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Krankheiten erkennen

Männerkrankheiten und Vorsorge

Bösartige Männererkrankungen wie Hoden- oder Prostatakrebs können auch schon in jungen Jahren auftreten. Eine regelmäßige Selbstuntersuchung und der Check-up beim Arzt helfen, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. 

In Kürze
Hoden- und Prostatakrebs
Bösartige Tumoren können auch schon bei jüngeren Männern entstehen und verursachen meist im frühen Stadium keine Beschwerden. Eine rechtzeitige Diagnose ist entscheidend für den Therapieerfolg.
Weitere Männererkrankungen
Eine weit verbreitete Männerkrankheit ist die bakteriell verursachte, meist sehr schmerzhafte Prostataentzündung. Häufig ist auch die Varikozele, das ist eine Krampfader am Hoden, die Schmerzen verursachen und die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen kann.
Vorsorge treffen 
Krankheiten können umso besser und erfolgreicher behandelt werden, je früher sie erkannt werden. Untersuchen Sie sich regelmäßig selbst, nehmen Sie Vorsorgeangebote wahr und gehen Sie beim Auftreten von Krankheitssymptomen rechtzeitig zum Arzt.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind auch schon in jungen Jahren wichtig.
Sicher ist sicher
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind auch schon in jungen Jahren wichtig.
Männer und Gesundheit? Das muss kein Widerspruch sein. Wer seinen Körper gut kennt, weiß auch, wo es hakt und wann ein Arztbesuch angebracht ist. So stehen die Chancen gut, lange Zeit fit zu bleiben. Erfahren Sie mehr über typische Männerkrankheiten und wie Sie diese vorbeugen können.
Gefahr für junge Männer

Insgesamt gilt der bösartige Hodentumor als selten, in der Altersgruppe der 20- bis 35-jährigen Männer ist er jedoch die häufigste Krebserkrankung. Der Hauptrisikofaktor ist der kindliche Hodenhochstand. 

Anfangs verursacht die Krebserkrankung kaum Beschwerden. Schmerzen oder ein Schweregefühl im Hoden sind eher die Ausnahme. Auffällig ist nur, dass der Hoden vergrößert ist. Tastet man die betroffene Stelle ab, fühlt sie sich hart und teilweise höckerig an. Eine unklare Schwellung am Hoden sollte also auf jeden Fall von einem Arzt untersucht werden. Wird Hodenkrebs rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, besteht eine sehr gute Heilungschance.

Häufigster bösartiger Tumor des Mannes

Dies ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes – mehr als 14.000 sterben in Deutschland jährlich daran. Vor allem Männer über 45 sind betroffen. Sind Verwandte ersten oder zweiten Grades an einem Prostatakarzinom erkrankt, besteht bereits in jüngeren Jahren ein höheres Risiko. In solchen Fällen empfehlen Ärzte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr, gegebenenfalls auch schon früher (sonst ab 45).

Prostatakrebs verursacht im frühen Stadium keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor die Harnröhre angreift, kann es zu Problemen beim Wasserlassen kommen. Im schlimmsten Fall wird die Krankheit erst entdeckt, wenn sich länger bestehende Rückenschmerzen auf Knochenmetastasen zurückführen lassen.

Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2018:

  • Lunge: 22,8 %
  • Prostata: 12,0 %
  • Darm: 10,8 %
  • Bauchspeicheldrüse: 7,4 %
  • Leber: 4,3 %
  • Magen: 4,2 %
  • Leukämien: 3,7 %
  • Speiseröhre: 3,4 %
  • Mundhöhle und Rachen: 3,2 %
  • Harnblase: 3,1 %

Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten

Krampfader am Hoden

Eine Varikozele ist eine Krampfader, die bei bis zu 20 Prozent aller jungen Männer vorkommt – meist auf der linken Seite des Hodensacks. Steht man aufrecht, staut sich das Blut in diesem Venengeflecht und führt zu einer weichen Schwellung. Im Liegen fließt das Blut zurück, das Geflecht ist dann nicht mehr tastbar.

Die Varikozele kann Schmerzen verursachen und führt außerdem zu einer Überwärmung des Hodens, was die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Das vergrößerte Venengeflecht lässt sich mittels einer speziellen Flüssigkeit veröden, andernfalls muss es operativ entfernt werden.

Schmerzhafte Infektion

Die Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine sehr schmerzhafte Entzündung der Prostata, die durch Bakterien verursacht wird. Die Hälfte aller Männer leidet mindestens einmal im Leben darunter. Neben den Schmerzen bestehen ein ständiger Harndrang sowie Beschwerden beim Wasserlassen. Breitet sich die Entzündung im Unterleib aus, kommen Fieber, Übelkeit, Brennen in der Harnröhre, Ziehen am Hoden und Druck am Damm hinzu. Die Erkrankung sollte mit Antibiotika therapiert werden.

Wird die Prostatitis nicht rechtzeitig behandelt, kann sie in eine chronische Entzündung übergehen. Und deren Behandlung ist wesentlich aufwändiger und langwieriger.

Selbstuntersuchung ist wichtig

Nur wer seinen Körper gut kennt, kann Veränderungen feststellen. Untersuchen Sie sich deshalb regelmäßig selbst, damit Sie erkennen, falls etwas anders ist als gewohnt. Suchen Sie rechtzeitig einen Arzt auf.

Inspizieren Sie den Penis auf Verhärtungen, Knötchen oder Flecken. Testen Sie, ob sich die Vorhaut problemlos zurückziehen lässt. Aus der Harnröhre darf kein milchiger Ausfluss austreten.

Die Hoden sollten Sie einzeln untersuchen. Gesunde Hoden sind eiförmig, elastisch und fest und haben eine glatte Oberfläche. Achten Sie darauf, ob an einer Stelle Verhärtungen zu tasten sind oder sich die Größe verändert hat.

Die Nebenhoden sind eine strangförmige, weiche Gewebemasse hinter den Hoden. Verursacht die Berührung Schmerzen, kann das auf eine Entzündung hindeuten.

Bleiben Sie gesund

Ab dem 35. Lebensjahr können sich Männer routinemäßig „durchchecken“ lassen. In der Regel führt ein Hausarzt diese umfassende, körperliche Untersuchung durch.

Dazu gehören beispielsweise

  • die Kontrolle von Blutdruck und Laborwerten sowie
  • ab dem 45. Lebensjahr die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane, der Prostata und der Lymphknoten in der Region.

Ein Hautkrebs-Screening kann schon im jüngeren Erwachsenenalter sinnvoll sein.

Bilder: Titelbild - Boyarkina Marina/Adobe Stock;  Geschlechtskrankheiten - svetikd/GettyImages; Broschüre Männergesundheit - svetikd/GettyImages