Krebserkrankungen beim Mann

Häufige Krebsarten und Krebsfrüherkennung
Prostata- und Darmkrebs zählen bei Männern zu den häufigsten Krebserkrankungen.
Allianz Gesundheitswelt - Krebserkrankungen beim Mann: Ein Mann mittleren Alters sitzt an einem Kaffeetisch und rührt in einer Tasse um.
In Kürze
  • Vorsorge hilft: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Gezielte Vorsorgeuntersuchungen erhöhen die Chance einer Früherkennung und damit der Heilung einer Krebserkrankung.
  • Prostatakrebs: Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die bösartigen Veränderungen an der Prostata verursachen im frühen Stadium keine Beschwerden. 
  • Darmkrebs: Bei einer Darmspiegelung lassen sich Vorstadien und frühe Krebsstadien eines Dickdarmkrebses erkennen und sofort entfernen. Übergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs. 
Lebensnotwendige Früherkennung

Das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) schätzt für das Jahr 2023, dass allein in Deutschland 517.800 Krebserkrankungen diagnostiziert wurden: davon etwa 276.400 bei Männern und 241.400 bei Frauen.

Bei Männern zählen Prostata-, Lungen- und Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt bei jedem Menschen mit zunehmendem Alter an. Idealerweise beginnen auch Männer so früh wie möglich mit der Krebsvorsorge, denn viele Krebsarten verursachen lange Zeit keine Beschwerden. Hier ermöglichen es nur gezielte Früherkennungsuntersuchungen, Krebsvorstufen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Ausgezeichnet: Die Service­angebote der Allianz Private Krankenversicherung

Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2020 (ohne nicht-melanotischen Hautkrebs, C44)

  • 25,1 % Prostata 
  • 13,0 % Lunge 
  • 11,7 % Darm 
  •  4,8 % Harnblase 
  •  4,7 % Malignes Melanom der Haut 
  •  3,9 % Bauchspeicheldrüse
  •  3,9 % Non-Hodgkin-Lymphome
  •  3,6 % Niere 
  •  3,5 % Mundhöhle und Rachen
  •  3,5 % Magen

Quelle: krebsdaten.de / "Krebs in Deutschland für 2019/2020"

Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. Jährlich erkranken etwa 75.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs (Prostatakarzinom), rund 15.000 sterben daran (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts, Stand 2022). Die Heilungschancen sind, insbesondere bei einer frühzeitigen Erkennung, sehr gut, da der Krebs langsam wächst.

Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Daher werden vor allem Männern ab dem 45. Lebensjahr jährliche Vorsorgeuntersuchungen zur frühzeitigen Erkennung von Prostatakrebs empfohlen. In manchen Fällen, wenn z. B. nahe Verwandte an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, empfehlen Ärzte und Ärztinnen regelmäßige Untersuchungen auch schon bei jüngeren Männern.

Prostatakrebs verursacht im frühen Stadium keine Beschwerden und wird daher ohne regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen selten entdeckt. 

Wichtig zu wissen: Aktuell diskutiert die Fachwelt, ob und welche Vorsorgeuntersuchungen in den offiziellen Leitlinien weiterhin zu empfehlen sind und bei welchen Methoden der Nutzen in Frage gestellt werden muss. Leitlinien sind systematisch entwickelte Handlungsempfehlungen, die Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten bei der Entscheidungsfindung über die angemessene Behandlung einer Krankheit unterstützen.  Aktuell werden diese Vorsorgeuntersuchungen angeboten.

Über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen sprechen Interessierte am besten direkt mit ihrem Urologen. Stand Februar 2026 wird an einer neuen Vorsorgeregelung gearbeitet. Informationen finden Sie zum Beispiel beim  Office des Leitlinienprogrammes Onkologie.

Nach der Untersuchung: Bei einem Verdacht auf Prostatakrebs erfolgt meist ein Transrektaler Ultraschall (TRUS), eine Ultraschalluntersuchung durch den Enddarm, die detaillierte Bilder der Prostata liefert. Eine multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) kann zudem Veränderungen der Prostata genau darstellen und hilft, verdächtige Bereiche für eine Biopsie (Gewebeentnahme) zu lokalisieren.

Um Prostatakrebs eindeutig diagnostizieren zu können, wird eine Prostatabiopsie durchgeführt. Hierbei werden der Prostata Gewebeproben entnommen, die anschließend im Labor untersucht werden. Meist wird die Biopsie an Stellen durchgeführt, die zuvor in der mpMRT auffällig waren.

Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist bei Männern in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Sie sind sich häufig der Folgen von Sonnenschäden weniger bewusst als Frauen und suchen oft erst viel später einen Arzt oder eine Ärztin auf, was die Chancen auf eine frühzeitige Erkennung von Hautkrebs reduziert. Konsequenter Sonnenschutz, eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut sowie ein ärztliches Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre ab einem Alter von 35 Jahren ist auch für Männer wichtig, um Hautkrebs vorzubeugen.

Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs, wobei zwischen dem hellen Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Spinalzellkarzinom) und dem deutlich gefährlicheren schwarzen Hautkrebs (Melanom) unterschieden wird. Besteht der Verdacht auf einen schwarzen Hautkrebs, untersucht der Hautarzt bzw. die Hautärztin die gesamte Hautoberfläche und erfasst alle verdächtigen dunklen Flecken in einem Schema. Veränderungen der Muttermale sind so schnell erkennbar.

Unter örtlicher Betäubung kann gegebenenfalls eine Hautprobe entnommen werden. Ergibt die feingewebliche Untersuchung einen Hinweis auf Hautkrebs, muss der schwarze Fleck großzügig entfernt werden.

Minimieren Sie Ihr Risiko und erfahren Sie, wie Sie Hautkrebs vorbeugen können.

Auf Platz Drei hinter dem Prostata- und Lungenkrebs liegt bei Männern der Darmkrebs. Jährlich erkranken laut Robert Koch-Institut und der Deutschen Krebshilfe etwa 31.000 Männer. Das Risiko steigt zwar mit zunehmendem Alter, in den letzten Jahren wird jedoch auch eine Zunahme bei jungen Erwachsenen beobachtet. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und ein hoher Alkoholkonsum.

Männern stehen ab 50 Jahren Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge zu, wie ein Stuhltest oder eine Darmspiegelung, die von der Krankenkasse übernommen werden. Ist der Test auf verborgenes (okkultes) Blut positiv, muss eine Darmspiegelung (Koloskopie) folgen. Unabhängig davon sollte jeder Mann ab 55 eine Darmspiegelung durchführen lassen. Bei dieser Untersuchung lassen sich Vorstadien und frühe Krebsstadien eines Dickdarmkrebses erkennen und sofort entfernen. Wurde bei der ersten Koloskopie nichts Verdächtiges gefunden, muss sie erst nach zehn Jahren wiederholt werden. Das gilt allerdings nicht, wenn Darmveränderungen wie Polypen (pilzförmige gutartige Schleimhautgeschwülste) entdeckt wurden – hier ist ein früherer Zeitpunkt für eine Kontrolluntersuchung nötig.

Die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, steigt mit dem Grad des Übergewichts. Jeder dritte Mann über 55 Jahren hat bereits sogenannte Adenome in seinem Dickdarm. Das sind polypenartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die eine unmittelbare Vorstufe zum Darmkrebs darstellen und jederzeit entarten können. 

Die zweithäufigste Krebsart bei Männern ist der Lungenkrebs. Der Hauptauslöser ist hier meist das Rauchen, dazu zählt auch das Passivrauchen.

Lassen Sie sich von uns beraten

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. Wir unterstützen Sie gerne in allen Themen rund um die richtige Vorsorge und den für Sie geeigneten Versicherungsschutz. Sprechen Sie uns noch heute an.

Bilder: Titelbild - Ababsolutum/GettyImages; Zu viele Pfunde auf der Wage - undres/Adobe Stock; Broschüre Männer: Fit ab 50 - Robert Daly/GettyImages