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Unterschiedliche Erscheinungsformen

Was ist Rheuma?

Rheuma ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen des Bindegewebes und schmerzhafte Störungen des Bewegungsapparates. Die häufigste Form des Rheumas ist die rheumatoide Arthritis, die Menschen jeden Alters treffen kann. Sie führt dazu, dass sich Gelenke und Organe verändern.

In Kürze
Kurz erklärt
Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises werden im Volksmund oft einfach als „Rheuma“ bezeichnet. Dies ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, die fast alle Organe des Körpers in Mitleidenschaft ziehen können.
Ursachen

    Die rheumatoide Arthritis zählt zu den Autoimmunerkrankungen, das heißt, das Immunsystem arbeitet gegen den eigenen Körper. Ihre Ursachen sind nicht eindeutig geklärt. Eine Rolle spielen wahrscheinlich genetische Veranlagung und Umweltfaktoren.

Frühsymptome

    Morgensteifigkeit, geschwollene, überwärmte oder schmerzende Gelenke, Probleme, Gegenstände zu greifen und zu halten sowie langwierige Sehnenscheidenentzündung können auf eine rheumatoide Arthritis hinweisen.

Verlauf

    Die rheumatoide Arthritis kann schleichend oder schlagartig beginnen. Es treten dabei Schmerzen in verschiedenen Gelenken auf – meistens zuerst in den Finger- oder Handgelenken. Typisch ist, dass zunächst oft nur eine Seite betroffen ist, später beide.

Rheuma betrifft im Anfangsstadium häufig die Finger- und Handgelenke.
Altersunabhängige Erkrankung
Rheuma betrifft im Anfangsstadium häufig die Finger- und Handgelenke.
Die rheumatoide Arthritis ist entgegen der weitläufigen Meinung keine Alterserscheinung, sondern eine Erkrankung, die Menschen jeglichen Alters treffen kann. Sie führt dazu, dass sich Gelenke und Organe des Körpers verändern. Moderne Medikamente sorgen bei heute neu Erkrankten bei frühzeitigem Einsatz für einen deutlich längeren Erhalt der Gelenkfunktion. Auch kommt es in diesem Fall deutlich seltener zu begleitenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Unterschiedliche Krankheitsbilder
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises werden im Volksmund oft einfach als „Rheuma" bezeichnet. Dies ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verschiedener Krankheitsbilder. 
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert die rheumatischen Erkrankungen als „Erkrankungen des Bindegewebes und schmerzhafte Störungen des Bewegungsapparates, die potenziell zur Ausbildung von chronischen Symptomen führen können“.
  • Die häufigste Form des Rheumas ist die rheumatoide Arthritis, an der etwa 800.000 Menschen in Deutschland leiden. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer, auch Kinder und Jugendliche können erkranken. Die meisten Erkrankungen treten zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf.
  • Typisch ist, dass die Krankheit schubweise verläuft: Auf Phasen ohne akute Krankheitszeichen folgen immer wieder neue Schübe. Dazwischen klingen die Beschwerden wieder ab. Die Schübe kommen bei manchen Patienten trotz Therapie, während andere jahrelang nur geringe Beschwerden haben.
Ursachen
  • Die Ursachen für die rheumatoide Arthritis sind bis heute nicht eindeutig geklärt.
  • Genetische Faktoren scheinen aber eine Rolle zu spielen, denn Verwandte von Rheumatikern haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. 
  • Wissenschaftler diskutieren auch eine Beteiligung von Umweltfaktoren, beispielsweise Infektionen oder Allergien.
  • Die rheumatoide Arthritis zählt zu den so genannten Autoimmunerkrankungen. Hier arbeitet das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Es bildet ohne von außen erkennbaren Grund Antikörper, welche zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut führen. 
  • Mit der Zeit kann die gesamte Gelenkstruktur aus Knorpel und Knochen zerstört werden. Warum der Körper diese Antikörper produziert, ist unklar.
Frühsymptome beachten

Je eher Rheuma erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich das schnelle Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen oder sogar vollkommen verhindern.

In der Regel zeigt sich Rheuma zunächst an den Finger- oder Zehengelenken, manchmal auch an den Ellbogen, Sprung- oder Kniegelenken. Meistens sind auf beiden Körperseiten die gleichen Gelenke betroffen.

Die Symptome variieren allerdings von Patient zu Patient extrem. Die richtige Diagnose zu stellen, ist deshalb auch für Ärzte nicht ganz einfach. Achten Sie deshalb auf folgende Frühsymptome:

  • Morgensteifigkeit: Sie brauchen morgens mindestens eine halbe Stunde, bis die Gelenkte voll beweglich sind? Es fällt Ihnen beispielsweise schwer, eine Kaffeetasse zu halten?
  • Mehrere Gelenke sind geschwollen, überwärmt oder schmerzen?
  • Beim Autofahren haben Sie zum Beispiel Schwierigkeiten den Schaltknüppel zu greifen oder das Schreiben fällt Ihnen schwer, weil Sie den Stift nicht halten können? 
  • Sie haben eine langwierige Sehnenscheidenentzündung?
  • All diese Symptome, die am häufigsten in den Finger- oder Handgelenken auftreten, können ein erster Hinweis auf Rheuma sein. Lassen Sie diese im Zweifel immer durch einen Arzt abklären. 
Krankheitsverlauf
  • Die rheumatoide Arthritis beginnt bei jedem anders. Bei einigen setzen die Beschwerden schleichend, bei anderen schlagartig ein. 
  • Häufig dauert es Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Der Grund: Gerade im Frühstadium gibt es oft keine eindeutigen Kennzeichen.
  • Die meisten Patienten verspüren zu Beginn ein allgemeines Krankheitsgefühl. Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, nächtliches Schwitzen und manchmal auch erhöhte Temperatur sind die ersten Anzeichen. 
  • Mit der Zeit treten Schmerzen in verschiedenen Gelenken auf – meist zuerst in den Fingergelenken. Die Gelenke schmerzen – manchmal mehr in Ruhe, manchmal mehr in Bewegung –, sie sind geschwollen, warm und morgens oft steif.
  • Typisch für die rheumatoide Arthritis ist, dass die Beschwerden zunächst zwar seitenungleich, später aber rechts und links gleichzeitig auftreten, also beispielsweise in den linken und rechten Fingergelenken.
  • Sind infolge eines Rheuma-Schubes erst Gelenkschäden entstanden, sind diese nicht mehr rückgängig zu machen. Flammt die Krankheit erneut auf, werden die Gelenke weiter geschädigt. Ohne frühzeitige Therapie verformen sie sich mit der Zeit, versteifen und verlieren im schlimmsten Fall ihre Funktionsfähigkeit. 
  • Bei etwa 25 Prozent der Patienten bilden sich gelenknah an den Streckseiten (z. B. der Finger) zusätzlich gummiartige Knoten (Rheumaknoten). 
  • Die rheumatoide Arthritis kann auch innere Organe betreffen, was insgesamt aber selten vorkommt. In der Lunge vermehrt sich in manchen Fällen das Bindegewebe (Lungenfibrose). Das Rippenfell (Pleuritis) und der Herzbeutel (Perikarditis) können sich entzünden.
Titelbild: Georgijevic/GettyImages, Wenn Gelenke sich verändern: RFBSIP/AdobeStock, Leben mit Rheuma: Plume Creative/GettyImages, Broschüre: Tetiana/AdobeStock