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Kampf dem Moder

Tipps gegen Schimmel

Richtiges Lüften und konsequente Hygiene im Haushalt hält den Schimmel im Zaum.

In Kürze
Hartnäckiger Eindringling
Schimmelpilzsporen sind allgegenwärtig. Sie gelangen über die Luft in jede Woh­nung und lassen sich mit Staub auf allen Oberflächen nieder. 
Konsequent vorbeugen
Damit sich kein Schimmel einnistet, ist es wichtig, Lebensmittel richtig zu lagern, konsequent zu putzen und auf das Raumklima in der Wohnung und besonders in Bad und WC zu achten.
Schnell entfernen
Hat Schimmel erst einmal Fuß gefasst, wird es immer schwerer, ihn wieder loszuwerden. Deshalb ist schnelles Handeln angesagt: Leichter Befall lässt sich mit Hausmitteln in den Griff bekommen.
Konsequente Hygiene hilft gegen Schimmel
Hartnäckige Eindringlinge
Konsequente Hygiene hilft gegen Schimmel
Schimmelpilzsporen sind allgegenwärtig. Sie gelangen über die Luft in jede Woh­nung und lassen sich mit Staub auf allen Oberflächen nieder. Schimmel wuchert besonders gut in feucht-warmer Um­ge­bung, begnügt sich notfalls mit Staub und wächst selbst bei Kühl­schrank­tem­pe­ra­turen. Durch richtiges Lüften und kon­se­quente Hygiene im Haushalt vermeiden Sie, dass der Schimmel die Oberhand gewinnt.
Gut zu wissen
  • Lebensmittel richtig lagern

    • Lagern Sie Lebensmittel sachgemäß – in der Regel sauber, trocken und kühl.
    • Verbrauchen Sie frische und offene Lebensmittel möglichst schnell.
    • Lagern Sie schimmelgereifte Käse wie Roquefort oder Camembert separat in einem Plastik- oder Glasbehälter. So reduzieren Sie das Risiko, dass die Schimmelpilze auf andere Lebensmittel überspringen.
    • Getreide und Mehle kühl und trocken lagern und gelegentlich durchschütteln.
    • Bewahren Sie Konfitüren, Gelees oder Marmeladen nach dem Öffnen im Kühlschrank auf und verzehren Sie diese schnell. Das gilt insbesondere für Diät-Fruchtaufstriche – aufgrund des geringen Zuckergehalts setzen diese leichter Schimmel an.
  • Verschimmeltes wegwerfen

    Verschimmeltes streut Sporen und kann so andere Lebensmittel anstecken. Zudem gilt: Je wasserhaltiger ein Lebensmittel ist, desto leichter können sich der Schimmel und seine Gifte darin ausbreiten. Entsorgen Sie daher verschimmelte Lebensmittel sofort. Beachten Sie außerdem:

    • Selbst leicht angeschimmelte Milch und Milchprodukte (Jogurt, Sahne, Quark, Weichkäse etc.) dürfen Sie nicht mehr verzehren.
    • In Saft erkennen Sie Schimmel frühzeitig an Schlieren.
    • Essen Sie kein angefaultes Gemüse oder Obst – und verarbeiten Sie letzteres auch nicht zu Kompott oder Konfitüre.
    • Befallene Fruchtaufstriche grundsätzlich wegwerfen, egal wie zuckerhaltig diese sind.
    • Gerade bei Trockenfeigen bedeutet ein Schimmelbefall, dass hochtoxische Aflatoxine in der Frucht lauern können. Überprüfen Sie daher vor allem dunkle, verletzte oder gequetschte Feigen, ob diese innen schwärzlich oder sichtbar verschimmelt sind. Falls ja: wegwerfen.
    • Sortieren Sie sichtbar angeschimmelte Nüsse und Samen aus, auch wenn nur die Schale befallen ist, und werfen Sie diese umgehend weg. Besonders kritisch sind Pistazien und Mandeln, die bei Schimmelbefall in der Regel mit Aflatoxinen belastet sind.
    • Falls Nüsse, Samen oder Trockenfrüchte eigenartig schmecken: Sofort ausspucken, nicht schlucken!
    • Bei Hartkäse und Brotlaiben lautete früher die Devise „großzügig wegschneiden“. Wer auf Nummer sicher gehen will, wirft auch diese Lebensmittel bei sichtbarem Schimmelbefall weg. Achtung: Auch ein Toaster kann Mykotoxine nicht unschädlich machen!
    • Bei Fleisch und Wurst gibt es folgende Ausnahmen: Luftgetrocknete Wurst (z. B: Edelsalami) und Schinken (z. B. Parmaschinken in ganzen Stücken, nicht Aufschnitt!) können Sie noch verzehren, wenn Sie den Schimmel großzügig entfernen.
    • Verfüttern Sie keine verschimmelten Lebensmittel an Tiere, die Mykotoxine können Tiere genauso gravierend schädigen wie den Menschen.
  • Konsequent putzen

    • Staub, Krümel und kleinste Lebensmittelreste dienen Schimmelpilzen als Nährboden. Wischen Sie daher täglich die Krümel aus dem Brotkorb. Zudem sollten Sie wöchentlich Brotkästen und Kühlschrank mit Essigessenz auswischen.
    • Essigessenz oder Essigreiniger hemmt das Schimmelpilzwachstum nur vorübergehend. Sobald die Säure neutralisiert ist, nutzt der Pilz die organischen Bestandteile als Nährstoff. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Kühlschrank, Brotkasten, Speiseregal etc. regelmäßig reinigen.
    • Biomüll sollten Sie täglich auf dem Kompost oder in die Biotonne entsorgen.
  • Bad und WC trocken halten

    Beim Duschen und Baden bildet sich Wasserdampf, der sich gleichmäßig im Bad verteilt und als feine Wassertropfen niederschlägt. Folgende Maßnahmen helfen dabei, Bad und WC trocken zu halten:

    • Temperieren Sie das Badezimmer auf 24 bis 26 °C. Auf warmen Oberflächen bildet sich weniger Kondenswasser.
    • Kippen Sie das Badezimmerfenster während des Duschens/Badens und lüften Sie danach noch einige Minuten, bis sich der Wasserdampf verzogen hat.
    • Hängen Sie feuchte Hand- und Badetücher zum Trocknen ins Freie (z. B. Terasse, Balkon), in einen Trockenraum oder ins gut gelüftete Schlafzimmer.
    • Benutzen Sie nach dem Duschen einen Abzieher für geflieste Wände, um Spritzwasser abzuziehen.
  • Raumklima optimieren

    • Schimmelpilze lieben es feucht. Achten Sie daher darauf, dass die Luftfeuchtigkeit in keinem Wohnraum 60 Prozent übersteigt. Ideal sind 50 Prozent. In der Speisekammer kann es auch trockener sein.
    • Sie können die Luftfeuchtigkeit einfach mit einem Hygrometer messen. Im Elektrofachhandel oder Baumarkt finden Sie derartige Geräte bereits für 10 Euro.
    • Beachten Sie, dass warme Luft mehr Wasser aufnimmt als kalte. Um beim Stoßlüften (5–10 Minuten) die Raumluft auszutauschen und schnell viel Feuchtigkeit heraus zu befördern, sollte der Raum nicht zu kühl sein.
    • Die optimale Temperatur in Wohnräumen liegt bei 20 bis 22 °C, in Schlafräumen bei 16 bis 18 °C.
    • Bauen Sie bei Wohneigentum Wärmeschutzfenster ein. So entsteht im Winter kein Kondenswasser an den Fenstern, und Schimmel kann sich nicht in den Dichtungen einnisten.
    • Lassen Sie bei Wohneigentum Wärmebrücken beseitigen. Das sind Stellen, an denen eine beheizte Immobile punktuell deutlich mehr Wärme abgibt als der Rest des Gebäudes. Dort können die Innenwände abkühlen und Feuchtigkeit anziehen.
Anzeichen für Schimmelbefall

Schwarze Punkte in den Fensterdichtungen oder Fliesenfugen, Schimmelflecken an der Badezimmerdecke, Modergeruch: Ein Schimmelbefall in den eigenen vier Wänden tritt nicht immer so offensichtlich auf. Gerade in Gebäuden mit schlechter Bausubstanz kann Schimmel jahrelang im Gemäuer, hinter Schränken, unter Holzverkleidungen oder in Luftschächten wuchern, bevor die Bewohner diesen entdecken.

Kontrollieren Sie auch die Blumenerde Ihrer Zimmerpflanzen. Im feuchten Milieu eines Blumentopfs kann sich Schimmel leicht einnisten, lässt sich aber einfach entfernen.

Insbesondere Allergiker reagieren empfindlich auf Schimmelpilzsporen in der Atemluft. Aber auch Nichtallergiker leiden mit der Zeit an brennenden Augen, Atemwegsbeschwerden, Husten, Schlafstörungen, Kopf- und Muskelschmerzen, sofern sie längere Zeit sporenbelastete Luft atmen müssen. Je länger die Belastung anhält, umso wahrscheinlicher entwickeln die Betroffenen eine Schimmelallergie, Asthma und Atemwegserkrankungen. In schweren Fällen ist die Lunge chronisch entzündet oder der Schimmel macht sich in den Bronchien breit – ohne Behandlung führt beides zur Zerstörung des Lungengewebes.

Sofern Sie den Verdacht hegen, dass Ihre Wohn- oder Büroräume mit Schimmel belastet sind, sollten Sie die Räume testen lassen. Suchen Sie im Branchentelefonbuch oder im Internet nach einem zertifizierten Schimmel-Experten. Alternativ können Sie mit einem käuflichen Schnelltest nach Sporen fahnden. Diese Schnelltests entdecken aber nicht alle Schimmelpilzarten.

Raum entfeuchten: Bei sehr feuchten Räumen reicht Lüften unter Umständen nicht aus. Für diesen Fall gibt es Luft­ent­feuchter, die die Raumluft nicht nur trocknen, sondern auch reinigen. Kostenpunkt: 100 bis 500 Euro.

Den Anfängen wehren

Bekämpfen Sie Schimmel in Ihren eigenen vier Wänden, sobald Sie diesen entdecken. Einen leichten Schimmelbefall können Sie selbst entfernen. Befolgen Sie hierbei folgende Tipps:

  • Tragen Sie beim Reinigen von verschimmelten Stellen Gummihandschuhe und einen Mundschutz.
  • Lässt sich der Schimmel leicht wegwischen, dann genügt Essig.
  • Falls Sie Schimmel in der Blumenerde einer Zimmerpflanze finden, dann gehen Sie am besten folgendermaßen vor: Die Pflanze aus dem Topf entnehmen, Erde entsorgen, die Wurzeln mit warmen Wasser abspülen und abgestorbene Wurzelreste entfernen. Anschließend die Pflanze in einen neuen Topf mit frischer Blumenerde setzen.
  • Bei rauen Oberflächen und Fugen können Sie 70-prozentigen Isopropylalkohol  oder Brennspiritus verwenden. Beide Hausmittel töten den Schimmel ab. Wichtig: etwa 15 Minuten einwirken lassen!
  • Bei tief sitzendem Schimmel in Wänden und diversen Fugen (Fliesen, Fenster, Küchenplatte etc.) bieten sich echte Anti-Schimmel-Mittel an. Geben Sie hierbei Schimmelentfernern den Vorzug, die Ihre Gesundheit nicht unnötig durch giftige Bestandteile belasten. Das Magazin Stiftung Warentest nahm 2014 in seiner Januarausgabe 28 Schimmelmittel unter die Lupe – auch bezüglich ihrer Gesundheitsverträglichkeit.
  • Lüften Sie nach dem Einsatz von Anti-Schimmel-Mitteln und Hausmitteln.
  • Stark befallene Fugen sollten Sie erneuern. Das bedeutet: Mit einem Fugenschneider Schimmelstelle herausschneiden, das Loch mit Anti-Schimmel-Mittel reinigen und anschließend neu verfugen.

Achtung: Ist Ihre Wohnung stark von Schimmel betroffen, sollten Sie möglichst schnell  einen Schimmelexperten heranziehen und einen Arzt konsultieren. Unter Umständen müssen Sie die Wohnung vorübergehend verlassen, um Ihrer Gesundheit nicht weiteren Schaden zuzufügen.

Bild: Zlatan Durakovic/Fotolia