Ein strahlendes Lächeln beginnt mit der richtigen Zahnpflege. Doch viele putzen zwar regelmäßig, aber häufig falsch. Entscheidend ist nicht nur die richtige Technik – auch Zahnbürste und Zahnpasta wollen gut gewählt sein. So lassen sich Fehler beim Zähneputzen vermeiden. Wer seine Zähne sorgsam schützt, tut etwas für sein Wohlbefinden und spart gleichzeitig teure Behandlungen. Hier finden Sie Wissenswertes zur richtigen Zahnpflege-Technik, passende Produkte und hilfreiche Tipps für schöne und gesunde Zähne.
Richtig Zähne putzen
Warum ist richtiges Zähne putzen so wichtig?
Schutz vor Karies und Zahnfleischentzündungen: Wer Zahnbelag regelmäßig entfernt, verhindert, dass Bakterien den Zahnschmelz angreifen oder das Zahnfleisch reizen.
Parodontitis-Vorsorge: Bleiben Beläge dauerhaft bestehen, kann sich das Zahnfleisch entzünden. Das Risiko für Parodontitis steigt – und damit auch für Zahnverlust.
Allgemeingesundheit: Zähneputzen ist fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Denn wer richtig pflegt, kann auch Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen.
Frischer Atem: Eine gute Mundhygiene entfernt geruchsbildende Bakterien. Das sorgt den ganzen Tag für frischen Atem.
Spart Zeit und Kosten: Wer seine Zähne konsequent pflegt, braucht seltener aufwendige Behandlungen und senkt so die Zahnarztkosten.
Die richtige Technik beim Zähneputzen: Wie geht's wirklich?
Für saubere und gesunde Zähne gilt es, einige Faktoren zu beachten. Dazu zählen die richtige Putztechnik ebenso wie die Auswahl der passenden Zahnbürste und -pasta. Auch allgemeines Grundwissen über Dauer und Häufigkeit Ihrer Zahnhygiene-Rituale helfen dabei, eine gute Mund- und Zahnhygiene sicherzustellen.
Die besten Techniken für saubere Zähne
Sie sind sich unsicher, ob Sie bei Ihrer täglichen Mundhygiene ein optimales Ergebnis erzielen? Die folgenden Grundregeln und Techniken helfen dabei, Beläge effektiv zu entfernen, ohne Zähne oder Zahnfleisch zu schädigen. Denn richtig Zähne putzen heißt: systematisch und schonend vorgehen.
Grundregeln:
- Gehen Sie methodisch vor, damit Sie keinen Zahnabschnitt auslassen. Putzen Sie beispielsweise immer im Uhrzeigersinn.
- Bürsten Sie circa drei Minuten.
- Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta und eine weiche Zahnbürste.
- Drücken Sie nicht zu fest auf. Der Anpressdruck sollte maximal 150 Gramm betragen. Sie erhalten ein Gefühl für den richtigen Druck, indem Sie das Borstenfeld einer Zahnbürste auf eine Küchenwaage pressen.
Die Abkürzung „KAI“ beschreibt die Putzreihenfolge dieser besonders für Kinder geeigneten Technik:
Kauflächen: Mund weit öffnen und die Kauflächen putzen. Erst oben, dann unten.
Außenseiten: Zähne zusammenbeißen und die Zahnaußenseiten von links nach rechts putzen, erst oben, dann unten.
Innenseiten: Mund weit öffnen und die Backenzähne putzen, erst oben, dann unten. Bei den Schneide- und Eckzähnen die Zahnbürste senkrecht halten, um die Innenseiten zu putzen.
Auch bei dieser Technik gilt: Am besten wird immer die gleiche Reihenfolge eingehalten, sodass keine Zähne vergessen werden, beispielsweise im Uhrzeigersinn.
- Bürsten Sie in kreisenden Bewegungen vom Zahnfleisch in Richtung Kaufläche.
- Für die Innenseiten der Vorderzähne halten Sie die Bürste senkrecht und bürsten Sie vom Zahnfleischsaum Richtung Schneidekante.
- Die Kauflächen können auch mit kreisenden Bewegungen gereinigt werden.
Der Vorteil: Sie reinigen das Zahnfleisch mit.
Der Nachteil: Sie erreichen die Zahnzwischenräume nicht so gut wie mit der Bass-Technik.
- Setzen Sie die Borsten im 45°-Winkel am Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn an.
- Versetzen Sie den Bürstenkopf in kleine rüttelnde Bewegungen. Dadurch gleiten die Borsten sanft zwischen Zahn und Zahnfleisch sowie in die Zahnzwischenräume und lockern so den Zahnbelag.
- Streichen Sie den Bürstenkopf anschließend weg vom Zahnfleisch in Richtung Kaufläche. So entfernen Sie gelockerte Speisereste und Plaque.
- Wiederholen Sie diesen Vorgang für jeden Zahnabschnitt einige Male. Die Innenseiten der Vorderzähne und Kauflächen säubern Sie wie bei der Stillmann-Technik.
Mit der modifizierten Bass-Technik reinigen Sie gut die Problemzone am Zahnfleischrand; sie ist auch bei Zahnfleischentzündungen nutzbar.
Der Vorteil: Sanfte Putzmethode mit großer Reinigungswirkung.
Der Nachteil: Erfordert Geschick und Geduld beim Putzvorgang selbst.
Wann und wie oft Zähne putzen?
Zähne sollten zweimal täglich gründlich geputzt werden, idealerweise morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen. Ein Richtwert: Zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zähneputzen sollten etwa 30 Minuten liegen. Auf diese Weise bleibt der Zahnschmelz geschützt. Die empfohlene Putzdauer liegt bei rund drei Minuten pro Putzvorgang.
Zahnpflege zwischendurch: Ergänzend kann ein zuckerfreier Zahnpflegekaugummi nach dem Mittagessen helfen, die Zahnhygiene zu unterstützen – vor allem unterwegs eine praktische Alternative. Auch eine kleine Packung Zahnseide in der Tasche kann ein guter Helfer sein.
Nach dem Wissen um die richtige Technik folgt die Auswahl des richtigen Zahnpflege-Equipments. Die Antworten auf folgende Fragen bieten Ihnen die bestmögliche Orientierungshilfe.
Welche Zahnbürste ist am besten geeignet?
Geübte Anwender:innen können in der Regel auch mit der Handzahnbürste ein sehr gutes Putzergebnis erzielen. Eine elektrische Zahnbürste kann die tägliche Zahnpflege jedoch verbessern. Das bestätigen auch die Erfahrungen aus den Zahnarztpraxen: Nach dem Umstieg auf eine elektrische Zahnbürste zeigen sich meist weniger Plaque und weniger Zahnfleischbluten als zuvor.
Vorsicht: Die Verwendung einer zu harten Zahnbürste oder zu festes Aufdrücken können das Zahnfleisch schädigen. Deshalb: Lieber zu einer weichen Zahnbürste greifen. Diese reicht in der Regel völlig aus, um eine gute Zahn- und Mundhygiene zu erzielen.
Achtung! Zahnbürsten beziehungsweise Bürstenköpfe haben zwar kein aufgedrucktes Verfallsdatum wie Lebensmittel. Dennoch sollten Sie selbst eine Art „Verfallsdatum“ festlegen und sich eine Erinnerung setzen. Empfohlen wird, Zahnbürsten und Bürstenköpfe alle acht bis zwölf Wochen auszutauschen. Spätestens aber, wenn die Borsten krumm stehen.
Welche Zahnpasta ist die richtige für meine Zähne?
Die Wahl der Zahnpasta hängt von individuellen Bedürfnissen ab und ist ein wichtiger Teil der richtigen Zahnpflege. Dabei gilt es bei der Auswahl Folgendes zu beachten:
- Fluorid schützt vor Karies: Die meisten Menschen profitieren von einer Zahnpasta mit Fluorid. Sie stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe.
- Sensitiv-Zahnpasta bei schmerzempfindlichen Zähnen: Wer auf heiße oder kalte Getränke und Speisen empfindlich reagiert, greift besser zu einer speziellen Zahnpasta für schmerzempfindliche Zähne. Sie lindert Reize und ist besonders sanft zu freiliegenden Zahnhälsen.
- Zahncreme für Zahnfleischschutz: Sie haben Zahnfleischbluten oder sehr sensibles Zahnfleisch? Greifen Sie in diesem Fall am besten zu Zahncremes mit Salbei-Extrakten oder ähnlichen Pflanzenstoffen. Diese können Entzündungen eindämmen. Hält das Zahnfleischbluten an, kann dies ein Anzeichen für eine Entzündung des Zahnbetts sein. Dann ist ein Besuch in der Zahnarztpraxis anzuraten.
- Zahnweiß-Varianten: Bei hartnäckigen Verfärbungen können ebenfalls spezielle Rezepturen Abhilfe schaffen. In diesem Fall entscheiden Sie sich für Zahnpasten mit hohem Abrieb. Der RDA-Wert gibt dabei Auskunft über die Abrasivität, also die Schleifwirkung des jeweiligen Produkts. Je höher der RDA-Wert, desto besser die Entfernung von Zahnbelag und Verfärbung.
Achtung: Für Personen mit freiliegenden Zahnhälsen oder empfindlichem Zahnschmelz sind diese Zahnpasten nicht geeignet.
Wie funktioniert die Zahnpflege mit Zwischenraumbürsten oder Zahnseide?
Die Zähne sind geputzt, aber für die Zahnzwischenräume ist keine Zeit? Für eine umfassende Mundhygiene alles andere als ideal. Denn: Die Zahnzwischenräume machen einen erheblichen Anteil der Gesamtoberfläche eines Zahnes aus. Rund ein Viertel, um genau zu sein. Drei Viertel nehmen Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche ein. Der Reinigung der Zahnzwischenräume kommt für den Erhalt der Zahngesundheit demnach eine essenzielle Bedeutung zu. Mit unserer Schritt-für Schritt-Anleitung gelingt Ihnen auch dieses Unterfangen:
- Auswahl der Zahnseide: Ungewachste Zahnseide hat zwar eine bessere Reinigungswirkung als gewachste Produkte. Ungeübten fällt allerdings der Einstieg mit der gewachsten Zahnseide leichter, weil diese besser durch die Zahnzwischenräume gleitet. Zum Einstieg eignet sich auch aufgespannte Zahnseide besonders gut.
- Anwendung an den Kontaktpunkten: Beginnen Sie mit den sogenannten Kontaktpunkten. Das sind sich berührende Stellen nebeneinanderliegender Zähne. Nehmen Sie etwa einen Meter Zahnseide von der Rolle und wickeln Sie diese um beide Zeigefinger. Verwenden Sie bei jedem Zahnzwischenraum einen neuen Abschnitt der Seide. So vermeiden Sie, dass Sie Bakterien sowie Plaque in den nächsten Zwischenraum überführen.
- Reinigung unterhalb der Kontaktpunkte: Um diese Stellen gut zu säubern, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, abhängig von der Größe des zu reinigenden Bereiches. Bei einigen Menschen reicht auch hier die Pflege mit Zahnseide völlig aus. Viele benötigen jedoch ein sogenanntes Interdentalbürstchen, um diese Zone der Zahnzwischenräume effektiv zu reinigen. Für die verlässliche Pflege von Brücken empfiehlt sich Super-Floss, eine sehr dicke Zahnseide mit zusätzlich verdickten Enden zum Einfädeln unter der Brücke. Lassen Sie sich bei Ihrer nächsten professionellen Zahnreinigung beraten, welche Produkte für Sie die richtige Wahl sind.
- Nachsorge: Nach der Anwendung der Zahnseide sollten Sie den Mund gründlich ausspülen.
Hinweis: Wenn Sie beginnen, Zahnseide zu nutzen, kann Zahnfleischbluten auftreten. Ursache dafür sind kleine Entzündungsherde des Zahnfleisches im Zahnzwischenraum. Bei weiterer Verwendung klingt das Zahnfleischbluten innerhalb weniger Tage ab.
Wie vermeide ich häufige Fehler beim Zähneputzen?
Auch wer regelmäßig Zähne putzt, kann dabei unbewusst Fehler machen. Die folgenden Punkte zeigen, worauf Sie bei der täglichen Zahnpflege achten sollten und was Sie besser vermeiden.
Zu starker Druck oder falsche Bewegungen
Wer mit zu viel Druck putzt, schadet den Zähnen. Der Grund: Starker Druck kann das Zahnfleisch zurückdrängen und den Zahnschmelz abtragen. Auch schrubbende Bewegungen bergen Risiken – besonders bei empfindlichen Zahnhälsen. Putzen Sie deshalb mit sanften, kontrollierten Bewegungen. Elektrische Zahnbürsten mit Drucksensor können eine wertvolle Unterstützung sein.
Falsche Zahnbürste oder unpassende Zahnpasta
Nicht jede Zahnbürste eignet sich für jeden Mund. Zu harte Borsten können das Zahnfleisch verletzen, zu große Bürstenköpfe erreichen die hinteren Zähne oft nicht. Auch bei der Zahnpasta lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Eine fluoridhaltige Zahnpasta schützt vor Karies, Produkte mit aggressiven Putzkörpern hingegen können den Zahnschmelz schädigen. Achten Sie auf Qualität und wählen Sie Produkte, die zu Ihren Zähnen passen.
Zahnzwischenräume nicht ausreichend reinigen
Viele Menschen konzentrieren sich beim Zähneputzen auf die sichtbaren Zahnflächen. Dabei bleiben die Zahnzwischenräume oft unbeachtet. Genau dort setzen sich aber besonders häufig Speisereste und Plaque ab. Ohne zusätzliche Reinigung – etwa mit Zahnseide oder Zwischenraumbürsten – kann sich dort leicht Karies oder eine Zahnfleischentzündung entwickeln.
Tipp: Ein- bis zweimal pro Jahr empfiehlt sich eine professionelle Zahnreinigung. Holen Sie sich bei dieser Gelegenheit Tipps für Ihre individuelle Mundhygiene.
7 Alltagstipps für strahlende und gesunde Zähne
- Nicht zu kräftig nach dem Putzen ausspülen: Ein häufiger Fehler: direkt nach dem Putzen gründlich ausspülen. Besser ist es, den Zahnpastaschaum nur leicht auszuspucken. So bleibt der schützende Fluoridfilm länger auf den Zähnen.
- Umgang mit säurehaltigen Lebensmitteln: Säuren aus Obst, Fruchtsäften oder Softdrinks greifen den Zahnschmelz an. Warten Sie deshalb nach dem Verzehr mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen oder spülen Sie den Mund zunächst mit Wasser aus.
- Positive Effekte bestimmter Käsesorten: Einige Käsesorten unterstützen die Zahngesundheit. Darunter etwa Hartkäse wie Edamer, Cheddar und Parmesan, aber auch Weichkäse wie Camembert, Brie oder Schafskäse. Durch den Verzehr werden wichtige Mineralien wie Kalzium und Phosphat zugeführt, die den Zahnschmelz schützen und stärken können. Darüber hinaus halten die Inhaltsstoffe des Käses karieserzeugende Bakterien in Schach. Statt eines Desserts also gerne öfter mal ein Stück Käse genießen.
- Auswirkungen von Zucker: Zucker fördert die Bildung von Plaque und Karies. Besonders tückisch sind süße Snacks oder Softdrinks zwischendurch. Wer gerne nascht, sollte es am besten zu den Hauptmahlzeiten tun und nach etwa 30 Minuten zur Zahnbürste greifen.
- Rauchen schadet auch den Zähnen: Nikotin lässt das Zahnfleisch schlechter durchbluten, begünstigt Entzündungen, führt zu Verfärbungen und kann das Kariesrisiko erhöhen. Wer mit dem Rauchen aufhört, tut also nicht nur der Lunge, sondern auch den Zähnen etwas Gutes.
- Berücksichtigung von Medikamenten: Einige Medikamente verursachen Mundtrockenheit, was zu Zahnfleischirritationen führen kann. Gerade bei Antidepressiva, Antihistaminika und Antiepileptika kann ein verringerter Speichelfluss auftreten. Informieren Sie sich im Vorfeld über mögliche Nebenwirkungen und achten Sie auf eine besonders penible Mund- und Zahnhygiene.
- Regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt oder die Zahnärztin: Zahnärztliche Vorsorge ist der beste Schutz. Lassen Sie mindestens einmal im Jahr – besser halbjährlich – kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Denn: Früh erkannte Probleme lassen sich einfacher und günstiger behandeln.
Häufige Fragen zum richtigen Zähneputzen
Wie putze ich am besten Zähne?
Am effizientesten putzen Sie mit einer systematischen Technik. Zum Beispiel nach der sogenannten KAI-Methode oder mit der Stillmann-Technik. Wichtig ist, sanft und gründlich zu putzen – ohne zu viel Druck. Ideal sind zwei bis drei Minuten pro Putzvorgang.
In welcher Reihenfolge sollte ich die Zähne putzen?
Grundsätzlich gibt es keine vorgeschriebene Vorgehensweise bei der Zahnreinigung. Die empfohlene Reihenfolge nach der KAI-Methode lautet:
- Kauflächen
- Außenflächen
- Innenflächen
Wenn Sie Kindern das Zähneputzen beibringen wollen, ist diese Abfolge eine gute Möglichkeit. Anschließend empfiehlt sich die Reinigung der Zahnzwischenräumen mithilfe von Zahnseide oder Interdentalbürstchen.
Warum sollte ich nach dem Zähneputzen den Mund nicht ausspülen?
Wird der Mund direkt nach dem Putzen gründlich ausgespült, wird das enthaltene Fluorid aus der Zahnpasta entfernt, bevor es wirken kann. Besser: Zahnpasta nur ausspucken und höchstens mit wenig Wasser nachspülen. So bleibt der schützende Film auf den Zähnen.