Richtig Zähne putzen

Tipps für gesunde und schöne Zähne
Allianz Gesundheitswelt -Zahnhygiene: Frau putzt sich lächelnd die Zähne

Ein strahlendes Lächeln beginnt mit der richtigen Zahnpflege. Doch viele putzen zwar regelmäßig, aber häufig falsch. Entscheidend ist nicht nur die richtige Technik – auch Zahnbürste und Zahnpasta wollen gut gewählt sein. So lassen sich Fehler beim Zähneputzen vermeiden. Wer seine Zähne sorgsam schützt, tut etwas für sein Wohlbefinden und spart gleichzeitig teure Behandlungen. Hier finden Sie Wissens­wertes zur richtigen Zahnpflege-Technik, passende Produkte und hilfreiche Tipps für schöne und gesunde Zähne.

Schutz vor Karies und Zahnfleischentzündungen: Wer Zahnbelag regelmäßig entfernt, verhindert, dass Bakterien den Zahnschmelz angreifen oder das Zahnfleisch reizen.

Parodontitis-Vorsorge: Bleiben Beläge dauerhaft bestehen, kann sich das Zahnfleisch entzünden. Das Risiko für Parodontitis steigt – und damit auch für Zahnverlust.

Allgemeingesundheit: Zähneputzen ist fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Denn wer richtig pflegt, kann auch Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen. 

Frischer Atem: Eine gute Mundhygiene entfernt geruchsbildende Bakterien. Das sorgt den ganzen Tag für frischen Atem.

Spart Zeit und Kosten: Wer seine Zähne konsequent pflegt, braucht seltener aufwendige Behandlungen und senkt so die Zahnarztkosten.

Für saubere und gesunde Zähne gilt es, einige Faktoren zu beachten. Dazu zählen die richtige Putztechnik ebenso wie die Auswahl der passenden Zahnbürste und -pasta. Auch allgemeines Grundwissen über Dauer und Häufigkeit Ihrer Zahnhygiene-Rituale helfen dabei, eine gute Mund- und Zahnhygiene sicherzustellen.

Sie sind sich unsicher, ob Sie bei Ihrer täglichen Mundhygiene ein optimales Ergebnis erzielen? Die folgenden Grundregeln und Techniken helfen dabei, Beläge effektiv zu entfernen, ohne Zähne oder Zahnfleisch zu schädigen. Denn richtig Zähne putzen heißt: systematisch und schonend vorgehen.

Grundregeln:

  • Gehen Sie methodisch vor, damit Sie keinen Zahnabschnitt auslassen. Putzen Sie beispielsweise immer im Uhrzeigersinn.
  • Bürsten Sie circa drei Minuten.
  • Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta und eine weiche Zahnbürste.
  • Drücken Sie nicht zu fest auf. Der Anpressdruck sollte maximal 150 Gramm betragen. Sie erhalten ein Gefühl für den richtigen Druck, indem Sie das Borstenfeld einer Zahnbürste auf eine Küchenwaage pressen.

Zähne sollten zweimal täglich gründlich geputzt werden, idealerweise morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen. Ein Richtwert: Zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zähneputzen sollten etwa 30 Minuten liegen. Auf diese Weise bleibt der Zahnschmelz geschützt. Die empfohlene Putzdauer liegt bei rund drei Minuten pro Putzvorgang.

Zahnpflege zwischendurch: Ergänzend kann ein zuckerfreier Zahnpflegekaugummi nach dem Mittagessen helfen, die Zahnhygiene zu unterstützen – vor allem unterwegs eine praktische Alternative. Auch eine kleine Packung Zahnseide in der Tasche kann ein guter Helfer sein.

Nach dem Wissen um die richtige Technik folgt die Auswahl des richtigen Zahnpflege-Equipments. Die Antworten auf folgende Fragen bieten Ihnen die bestmögliche Orientierungs­hilfe.

Geübte Anwender:innen können in der Regel auch mit der Hand­zahnbürste ein sehr gutes Putz­ergebnis erzielen. Eine elektrische Zahnbürste kann die tägliche Zahnpflege jedoch verbessern. Das bestätigen auch die Erfahrungen aus den Zahnarzt­praxen: Nach dem Umstieg auf eine elektrische Zahnbürste zeigen sich meist weniger Plaque und weniger Zahnfleischbluten als zuvor.

Vorsicht: Die Verwendung einer zu harten Zahnbürste oder zu festes Aufdrücken können das Zahnfleisch schädigen. Deshalb: Lieber zu einer weichen Zahnbürste greifen. Diese reicht in der Regel völlig aus, um eine gute Zahn- und Mund­hygiene zu erzielen.

Achtung! Zahnbürsten beziehungsweise Bürstenköpfe haben zwar kein aufgedrucktes Verfallsdatum wie Lebensmittel. Dennoch sollten Sie selbst eine Art „Verfallsdatum“ festlegen und sich eine Erinnerung setzen. Empfohlen wird, Zahnbürsten und Bürstenköpfe alle acht bis zwölf Wochen auszutauschen. Spätestens aber, wenn die Borsten krumm stehen.

Die Wahl der Zahnpasta hängt von individuellen Bedürfnissen ab und ist ein wichtiger Teil der richtigen Zahnpflege. Dabei gilt es bei der Auswahl Folgendes zu beachten:

  • Fluorid schützt vor Karies: Die meisten Menschen profitieren von einer Zahnpasta mit Fluorid. Sie stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstands­fähiger gegen Säure­angriffe.
  • Sensitiv-Zahnpasta bei schmerz­empfindlichen Zähnen: Wer auf heiße oder kalte Getränke und Speisen empfindlich reagiert, greift besser zu einer speziellen Zahnpasta für schmerz­empfindliche Zähne. Sie lindert Reize und ist besonders sanft zu fre­iliegenden Zahnhälsen.
  • Zahncreme für Zahnfleisch­schutz: Sie haben Zahnfleisch­bluten oder sehr sensibles Zahnfleisch? Greifen Sie in diesem Fall am besten zu Zahncremes mit Salbei-Extrakten oder ähnlichen Pflanzen­stoffen. Diese können Entzündungen eindämmen. Hält das Zahnfleisch­bluten an, kann dies ein Anzeichen für eine Entzündung des Zahnbetts sein. Dann ist ein Besuch in der Zahnarztpraxis anzuraten.
  • Zahnweiß-Varianten: Bei hartnäckigen Verfärbungen können ebenfalls spezielle Rezepturen Abhilfe schaffen. In diesem Fall entscheiden Sie sich für Zahnpasten mit hohem Abrieb. Der RDA-Wert gibt dabei Auskunft über die Abrasivität, also die Schleif­wirkung des jeweiligen Produkts. Je höher der RDA-Wert, desto besser die Entfernung von Zahnbelag und Verfärbung.

Achtung: Für Personen mit frei­liegenden Zahnhälsen oder empfindlichem Zahnschmelz sind diese Zahnpasten nicht geeignet.

Die Zähne sind geputzt, aber für die Zahn­zwischenräume ist keine Zeit? Für eine umfassende Mundhygiene alles andere als ideal. Denn: Die Zahn­zwischenräume machen einen erheblichen Anteil der Gesamt­oberfläche eines Zahnes aus. Rund ein Viertel, um genau zu sein. Drei Viertel nehmen Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche ein. Der Reinigung der Zahn­zwischenräume kommt für den Erhalt der Zahn­gesundheit demnach eine essenzielle Bedeutung zu. Mit unserer Schritt-für Schritt-Anleitung gelingt Ihnen auch dieses Unterfangen:

  1. Auswahl der Zahnseide: Ungewachste Zahnseide hat zwar eine bessere Reinigungs­wirkung als gewachste Produkte. Ungeübten fällt allerdings der Einstieg mit der gewachsten Zahnseide leichter, weil diese besser durch die Zahn­zwischenräume gleitet. Zum Einstieg eignet sich auch aufgespannte Zahnseide besonders gut.
  2. Anwendung an den Kontakt­punkten: Beginnen Sie mit den sogenannten Kontakt­punkten. Das sind sich berührende Stellen nebeneinander­liegender Zähne. Nehmen Sie etwa einen Meter Zahnseide von der Rolle und wickeln Sie diese um beide Zeigefinger. Verwenden Sie bei jedem Zahn­zwischenraum einen neuen Abschnitt der Seide. So vermeiden Sie, dass Sie Bakterien sowie Plaque in den nächsten Zwischenraum überführen.
  3. Reinigung unterhalb der Kontakt­punkte: Um diese Stellen gut zu säubern, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, abhängig von der Größe des zu reinigenden Bereiches. Bei einigen Menschen reicht auch hier die Pflege mit Zahnseide völlig aus. Viele benötigen jedoch ein sogenanntes Interdental­bürstchen, um diese Zone der Zahn­zwischenräume effektiv zu reinigen. Für die verlässliche Pflege von Brücken empfiehlt sich Super-Floss, eine sehr dicke Zahnseide mit zusätzlich verdickten Enden zum Einfädeln unter der Brücke. Lassen Sie sich bei Ihrer nächsten professionellen Zahn­reinigung beraten, welche Produkte für Sie die richtige Wahl sind.
  4. Nachsorge: Nach der Anwendung der Zahnseide sollten Sie den Mund gründlich ausspülen.

Hinweis: Wenn Sie beginnen, Zahnseide zu nutzen, kann Zahnfleisch­bluten auftreten. Ursache dafür sind kleine Entzündungs­herde des Zahnfleisches im Zahn­zwischenraum. Bei weiterer Verwendung klingt das Zahnfleisch­bluten innerhalb weniger Tage ab.

Auch wer regelmäßig Zähne putzt, kann dabei unbewusst Fehler machen. Die folgenden Punkte zeigen, worauf Sie bei der täglichen Zahnpflege achten sollten und was Sie besser vermeiden.

Wer mit zu viel Druck putzt, schadet den Zähnen. Der Grund: Starker Druck kann das Zahnfleisch zurück­drängen und den Zahnschmelz abtragen. Auch schrubbende Bewegungen bergen Risiken – besonders bei empfindlichen Zahnhälsen. Putzen Sie deshalb mit sanften, kontrollierten Bewegungen. Elektrische Zahnbürsten mit Drucksensor können eine wertvolle Unterstützung sein.

Nicht jede Zahnbürste eignet sich für jeden Mund. Zu harte Borsten können das Zahnfleisch verletzen, zu große Bürsten­köpfe erreichen die hinteren Zähne oft nicht. Auch bei der Zahnpasta lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Eine fluorid­haltige Zahnpasta schützt vor Karies, Produkte mit aggressiven Putzkörpern hingegen können den Zahnschmelz schädigen. Achten Sie auf Qualität und wählen Sie Produkte, die zu Ihren Zähnen passen.

Viele Menschen konzentrieren sich beim Zähneputzen auf die sichtbaren Zahnflächen. Dabei bleiben die Zahn­zwischenräume oft unbeachtet. Genau dort setzen sich aber besonders häufig Speisereste und Plaque ab. Ohne zusätzliche Reinigung – etwa mit Zahnseide oder Zwischenraum­bürsten – kann sich dort leicht Karies oder eine Zahnfleisch­entzündung entwickeln.

Tipp: Ein- bis zweimal pro Jahr empfiehlt sich eine professionelle Zahn­reinigung. Holen Sie sich bei dieser Gelegenheit Tipps für Ihre individuelle Mundhygiene.

  1. Nicht zu kräftig nach dem Putzen ausspülen: Ein häufiger Fehler: direkt nach dem Putzen gründlich ausspülen. Besser ist es, den Zahnpastaschaum nur leicht auszuspucken. So bleibt der schützende Fluoridfilm länger auf den Zähnen.
  2. Umgang mit säurehaltigen Lebensmitteln: Säuren aus Obst, Fruchtsäften oder Softdrinks greifen den Zahnschmelz an. Warten Sie deshalb nach dem Verzehr mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen oder spülen Sie den Mund zunächst mit Wasser aus.
  3. Positive Effekte bestimmter Käsesorten: Einige Käsesorten unterstützen die Zahngesundheit. Darunter etwa Hartkäse wie Edamer, Cheddar und Parmesan, aber auch Weichkäse wie Camembert, Brie oder Schafskäse. Durch den Verzehr werden wichtige Mineralien wie Kalzium und Phosphat zugeführt, die den Zahnschmelz schützen und stärken können. Darüber hinaus halten die Inhaltsstoffe des Käses karieserzeugende Bakterien in Schach. Statt eines Desserts also gerne öfter mal ein Stück Käse genießen.
  4. Auswirkungen von Zucker: Zucker fördert die Bildung von Plaque und Karies. Besonders tückisch sind süße Snacks oder Softdrinks zwischendurch. Wer gerne nascht, sollte es am besten zu den Hauptmahlzeiten tun und nach etwa 30 Minuten zur Zahnbürste greifen.
  5. Rauchen schadet auch den Zähnen: Nikotin lässt das Zahnfleisch schlechter durchbluten, begünstigt Entzündungen, führt zu Verfärbungen und kann das Kariesrisiko erhöhen. Wer mit dem Rauchen aufhört, tut also nicht nur der Lunge, sondern auch den Zähnen etwas Gutes.
  6. Berücksichtigung von Medikamenten: Einige Medikamente verursachen Mundtrockenheit, was zu Zahnfleischirritationen führen kann. Gerade bei Antidepressiva, Antihistaminika und Antiepileptika kann ein verringerter Speichelfluss auftreten. Informieren Sie sich im Vorfeld über mögliche Nebenwirkungen und achten Sie auf eine besonders penible Mund- und Zahnhygiene.
  7. Regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt oder die Zahnärztin: Zahnärztliche Vorsorge ist der beste Schutz. Lassen Sie mindestens einmal im Jahr – besser halbjährlich – kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Denn: Früh erkannte Probleme lassen sich einfacher und günstiger behandeln.

Wie putze ich am besten Zähne?

Am effizientesten putzen Sie mit einer systematischen Technik. Zum Beispiel nach der sogenannten KAI-Methode oder mit der Stillmann-Technik. Wichtig ist, sanft und gründlich zu putzen – ohne zu viel Druck. Ideal sind zwei bis drei Minuten pro Putzvorgang.

In welcher Reihenfolge sollte ich die Zähne putzen?

Grundsätzlich gibt es keine vorgeschriebene Vorgehens­weise bei der Zahn­reinigung. Die empfohlene Reihenfolge nach der KAI-Methode lautet:

  • Kauflächen
  • Außenflächen
  • Innenflächen

Wenn Sie Kindern das Zähneputzen beibringen wollen, ist diese Abfolge eine gute Möglichkeit. Anschließend empfiehlt sich die Reinigung der Zahn­zwischenräumen mithilfe von Zahnseide oder Interdental­bürstchen.

Warum sollte ich nach dem Zähneputzen den Mund nicht ausspülen?

Wird der Mund direkt nach dem Putzen gründlich ausgespült, wird das enthaltene Fluorid aus der Zahnpasta entfernt, bevor es wirken kann. Besser: Zahnpasta nur ausspucken und höchstens mit wenig Wasser nachspülen. So bleibt der schützende Film auf den Zähnen.

Bilder: Zahnpasta, Zahnbürste & Co. - Alliance/Fotolia