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  Trocken toben

Allianz - In Hallenspielplätzen können Kinder ganzjährig toben

An trüben Sonn- und Feiertagen zieht es immer mehr Familien in Hal­len­spielplätze. Dort können Kinder nach Herzenslust klettern, rutschen und toben. Außerdem gibt es Essen und Getränke zu meist familienfreundlichen Preisen. Jedoch fehlen bisher verbindliche Vorschriften, was die regelmäßige Überprüfung der Sicherheitsstandards bei privaten Anlagen betrifft. Erfahren Sie hier, wie Sie geeignete Indoorspielplätze finden und schwarze Schafe erkennen.

  Geprüfte Sicherheit?

„Viele Hallen haben Sicherheitsmängel“ titelte die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe 2014. Von 18 Indoorspielplätzen schnitten fünf „mangelhaft“ ab und nur zwei konnten die Tester uneingeschränkt empfehlen. Neun der geprüften Hallenspielplätze mussten die Tester verdeckt besuchen, da sich neun Betreiber einer Besichtigung verweigerten.

Die Stiftung Warentest schätzt aufgrund ihrer Erkenntnisse, dass Indoorspielplätze häufig erhebliche Sicherheitsgefahren bergen. Daher raten die Verbraucherschützer allen Eltern, selbst nach offensichtlichen Mängeln Ausschau zu halten und gerade kleine Kinder auch in der Halle nicht aus den Augen zu lassen.

Das Problem: Private Betreiber von Indoorspielplätzen müssen Ihre Anlage mitsamt den Spielgeräten im Prinzip nur einmal vom TÜV abnehmen lassen, und zwar vor Inbetriebnahme. Danach steht es privaten Betreibern frei, in welchen Intervallen sie die technische Sicherheit ihrer Anlage überprüfen. Im Gegensatz dazu sind öffentliche Betreiber gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit ihrer Anlage regelmäßig zu kontrollieren.

Selbstverpflichtung

Um ihr Sicherheitsimage aufzupolieren, haben die Mitglieder des Verbands der Hallen- und Indoorspielplätze (VDH) 2013 einen Ehrenkodex aufgestellt, der auch jährliche Sicherheitskontrollen einfordert.

  Tipps für Eltern

  • Preise vergleichen

  • Sorgfalt und Sicherheit prüfen

  • Kinder sicher kleiden

  • Aufsichtspflicht ernst nehmen

Preise vergleichen

Die Eintrittspreise für Indoorspielplätze schwanken zwischen drei und acht Euro pro Person. Erwachsene zahlen in der Regel weniger. Die Eintrittspreise können jedoch täuschen, da unter Umständen zusätzliche Kosten für die Benutzung einzelner Attraktionen wie Elektrofahrzeuge anfallen. Außerdem fallen zusätzliche Kosten für Essen und Getränke an.

Es lohnt sich daher, vorab auf der Website des Betreibers nach zusätzlichen Kosten zu recherchieren. Falls Sie eigene Getränke und Snacks mitbringen wollen, sollten Sie abklären, ob der Betreiber dies erlaubt.

Sorgfalt und Sicherheit prüfen

Die Experten des TÜV Rheinland empfehlen:

  • Sie erkennen TÜV-geprüfte Anlagen am Prüfzeichen. Dieses sollte nicht älter als zwölf Monate sein.
  • Eine Hallenaufsicht sollte stets präsent und ansprechbar sein.
  • An den Geräten sollten Verhaltensvorschriften aushängen, deren Einhaltung vom Hallenpersonal überwacht wird.
  • Das Hallenpersonal sollte eigenständig Stolperfallen aufräumen, wie am Ende einer Rutsche „geparkte“ Bobbycars.
  • Achten Sie auf die Sauberkeit der Halle und der Toiletten. Wer hier nachlässig ist, nimmt es unter Umständen auch nicht so genau mit der Instandhaltung der Spielgeräte.
  • Halten Sie an den Spielgeräten Ausschau nach offensichtlichen Sicherheitsmängeln wie hervorstehenden Schrauben, durchgescheuerten Seilen, defekten Fangnetzen an Trampolins, scharfen Kanten, marodem oder fehlendem Fallschutz sowie Klemmstellen, in denen sich Kinder ihre Finger einquetschen können. Besonders gefährlich: frei liegende Stromkabel an elektrischen Spielgeräten.
  • Falls Sie potenzielle Sicherheitsmängel entdecken, sollten Sie diese direkt dem Personal melden.

Kinder sicher kleiden

Um das Unfallrisiko für Ihr Kind zu minimieren, raten die Experten von TÜV Rheinland:

  • Kleiden Sie Ihr Kind so, dass es nicht hängenbleiben und sich dabei strangulieren kann. Kordeln, Halstücher- und -ketten sind daher tabu.
  • Straßenschuhe sind in Indoorspielplätzen verboten. Ziehen Sie Ihrem Nachwuchs daher rutschfeste Hallenschuhe oder Bremssocken an.

Aufsichtspflicht ernst nehmen

Die Aufsichtspflicht liegt auch auf einem Indoorspielplatz weiterhin bei den Eltern oder der Begleitperson eines Kindes. Toben Kinder unbeschwert miteinander, sind Schubser, Stürze und Zusammenstöße unvermeidbar. Verursacht ein Kind einen Schaden, verletzt es sich selbst oder andere, so müssen die Eltern oder die Begleitperson beweisen, dass sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind. Wir raten daher:

  • Behalten Sie Ihr Kind im Auge und spielen Sie ab und zu mit.
  • Da eine Verletzung der Aufsichtspflicht weit reichende rechtliche und finanzielle Folgen haben kann, sollten Sie grundsätzlich eine Privathaftpflichtversicherung für die ganze Familie abschließen,die auch „deliktunfähige Kinder“ einschließt.

  Indoorspielplätze finden

Rund 400 Hallenspielplätze buhlen in Deutschland um Kundschaft. Sie tragen fantasievolle Namen wie Remmi-Demmi oder Lollihopp und begeistern Kinder quietschbunten Spielgeräten und Kletteranlagen. Um einen geeigneten Hallenspielplatz für Ihre Kinder zu finden, genügen ein paar Mausklicks auf einschlägigen Spielplatz-Portalen im Internet.

  • Das wohl größte Spielplatzverzeichnis bietet Spielplatznet.de. Dort finden Sie von engagierten Nutzern zusammengetragene Informationen zu rund 74.000 Spielplätzen in Deutschland und Grenznähe, darunter über 400 Indoorspielplätze. In der Regel umfassen die Einträge die Adresse, Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Altersempfehlungen, Spielausstattung und Gastronomie. Außerdem erfahren Sie, ob sich dort Kindergeburtstage ausrichten lassen. Vorteil: Sie profitieren von Bewertungen anderer Nutzer. Nachteil: Keine Detailsuche.
  • Das werbefinanzierte Portal parkscout.de bietet über 4.000 Ausflugsziele weltweit, sortiert nach Freizeitparks, Tierparks, Gärten, Erlebnisbädern und Ferienparks. Die Suche lässt sich auf Indoorspielplätze, Postleitzahl und einen Umkreis bis 100 Kilometer einschränken. Die Detailinformationen sind ähnlich wie bei Spielplatz.net. Vorteil: Die Nutzerbewertungen unterscheiden nach Preis/Leistung, Angebot, Gastronomie und Service. Nachteil: Keine Detailsuche.

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