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Häufige Krebsarten und Krebsfrüherkennung

Krebserkrankungen beim Mann

Prostata- und Darmkrebs zählen bei Männern zu den häufigsten Krebserkrankungen. Mediziner raten zu einer konsequenten Früherkennung, denn eine rechtzeitige Diagnose sichert meist den Behandlungserfolg.

In Kürze
Vorsorge hilft
Mit dem Alter steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Gezielte Vorsorgemaßnahmen sorgen für eine rechtzeitige Diagnose und verbessern damit die Chance auf Heilung.
Prostatakrebs
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die bösartigen Veränderungen an der Prostata verursachen im frühen Stadium keine Beschwerden. 
Darmkrebs
Bei einer Darmspiegelung lassen sich Vorstadien und frühe Krebsstadien eines Dickdarmkrebses erkennen und sofort entfernen. Übergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs. 
Vorsorge ist wichtig, denn Krebs lässt sich oft erfolgreich behandeln, wenn er früh genug entdeckt wird.
Lebensnotwendige Früherkennung
Vorsorge ist wichtig, denn Krebs lässt sich oft erfolgreich behandeln, wenn er früh genug entdeckt wird.
Jährlich erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen neu an Krebs und rund 226.000 sterben daran (Quelle: Krebs in Deutschland 2017/2018, Publikation der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e. V. (GEKID) und des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert-Koch-Institut). Bei Männern zählen Prostata- und Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt bei jedem Menschen an, je älter dieser ist. Idealerweise beginnen auch Männer so früh wie möglich mit der Krebsvorsorge. Denn viele Krebsarten verursachen oft sehr lange keine Beschwerden und nur gezielte Früherkennungsuntersuchungen ermöglichen es, Krebsvorstufen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Gutartige oder bösartige Veränderung?

Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. In Deutschland sterben jährlich mehr als 14.000 daran. Prostatakrebs verursacht im frühen Stadium keine Beschwerden und wird daher ohne regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen meist nicht rechtzeitig entdeckt. 

Da vor allem Männer über 45 betroffen sind, werden ab dem 45. Lebensjahr jährliche Vorsorgeuntersuchungen gegen Prostatakrebs empfohlen. In manchen Fällen, wenn z. B. nahe Verwandte an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, empfehlen Ärzte regelmäßige Untersuchungen auch schon bei jüngeren Männern.

Zur Früherkennung untersucht der Arzt die Prostata manuell – also mit seinen Fingern über den Enddarm. Besteht Verdacht auf Prostatakrebs wird zusätzlich im Blut das prostataspezifische Antigen (PSA) bestimmt. Dieser Eiweißstoff wird vom Prostatagewebe produziert.

Die PSA-Konzentration steigt beim Prostatakrebs, aber auch bei der gutartigen Prostatavergrößerung. Die Aussagekraft des PSA-Wertes zur Prostatakrebs-Früherkennung wird unter Fachleuten kritisch diskutiert.

Vorsorge ab 35 Jahren

Besteht der Verdacht auf einen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), untersucht der Hautarzt die gesamte Hautoberfläche und erfasst alle verdächtigen dunklen Flecken in einem Schema. Veränderungen der Muttermale sind so schnell erkennbar.

Unter örtlicher Betäubung kann gegebenenfalls eine Hautprobe entnommen werden. Ergibt die feingewebliche Untersuchung einen Hinweis auf Hautkrebs, muss der schwarze Fleck großzügig entfernt werden.

Minimieren Sie Ihr Risiko und erfahren Sie, wie Sie Hautkrebs vorbeugen können.

Vorsorge ab 50 Jahren

Auf Platz zwei hinter dem Prostatakrebs liegt bei Männern der Darmkrebs. Ab dem Alter von 50 Jahren steht für alle Männer die Darmkrebsvorsorge an. Ist der Test auf verborgenes (okkultes) Blut positiv, muss eine Koloskopie folgen. Unabhängig davon sollte jeder Mann ab 55 eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen lassen.

Bei dieser Untersuchung lassen sich Vorstadien und frühe Krebsstadien eines Dickdarmkrebses erkennen und sofort entfernen. Wurde bei der ersten Koloskopie nichts Verdächtiges gefunden, muss sie erst nach zehn Jahren wiederholt werden. Das gilt allerdings nicht, wenn Darmveränderungen wie Polypen (pilzförmige gutartige Schleimhautgeschwülste) entdeckt wurden – hier ist ein früherer Zeitpunkt für eine Kontrolluntersuchung nötig.

Die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, steigt mit dem Grad des Übergewichts. Jeder dritte Mann über 55 Jahren hat bereits sogenannte Adenome in seinem Dickdarm. Das sind polypenartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die eine unmittelbare Vorstufe zum Darmkrebs darstellen und jederzeit entarten können. 

Die dritthäufigste Krebsart bei Männern ist der Lungenkrebs. Der Hauptauslöser ist hier meist das Rauchen, dazu zählt auch das Passivrauchen.

Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2018:

  • Lunge: 22,8 %
  • Prostata: 12,0 %
  • Darm: 10,8 %
  • Bauchspeicheldrüse: 7,4 %
  • Leber: 4,3 %
  • Magen: 4,2 %
  • Leukämien: 3,7 %
  • Speiseröhre: 3,4 %
  • Mundhöhle und Rachen: 3,2 %
  • Harnblase: 3,1 %

Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten

Bilder: Titelbild - Ababsolutum/GettyImages; Zu viele Pfunde auf der Wage - undres/Adobe Stock; Broschüre Männer: Fit ab 50 - Robert Daly/GettyImages