- Menschliches Grundbedürfnis: Schlaf hält nicht nur die geistige Leistungsfähigkeit aufrecht. Im Schlaf werden auch die Energiereserven im Gehirn wieder aufgefüllt. Das Immunsystem ist ebenfall auf Ruhephasen angewiesen.
- Wie lange schlafen? Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt, hängt vom Alter, der Schlafqualität und individuellen Bedürfnissen ab. Die meisten erwachsenen Menschen benötigen laut Untersuchungen zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf pro Nacht, um sich erholt und leistungsfähig zu fühlen.
- Richtig abschalten: Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf ist die Schlafhygiene. Sie umfasst alle Maßnahmen, Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die einem gesunden Schlaf zuträglich sind.
Gesunder Schlaf
In Morpheus’ Armen
Warum schlafen wir?
Der Mensch und fast alle anderen Wirbeltiere benötigen Schlaf. Der vorübergehende Ruhezustand mit vermindertem Bewusstsein hält nicht nur die geistige Leistungsfähigkeit aufrecht. Während des Schlafs laufen Gehirn, Muskeln und innere Organe auf Sparflamme. Die Körperkerntemperatur sinkt, was eine deutliche Energieersparnis im Gegensatz zur wachen körperlichen Inaktivität bedeutet.
In der ersten nächtlichen Schlafhälfte werden die Energiereserven im Gehirn wieder aufgefüllt, die Körperfunktionen erholen sich und das Immunsystem regeneriert sich – so sind Ratten bei mehrtägigem Schlafentzug deutlich anfälliger für Infektionskrankheiten, und ihre Wunden heilen langsamer. Die zweite Schlafhälfte dient der seelischen Regeneration, hier träumen Schläfer mehr, deshalb ist dieser zweite Schlafanteil so wichtig für die mentale Gesundheit.
Schlafdauer: Wie viel ist nötig?
Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt, hängt vom Alter, der Schlafqualität und individuellen Bedürfnissen ab. Mit zunehmendem Alter sinkt das notwendige Schlafpensum. Säuglinge benötigen etwa 16 Stunden Schlaf täglich. Jugendliche fühlen sich nach etwa neun Stunden erholt. Das individuelle Schlafbedürfnis kann jedoch stark schwanken. So fühlen sich manche Erwachsene schon nach sechs Stunden ausgeschlafen, während andere erst nach neun Stunden fit aus den Federn steigen. Eine "normale" Schlafdauer, die für jeden Menschen gleich ist, gibt es demnach nicht. Die meisten erwachsenen Menschen fühlen sich jedoch nach etwa 7 bis 8 Stunden erholt und leistungsfähig. Die Dauer des benötigte Schlafes eines erwachsenen Menschen verändert sich mit zunehmendem Alter nur noch geringfügig.
Wie erholt Sie sich fühlen, hängt auch von der Schlafqualität ab. Lärm, ein überhitzter Schlafraum, trockene Luft und Erkrankungen können den Schlaf derart beeinträchtigen, dass Sie auch nach zwölf Stunden wie gerädert aufwachen. Die Schlafeffizienz nimmt auch bei älteren Menschen ab, da die Tiefschlafphasen kürzer werden und der Anteil mit flachem Schlaf größer wird.
Mittagsschlaf als Leistungsschub
Mittlerweile gilt es unter Schlafforschern als unbestritten, dass der Mittagsschlaf nicht nur Teil unseres natürlichen Schlafbedürfnisses, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist. Das kurze Nickerchen überbrückt das Leistungstief am frühen Nachmittag: Einige Funktionen des Körpers sinken auf den Tagestiefpunkt, Körpertemperatur und Leistungsfähigkeit nehmen ab, Fehlerrate und Müdigkeit steigen. Nach einem sogenannten Powernap reagiert ein Mensch schneller, arbeitet konzentrierter, erinnert sich besser an frisch Gelerntes und ist besser gelaunt als ein Nicht-Mittagsschläfer.
Sofern Sie die Vorteile des Mittagsschlafes nutzen wollen, sollten Sie jedoch beachten:
Achtung: Wer sein Nickerchen über 30 Minuten ausdehnt, hat in der Regel mit Schlaftrunkenheit zu kämpfen. Am besten stellen Sie sich einen Wecker.
Schlafhygiene: richtig abschalten
Während Katzen und kleine Kinder scheinbar in jeder Stellung und überall einschlafen können, steigen die Ansprüche an Umgebung und Umstände mit zunehmendem Alter. Alle Verhaltensmaßnahmen, Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die einem gesunden Schlaf zuträglich sind, werden Schlafhygiene genannt.
Nützliche Informationen zu Schlafhygiene – unter anderem Schlafambiente, Essenszeiten, Sport, Umgang mit Genussmitteln – finden Sie in der Broschüre „Gesunder Schlaf“ der Allianz.
Auch Stress, egal ob im Alltag oder im Büro, wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus und kann Schlafstörungen verursachen. Auf den Seiten der Allianz Gesundheitswelt finden Sie eine Reihe von Beiträgen, die Ihnen helfen, Stress rechtzeitig zu erkennen und ihm entgegenzusteuern.
Weitere bewährte Mittel gegen Stress und für einen besseren Schlaf sind Sport im Freien, Massagen, Meditation und aktive Entspannungsmethoden wie Relax-Yoga und Progressive Muskelentspanung. Abendliche Saunagänge sind jedoch nicht empfehlenswert, da diese eher anregend wirken.
Wann ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll?
Wer keinen erholsamen Schlaf findet, sollte zuerst versuchen, seine Schlafhygiene zu verbessern und Stress abzubauen.
Dauern die Schlafstörungen dennoch an, sind Sie tagsüber oft müde und unkonzentriert, oder belastet Sie der Schlafmangel seelisch, dann sollten Sie auf jeden Fall Ihren Hausarzt konsultieren. Hinter Schlafstörungen können sich schwerwiegende Erkrankungen verbergen, die einer medizinischen Behandlung bedürfen.