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Summen im Kopf

Tipps gegen Tinnitus

Wer früh ärztliche Hilfe sucht, hat gute Heilungschancen. Zudem kann einfache Selbsthilfe Linderung verschaffen.

In Kürze
Geräusch ohne Schallquelle
Der Tinnitus ist ein Ohrgeräusch ohne äußere Schallquelle. Die möglichen Ursachen sind vielfältig und lassen sich häufig auf eine Lärmschädigung oder Erkrankungen des Ohrs zurückführen. Bei fast der Hälfte der Fälle bleibt die Ursache ungeklärt.
Beeinträchtigungen
Ein hochgradiger chronischer Tinnitus kann das Berufs- und Sozialleben massiv beeinträchtigen und unter anderem zu Depressionen führen.
Heilungschancen
Je früher ein Tinnitus behandelt wird, umso besser die Heilungschancen. Auch wenn keine Krankheitsursache feststellbar ist, lässt sich ein Tinnitus durch eine individuelle Therapie behandeln. Einfache Maßnahmen können die Beschwerden reduzieren.
Ihre Allianz Gesundheitswelt gibt Ihnen Tipps gegen Tinnitus.
Geräusche im Kopf
Ihre Allianz Gesundheitswelt gibt Ihnen Tipps gegen Tinnitus.
Es pfeift, rauscht, zischt oder summt im Kopf: Etwa zehn Millionen Erwachsene in Deutschland leiden einmal im Jahr an Tinnitus. Wer jedoch früh ärztliche Hilfe sucht, hat gute Heilungschancen. Zudem kann einfache Selbsthilfe Linderung verschaffen.
Verschiedene Formen

Ein Tinnitus ist ein Ohrgeräusch ohne äußere Schallquelle. Die Art des Geräuschs ist individuell verschieden. Mancher hört ein an- und abschwellendes Pfeifen, mancher ein andauerndes Summen oder Rauschen.

Bei mildem Tinnitus (Grad I–II) haben die Betroffenen keinen Leidensdruck und hören die Geräusche nur bei Stille oder in bestimmten Stresssituationen.

Bei hochgradigem Tinnitus (Grad III–IV) leiden die Betroffenen massiv. Beruf und Sozialleben sind beeinträchtigt. Dazu kommen Folgebeschwerden wie Einschlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Überempfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen (Hyperakusis) und depressive Phasen

Je nach Dauer der Symptome unterscheiden Mediziner zudem folgende Formen:

  • akuter Tinnitus: besteht maximal drei Monate
  • chronischer Tinnitus: hält über drei Monate an
  • subjektiver Tinnitus: kann nur der Betroffene hören
  • objektiver Tinnitus: es lässt sich eine körpereigene Schallquelle messen oder hören
Ursachen

In etwa 45 % der Fälle bleibt die Ursache für einen Tinnitus ungeklärt. Ansonsten können Mediziner einen oder mehrere der folgenden Auslöser als Ursache dingfest machen:

  • Lärmschädigung des Innenohrs
  • Vergiftung des Innenohrs durch bestimmte Antidepressiva, Antibiotika, nicht-steroidale Schmerzmittel oder Krebsmedikamente
  • Ohrenschmalzpropf oder Fremdkörper im Gehörgang
  • Mittelohr-Erkrankung: fortschreitende Unbeweglichkeit der Mittelohrknöchelchen (Otosklerose), Trommelfellriss, Mittelohrentzündung, Paukenerguss etc.
  • Innenohr-Erkrankung: Hörsturz, Haarzellschaden etc.
  • Körpergeräusche (objektiver Tinnitus)
  • Schädel-Hirn-Verletzung
  • Menière-Krankheit: Kombination aus anfallsartig auftretendem Drehschwindel, Hörsturz und Tinnitus
  • gutartiger Tumor des Hörnervs (Akustikusneurinom)
  • Hirnerkrankungen: Multiple Sklerose, Hirnhautentzündung

Tinnitus kann unter anderem auch in Verbindung mit Schwerhörigkeit, bei Stress und Bluthochdruck auftreten.

Körper­geräusche: Bei jedem 100. Tinnitus-Fall handelt es sich um messbare Körpergeräusche wie chronisch zuckende Mittelohrmuskeln, knackende Kiefergelenke oder reibende Halswirbel.

Facharzt aufsuchen

Ein plötzlicher Tinnitus ist kein Notfall. Meist verschwinden die Ohrgeräusche über Nacht. Falls die Ohrgeräusche am nächsten Morgen noch da sind: ab zum HNO-Arzt. Ansonsten sollten Sie spätestens zwei Tage nach einem Tinnitus-Ereignis den Facharzt aufsuchen.

Je früher ein Tinnitus behandelt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Die Behandlung hängt dabei von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Auch wenn sich keine Krankheitsursache feststellen lässt, kann eine persönlich abgestimmte Therapie weiterhelfen. Hierzu zählen unter anderem:

  • Tinnitracks-Therapie: Dämpft den Tinnitus durch individuell angepasste Musik.
  • Tinnitus-Retraining-Therapie: Kombiniert Beratung, Verhaltenstherapie und den Einsatz eines Rauschgeräts.

Sofort zum Arzt! Haben Sie neben dem plötzlichen Tinnitus das Gefühl, dass Sie auch schlechter hören? Dann gehen Sie sofort zur nächsten HNO-Ambulanz!

Einfache Maßnahmen

Die Deutsche Tinnitus Liga e. V. empfiehlt folgende einfache Maßnahmen, um Ohrgeräusche zu mindern:

  • Stille meiden. Ohne Hintergrundgeräusche fällt Ohrsausen stark auf – besonders beim Einschlafen. Hier können leise, angenehm empfundene Hintergrundgeräusche helfen wie leise Musik, Naturgeräusche oder ein Zimmerbrunnen.
  • Stress abbauen. Vermeiden Sie Stress soweit möglich und bauen Sie Stress ab. Lernen Sie dazu Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung und wenden Sie diese regelmäßig an.
  • Seien Sie aktiv. Hobbys und andere Aktivitäten helfen Ihnen dabei, Ihre Aufmerksamkeit weg von den Ohrgeräuschen auf Positives zu lenken.
Bilder: Tipps gegen Tinnitus - Image Point Fr/Shutterstock; Tinnitracks - Sonormed