Hitzekrankheiten vermeiden

Sonnenstich und Hitzschlag

Wie Sie Überhitzung vorbeugen und behandeln. 

Gefahr durch Überhitzung
Ein wirksamer UV-Schutz ist heute nahezu selbstverständlich, wenn man sich im Sommer im Freien aufhält. Viele unterschätzen jedoch die Gefahren durch Überhitzung. Erfahren Sie hier, wie Sie Überhitzung vorbeugen und im Ernstfall handeln.
Erhöhtes Risiko
  • Gleißende Sonne und hohe Temperaturen machen insbesondere Babys, Kleinkindern, Patienten mit Fieber, chronisch Kranken (z. B. Diabetiker, Schlaganfallpatienten) und alten Menschen zu schaffen. Ihre körpereigene Temperaturregulation ist bei Hitze und starken Temperaturschwankungen schnell überfordert.
  • Bei Babys und Kleinkindern kann insbesondere der Kopf schnell überhitzen, da im Vergleich zu Erwachsenen der Kopf im Verhältnis zum Körper deutlich größer ist.
  • Menschen mit Glatze sind zudem anfälliger für einen Sonnenstich, da die Sonne direkt auf die Kopfhaut strahlt.
  • Ein erhöhtes Hitzschlag-Risiko tragen auch Berufsgruppen wie Sauna-Angestellte, Arbeiter im Bergbau oder in der Metallindustrie.
  • Schwüle Hitze stresst: Bei hoher Luftfeuchtigkeit verdunstet der Schweiß auf der Haut langsamer bis gar nicht. Die körpereigene Kühlung ist damit beeinträchtigt, und wir überhitzen leichter. 
Tipps, um Beschwerden vorzubeugen

Sonnen- und Hitzebeschwerden beugen Sie am besten vor, wenn Sie folgende Regeln beherzigen:

  • Meiden Sie längere direkte Sonnenbestrahlung, insbesondere um die Mittagsstunden.
  • Halten Sie sich bei Hitze an schattigen, kühlen Orten auf.
  • Schützen Sie Kopf und Nacken mit einer hellen, leichten Kopfbedeckung vor der gleißenden Sonne.
  • Trinken Sie ausreichend. An heißen Tagen lautet die Faustregel: mindesten einen halben Liter zusätzlich. Bei körperlicher Anstrengung steigt Ihr Flüssigkeitsbedarf zusätzlich.
  • Falls Sie Sport treiben wollen, dann möglichst in den kühlen Morgenstunden oder an schattigen Orten (z. B. im Wald).
  • Überanstrengen Sie sich nicht.
  • Bedenken Sie: Im Sommer erreichen die Temperaturen zwischen 16 und 17 Uhr ihr Maximum.
  • Achten Sie auf ausreichenden UV-Schutz für Haut und Augen.
  • Babys überhitzen schnell: Deshalb ist direkte Sonne tabu für Babys. Im ersten Lebensjahr sind Babys äußerst empfindlich gegenüber Hitze und Sonne. Daher in der warmen Jahreszeit direkte Sonne auf wenige Minuten am Tag begrenzen – auch bei wolkigem Himmel. Babys können ihre Körper­tem­pe­ratur nur begrenzt regulieren. Daher ist es wichtig, Babys im Sommer nicht zu dick ein­zu­packen.
Drei Arten von Hitzeschäden

Ärzte unterscheiden im Wesentlichen drei Hitzekrankheiten:

  • Hitzeerschöpfung: Sie tritt auf bei Flüssigkeitsmangel in Kombination mit Überhitzung oder Überanstrengung. Um die Körpertemperatur zu senken, erweitert der Körper die Blutgefäße der Haut. Bei Flüssigkeitsmangel kann der Blutdruck so stark absinken, dass der Betroffene kollabiert. Die Körpertemperatur ist aber nur leicht erhöht. Anhaltender Flüssigkeitsverlust kann jedoch zu Bewusstlosigkeit führen und lebensbedrohlich werden.
  • Sonnenstich: Lange intensive Sonnenbestrahlung auf Kopf und Nacken kann die Hirnhäute (Meningen) reizen. Die Folge ist eine Hirnhautentzündung bis hin zur Hirnschwellung. Der Betroffene hat einen knallroten Kopf und/oder Nacken und leidet unter anderem an Kopfschmerzen und Übelkeit – siehe unten. Die Körpertemperatur ist normal. Achtung: Sonnenstich-Beschwerden treten erst mit einigen Stunden Verzögerung auf und sind ein Notfall.
  • Hitzschlag: Bei starker Überhitzung und Flüssigkeitsmangel versagen Kreislauf und Temperaturregulation. Der Betroffene wirkt anfangs nur matt, wobei sich der Zustand schnell verschlechtert – siehe unten. Die Körpertemperatur ist stark erhöht und erreicht über 40 °C. Ohne schnelle medizinische Behandlung kann ein Hitzschlag tödlich enden!
Das können Sie tun 

Eine Hitzeerschöpfung erkennen Sie an folgenden Beschwerden:

  • Durst
  • Muskelschmerzen bis hin zu Krämpfen
  • Kurzatmigkeit
  • blasse, kühle, feuchte Haut
  • beschleunigter, schwacher Puls
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • starke Kopfschmerzen
  • trockene Schleimhäute (z. B. trockene Zunge)

So helfen Sie richtig:

  • Bringen Sie den Betroffenen in den Schatten.
  • Lagern Sie ihn flach mit erhöhten Beinen.
  • Lockern Sie beengende Kleidung.
  • Verabreichen Sie schluckweise kühle, nicht-alkoholische Getränke – idealerweise Saftschorle, isotonische Sportgetränke oder alkoholfreies Bier.
  • Beruhigen, betreuen, trösten, beobachten Sie den Betroffenen – und prüfen Sie wiederholt Bewusstsein und Atmung.

Vorstufe zum Hitzschlag: Bedenken Sie, dass eine unbehandelte Hitzeerschöpfung zum Kollaps und zum Hitzschlag führen kann. 

Wirkt der Betroffene bewusstlos? Jetzt liegt ein Notfall vor! Fahren Sie fort wie beim entsprechenden Punkt unter Hitzschlag.

Erkennen und handeln

Einen Sonnenstich erkennen Sie an folgenden Beschwerden:

  • hochroter Kopf/Nacken
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • steifer Nacken
  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen
  • unter Umständen Benommenheit bis Bewusstlosigkeit

So helfen Sie richtig:

  • Bringen Sie den Betroffenen in den Schatten.
  • Lagern Sie ihn mit erhöhtem Kopf.
  • Kühlen Sie Kopf und Nacken, zum Beispiel mit einem feuchtkalten Handtuch oder mit in ein Tuch eingeschlagenem Eis.

Das weitere Vorgehen variiert mit dem Bewusstseinszustand, siehe Hitzschlag.

Sonnenstich bei Kindern: Sonnenstich-Symptome treten vor allem bei Kindern ebenfalls um Stunden verzögert auf. Jedoch können Kleinkinder bei einem Sonnenstich zusätzlich Fieber bekommen.

Die gefährlichste Hitzekrankheit

Im Vergleich zum Sonnenstich ist ein Hitzschlag weitaus gefährlicher. Sie erkennen ihn an folgenden Beschwerden:

  • Körpertemperatur etwa 40 °C oder höher
  • trockene heiße Haut
  • schneller Puls
  • Müdigkeit, Mattigkeit
  • Schwindel
  • Übelkeit bis Erbrechen
  • Krämpfe
  • Benommenheit bis Bewusstlosigkeit

So helfen Sie richtig: 

  • Bringen Sie den Betroffenen in den Schatten.
  • Lagern Sie ihn mit erhöhtem Kopf, lockern Sie beengende Kleidung.
  • Kühlen Sie den ganzen Körper mit feuchten Handtüchern.

Das weitere Vorgehen variiert mit dem Bewusstseinszustand:

  • Ist der Betroffene bei klarem Bewusstsein? Verabreichen Sie schluckweise kühle, nicht-alkoholische Getränke – idealerweise Saftschorle, isotonische Sportgetränke oder alkoholfreies Bier.
  • Ist der Betroffene bewusstlos (reagiert weder auf Ansprechen noch Anfassen) und atmet noch? Legen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage.
  • Rufen Sie Umstehende zur Hilfe und machen Sie diese auf den Notfall aufmerksam.
  • Wählen Sie den Notruf 112.
  • Ist die Betroffene bewusstlos und atmet nicht? Beginnen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung.
  • Bis der Rettungsdienst eintrifft: Beruhigen, betreuen, trösten, beobachten Sie den Betroffenen – und prüfen Sie wiederholt Bewusstsein und Atmung.

Warum elektrolythaltige Getränke? Mit dem Schweiß verliert der Körper Mineralstoffe. Wasser allein enthält zu wenig Mi­ne­ra­lien, um den Elek­tro­lyt­ver­lust auszugleichen. Die Folge sind Muskelkrämpfe.

Bild: Maridav/Shutterstock