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Auf Dauer verbessern

Diagnose und Behandlung der Koronaren Herzkrankheit

Mit Koronarangiografie und EKG, MRT und PET lässt sich eine KHK präzise diagnostizieren. Die Behandlung mit Medikamenten und ggf. Operationen lindert Beschwerden, bremst das Fortschreiten der Erkrankung und verringert das Risiko eines Herzinfarkts.

In Kürze
Spezifisch untersucht
Mit unterschiedlichsten Untersuchungsmethoden lassen sich Engstellen in den Herzkranzgefäßen aufspüren und die Belastbarkeit des Herzens in Ruhe und bei körperlicher Anstrengung überprüfen.
Kontinuierliche Behandlung
Eine Reihe von Behandlungen lindert die Beschwerden der KHK, verbessert die körperliche Belastbarkeit, verlangsamt die Arterienverkalkung und beugt gefährlichen Folgen vor. 
Hilfreiche Medikamente
Spezifische Medikamenten beugen Blutgerinnseln und damit Herzinfarkte vor und bremsen die Arteriosklerose. Auch der Blutdruck wird bei Bedarf medikamentös geregelt.
Stent oder Bypass?
Bei anhaltenden Beschwerden wird ein Stent oder ein Bypass gesetzt. Beide Eingriffe verbessern den Blutfluss in den zum Herzen führenden Gefßen und damit dessen Sauerstoffversorgung
Für eine präzise Diagnose der Koronaren Herzkrankheit werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt.
Informierte Entscheidung
Für eine präzise Diagnose der Koronaren Herzkrankheit werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt.
Für eine präzise Diagnose der Koronaren Herzkrankheit werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt. Sobald abgeklärt ist, wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist, entscheidet sich, ob eine medikamentöse Behandlung ausreicht oder eine Operation nötig ist. In der Regel müssen Betroffene auch ihren Lebensstil ändern.
Stresstests fürs Herz
  • Das Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Seine Wellen und Zacken zeigen, wann sich das Herz zusammenzieht und wann es wieder erschlafft. Aus der EKG-Kurve lässt sich ablesen, ob das Herz gleichmäßig schlägt, ob die Erregung ungestört fließt oder ob bestimmte Abschnitte des Herzens geschwächt oder belastet sind. Ein EKG in Ruhe (Ruhe-EKG) gehört zur Basisdiagnostik bei KHK.
  • Die Echokardiografie (Herz-Ultraschall) macht die Funktion des schlagenden Herzens mithilfe von Ultraschallwellen sichtbar. Sie zeigt, wie die Herzkammern arbeiten, wie die Wände des Herzmuskels beschaffen sind, ob die vier Herzklappen vollständig öffnen und schließen oder ob krankhafte Flüssigkeit im Herzbeutel ist. 

Stresstests fürs Herz

In Ruhe kann das Herz Durchblutungsstörungen gut ausgleichen. Die Unterversorgung der Muskelpumpe macht sich oft erst bemerkbar, wenn das Herz mehr arbeiten muss. Verschiedene Untersuchungsmethoden prüfen die Funktion des Herzens deshalb unter Belastung. Dafür strengt sich der Patient während der Untersuchung entweder auf dem Fahrradergometer an, läuft auf dem Laufband oder bekommt spezielle Medikamente verabreicht, die das Herz kontrolliert unter Stress setzen. 

Engstellen aufspüren

  • Die CT-Koronarangiografie macht Kalk in arteriosklerotischen Plaques und Engstellen der Herzkranzgefäße sichtbar. Die Computertomografie (CT) des Herzens ist nichtinvasiv, geht aber mit einer gewissen Strahlen-belastung einher. Aus einzelnen CT-Schnittbildern ent-steht am Computer ein räumliches Bild des Herzens. 
  • Beim Herzkatheter (Koronarangiografie) wird eine dünne, biegsame Sonde über eine Schlagader am Arm (oder in der Leiste) im Gefäßsystem bis zum Herzen vor-geschoben. Der Arzt führt den Katheter unter Röntgen-kontrolle und spritzt damit Kontrastmittel direkt in die Herzkranzgefäße. Zeigt sich eine Engstelle, kann diese mit einem Ballon, der an der Spitze des Katheters sitzt, geweitet werden. Anschließend kann ein Stent eingesetzt werden, um den Blutfluss offen zu halten. Stents sind schlanke Röhrchen aus Drahtgeflecht.
Ablauf und Methode
Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welche Untersuchungen für Sie sinnvoll sind.
  • Belastungs-EKG

    EKG-Ableitung unter körperlicher Anstrengung (Standfahrrad oder Laufband) 
  • Stress-Echokardiografie

    Herz-Ultraschall unter körperlicher Belastung (Standfahrrad, Laufband oder Belastung des Herzens durch bestimmte Medikamente)
  • Myocard-Perfusions-SPECT

    Nuklearmedizinische Untersuchung, welche dieDurchblutung (= Perfusion) des Herzmuskels (= Myokard) zeigt. Ein radioaktiver Stoff wird in die Blutbahn gespritzt und eine spezielle Kamera macht Aufnahmen des Herzens (SPECT = Single-Photonen-Emissionstomografie). Die Untersuchung erfolgt unter Belastung (Fahrradergometer, Laufband oder medikamentöse Belastung).
  • Myocard-Perfusions-PET

    Nuklearmedizinische Untersuchung (PET = Positronen-Emissions-Tomografie), die die Durchblutung (= Perfusion) des Herzmuskels (= Myokard) zeigt. Wird nur in wenigen, sehr spezialisierten Kliniken durchgeführt.
  • Stress-Perfusions-MRT

    Magnetresonanztomografie (MRT), die Strukturen des Herzens im Detail darstellt. Das schlagende Herz wird ohne Strahlenbelastung untersucht, die Herzgröße gemessen und die Durchblutung analysiert. Dafür bekommt der Patient ein gefäßerweiterndes Medikament und ein Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt. 
  • Dobutamin-Stress-MRT

    Während dieser MRT-Untersuchung des Herzens wird das Medikament Dobutamin stufenweise in die Blutbahn gespritzt. Es erhöht nach und nach den Herzschlag. 
Risiko unter Kontrolle

Bisher gibt es kein Medikament, das Gefäßablagerungen auflösen und die Arteriosklerose zum Verschwinden bringen könnte. Doch die Medizin kennt viele wirksame Behandlungen, die Beschwerden der KHK lindern, die körperliche Belastbarkeit verbessern, das Fortschreiten der Arterienverkalkung verlangsamen und gefährlichen Folgen wie einem Herzinfarkt vorbeugen. 

Ziele der Behandlung

  • weniger Beschwerden
  • bessere Belastbarkeit
  • langsameres Fortschreiten der KHK
  • geringeres Herzinfarktrisiko

Ein gesunder Lebensstil ist wesentlich für den Therapieerfolg. Wer sich bewegt, sich ausgewogen ernährt, ein gesundes Körpergewicht hält und nicht raucht, bremst die Gefäßverkalkung und senkt sein Risiko für schwere Folgeschäden. 

Vorbeugung und Hilfe im Notfall

Medikamente sind ein wichtiger Bestandteil der KHK-Therapie. Vor allem zwei Wirkstoffklassen reduzieren das Risiko schwerer Komplikationen:

  • Thrombozytenaggregationshemmer (Plättchenhemmer) verhindern, dass Blutplättchen verklumpen und sich an den Wänden der Herzkranzgefäße anlagern. Sie beugen Gerinnseln vor, die einen Herzinfarkt auslösen können.
  • Statine (Cholesterinsenker) bremsen die Plaquebildung in den Gefäßen, indem sie für günstige Blutfettwerte sorgen. Da aussagekräftige Studien belegt haben, dass Statine vor Herzinfarkt oder Herztod schützen, empfiehlt die Nationale Versorgungs-Leitlinie von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) diese Medikamentengruppe für alle KHK-Patienten, unabhängig vom Ausgangswert der Blutfette.

Abhängig von Begleiterkrankungen und dem individuellen Risikoprofil können noch weitere Medikamente für die Behandlung der KHK wichtig sein, zum Beispiel Betablocker, die den Blutdruck senken und den Herzschlag langsamer und damit ökonomischer machen. Im Falle von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten gibt es Alternativen zu den Standardmedikamenten.

Nitrate sind Notfallmedikamente, die einen akuten Angina-pectoris-Anfall schnell unterbrechen können. Sie erweitern die Herzkranzgefäße, das Herz wird besser durchblutet und gleichzeitig entlastet. Nitrate gibt es zum Beispiel als Spray, Tropfen oder Zerbeißkapsel. Sie sollten nur bei auftretenden Beschwerden genommen werden.

Blutfluss wiederherstellen

Bei etwa 70 von 100 Behandelten lindern Medikamente die Beschwerden dauerhaft. Etwa 30 von 100 entschließen sich zu einem weiteren Eingriff (Stent oder Bypass-Operation), weil die Beschwerden nicht nachlassen.

  • Stents sind Röhrchen aus Drahtgeflecht, die den Blutfluss im Herzkranzgefäß offen halten. Per Herzkatheter wird die Engstelle zunächst geweitet und danach der Stent platziert. Auch im Notfall bei einem Herzinfarkt setzen die Ärzte Stents, um die Durchblutung schnell wiederherzustellen. 
  • Bypass ist Englisch und bedeutet Umgehung. Bei der Bypass-Operation am Herzen werden Engstellen in den Koronararterien mit körpereigenen Arterien überbrückt. Das Blut fließt über eine neu geschaffene „Umgehungsstraße“ direkt in die vorher schlecht durchblutete Koronararterie. 

Nicht immer ist bei KHK-Beschwerden ein Stent erforderlich. Vielfach reicht eine gute medikamentöse Einstellung durch Ihren Hausarzt.

Titelbild: Evgeniy Kalinovskiy/AdobeStock - Risken erkennen: Alexander Raths/AdobeStock - Notfall: Kaspars Grindvalds/AdobeStock