleichende Sehverlust fällt zunächst kaum auf. Es besteht jedoch das Risiko zu Erblinden. Die gute Nachricht: Diese potentiell gefährlichen Erkrankungen lassen sich heute leicht erkennen. Gehen Sie deshalb ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt. Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose sollten unabhängig vom Alter regelmäßig zum Augen-Check gehen. Sie haben ein besonders hohes Risiko für Augenkrankheiten.
Normale Folge des Alters
  • Wenn beim Blick in die Nähe Bilder unscharf werden, so ist dies ein untrügliches Zeichen für eine beginnende Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Mit steigendem Alter verlieren auch Normalsichtige meist einen Teil ihrer Sehkraft.
  • Schuld sind schleichende Alterungsprozesse im Auge, welche die Elastizität der Linse nach und nach reduzieren. Die meisten Menschen bemerken zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, dass Bilder und Buchstaben im Nahbereich langsam unscharf werden. Wenn die Arme „zum Lesen zu kurz“ werden, ist die Zeit für eine erste Lesebrille gekommen.
  • Kurzsichtige bemerken die Veränderung oft etwas später. Die Altersweitsichtigkeit hebt die Kurzsichtigkeit jedoch nicht auf, sie verändert lediglich die Sicht im Nahbereich. Für die Ferne brauchen Kurzsichtige weiterhin eine Sehhilfe. 
  • Speziell auf die Weit- und Nahsicht angepasste Brillen können die Sehschwäche korrigieren. Geeignet sind sogenannte bifokale Gläser, die zwei Glasstärken in einer Brille kombinieren, oder Gleitsichtbrillen mit eingeschliffenen Übergängen.
Frühzeitig erkennen

Grauer Star (Katarakt)

Beim grauen Star (Katarakt) wird die Augenlinse nach und nach trüb. Die Betroffenen haben zunehmend Probleme, scharf zu sehen. Der graue Star tritt vor allem ab dem 60. Lebensjahr auf.

Diabetiker sind besonders gefährdet. In den meisten Fällen ist die Linsentrübung altersbedingt, sie kann aber auch die Folge einer Verletzung oder einer Erkrankung sein.

Eine Operation kann in den meisten Fällen die volle Sehschärfe wiederherstellen. Dabei wird die trübe Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung.

Anzeichen:

  • Nachlassende Sehschärfe: Die Umgebung erscheint wie im Nebel oder durch einen Schleier.
  • Lichtempfindlichkeit, verzögerte Anpassung an Hell und Dunkel.
  • Schlechtere Wahrnehmung von Kontrasten und Farben.
  • Nachlassendes räumliches Sehvermögen.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Bei dieser Alterserkrankung der Netzhaut gehen nach und nach die Sinneszellen rund um die Stelle des schärfsten Sehens (Makula) zugrunde. Dadurch erscheinen Bilder im Zentrum des Blickfeldes immer unschärfer.

Die altersbedingte Makuladegeneration ist die häufigste Ursache für Erblindung bei über 75-Jährigen. Sie verläuft in der Regel fortschreitend. Rechtzeitig erkannt sind bestimmte Formen der Erkrankung jedoch oft behandelbar.

Anzeichen:

  • Gerade Linien erscheinen verbogen, zum Beispiel ein Fensterrahmen („Verzerrtsehen“).
  • Verschwommene Sicht in der Mitte des Blickfeldes bis hin zu einem zentralen Gesichtsfeldausfall.
  • Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen.

Grüner Star (Glaukom)

Als grünen Star (Glaukom) bezeichnet man eine Gruppe von Erkrankungen, welche die Netzhaut und den Sehnerv in Mitleidenschaft ziehen. Fast immer ist dabei der Augeninnendruck erhöht. Die Folgen reichen von leichten Sehstörungen und Gesichtsfeldausfällen bis hin zur kompletten Erblindung.

Der grüne Star verursacht meistens keine Schmerzen und die Augen können die Einschränkungen lange kompensieren. Die Erkrankung wird oft erst dann entdeckt, wenn der Sehapparat schon beträchtlich geschädigt ist. 

Unbehandelt führt der grüne Star zur Erblindung. Medikamente, eine Laserbehandlung oder eine Operation können das Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder zumindest verlangsamen.

Anzeichen: 

  • Höfe um Lichtquellen, Nebelsehen
  • Gesichtsfeldausfälle
Risiko reduzieren

Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose haben ein besonders hohes Risiko für Augenkrankheiten. Wer unter einer dieser Krankheiten leidet, sollte regelmäßig zur Augenvorsorge gehen. Der Augenarzt kann Schäden an der Netzhaut mit einem Spezialmikroskop sehr früh erkennen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Untersuchungsabstände sinnvoll sind.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

  • Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen bei Diabetikern zu Veränderungen an den Blutgefäßen. Das betrifft auch die feinen Gefäße der Netzhaut des Auges (Retina). Die sogenannte diabetische Retinopathie gehört zu den häufigsten Folgeschäden der Zuckerkrankheit. 
  • Die Blutgefäße „verzuckern“ und versorgen die Sinneszellen der Netzhaut immer schlechter mit Nährstoffen und Sauerstoff. Aus den geschädigten Gefäßwänden kann Flüssigkeit, manchmal auch Blut austreten. Auch Fett- und Eiweißablagerungen in der Netzhaut sind möglich. 
  • Bei einem Teil der Erkrankten bilden sich neue Blutgefäße im Auge, welche die Unterversorgung ausgleichen sollen. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer proliferativen diabetischen Retinopathie. Die wuchernden Adern können Blutungen und plötzliche Sehstörungen verursachen, aber auch eine Netzhautablösung oder in seltenen Fällen grünen Star zur Folge haben. 
  • Die Augenveränderungen bleiben meist lange unbemerkt. Erst bei fortgeschrittener diabetischer Retinopathie lässt das Sehvermögen nach. Unbehandelt kann die Krankheit zur Erblindung führen.
  • Die diabetische Retinopathie ist nicht heilbar, aber behandelbar. Wichtig ist eine optimale Blutzuckereinstellung. Zudem kann in einigen Fällen eine Laserbehandlung oder ein operativer Eingriff das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Bluthochdruck (Hypertonie)

  • Langjähriger Bluthochdruck oder extrem hohe Blutdruckwerte hinterlassen ihre Spuren am Auge. Die feinen Arterien der Netzhaut verengen sich und werden an manchen Stellen ausgebeult; kleinste Gefäße (Kapillaren)
    können sich ganz verschließen. Auch kleine Blutungen, Wasseransammlungen (Ödeme) oder Ablagerungen in der Netzhaut sind möglich. 
  • Augenärzte sprechen von einem sogenannten Fundus hypertonicus und in fortgeschrittenen Stadien von einer hypertensiven Retinopathie. 
  • Mit der Zeit wird die Netzhaut immer schlechter durchblutet und unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bluthochdruckpatienten leiden häufig unter Kopf- und Augenschmerzen.
  • Sehstörungen und Verschlechterungen der Sehschärfe fallen erst in fortgeschrittenem Stadium auf. Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist eine konsequente Senkung des Blutdrucks. 

Arterienverkalkung (Arteriosklerose)

  • Arteriosklerose ist die häufigste Ursache für Durchblutungsstörungen. Die umgangssprachlich als Arterienverkalkung bezeichnete Gefäßerkrankung kann neben Herz, Gehirn, Nieren und Beinen auch das Auge betreffen.
  • Von den Betroffenen meist lange unbemerkt, verengen und verhärten sich die Netzhautarterien und es bilden sich Ablagerungen an ihren Innenwänden.
  • Menschen mit Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhten Cholesterinwerten haben ebenso wie Raucher oder Diabetiker ein besonders hohes Risiko für Gefäßschäden.
  • Mit fortschreitender Erkrankung verschlechtert sich die Durchblutung der Netzhaut. Kleine Gefäßverschlüsse haben Sehverschlechterungen oder Gesichtsfeldausfälle an der betroffenen Stelle zur Folge. 
  • Ist die zentrale Netzhautarterie betroffen, werden die Sinneszellen der Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ein solcher Augeninfarkt verläuft in der Regel schmerzlos, hat aber gravierende Folgen. Sie reichen von rasch fortschreitenden Sehstörungen bis zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges.
Schnell handeln

Augenärztliche Notfälle sind in der Regel Verletzungen, aber auch akute Krankheiten, die einer umgehenden Versorung bedürfen.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie umgehend einen Augenarzt konsultieren:

  • Plötzlich auftretende, starke Schmerzen am Auge.
  • Lang andauernde oder schmerzhafte Rötung des Auges.
  • Unvermittelter, aber auch schleichender Gesichtsfeldausfall.
  • Akut auftretende Sehverschlechterung.
  • Plötzliche Sehstörungen, z. B. vermehrt herumfliegende Punkte (wie kleine Mücken), Blitzesehen, Nebelsehen, Rußregen oder Flimmern vor den Augen.
Bilder: Titelbild - Cello Armstrong/Adobe Stock; Schleichender Beginn - bifi/AdobeStock; Gesunde Augen - Anthony Leopold/AdobeStock; Broschüre Augengesundheit - WavebreakMediaMicro/Adobe Stock