Unfälle vermeiden

Ohne Unfälle ins neue Jahr
In der Weihnachtszeit und an Silvester ist das Verletzungsrisiko im Vergleich zum Rest des Jah­res deutlich höher. Wir geben Ihnen Tipps, um Verletzungen zu vermeiden.
Allianz  Gesudnehitswelt - Unfälle vermeiden:  ein Junge mit rotem Pullover hat einen brennende Wunderkerze in der Hand.,
In Kürze
  • Gefahrenort  Küche. Bereits in der Küche drohen einige Risiken: Backblech, Ofentüre, Gasplatte und Wasserdampf können für Verbrennungen und Verbrühungen sorgen.
  • Unfallgefahr Feuerwerk. Es werden jedes Jahr an Silvester in Deutschland hunderte Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt – selbstverschuldet oder durch fahrlässige Zeitgenossen.
  • Feinstaub. Rauch ist ein Risikofaktor, nicht einatmen: Schwermetalle sind giftig, Feinstäube beeinträchtigen die Funktion der Atemwege.
Vorsichtsregeln beachten
In der Weihnachtszeit und an Silvester ist das Verletzungsrisiko im Vergleich zum Rest des Jah­res deutlich höher: Viele Bräuche und Tra­di­tio­nen drehen sich um Feuer und Hitze, und nicht jede Gefahr ist so offensichtlich wie die Flamme und das flüssige Wachs einer Kerze. Besonders groß ist das Risiko na­tür­lich an Silvester, wenn mit Feuerwerk und Böl­lern hantiert wird. Beachten Sie einige Vor­sichts­regeln, um unfallfrei ins neue Jahr zu kommen.

Bereits in der Küche drohen einige Risiken. Gemeinsames Backen und Kochen ist etwa für Kinder ein großer Spaß. Doch ein mit zu dünnen oder feuchten Lappen aus dem Ofen gezogenes heißes Backblech sorgt ebenso für verbrannte Finger wie die vor lauter Begeisterung sofort vom Blech geklaubten Plätzchen. Gerade kleinere Kinder schauen gerne durch die Ofentüre zu, wie das selbst geformte Gebäck goldgelb wird. Hier ist nicht nur die heiße Glasplatte gefährlich – austretender Wasserdampf kann Verbrühungen verursachen.

Heißer Tee oder Punsch auf dem Stövchen tragen an einem kalten Wintertag zur Behaglichkeit bei. Eine umgekippte Kanne oder Tasse der heißen Flüssigkeit kann jedoch schmerzhafte großflächige Verletzungen verursachen. Achten sie darauf, dass die Behälter weit genug von der Tischkante entfernt stehen und auch bei einem Ruck am Tischtuch nicht über den Rand segeln, etwa wenn ein Kleinkind sich mit dessen Hilfe aufrichten will. Informieren Sie sich auch über die Versorgung von Verbrennungen und Verbrühungen.

  • Offenes Feuer fasziniert Kinder seit jeher. Teelichter, Christbaumkerzen, Adventskranz und Weihnachtspyramiden verlocken deshalb zu brandgefährlichen Experimenten. Dabei sind nicht nur die Fingerspitzen in Gefahr, auch die Kleidung kann Feuer fangen – und ein Zimmerbrand liegt immer im Bereich des Möglichen. Die beliebten Räucherkegel sind in diesem Zusammenhang ebenso gefährlich. Lassen Sie brennende Kerzen u. ä. deshalb auf keinen Fall unbeaufsichtigt, schon gar nicht mit Kindern oder Haustieren im gleichen Raum. Stellen Sie außerdem sicher, dass die Kerzen wirklich erloschen sind, bevor Sie den Raum verlassen.
  • Fondue, Feuerzangenbowle und flambierte Desserts sind kulinarische Schaustücke für gesellige Runden. Das heiße Fett im Fonduetopf kann jedoch überraschend spritzen und bei zu großer Hitze in Brand geraten. Dann auf keinen Fall mit Wasser löschen - Stichflamme! Verwenden Sie zum Heizen des Fondues nur die dafür vorgesehenen Brenner und Brennstoffe. Achten Sie bei Feuerzangenbowle und beim Flambieren auf genügend „Luftraum“ über dem Topf, nicht dass plötzlich die Zimmerdekoration in Flammen steht.
  • Feuerwerk gehört untrennbar zum Jahreswechsel. Allerdings werden jedes Jahr an Silvester in Deutschland hunderte Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt – selbstverschuldet oder durch fahrlässige Zeitgenossen. Brandwunden, zerfetzte Finger, Hörschäden, Verlust eines Auges oder Wohnungsbrand: Die Liste der Verletzungs- und Unfallgefahren durch Feuerwerkskörper ist lang. Hantieren Sie deshalb verantwortungsvoll mit pyrotechnischen Artikeln, um weder sich selbst noch andere Menschen zu gefährden.

Einkauf und Sprengklasse

Lagerung und Kinder

Alkohol

Gehörschutz und Augenschutz

Gebrauchsanweisung

Abschussort und Abstand

Raketen und Bodenfeuerwerk

Anzünden

  • Halten Sie sich an die übliche Anweisung „Gegenstand auf den Boden legen, am äußersten Ende der Zündschur entzünden und rasch entfernen!“. Achten Sie auch darauf, dass die Zündschnur nicht abgebrochen und damit zu kurz ist. Ihnen fehlen sonst wertvolle Sekunden, um wegzulaufen.
  • Tipp: Verwenden Sie Langfeuerzeuge, dann verbrennen Sie sich auch nicht an den Zündfunken.
  • Bei Reibezündern streichen Sie weg vom Körper über die Zündfläche einer Streichholzschachtel und werfen den brennenden Feuerwerkskörper sofort und kontrolliert auf den Boden.

Tischfeuerwerk

Feuerwerksreste und Blindgänger

Wenn Raketen und Böller explodieren, dann erfüllt neben viel Lärm und Leuchteffekten auch dichter Rauch die Luft – und der hat es in sich: Der Qualm aus Feuerwerkskörpern setzt große Mengen metallhaltigen Feinstaubs frei. Die Belastung beschränkt sich dabei nicht auf Silvester und Neujahr, die Metallkonzentrationen in der Luft bleiben je nach Wetterlage noch tage- oder wochenlang erhöht.

Riskant sind dabei besonders die Bestandteile, die in Feuerwerk für die bunten Spezialeffekte verantwortlich sind: Strontium, Kalium, Barium, Kobalt, aber auch Blei, Kupfer, Zink, Wismut, Titan und viele weitere Stoffe werden in Form von Metallsalzen zugemischt und bei den funkelnden Explosionen großflächig verteilt.

Beim Abbrand von Feuerwerkskörpern entstehen überwiegend Partikel zwischen einem und zwei Mikrometern Durchmesser. Feinstaubpartikel unterhalb von 2,5 Mikrometern Durchmesser gelangen bis in die kleinsten Lungenverästelungen (Bronchiolen) – unterhalb einem Mikrometer sogar bis in die Lungenbläschen (Alveolen).

Bild: Beata Becla/Shutterstock