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  Welche Versicherung für Rad und Fahrer?

Allianz - Bei einem teuren Rad hält auch ein teures Schloss Diebe nicht immer ab.

Wer ein superleichtes Rennrad oder ein hochwertiges Elektrofahrrad erwirbt, investiert schnell deutlich über 2.000 Euro. Doch hohe Anschaffungskosten und Diebstahlsrisiko sind nicht die einzigen Aspekte, wenn es um die Frage geht: Welche Versicherungen sind für Radbesitzer notwendig und sinnvoll? Unser Allianz-Experte verrät, worauf Besitzer von E-Bikes und wertvollen Rennern achten müssen.

  Ihr Allianz-Experte

Rüdiger Lehmann arbeitet seit 1989 bei der Allianz und ist Versicherungs- und Vorsorgebeauftragter beim Allianz Mitarbeiter Service in München. Seit über 20 Jahren ist er begeisterter Radsportler und hat an mehreren Jedermannrennen und Radtourenfahrten teilgenommen.

Zurzeit besitzt er ein Rennrad und ein Crossbike. Ein Rad wurde ihm schon einmal gestohlen, nachdem er es kurzzeitig vor einem Supermarkt abgestellt hatte. Dank seiner Allianz Hausratversicherung wurde es binnen weniger Tage ersetzt.

Allianz - Rüdiger Lehmann

  Eine Haftpflichtversicherung benötigt jeder

Welche Versicherungen sind für Radfahrer und E-Biker unverzichtbar?

Sie sollten grundsätzlich eine Privathaftpflichtversicherung haben, sobald Sie nicht mehr bei Ihren Eltern mitversichert sind. Also frühestens bei Heirat oder Volljährigkeit und spätestens nach Abschluss der ersten Berufsausbildung oder Beendigung des Studienabschlusses. Ansonsten haften Sie nach dem Gesetz unbegrenzt mit Ihrem Privatvermögen, sobald Sie einen Sach- oder Personenschaden verursachen – und das bis zur Pfändungsgrenze.

Bei Fahrrädern sind Sie damit auf der sicheren Seite. Wer sich auf ein Elektrofahrrad schwingt, das maximal 25 Stundenkilometer fährt und maximal 250 Watt Leistung auf die Straße bringt, der ist mit der Privathaftpflicht der Allianz definitiv abgesichert. Es kann jedoch bei alten Verträgen anderer Versicherungen vorkommen, dass Pedelecs oder Pedelecs mit Anfahrhilfe in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen sind. Prüfen Sie deshalb Ihre Police und fragen Sie gegebenenfalls bei Ihrem Vertreter nach.

Leistungsstarke E-Bikes und S-Pedelecs sind rechtlich Kleinkrafträdern gleichgestellt. Dabei gelten E-Bikes bereits ab 20 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit als Kleinkrafträder, sofern der Akku mehr als 250 Watt leistet. Dementsprechend besteht eine Kennzeichen- und Versicherungspflicht: Ohne Mofa-Haftpflichtversicherung erhalten Sie gar kein Versicherungskennzeichen und können somit nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, ohne sich strafbar zu machen.

Inwiefern raten Sie zu einer Unfallversicherung?

Das Verletzungsrisiko bei Zweiradunfällen ist mangels Knautschzone und Schutzkleidung generell hoch. Von der einfachen Hautabschürfung bis zu schwersten Verletzungen ist alles möglich – abhängig vom Unfallgeschehen.

Bei Elektrofahrrädern besteht übrigens Helmpflicht, sobald diese schneller als 25 Stundenkilometer fahren oder der Akku mehr als 250 Watt leistet. Aber Vorsicht, Sie benötigen einen sogenannten Halbschalen-oder Jethelm, der der gesetzlichen Norm ECE 22-05 genügt und Stirn, Ohren und Nacken schützt. Zugelassene Helme tragen ein entsprechendes Prüfzeichen. Für das Fahrrad gibt es zwar keine Helmpflicht, aber ein Fahrradhelm verringert zumindest das Risiko von Kopfverletzungen bei Stürzen und Kollisionen.

Als Arbeitnehmer haben Sie zumindest auf dem direkten Arbeitsweg einen gesetzlichen Unfallschutz. Darüber hinaus müssen Sie etwaige Invaliditätsfolgen eines Rad- oder E-Bike-Unfalls selbst tragen – sofern dieser nicht von jemand anderem verschuldet wurde. Falls Sie bereits über eine private Unfall- und/oder Berufsunfähigkeitsversicherung verfügen, sind Sie finanziell auf der sicheren Seite.

Wie sieht es bei Fahrraddiebstahl aus?

Fahrräder sind über die Hausratversicherung abgesichert, wenn der entsprechende Baustein vereinbart ist. Je nach Vereinbarung gibt es verschiedene Begrenzungen: von 1 % bis „unbegrenzt“, also maximal die Versicherungssumme der Hausratversicherung.

Wer bei der Allianz den Baustein „Fahrrad“ in Hausrat SicherheitPlus vereinbart hat, ist auf der sicheren Seite. Hier besteht Versicherungsschutz weltweit rund um die Uhr, also ohne Nachtzeitklausel, bis zur Versicherungssumme der Hausratversicherung – vorausgesetzt, das Fahrrad ist abgeschlossen.

Wichtig: Bewahren Sie alle Belege zu Ihren Fahrrädern auf. Nur so können Sie den Anschaffungswert nachweisen und belegen, dass Sie Eigentümer eines gestohlenen Fahrrads waren.

Lassen sich E-Bikes und S-Pedelecs auch mit dem Hausrat absichern?

Grundsätzlich nicht. Um diese gegen Diebstahl abzusichern, sollten Sie im Paket mit ihrer Mofa-Haftpflicht gleichzeitig eine Teilkasko abschließen. Nachträglich können Sie eine Teilkasko nur abschließen, wenn sie sich ein neues Kennzeichen besorgen.

Leider ersetzt die Teilkasko bei Diebstahl nur den Zeitwert des E-Bikes oder S-Pedelecs. Dafür deckt sie auch Raub, Glasbruch, Schäden durch Kollisionen mit Wild sowie Feuer-, Sturm-, Hagel-, Blitz- und Kurzschluss-Schäden an der Verkabelung.

Gibt es so etwas wie Rundum-Sorglos-Pakete?

Es gibt tatsächlich Schutzbriefe, die auf Radwanderer abgestimmt sind und im Ausland gelten. Diese sichern unter anderem ab gegen Diebstahl, Teildiebstahl, Vandalismus, Totalschaden, Unfallschaden, Pannenschaden, Sturzschaden und Handhabungsfehler – inklusive Fahrradersatz und Abholservice bei Unfall oder Panne. Bei entsprechenden Tarifen für E-Bikes sind zudem Akku-Defekte und Elektroschäden abgesichert.

Derartige Schutzbriefe schlagen mit 15 bis 30 Euro im Monat zu Buche – abhängig vom Wert des Rads oder E-Bikes.

Akku und Tempo entscheiden

E-Bikes gelten bereits ab 20 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit als Kleinkrafträder, sofern der Akku mehr als 250 Watt leistet.

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